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Gesundheit & Fitness
THEMA: Masseusen, Gallensteine und Transplantationen.
Bisher 6 Antworten.
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emilwachkopp
begann die Diskussion am 09.11.07 (17:59) :
„Aua! Nicht so doll!“ „Ach Herr Wachkopp, seien Sie doch nicht so zimperlich.” „Ich bin das aber nicht gewohnt, dass man – aua! – überall an mir rumfummelt. Autsch!“ „Das ist mein Beruf.“ „Das wohl, aber ich bin in die Beziehung ehrer büschen altmodisch. Ich sag mir immer: Lieber mal durchleuchten lassen als so begrabbelt werden. Find ich. Aufhören, das kitzelt!“ „Ich grabbele nicht, sondern ich massiere. Ich bin nämlich keine Grabblerin, sondern Masseuse.“ „Sie hätten Bäckerin werden sollen. Da ist frei Kneten und der Teig sagt kein Mucks. --- Aua! Nicht so doll!“ „Also Herr Wachkopp, Sie machen mich ganz nervös mit Ihrem ewigen Gezeter. Sie sind der zappeligste Patient, der mir je untergekommen ist. Da lobe ich mir den Edmund. Der sagt keinen Piep.“ „Ja, der –aua! – Edmund. Was macht übrigens seine – autsch! – neue Leber? Aua, bald haben Sie mir unter die Erde mit ihrem Gefummel.“ „Na, bei dem sein Konsum? Da ist die neue wohl auch bald hinüber. So Herr Wachkopp, jetzt bin ich fertig mit Ihnen.“ „Und für diesen Hexenkram muss man jetzt auch noch berappen!“ „Bei Hexenschuss hilft nur Hexenkram. --- Alter Muffel.“
Ja, der Edmund. Der ist nicht nur der Liebling der Masseusen, sondern auch der Schrecken aller Ärzte. Er ist nümlich unheilbar gesund. Um nicht falsch verstanden zu werden muss ich hinzufügen, dass Edmund nicht im herkömmlichen Sinne gesund, d.h. das Gegenteil von krank ist. Seine Gesundheit besteht vorwiegend in einer extremen Unempfindlichkeit gegenüber einer jeden Krankheit. Früher wusste ich es nicht, obwohl ich es hätte wissen können. Aber ich habe damals nicht weiter über den Vorfall nachgedacht, der sich wie folgt ereignet hat. „Edmund“, fragte ich, „hast Du Dir denn schon gegen die Grippe impfen lassen?“ Es war eine verheerende Grippe aus Asien im Anmarsch, und das Dorf war schon lange hermetisch abgeriegelt, d.h. unter Quarantäne. Nur der Beerdigungsunternehmer, der Mark Kaber Junior, wehrte sich vehement gegen diesen radikalprophylaktischen Protektionismus, weil er um sein Geschäft fürchtete. „Gegen die Grippe impfen? Wozu das denn?“ „’Wozu das denn?’ Damit Du sie nicht kriegst! Was denn sonst?“ „Mensch Emil, ich bin doch dauernd in Dusel. Ich merk doch so eine Grippe gar nicht.“ Wer auf Emil nicht hört, der hat später das Nachsehen. So ist das immer schon gewesen. Ich traf Edmund wenige Wochen später, an einem scheußlich regnerischen Tage, auf der Dorfstraße. Sein Kopf war rot wie eine Tomate und leuchtete ihm schon voraus. Ich musste natürlich zuerst denken, dass das bloß wieder sein gewöhnlicher Suffkopp war. Aber dann fiel mir auf, dass es jedes Mal zischte, wenn ihm Regentropfen auf den Kopf fielen, die dann sogleich verdampften. Als ich ihm an die Stirn fasste, verbrannte ich mir fast die Hand. Edmund musste sofort ins Krankenhaus. „Ja, bin ich denn krank?“ „Sterbenskrank.“ „Na ja, wenn das so ist. Denn wollen wir mal los. Büschen Ruhe kann man immer mal gut gebrauchen. Und Emil, wenn Du mir gleich heute Abend noch besuchen kommst, bring paar Flaschen mit.“
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emilwachkopp
antwortete am 09.11.07 (18:01):
Im Krankenhaus stellte sich heraus, dass Edmund tatsächlich die Grippe und extrem hohes Fieber hatte. Ganze 69,8 Grad! Man konnte Edmunds Temperatur nur mit dem Außenthermometer messen. Nicht einmal das Hausthermometer reichte dazu aus. Das Fieberthermometer ist nümlich sofort geplatzt und man versuchte es deshalb mit das Hausthermometer. Jetzt konnte man ja aber nicht beigehen und Edmund das Riesending in den A… Ich meine, ich wollte sagen: man konnte sich doch hier nicht der analen Messmethode bedienen, sondern musste auf die orale Methode retirieren. Manche Ärzte ziehen diese ohnehin vor. Nicht aus medizinischen, sondern aus ästhetischen Gründen. Also schob man dem Edmund das Thermometer einfach in den Rachen. Und als es dann ebenfalls platzte, biss er es – im Reflex – mittendurch und verschluckte die Hälfte. Mit Metall, Holz, Glas, Quecksilber und alles. Da Edmund das nichts auszumachen schien und der Arzt schon viel zu entnervt war, um dieses kleinen Patzers wegen groß Tumult zu machen, tat man als wäre gar nichts geschehen. Und eigentlich war es das ja auch nicht. Danach versuchte man es mit dem Außenthermometer, das man Edmund einfach quer über die glühendheiße Rübe legte. „Das ist doch nicht möglich!“ stammelte krz darauf der entsetzte Arzt und wurde so kreidebleich, dass seine Gesichtsfarbe einen geschmackvollen Kontrast zu Edmunds leuchtend roter Birne bildete. In diesem Augenblick hätte jeder den Arzt für sterbenskrank und Edmund für unanständig gesund gehalten. „Mann! Sie haben fast 70 Grad Fieber!“ brüllte der Arzt den Edmund an, als wäre dieser schuld an seinem mirakulösen Zustand. „Ist das viel?“ fragte Edmund treudoof. „Das ist …., das ist…, unmöglich ist das!“ „Na ja, beten mollig is mi al.“
Edmund hatte mir zun Essen eingeladen. „Was ist denn in Dir gefahren? Das hat ja die Welt noch nicht erlebt.“ „Ich dachte, das bin ich Dir mal schuldig, Emil.“ „Na ja, das bist Du wull auch. So oft wie ich Deine Zeche zahlen musste, um Dir auszulösen.“ Edmund hatte eine leckere, köstlich duftende Pilzsuppe bereitet. Kochen, das konnte er wirklich. Kochen und saufen. Ich weiß das noch, als wäre es gestern gewesen. Nach dem fünften Happen kippte ich seitlich vom Stuhl und alles um mich herum war schwarz. Dann wurde es plötzlich wieder hell, denn alle Wesen, die mich umgaben, trugen engelweiße Kleider. Ich konnte in diesem wonnigen Augenblick gar nicht erklären, womit ich mir den Himmel verdient haben sollte. Doch mit der Klarheit kam die Ernüchterung: ich war nicht in Himmel sondern ins Kreiskrankenhaus. Ich lebte auch nicht mehr aus eigener Kraft sondern künstlich, denn der Lebensgeist wurde mir von außen durch Schläuche zugeführt. Es ist ein verwirrendes Gefühl, natürlich tot und künstlich lebendig zu sein. Edmund hatte die Pilze eigenhändig gesammelt, und zwar noch bevor er sich relevantes Wissen bezüglich der Essbarkeit dieser Dinger angeeignet hatte. Jedenfalls was normale Menschen, zu denen ich körperlich gesehen zu rechnen bin, angeeignet hatte. Deshalb kann sich jetzt jeder selbst ausrechnen, dass die Pilze ebenso lecker wie giftig waren. Edmund machte das nichts aus. Ins Gegenteil: Er hatte sich meine Portion noch mit einverleibt, denn „Essbares soll man nie verkommen lassen.“
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emilwachkopp
antwortete am 09.11.07 (18:02):
Man musste, meinten die Ärzte, an Edmund eine Lebertransplantation vornehmen, denn es stellte sich heraus, dass seine Leber weit weniger resistent gegen den voluminösen Alkoholkonsum war als der Rest von Edmund. Nun geschah aber wieder etwas Mirakulöses, das die Ärzte an ihrem Wissen verzweifeln ließ. Edmund sollte eine Schweineleber bekommen, weil man doch an die Ortskrankenkasse keine höheren Anforderungen stellen kann. Deshalb war das. Aber auch so ein animalisches Ersatzteil war gar nicht aufzutreiben. Und zwar der lästigen Bürokratie wegen. Die Bauern weigerten sich, ihre Schweine stückweise zu verscherbeln und die Krankenkasse weigerte sich, einer Leber wegen ein ganzes Schwein einzukaufen. Nicht einmal als die Dorfgemeinde beschloss, ein Schwein zu spenden, gab die Krankenkasse nach. Sie wollte eine Leber und damit basta. Durch dieses ganze Hin und Her gingen fünfzehn Jahre ins Land und Edmunds Leber schrumpfte mehr und mehr. Als man schließlich eine Leber auftrieb, hätte Edmund, laut jeder ärztlichen Prognose, schon seit 10 bis 12 Jahren mausetot sein müssen. Auf dem Operationstisch stellte sich heraus, dass diese Prognosen bezüglich der Leber auch völlig korrekt waren. Sie war inzwischen auf die Größe eines erwachsenen Gallensteins geschrumpft und konnte schon seit Jahren keine Dienste mehr geleistet haben. Nur der Rest von Edmund war bei bester Gesundheit. „Wie ist denn das bloß möglich?“ fragten sich die verdutzten Ärzte. Man einigte sich auf die Schnelle auf die provisorische Hypothese, dass Edmund – aus für die medizinische Wissenschaft unerklärlichen Gründen – eigentlich gar keine Leber brauchte. Vielleicht war diese nur noch die Reminiszenz eines evolutionären Stadiums, dem Edmund längst entwachsen war, mutmaßte der Professor, der – wie alle Professoren – immer alles am besten wissen muss. Die Heilwissenschaft, fügte er spekulativ hinzu, geht vielleicht goldenen Zeiten entgegen. Denn je weniger Organe der Mensch braucht, desto mehr würde das die Arbeit der Mediziner erleichtern, so dass am Ende vielleicht die galoppierende Bildungsmisere dieser Zunft gar keinen Schaden zufügen würde. Da man die Kiste aber nun schon einmal aufgeschlitzt hatte, wollte man sie nicht leer wieder verschließen, warum man sich dazu entschloss, dem Edmund die Schweineleber einzumontieren, obwohl diese vielleicht nur noch parasitäre Funktion ohne jegliche Gegenleistung erfüllen würde. Auch wollte man Edmund nicht enttäuschen, der die ganze Operation mit aufmerksamem Adlerblick überwachte. Da jeder Betäubungsversuch ohnehin an seiner mirakulösen Widerstandskraft scheitern würde, konnte er der Operation ebenso gut in wachem Zustand beiwohnen. Edmund Augen glänzten vor Entzückung wie die eines Kindes vor dem Weihnachtsbaum. Noch niemals im Leben hatte er einer Operation beigewohnt. Nicht einmal einer eigenen. Es störte ihn nur ein wenig, dass er während die Operation nicht saufen durfte. Um sich aber trotzdem bei guter Laune zu halten, sang er fröhlich, während die Ärzte an ihm rummachten:
„Es gibt kein’ Schnaps im Krankenhaus und auch kein Bier, drum gehet nie ins Krankenhaus, sondern kommt zu mir.“
„Ruhe!“ brüllte der irritierte Professor den Edmund an. „Bei diesem Lärm kann sich ja kein Schwein konzentrieren!“ Ja, auch Professoren können sich mal im Ton vergreifen. „Aber Herr Professor Schwank!“ ertönte deshalb sogleich die mahnende Stimme aus dem Munde der Oberkrankenschwester Luzi, die hauptberuflich Nonne war. „Heißt der wirklich Schwank?“ gluckerte Edmund. „Büst du krank, denn gah to Schwank. De maakt di drall op jeden Fall! Ik lach mi kaputt!!“
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emilwachkopp
antwortete am 09.11.07 (18:02):
„Sein Sie jetzt endlich ruhig und liegen Sie still“, donnerte der Professor. “Sonst dürfen Sie bei Ihrer Operation nicht zugegen sein.“ Beim Anblick seiner ausgedienten Säuferleber jauchzte und blubberte Edmund wie ein Kind: „Ist die niedlich! Oh Herr Professor, darf ich die selber rausnehmen?“ „Nun …, eigentlich, nun ja, aber vorsichtig. Halt! Nicht mit den Händen reingrabschen! Nehmen Sie wenigstens die Pinzette.“ „Die heb ich mir auf. Als Andenken.“ Auch der Anblick der Schweineleber versetzte Edmund in kindische Begeisterung: „Die werde ich gleich heute noch einweihen.“ Und als die Ärzte ihn zunähten, fauchte er sie ungeduldig an: „Legt doch mal’n Zahn zu. Die Leber vertrocknet mir sonst noch.“
Soeben war die Operation abgeschlossen, da hüpfte Edmund auch schon munter vom Operationstisch, um seine Schritte zu einem Ort zu lenken, wo Labsal ist. „Ziehen Sie sich doch bitte erst an! --- Wenigstens unterhalb!“ keifte ihm die Krankenschwesternonne hinterher. Doch Edmund, der in Gedanken schon am Ort seiner Erlösung war, konnte sie nicht hören. Ich staunte deshalb nicht schlecht, als Edmund mir auf dem Krankenhausflur i weißem Minikleid entgegenkam und außerdem noch ein Selbstgespräch zu führen schien. „Du bist jetzt in mir drinnen. Edmund heiß ich. Du bist jetzt den Edmund seine Leber. Aber hab keine Angst. Bei mir verdurstest Du nicht.“ „Mir wem redest Du denn da, Edmund?“ „Da bist Du ja, Emil. Hast Du die Flaschen mit?“ „Ja, hier. Übrigens, seit wann trägst Du denn Kurzkurz? Ist das damit die Leber Luft kriegt?“ „Na sowat! Kiek di dat an, Emil! Na, wenn sie mir schon mal so einkleiden, wird das wull auch einen Sinn haben. Bloß Treppen steigen darf ich so wull nicht.“ „Nein, denn verhaften sie Dir. Und Bücken empfehle ich auch nicht im Beisein von Minderjährigen.“ „Wieso kommst Du eigentlich jetzt erst angelatscht, alte Schlafmütze. Du hast die ganze Operation verpasst.“ „Verpasst man denn da was bei?“ „Und ob! Du kannst Dir gar nicht vorstellen, wie ich da drinnen aussehe. Meine selige Mutter pflegte immer zu sagen: ‚Nicht das Äußere, das Innere ist wichtig beim Menschen.’ Und sie hatte Recht, Emil. Der Mensch ist drinnen viel interessanter als wie draußen.“ „Aha. --- Übrigens, hast Du eben gesagt ‚meine selige Mutter’?“ „Ja, Mutter ist tot.“ „Das tut mir leid. Wann ist sie denn gestorben?“ „Vor einem halben Jahr. Ganz unerwartet.“ „Das kann ich mir denken. Die war doch immer so kerngesund. Was war denn mit sie los?“ „Gehirntumor. Dreißig Jahre lang ist sie mit ein Gehirntumor in Kopp rumgelaufen.“ „Wurde der denn nicht behandelt?“ „Nein.“ „Und warum nicht?“ „Weil sie ihn gar nicht gemerkt hat.“ „Aber Du musst doch was gemerkt haben.“ „Na ja, dass sie immer fimmeliger wurde. Das schon.“ „Und warum hast Du nichts unternommen?“ „Weil das in meine Familie nichts Besonderes ist.“ „Das ist auch wahr. --- Kannst mal sehen: Gemerkt hat sie nichts, ist aber an gestorben.“ „Ja, aber das war bloß deshalb, weil der Tumor so groß geworden war, dass Mutter der Kopf geplatzt ist.“ „Edmund, jetzt spinnst Du.“ Weil ich hier ins Forum aber kein Spinnerkram verbreiten will, schließe ich diese Geschichte hiermit ab.
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Gudrun_D
antwortete am 17.11.07 (06:43):
Autsch,Aua,fummeln;-)
schade,Emil Wachkopp, dass ich nicht in de Nachbarkabine zuhören konnte;-))
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angelottchen
antwortete am 27.11.07 (14:57):
**LOL** Emil, Emil ... ich lese viel zu selten hier im Alten ST ...lach ... Dein freund sollte sich bez. seiner Leber mal nach lebenden Schafsläusen erkundigen!!! So ein paar Quaksalber bieten den Mist tatsächlich zur Heilung bei Leberzirrhose an ..Stück für 2 Euro :-)
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kropka
antwortete am 28.11.07 (11:00):
Oh, Emil.. Du Wacher Kopp Du, sei herzlich gegrüßt !!! :-)
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