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Kunst, Literatur & Kultur
THEMA: Stilübung.
Bisher 49 Antworten.
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Elfenbein
begann die Diskussion am 13.03.07 (18:59) :
Stilübung?
Kleine Szene
Citynah: Einer sitzt da auf einem Hocker an der kleinen Bude in der Fußgängerzone, eine Pizza essend. Ich nähere mich. Na, denkt der wohl: ein kleines, dickes, unauffälliges Kerlchen - nicht alt, nicht jung - mit langen, wilden Haaren wie ein vergessener 68er. Ich schlage den Weg zum Obststand nebenan ein, sehe mich vorsichtig um, ergreife einen dicken, roten Apfel, der mich angelockt hat, und stecke ihn unauffällig in die Tasche. Ohne Eile entferne ich mich wieder. Na, kuckt da einer hinter mir her?
*
Hätte jemand Lust, diese Textvorlage umzuschreiben: vielleicht in Kafkas Sprache - oder nach Thomas Manns Stiltemperament?
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dutchweepee
antwortete am 13.03.07 (21:54):
RAYMOND CHANDLER:
Die Flasche Bourbon rollt mir endlich vom Bauch und schlägt hart auf das dreckige Mahagoni-Deck meiner Yacht. Es war verdammt nochmal die letzte! Ich schlurfe unwillig in meiner grauen Leinenhose über die mein blasser Wanst hängt, barfuß über den Steg zu Hennes. Bei Hennes gibt es jede Menge Penner, Barhocker und ....BOURBON.
Hennes schiebt angewidert eine Flasche Seemannstrost in meine Richtung. Es ist billiger Indianerfusel. Ein gedrungenes Etwas mit langen grauen Haaren leckt sich die pizzafettigen Lippen, aber ich ignoriere ihn und schnappe mir einen Apfel bei Jose - der hat sowieso zu viele davon.
Es ist heiss, windstill und ich schlurfe zurück zum Boot. Vielleicht hab ich ja irgendwann mal Schotter für Hennes und Jose.
Als ich wieder auf Deck liege klingelt das Mobile - "JETZT NICHT!" sage ich und halte die Flasche auf meinem Bauch fest.
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nasti
antwortete am 13.03.07 (23:36):
Ich trug blauen Jeans, ein alten Pullover, und inzwischen fiel mir ein ein großer Rucksack auf mein Buckel aufzuhängen ohne in Spiegel gucken. Ich traf in Fußgängerzone, wo mich ein kleiner Hunger erwischte, die Sonne schien und gerade die Mexikaner tanzten und musizierten, genüsslich kaufte mir ein Kebab und habe mich hingesetzt auf ein Bank mit meinem Kebab. In diese Sekunde galoppierten zu mir Cca. 6 ältere unbekannte Frauen ebenfalls mit Kebabs in Hand, ohne ausnähme waren alle 6 in Gesicht mit Majonäse verschmiert, und verlangten das ich verlasse das Platz. Mit großen Augen fragte ich, ob diese Platz schon reserviert ist gewesen? Keine Antwort, nur weitere Verschmierungen mit Majonäse und inzwischen auch mit Zwiebel bis Augen, haben mich geschubst und sich hingesetzt, und sich fürchterlich aufgeregt über große meines Rucksack, was die Hauptthema war. Es ging so weit, das auch mein Rucksack ist verschmiert worden mit Majonäse und Zwiebel, dann sagte ich: „Meine Damen, können Sie nicht langsamer fressen, schließlich wird die ganze Fußgängerzone mit Kebab gekleckert.“ Antworten könnten Sie nicht wegen vollgefresste Mauls, dann tauchte ein Pfleger auf, das waren Frauen aus behinderten Heim. “Verdammt“ dachte ich mir, „ kannst du nicht unterscheiden die normalen von behinderten? „ Seitdem trage ich Jeans sehr selten, und ein großen Rucksack nie einmal. Nachdem ich ankam zu meinen Kollegen, sahen Sie wie ich kleine Frau mit großem Rucksack schleppt sich ganz geängstigt durch die Gasse, erzählte ich die Kebab Geschichte mit todernstem Gesicht, alle haben tränen gelacht. Wer meine Geschichte in eine normale Sprache verarbeiten sollte, dem schenke ich ein Kebab und mein Rucsack.
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herrlehmann
antwortete am 14.03.07 (01:22):
gemeinsam ratlos-im-morgengrauen-stehen und frieren!
grüße zur nacht
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Enigma
antwortete am 14.03.07 (07:49):
Oh Elfenbein, das ist aber keine leichte Aufgabe!!
Ich muss mal überlegen, an wessen Stil ich mich am besten versuchen könnte. Hoffentlich erkennt dann auch jemand, wen ich meine! :-))
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Enigma
antwortete am 14.03.07 (08:49):
In freier Nachahmung von.......?
Da saß er! Ich sah in auf meinem Weg in die Stadt. Er saß einfach da und aß eine Pizza! Ich hatte den Auftrag, die citynahen Gegenden mal in Augenschein zu nehmen. Und da saß er nun! Ich ging ein Stück weiter, dann wieder zurück! Er saß immer noch da! Was denkt er von mir? Vielleicht, dass da ein kleines , dickes, unauffälliges Kerlchen sich nicht traut, ihn anzusprechen? Dass einer mit langen, wilden Haaren, wie ein vergessener 68er, der gegen den Krieg gekämpft hat, sich nicht traut, ihn anzusprechen! “Wo kommen Sie her?” Die Frage lag mir auf der Zunge, aber ich stellte sie nicht. Ich hätte ihn auch gerne gefragt, ob er keine Familie hätte. Er saß da so verloren, auf einem Hocker an der kleinen Bude in der Fußgängerzone. Saß da so verloren, als ob keine Menschen auf ihn warten würden. Vielleicht Tiere? Vielleicht hatte er Tiere gehütet? Ich frage ihn nicht, frage ihn nicht, ob sein Großvater ihm vom Krieg erzählt hat...
Ich wende mich dem Obststand nebenan zu, nähere mich ihm. Ein dicker, roter Apfel guckt mich an. Ich stecke ihn ein, nehme ihn mit. Vielleicht haben seine Eltern ja auch Obstgärten gehabt - wer weiß! Ohne Eile entferne ich mich wieder. Sieht er mir nach? Verpasste Gelegenheit? Ich besinne mich wieder auf meinen Auftrag......
Hätte er so ähnlich geschrieben, wenn er noch leben würde? Auf jeden Fall viel, viel besser, unvergleichlich besser und mit tiefgründigen Anspielungen, wie man sagt! Aber einige Anspielungen sind da auch drin in meinem kleinen “Textchen”. Seht es mir nach, dass es nicht besser geraten ist!
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nasti
antwortete am 14.03.07 (11:01):
Hi Enigma
diesen Styl gefiel mir ausgesprochen, telegrafisch, trotzdem gut. Möchte ich gerne wissen welcher Schrifsteller ist es.....
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Elfenbein
antwortete am 14.03.07 (11:02):
Unterwegs. Zur nächsten Kirche, die noch offen steht. Am Altar zelebriert ein Mann. Jacke wie Hose, aber lang und borkaten! Mit eigenartigen Gesten. Liest aus dem Katechismus der Katholischen Kirche“ vor, die Frage 429: „In welcher Weise nährt die Kirche das sittliches Leben der Christen?“ Es wird zum Abendmahl geladen. Und zu diesem Diener Gottes tritt eine Frau und bittet um Speise. „Auch Obst; ... vielleicht eine Tüte voll?“ Aber der Ministrable, ein langer Mensch mit einem tartarischen Bärtchen, der einen gesegneten Eindruck macht, flüstert ihr leise zu, dass er kein Ost auf dem Opferaltar vorliegen habe. „Das sehen Sie doch!“ Und die Vollgüldenen und Strahlen-Geräte im Tabernakel seien nicht zum Verschenken, er müsse im Höchsten Auftrag geistig davon leben und sittlich das Volk nähren. Die Frau, die seit dem Vortag nichts gegessen hat und der vor Hunger schon übel ist, überlegt und fragt dann, ob sie später, vielleicht nachmittags, ein paar Apfel oder Nudelnpakte oder Konserven oder Brotkanten oder so was bekommen könne. "Schon möglich", sagt der Diener des Herrn, "jetzt aber nicht. Hier ist der Raum und die Zeit des Dienstes vor Gott."
Die Frau geht nach draußen und wartet am Kiosk und en anderen Buden. Als die Sonne hoch über ihnen steht und die Frau, die nichts kaufen kann, vor Schwäche zu fallen droht, gibt ihr der Verkäufer eine Obstkiste und lässt sie darauf nieder sitzen. Dort sitzt sie viele Stunden. Der Verkäufer stellt kleine Verhöre mit ihr an, fragt sie nach ihrer Herkunft aus, aber es sind teilnahmslose Fragen, die nichts bedeuten und die Hoffnung auf eine Mahlzeit nicht vergrößern. Die Frau wird in der prallen Sonne schläfrig, bittet noch einige Male mit versagender Stimme, wird aber stets abschlägig beschieden. Schließlich, fast schon im Verdämmern, hört sie, wie der Krämer, den sie nicht mehr erkenn kann im Glanz der Sonne und des eigenen Jammers sein Geld zählt. Da rafft sich die Hungernde auf, ein letztes Mal zu bitten. Es ist nur noch ein Apfel da. Der bärtige Verkäufer nimmt ihn in die Hand, zeigt ihn der stumpf Kauernden und sagt: "Es ist zu spät. Dieser Apfel war für dich bestimmt. Aber du hast nicht gefragt. Und jetzt ist er matschig. Schau selbst, die Seite, auf der er so lange gelegen hat, bis du kamst. Da gehe ich jetzt und werfe ihn die braune Tonne.“
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Enigma
antwortete am 14.03.07 (11:46):
@nasti
Ich bin mir nicht ganz sicher, glaube aber, dass Efenbein auf die gleiche Geschichte, an der ich mich orientiert habe, anspielt. :-) Es wäre auch nicht so verwunderlich, wenn er es weiss. Aber für uns ist es - denke ich - schwerer!
Ein Tipp jedenfalls! Der von mir Nachgeahmte hat sich lange in Spanien aufgehalten. Und auch Kurzgeschichten geschrieben. :-)
@Elfenbein Verrätst Du uns jetzt auch, ob Du den meintest mit Deiner Antwort? Oder ist das ein neues Rätsel?
Vielleicht sind wir dann auch bereit zu weiteren Stilübungen?! ;-))
PS Leider muss ich mich jetzt erstmal mit viel weniger interessanten Texten oder Zahlen beschäftigen, nämlich der Prüfung der Abrechnung unserer WEG. *grrrrr*
Bis bald also.....
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nasti
antwortete am 14.03.07 (12:57):
Elfenbein, super!!!
Sind das Deine Geschichte, oder? Seid Ihr talente hier.....
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Elfenbein
antwortete am 14.03.07 (13:35):
Danke,herzlich danke fürs Mitmachen.
dutchwepee hat ja so kriminalistisch reingeschlagen - so authentisch "hard-boiled", wie Chandler mit den Motiven - und so cool mit dem Handy - heute noch umgehen könnte.
nasti - auch dein Text hat mich überrascht! Er ist doch frei geschrieben, nicht nach der Vorlage eines Autors? - Wenn ich mich irre, möchte ich gerne aufgeklärt werden.
enigma - deinen Text-Bezug habe ich noch gar nicht erkannt; die Geschichte hat viel Atmosphäre. Ein Autor aus dem von dir genannten Raum, mit kurzen Texten... ? Aber die modernen kenne ich da gar nicht... - Also ein alter Kämpe/Kämpfer? Wenn's Hemingway ist - ("An der Brücke")?
Darf ich noch ein wenig schweigen - zu meiner eigenen Geschichte? Je mehr hier mitmachen, desto eher wird jemand sehr leicht eine bekannten, einfach-rätselhaften, grundlegend-modernen Parabeltext erkennen... -
Ich fände es prima, wenn noch mehr mitmachen würden.
Ich freue mich auch besonders, dass das Thema bisher von Meckereien verschont blieb; und die Schreiber/innen ansprach, die kreativ was riskieren...
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eleonore
antwortete am 14.03.07 (16:00):
Mitten der kleinen Altstadt. Verwinkelte Gassen, kleine Kirchen……Kopfsteinpflaster. An einem kleinen Platz sind kleine Läden und Stände. Mitten der Platz ist ein Säule, mit eine heiligen Statue. Schutzpatron dieses Städtchens. An eine der kleine stände sitzt ein Mann, dick und klein, sein Gesicht weist auf sein Indio vorfahren hin. Seine langen Haare sind Tradition. Es isst eine Tapa, vertieft in Genuss. Ich schaue mich um, die stände sind voll Obst und Gemüse. Düfte locken, Farben blenden, die Marktfrauen preisen ihre Wahre in spanisch und in ihre Dialekte an. Ich kann nicht widerstehen, gehe langsam an eine der stände vorbei, und in mein hand ist auf einmal ein Apfel. Ich fühle der glatten, kühlen Apfelhaut in meine hand. Es fühlt sich gut an, ich umschließe ihm fast zärtlich. Langsam stecke ich diese wunderschöne frucht in meine Tasche, vorsichtig umschauend, ob mich jemand sieht. Langsam gehe ich weiter, mit einer Vorfreude auf meinem Apfel. Und ein kleine Teufelchen tanz in mein innere, es hat mich niemand erwischt. Auch der dicke Mann sah es nicht, er isst immer noch genussvoll seine Tapa
(eine meine lieblingsbücher:Hundert Jahre Einsamkeit)
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claudiawien
antwortete am 14.03.07 (17:56):
Pacif. Palisades, Donnerstag, den 22.10.42
Frühstück mit K. am Zimmmer. Danach am Schreibtisch Briefe an die Meyer und F. Lunch mit K., Werfels und G., der später zu uns stieß. Nachmittags im Städtchen promeniert. Feingliedrigen jungen Mann mit schwarzen Locken in kleinem Gässchen gesehen, der bedächtig ein Stück Brot zum Munde führte und meinen freundlichen Gruß nicht erwiderte. Erinnerung an H., dessen Liebreiz und Güte unvergesslich sind. Für K. rotglänzenden Pommes erstanden, der morgen zu begleichen sein wird. Zurück an den Schreibtisch. Souper im kleinen Kreise. Leichter Druck in der Magengegend und fiebrig. Früh ins Bett.
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Enigma
antwortete am 14.03.07 (19:19):
Bingo, Elfenbein,
ins Schwarze getroffen. Ernest Hemingway war gemeint. Ich habe ihn nicht gewählt, weil ich ihn so verehre (da sei Alice Schwarzer vor!):-)), sondern weil ich dachte, dass er vielleicht wegen seiner verknappten Sprache eher zu imitieren sei. Und "An der Brücke" war auch die Geschichte,die ich nochmal gelesen habe, um mir seinen Stil ins Gedächtnis zu rufen.
@eleonore Du hast ja schon geoutet, wen Du gewählt hast!
@claudiawien Hast Du Dich an Thomas Mann versucht? Der lebte doch eine Zeitlang in Pacif.Palisades...
Internet-Tipp: http://www.uni-essen.de/einladung/Vorlesungen/epik/hemingway.htm
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Enigma
antwortete am 14.03.07 (19:33):
@Elfenbein Kannst Du mal einen Tipp abgeben zu der von Dir eingestellten Geschichte?
Und für alle, die die Hemingway-Geschichte im Original lesen wollen, gebe ich mal den Internet-Tipp ein, über den man den Text erhält.
Internet-Tipp: http://www.hauptschule-kaufering.de/Unterricht/Deutsch/Lesen/AlterMann/alter_mann.htm
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Elfenbein
antwortete am 14.03.07 (20:10):
Thomas Mann und Marquez - edle Gäste in diesem Thread, wahrlich!
*
Zu enigmas Frage:
Wenn ich den verkleideten Verkäufer original mit „tatarischem Bärtchen“ hätte aufmarschieren lassen, wäre er sofort erkennbar gewesen; so vielleicht:
Und er nimmt den Apfel in die Hand, wischt ihn an seinem tatarischen Bärtchen ab, zeigt ihn der Unglücklichen und sagt: "Es ist zu spät. Dieser Apfel war für dich bestimmt. Nur für dich. Ich gehe jetzt, schließe die Pforte und werfe das Obst den Säuen im Klostergraben vor.“
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nasti
antwortete am 14.03.07 (23:26):
Hi Elfenbein
Das ist meine wahre Geschichte. Habe ich schon 12 Erzählungen geschrieben /ganz andere Art/ und eine deutsche Frau korrigierte meine Texte, sogar ein Vorlesung ist stattgefunden. Noch gut das ich die Bremsen gezogen hatte, und schmeiß ich das ganze Projekt /Erzählungsbuch mit Illustrationen/ weg. Dauerte 5 Minuten was ich hier geschrieben hatte, wirklich. Stoff habe ich für 100 Erzählungen, leider fehlt mir das literarischen /Sprachlichen/ Talent dazu, na und in deutsche Sprache kann ich das ganze vergessen.
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Gerdi
antwortete am 15.03.07 (08:43):
"Ab- und Umgeschriebenes" - ein Fragment -
O den Morgen erlebte ich noch -, das Hellwerden draußen ... Bis sie sagten, ich sei krepiert. Und wie das Zeug von nebenan weggeschafft werden soll, müßten sie sich keine Sorge machen. Es ist schon in Ordnung. Und sie stießen meine Leiche mit dem Besen noch ein großes Stück seitwärts. Mein brauner Bauch war von bogenförmigen Versteifungen nun nicht mehr geteilt. ‚Wie wäre es, wenn ich noch ein wenig weiterschliefe und alle Narrheiten vergäße’, dachte ich zu denken, aber das war nun gänzlich nicht mehr durchführbar.
Ich sah vielleicht zur Weckuhr hinüber, die auf dem Kasten tickte. ‚Himmlischer Vater!’, dachte ich zu denken. Es war halb sieben Uhr, und die Zeiger gingen ruhig vorwärts, es war sogar halb vorüber, es näherte sich schon dreiviertel. Im Nebenzimmer rechts begann die Schwester zu schluchzen. Von draußen war jemand hereingekommen. Er rief durch die geschlossene Tür: ‚Ich spreche hier im Namen Ihrer Eltern und Ihres Chefs und bitte Sie ganz ernsthaft um eine augenblickliche, deutliche Erklärung.’ Gewiß würde er gleich mit dem Krankenkassenarzt kommen, würde den Eltern wegen des faulen(den) Sohnes Vorwürfe machen und alle Einwände durch den Hinweis auf den Krankenkassenarzt abschneiden, für den es ja überhaupt nur ganz gesunde, aber arbeitsscheue Menschen gibt. Und hätte er übrigens so ganz unrecht? Hier jedenfalls ja. Ich war ja krepiert. Der von draußen Fragende mußte gehalten, beruhigt, überzeugt und schließlich gewonnen werden. Die Zukunft meiner Familie hing doch davon ab! ‚ Das war eine Tierstimme’, sagte der, aber gehört haben konnte er gar nichts.
Ich war nun ganz ruhig in meinem toten Zustand. Man verstand meine Worte nicht mehr, aber immerhin glaubte man nun schon daran, daß es mit mir nicht ganz in Ordnung war, und war bereit, mir zu helfen. Die Zuversicht und Sicherheit, mit welchen die ersten Anordnungen getroffen worden waren, taten mir wohl. Ich fühlte mich trotz meines toten Zustandes wieder einbezogen in den menschlichen Kreis und erhoffte von denen draußen großartige und überraschende Leistungen.
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Enigma
antwortete am 15.03.07 (08:56):
Gerdi,
ist das ein "Gerdi-Kafka-Mix"?? Jedenfalls gut!
Grüße Enigma
PS Auch bei der Geschichte von Elfenbein habe ich eine Vermutung, traue mich aber noch nicht, die zu äußern, weil sie auch ganz falsch sein könnte... :-((
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claudiawien
antwortete am 15.03.07 (09:24):
Ha, das sind tolle Texte! Und ein tolles Thema.
Ja, meins war sozusagen "Thomas Mann - ein Tagebucheintrag", weil ich vor ca. zehn Jahren süchtig nach der Lektüre seiner Tagebücher war.
Jetzt ist mir noch ein Beitrag zur Stilübung eingefallen - den schreib ich abends. :-)
Begeisterte Grüße!
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Gerdi
antwortete am 15.03.07 (09:52):
"Enigma antwortete am 15.03.07 (08:56): Gerdi, ist das ein "Gerdi-Kafka-Mix"??"
Na sicher, Enigma, aber woher?
Ich liebe Kafka ..., und ich finde außerdem die Idee zu diesem Thread ganz begeisternd :-) Glückwunsch!
Ich werde - sobald Zeit - einmal einen "Gerdi-Text à la (oder "aux"??) Kafka" schreiben, in dem ich von ihm selber nichts übernehme :-)
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Gerdi
antwortete am 15.03.07 (09:54):
Sorry, Elfenbein ..., ich meinte natürlich: Glückwunsch an Dich :-)
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Enigma
antwortete am 15.03.07 (10:00):
hallo Gerdi,
ich bin fast sicher, dass Du Dich an der "Verwandlung" orientiert hast?!
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Gerdi
antwortete am 15.03.07 (10:47):
*lach*, Enigma, Du darfst g a n z sicher sein!
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Gerdi
antwortete am 15.03.07 (10:50):
Stil-Übung
Nach einigem Zaudern lehnte sie sich errötend an die breite Brust des Mannes, um der innigen Sprache seines klopfenden Herzens zu lauschen. „So muß es sein,“ dachte der Mann beglückt - und sah hinab auf ihr blondgelocktes Köpfchen, „so soll immer die Geliebte an Größe die Gegend des Herzens beim Liebenden erreichen können.“
Aber er wünschte sich nichts sehnlicher, als in ihr Gesichtchen sehen zu können – mit dem Kirsch-Mündchen und den Grübchen in den samtenen Wangen, den weichen Wimpern über seelenvollen Augen und dem zarten Näschen. Und so versuchte er, ihr feines Kinn zu heben und ihren Kopf sanft in die Richtung seiner sehnsüchtigen Blicke zu drehen. Als es nicht gelang, umfaßte er mit starken, dennoch zart sich gebenden Händen ihre schmale Taille und hob sie auf den Sockel eines steinernen Cupido, der in der Morgensonne weiß glänzte und seinen Liebes-Pfeil wie zufällig auf das schöne Paar richtete. Nicht genug: in Demut kniete der Mann nun auch noch vor dem Mädchen nieder und beschwor sie – ihr ins Antlitz blickend - wortlos, doch nicht minder heftig, die Seine zu werden.
Und wenn sie nicht gestorben sind, stehen sie auf diese entzückende Weise auch heute noch dort.
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Enigma
antwortete am 15.03.07 (11:06):
...oder sie sitzen, inzwischen alt und grau geworden, auf dem Sofa, zänkeln etwas und zappen mit der Fernbedienung durch das FS-Programm..... ;-)))
Hedwig Courths-Mahler&Co lassen grüßen......??
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Gerdi
antwortete am 15.03.07 (11:28):
:-)))))) Du sagst es! Hierbei ist allerdings nichts abgeschrieben.
Nur: als Hedwig starb, gab's da schon die Fernbedienung? :-))))))))
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Enigma
antwortete am 15.03.07 (12:39):
...das ist doch dichterische Freiheit, Gerdi!:-))
Jetzt eine neue Finger...äh..Schreibübung:
...der kleine Tiger Julius verlebte eine glückliche Kindheit, obwohl seine Mutter bei seiner Geburt am Kindbettfieber gestorben war. Aber glücklicherweise geriet er an einen vorüberziehende Ziegenherde, die auf dem Wege nach Indien war, und wurde von einer Ziegenmama als ihr Kind angenommen. Sie hegte und pflegte ihn und hielt ihn wie ihre eigene Tochter Eulalia. Die Leidenschaft der Ziegenmama war die Erziehung, und so wurde Julius ein guter Junge - es gab nie Klagen über ihn. Er spielte hingebungsvoll mit Eulalia und ihren Freundinnen und vergaß im Laufe der Jahre immer mehr, dass er ein Tiger war.
Bis eine Begebenheit ihn aus seinen glücklichen Ziegenbockträumen riss!
Seine Schwester Eulalia stand plötzlich einem ausgewachsenen, riesigen Tiger gegenüber und wäre bestimmt verloren gewesen, wenn nicht in diesem Augenblick Julius, ein Blumenkränzchen in der Mähne und ein Sträußchen Veilchen hinter dem Ohr, mit lautschmetterndem “Mäh..mäh” im Galopp vorbeigeschossen wäre. Der alte Tiger stand wie zur Salzsäule erstarrt und konnte nicht fassen, was er da sah.......
Ihr könnt sicher auch nicht fassen, was Ihr da lest.!
Bei unseren Übungen habe ich ein altes Taschenbuch wiedergefunden, das ich früher einmal gelesen, dann aber fast vergessen hatte. Es sind seltsame Geschichten, witzig und auch etwas boshaft-ironisch, aber auch charmant.
Da der Autor heute möglicherweise nicht mehr so bekannt ist, zitiere ich zunächst mal nur, was Ludwig Thoma in einer Redaktionsbesprechung des “Simplicissimus” über ihn gesagt hat: “Wahnsinnig? Vielleicht!... Aber ein Genie!”
Wenn Ihr nicht drauf kommt, stelle ich einen Link ein, der zu der für mich bezaubernden Originalgeschichte führt, denn die gibt es auch “im Netz”, wie ich festgestellt habe.
Bin jetzt mal weg.! Bis dann......... und “...dann schreibt mal schön”.....:-)))
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Gerdi
antwortete am 15.03.07 (14:51):
"Dichterische Freiheit"
Und Hedwig nahm die Fernbedienung, drückte den Knopf mit der Aufschrift "anno" und versetzte sich in die herrlichen Zeiten, als es noch weder Telefon, Fernsehen oder Internet gab. Foren allerdings -, die konnte man schon damals besuchen. Sie fanden statt in hängenden Gärten oder unter den gespreizten Beinen des Koloss von Rhodos, und bunte Vögel kredenzten süße Limonaden. Das Ereignis von Babylon hatte es zu dieser Zeit bereits gegeben. Und so sprach jeder Anwesende in einer anderen Sprache zu den Umsitzenden, von denen einer wie der andere so tat, als wenn er alles verstünde, und freundlich lächelte. Streitereien gab es in diesen Foren nicht.
Dann erwachte Hewig wieder aus dem Trip in die Vorzeit und wünschte sich von allen Dingen dieser Welt am meisten die Erfüllung jenes letzten Satzes, wenn sie morgen wieder einmal den ST betreten würde.
:-)))))
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dutchweepee
antwortete am 15.03.07 (16:52):
irgendwie scheine ich das thema nicht verstanden zu haben. ich nahm an, das man die geschichte von ELFENBEIN aufgreifen soll und im stil anderer autoren nacherzählen.
wenn dem nicht so ist, erklärt mir bitte, was mit "stilübung" gemeint ist?
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eleonore
antwortete am 15.03.07 (17:22):
das habe ich auch gedacht, dutchi.
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Gerdi
antwortete am 15.03.07 (18:43):
Was mich betrifft:
am 15.03.07 (08:43) übte ich mich im Stil von Franz Kafka, am 15.03.07 (10:50) übte ich mich im Stil von Hedwig Courths-Mahler.
Daß ich damit das Thema in der Überschrift dieses Threads ("Stil-Übung"), verfehlt ("nicht verstanden") habe, tut mir wirklich außerordentlich leid :-((.
Entschuldige bitte, Elfenbein! Wo Begreifen-Können nicht vorhanden ist, kann man es halt nicht erzwingen. Aber ich werde hier bestimmt nicht mehr stören.
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Enigma
antwortete am 15.03.07 (21:06):
Hallo, meine Lieben,
ich sehe das so, dass Elfenbein zwar eine Vorgabe gemacht hat, die aber keine zwingende Vorschrift sein sollte, sondern eher beispielhaft gemeint war. Was spricht dagegen, wenn wir andere literarische Vorbilder auswählen und versuchen, deren Stil zu erfassen und wiederzugeben? Aber Elfenbein mag selbst entscheiden, wie die vorgeschlagene Übung aussehen sollte!
Lieber dutchweepee, so eng hast Du Dich mit Deinem Text doch auch nicht an die vorgegebene kleine Geschichte gehalten - oder sehe ich das so falsch? Und doch ist Deine Geschichte so gut gelungen! Wirklich wichtig ist doch nur die Freude an der Sprache und das Erfassen der jeweiligen Besonderheiten.
Und: Gerdi, Du hast so viel Fantasie und intelligentes Einfühlungsvermögen bewiesen, jedenfalls für meinen Geschmack,dass ich Dich doch bitten möchte, hier weiter mitzumachen. Mir haben jedenfalls Deine Beiträge Freude gemacht, wie andere auch! Also, erhalten wir uns doch unsere Freude am "Spiel mit dem Stil"! Wenn Ihr nicht einverstanden seid, gebt mir ruhig eines auf die Mütze.... ;-))
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dutchweepee
antwortete am 15.03.07 (21:18):
ich wollte doch auch garnicht "maulen" - ich habe nur in anderen geschichten so garnichts vom ausgangsthema gefunden, darum fragte ich.
ich habe jede eurer geschichten mit spass gelesen und denke, wir sollten das öfter probieren. vielleicht auch mit strengeren regeln - dann wirds interessanter *lach*.
an der HfBK haben wir bis zum abko.... grafische stilübungen machen müssen. "malen sie diesen traktor, wie gaugin es getan hätte" usw. - warum nichtmal ´nen traktor BESCHREIBEN, wie es thomas mann getan hätte, oder shakespeare?
die stilübung war ne tolle idee ELFENBEIN!
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Enigma
antwortete am 15.03.07 (21:32):
Nee, habe ich auch überhaupt nicht als "maulen" verstanden, dutchweepee. Und feste Vorgaben haben ja auch was für sich, denn wahrscheinlich schärfen sie den Blick oder die Feder, weil man sich dann zwangsläufig mehr damit befassen muss.
Aber vielleicht sollten die Vorgaben mal wechseln, darüber könnten wir uns ja verständigen. Ja - und genau so ging es mir: Ich habe jede Geschichte auf ihre Art genossen... Also, weiter im Text, in voller Besetzung! ;-))
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Enigma
antwortete am 15.03.07 (21:59):
Ich gebe jetzt mal das "Original", nämlich den "kleinen Löwen Alois" zu dem von mir als Plagiat ins Leben gerufenen "kleinen Tiger Julius" als Internet-Tipp ein! Die Originalgeschichte finde ich wirklich fantasievoll und witzig.
@dutchweepee Wo kann man denn mal von Dir "Gauguin and friends" bewundern? Hast Du da was parat (per Internet oder so....)?
Internet-Tipp: http://gutenberg.spiegel.de/meyrink/wunderho/alois.htm
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nasti
antwortete am 15.03.07 (23:08):
Johannes stieg in Wagon Nm. 323, sein Sitzplatz wie gewöhnlich war mit eine ältere Blondine besetz, nur ein Blick auf die Aufgedünstete Dame genügte Ihm Sie einschätzen. Sie guckte Ihm mit unschuldige und gleichzeitig Schuld tragende Augen an, er wüsste es sofort: „Schon wieder habe ich mit eine Masochistin zu tun, Sie möchte bestraft werden, nein und nein, suchte sich lieber ein anderen platz, wo direkt neben Ihm saß eine sich selbst liebende Philautia, gegenüber mit zulächelnden Augen, Beifallkaltschänden Händen die schmeichelnde Kolakia. Und schau her, in rechte Abteillung waren alle Plätze mit Damen besetzt, da saß die arbeitscheuende Misoponia, neben Ihr eine vollüstige Edone, und bei der Fenster die wahnsinnige Anonia. Alle betagte Damen. Sein Blick fiel weiter, wo herzenslustig lachten ganz jugendliche Studenten, sein Gehirn mit 180 IQ sagte sofort: „ es gibt nicht liebenswürdige als die Jugend, nicht abscheulicheres als das Alter. Warum zeigt sich Bacchus immer als ein blondhaariger Jüngling?... der sich freut, wenn man ihn mit Äffereien und drollichten Scherzen verehrt, der sich nicht ärgert, wenn man ihn einen Stocknarren nennt.“
Mein Liebling Autor...........xy.
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Gerdi
antwortete am 16.03.07 (04:45):
Enigma, dutchweepee und eleonore haben mit ihrer Kritik doch recht: ich bin einfach zu doof, um zu begreifen, daß dieses 'sich sich nur an die Überschrift eines Threads halten' meinerseits ein großer Fehler war.
Ich bin andererseits auch einfach unfähig, den von Elfenbein im Eingangsbeitrag vorgegebenen Mini-Text zu kapieren und à la großes Vorbild umzuschreiben.
Denen, die da keine Schwierigkeiten haben, wie zum Beispiel hiervor auch nasti, wünsche ich weiterhin gutes Gelingen!
Um schreiben zu dürfen, was und wie i c h möchte, müßte ich wohl einen eigenen Thread eröffnen. Dennoch: auch dort wäre mir Kritik einzelner - nicht unbedingt nur an Texten, aber eben an der Vorgehensweise - vorprogrammiert. Da vergeht einem der Spaß an der Freude :-))
Insofern also gibt es den angekündigten "Kafka à la Gerdie" hier besser doch nicht.
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eleonore
antwortete am 16.03.07 (06:16):
ich wollte auch nicht kritisieren, sondern dachte auch wie dutch, den anfangs text in ein anderen stil umzusetzen. schreiben ist was feines, finde ich.
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Gerdi
antwortete am 16.03.07 (07:12):
Oh -, geht schon in Ordnung.
Bei all meinen - an anderen Stellen - oft kritischen Bemerkungen bemühe ich mich jedoch anzuerkennen - vielleicht ja nicht immer ganz neidlos –, wenn jemand es besser kann als ich.
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Elfenbein
antwortete am 16.03.07 (08:03):
Der von mir ausgewählte und leicht verfremdete Text war Kafkas Parabel "Vor dem Gesetz". Er stammt aus dem Roman "Der Prozess"; Kafka hat ihn aber schon selber als Einzeltext veröffentlicht und vorgetragen.
Er hat viele Deutungen gefunden und gilt das "Erz"-Text der Moderne, der religiöse und machtpolitische Zwangshandlungen als Unrecht aufdecken kann.
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Insofern finde ich es normal, dass auch andere spontane Erzählmotive versucht wurden; wer will da als Ersatz-Master Beiß- oder Ordnungsübungen veranstalten...?
Wir sind hier bei diesem Thema keine Zwangsklasse, in der ein selbst ernannter Detektiv aufpassen muss.
Internet-Tipp: http://de.wikipedia.org/wiki/Vor_dem_Gesetz
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Enigma
antwortete am 16.03.07 (09:03):
@Elfenbein Danke für die klare Stellungnahme!
@nasti Meinst Du den von Dir an anderer Stelle zitierten Erasmus von Rotterdam, den Du da mitten in die "Damenriege" gesetzt hast?? :-))
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nasti
antwortete am 16.03.07 (10:25):
Guten Morgen Enigma!
Ja, Erasmus habe ich gedacht. Bin sehr beinflußt mit seine Lebens Anschauung, er ist der modernste Schriftsteller jede Zeiten. Und Kishon war sein „Lehrling“, beide haben seine hohe IQ noch mit Major System /Gedächtnis Training/ verstärkt, und beide stark in Kopf und schwach in Fleisch.
Hi gerdi,
ob jemandem hier ist so einfach gegönnt nur so spielerisch schreiben? Aus Lust und Laune? Meine ich nur einige hier. :O))))
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nasti
antwortete am 16.03.07 (10:44):
Deine Nahahmung der Kafka war genial. Fast alle Werke von Kafka habe ich gelesen, und in tschechische Sprache, das verstehe ich besser. Jetzt werde ich mir in deutsche Sprache die Bücher bestellen, klingt bisschen anders wie in tschechische Sprache.
Ich lese schon mehr als 20 Jahre lang nur Erzählungen, meine Begeisterung für kurze Erzählungen kennt keine Grenze. Der beste von beste ist aus meinem Sicht O Henry, er geht sofort zur Sache, und Aktion nach Aktion, lebendig und seine Menschen Beschreibungen sind wie beim Dostojewskij nur mit einem Humor, und nicht so tragisch wie beim Dostojewskij.
Die Erzählungen, wo ein Schriftsteller beschreibt seine eigene Emotionen und stellt sich so positiv in Licht beeindrucken mich weniger.
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nasti
antwortete am 16.03.07 (10:48):
Padon, an Gerdi war gedacht.
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Enigma
antwortete am 16.03.07 (11:09):
Hallo nasti,
ich mag ihn auch sehr gerne, den O`Henry. Wenn Du Lust hast, kannst Du ja mal über den Internet-Tipp gucken, was Tucholsky über eine seiner Geschichten geschrieben hat. :-)
Internet-Tipp: http://www.textlog.de/tucholsky-o-henry-bluff.html
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nasti
antwortete am 16.03.07 (12:15):
Hi Enigma,
danke, und schon wieder muss ich Tucholsky bestellen, gestern habe ich schon 3 Bücher bestellt, heute werde ich wieder so 5 bestellen, / ganz andere/ meine Regale werden langsam brechen. Leider kenne ich Tucholsky sehr wenig, hatte ich immer vor Ihm lesen, kannst du mir empfehlen etwas von Ihm wenn du zeit hast? Von O Henry lerne ich deutsch, wie ich hier lese die Übersetzungen sind nicht gerade die beste, trotzdem gefallen mir sehr gut seine Erzählungen, besser wie Übersetzungen in slowakische Sprache, habe ich noch von die Zeiten die Bücher hier, wann ich noch gar kein Wort in deutsche Sprache verstand. /Vor 20 Jahren./ Ein enorme Unterschied wirklich, die slowakische Übersetzer haben sich wenig Mühe damit gemacht. Wie das in englisch klingt werde ich nie erfahren können leider, kann ich englisch nicht.
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Gerdi
antwortete am 16.03.07 (12:17):
nasti, wer „Kafka à la Gerdi“ (mein Beitrag oben) nicht lesen will, der dann doch erst recht nicht „Gerdi à la Kafka“ *amüsier*
Das kann man doch verstehen. Und es macht rein überhaupt nichts aus -, sooo wichtig wäre es wirklich nicht :-)
Was meine eigene Lese-Wut angeht, so komme ich neben meinem Lieblings-Themen "Hirnforschung", "Bewußtsein", "Bipolar" und "Schamanismus" leider zu nichts anderem mehr. Hinke also mit meinen Literatur-Kenntnissen inzwischen stark hinter Euch her.
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Elfenbein
antwortete am 16.03.07 (12:22):
Danke für die Texte, die Stile - die netten Bemerkungen!
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Marina
antwortete am 16.03.07 (13:02):
Leute, was seid ihr alle fleißig, ich bin schwer beeindruckt von den Werken und dem Fleiß und auch von den Ratekünsten. Und lasst doch den blöden Zoff, der Anfang war so erfreulich, dass es schade wäre, wenn alles wieder in den üblichen Streitigkeiten versickern würde. Ich mache vielleicht auch noch was, aber jetzt muss ich erst nochmal wandern gehen bei dem (noch) schönen Wetter, danach bin ich den ganzen Abend weg, morgen auch meistens. D. h., vielleicht erst übermorgen oder so. Aber es eilt ja sicher nicht.
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