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Kunst, Literatur & Kultur
THEMA: Stilübung: Im Café.
Bisher 19 Antworten.
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Elfenbein
begann die Diskussion am 16.03.07 (12:22) :
Stilübung - Fortsetzung:
Dieser Erzählanfang hat wieder eine Originalvorlage, die ich nur wenig verändert habe…
Vor meinem Café, fast schon fünf! Ich blick durch die großen Fenster. Ein junger Mann vor einem Eiscafé. Liest in einem Buch. Neben ihm sitzt ein Pärchen; "Paar im mittleren Alter, arriviert", nennt es sich vielleicht. Träge gähnend, dann blinzelnd: ein wollig weißer Hund unter ihrem Tisch. „Gestatten, Hirtenhund, freundlich zu Schafen!“ Woher...? Von welchen Triften? Das sagt er mir nicht.
Und da – mein Lieblingskellner, lehnt am Tresen. Na, hat er zu wenig zu tun? Ansonsten ist das Café leer, untypisch für "um fünf". Sich dazu setzen? Was hätten die da drinnen wohl zu erzählen, wenn ich ihre Gedanken lesen könnte?
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nasti
antwortete am 16.03.07 (13:19):
Bestimmt ist der Schriftsteller nicht der berühmte ungarische Satiriker „Karinthy Frigyes“, er schrieb fast alle seine Werke in Cafes. Weiß ich nicht, ob er in deutsche Sprache ist übersetzt worden, sonnst könnte ich vermuten das du Ihm zitiert hattest.
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eleonore
antwortete am 16.03.07 (13:36):
Moderne ungarische Erzählungen Auswahl und Übersetzung von Christina Kunze Erzählungen von Frigyes Karinthy, Ernö Szép, Lajos Nagy, Lajos Kassák, Imre Sarkadi, Tibor Déry, István Örkény, Erzsébet Galgóczi, Miklós Mészöly, Sándor Tar, Miklós Szentkuthy, Áron Tamási, und zwar nebeneinander in ungarischer und deutscher Sprache.
Klappentext (Auszug): Für Kenner und Freunde Ungarns ist es ein schönes kleines Lesebuch. Für diejenigen, die von Ungarn noch nichts oder fast nichts wissen, ist es eine interessante literarische Kunde, auch: ein Blick ins Herz der Nation... Deutscher Taschenbuch Verlag, 1999
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Gerdi
antwortete am 16.03.07 (13:38):
Na ja ..., die einzige mit Stil und Übung ist und bleibt wohl Elfenbein.
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Gerdi
antwortete am 16.03.07 (15:09):
Falls das aber jemand wieder einmal (absichtlich/unabsichtlich) mißverstehen möchte: ich meine damit: Elfenbein h a t "Stil und Übung".
Viele andere können nicht einmal nachmachen, was sie vormacht -, sondern quatschen einfach nur querfeldein. (Ich leider auch.)
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kropka
antwortete am 16.03.07 (15:41):
Hier stirbt alles So nett so adrett Fühlt sich wohlig Behaglich Und ich (Verzeihen Sie Herr Marx) Sitz hier fühl mit Und kann nicht Anders Beim Flamenco Bitterm Kaffee Und coolem Jazz Im Jenseits jenseits Lichtjahre weit Paar Straßen weiter Ach Mein heimliches Diesseits
(Juli 1989)
Peter Will Café Jenseits Heinrichplatz
http://www.lyrikwelt.de/autoren/will.htm
Warum du "leider auch", Gerdi? Schreib doch was zur Thema! Du kannst es, wenn du willst, du bist gut!.. Ich weiß es. (Verzeihen Sie Herr Elfenbein)
Internet-Tipp: http://www.lyrikwelt.de/autoren/will.htm
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dutchweepee
antwortete am 16.03.07 (16:05):
GERDI ...ohne beleidigungen geht´s nicht?
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eleonore
antwortete am 16.03.07 (16:11):
ich bitte untertänigst um nachsicht, dass ich was reingestellt habe, was ungarische autoren in deutsche sprache betrifft. wie konnte ich nur?
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Enigma
antwortete am 16.03.07 (16:24):
..."Was hätten die da drin wohl zu erzählen, wenn ich ihre Gdanken lesen könnte?" (Elfenbein)
Vielleicht nichts? Vielleicht ist es so:
"Sachliche Romanze
Als sie einander acht Jahre kannten (und man darf sagen: sie kannten sich gut), kam ihre Liebe plötzlich abhanden. Wie andern Leuten ein Stock oder Hut.
Sie waren traurig, betrugen sich heiter, versuchten Küsse, als ob nichts sei, und sahen sich an und wußten nicht weiter. Da weinte sie schließlich. Und er stand dabei.
Vom Fenster aus konnte man Schiffen winken. Er sagte, es wäre schon Viertel nach Vier und Zeit, irgendwo Kaffee zu trinken. Nebenan übte ein Mensch Klavier.
Sie gingen ins kleinste Café am Ort und rührten in ihren Tassen. Am Abend saßen sie immer noch dort. Sie saßen allein, und sie sprachen kein Wort und konnten es einfach nicht fassen."
Erich Kästner Aus: Gedichte Reclam-Verlag
Morgen kommt auch was Eigenes von mir. Heute bin ich leider weg! Macht`s gut und vertragt Euch! :-)
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Medea.
antwortete am 16.03.07 (17:54):
Fortsetzung: Im Café
"Sich dazu setzen? Was hätten die da drinnen wohl zu erzählen, wenn ich ihre Gedanken lesen könnte?"
Egal, ich werde hineingehen. Ich werde mich nicht an ihren Tisch setzen, das wäre gegen die Höflichkeit. Die beiden scheinen auch allein bleiben zu wollen. Ob sie verheiratet sind? Ich merke, ich beginne mich für sie zu interessieren. Plötzlich scheint es mir wichtig, in ihrer Nähe zu sein, die Stimmung zu spüren, die die beiden umgibt. Der junge Mann hat inzwischen gezahlt und verläßt das Café. Ich gebe mir einen Ruck und betrete den Raum. Der Kellner nickt mir freundlich zu. Ich tauche ein in die Atmosphäre des Cafés und wähle den Nebentisch. Ob ich einige Gesprächsfetzen werde auffangen können? Doch die beiden bleiben stumm.
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Gerdi
antwortete am 16.03.07 (18:00):
"dutchweepee antwortete am 16.03.07 (16:05): GERDI ...ohne beleidigungen geht´s nicht?" "eleonore antwortete am 16.03.07 (16:11): ich bitte untertänigst um nachsicht, dass ich was reingestellt habe was ungarische autoren in deutsche sprache betrifft. wie konnte ich nur?"
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"Die zwei", wieder einmal im Jagd-Eifer vereint. Aber doch seltsam, daß sie sich immer angesprochen fühlen.
Stil-Übung polnisch-deutsch: "is wol nur vorgesobenes grunt su priegeln " :-)))
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Gerdi
antwortete am 16.03.07 (18:27):
Latte Macchiato - mein café créativ Ciabatta im Arm ich auf Steinstufen schlief
zwei gingen vorüber sprachlos – umschlungen ihre Lieder hatten sie gestern gesungen
im café nah am Tiber in trunkener Nacht sah ich sie wieder hab doch nicht gelacht
sieh drüben, sieh drüben die Engelsburg stöhnt auf Brücken zu lieben ist heute verpönt
geht zur Fontana inmitten der Stadt dort gibt’s ein Café das Platz für euch hat
(16. März 2007)
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Enigma
antwortete am 17.03.07 (08:50):
Und noch eine Version:
An irgendeinem Tag, gegen fünf...
Im Café:
Mario hat unseren Tisch reserviert, wie immer. Er lehnt am Tresen, wirkt etwas abgelenkt - aber gleich wird er kommen und unsere Bestellung aufnehmen. Die wird auch ausfallen wie immer: Anna bleibt bei ihrem Capuccino (mit aufgeschäumter Milch bitte...), Schokolade für mich und Sissi begnügt sich mit Wasser, so, als ob sie Angst hätte, ihr wollig-weißes Fell mit irgendwas anderem zu beflecken.
Unsere Hundedame ist zweifellos eitel. Aber Anna hat sich heute auch geschmückt, ganz edel in Grau! Das steht ihr, hat Stil, lässt ihr Gesicht aber etwas verschwommen-undeutlich erscheinen. In letzter Zeit habe ich ohnehin Probleme damit, ihr Gesicht ganz deutlich zu erkennen. Ich muss mal zum Augenarzt, vielleicht reicht die Brille nicht mehr! Aber bei Anna muss ich nicht hinsehen - nach 30 Jahren kenne ich ohnehin jeden Ausdruck, ihr Stirnrunzeln, wenn sie mir mal wieder was nicht abnimmt, das leichte Kräuseln ihrer Lippen, wenn sie sich über irgendwas lustig macht.....
Mario steht vor unserem Tisch, fragt - mir zugewandt - “Wie immer?” Ich nicke, nur ganz leicht verstimmt, weil er sich in letzter Zeit angewöhnt hat, Anna überhaupt nicht mehr zu fragen. Aber sie ist auch so schweigsam geworden, redet nicht mehr viel, sitzt und beobachtet nur! Und Sissi gibt auch keinen Mucks von sich, so als ob sie weibliche Solidarität üben will. Na ja, kein Wunder, sie war immer mehr Annas Hund....... Aber trotzdem, es ist schön, dass wir hier zusammen sitzen, zusammen etwas sehen, erleben. Zu Hause ist es doch manchmal etwas einsam. Heute ist es auch ruhig hier, etwas untypisch für diese Zeit so gegen fünf Uhr. Im Moment ist nur der junge Mann hier, liest in einem Buch. Anna und er haben sich früher schon mal unterhalten; er erinnerte sie an Rolf, sagte sie immer zu mir, an Rolf, der 500 km von hier entfernt lebt und uns nur noch an hohen Festtagen besuchen kann...
Aber heute, als der junge Mann kurz von seinem Buch aufsieht, schenkt Anna ihm ein volles Lächeln, erst ihm und dann auch mir. Und der junge Mann, der in unsere Richtung sieht, nickt freundlich-unsicher und wendet sich wieder seinem Buch zu. Gleich wird Mario kommen mit der Rechnung und der ewig-gleichen Frage, ob er das Taxi bestellen soll und ob wir morgen.....? Natürlich kommen wir wieder, morgen, wie jeden Tag, gegen fünf Uhr... Das ist Teil unseres Lebens geworden, Hauptbestandteil unseres gemeinsamen Lebens! Zu Hause werden wir noch etwas fernsehen und dann zu Bett gehen..... Dann ist wieder ein Tag um!
Und morgen, morgen werden wir wieder hier sein!
Vor dem Café: Betrachter /guckt durch die Fenster).
Leer ist es heute da? Woran mag das liegen? Der Kellner entspannt etwas, in Warteposition.... Der junge Mann liest sein Buch...Was der wohl immer so liest? Oder lernt er für eine Prüfung? Der Herr in den Fünfzigern am Tisch daneben scheint etwas in Gedanken zu sein. Er wollte mir mal seine Geschichte erzählen, aber heute nicht.... Heute bin ich etwas in Eile!
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Elfenbein
antwortete am 18.03.07 (11:18):
Danke fürs Mitspielen!!!
Das Original ist eine eigenartig wunderschöne Geschichte von Axel Hacke, die man hier lesen kann; man muss vielleicht sich bei der SZ anmelden (umsonst!).
Internet-Tipp: http://kurzlink.seniorentreff.de/4jFdYqd1T
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nasti
antwortete am 18.03.07 (11:51):
Hi Elfenbein!
Wäre hier nicht möglich kurze Geschichte nur so, ohne Nachahmen hier veröffentlichen und zu eine Diskussion stellen? Meine ich eigene Produktion in kurzer Form. Nach meiner Meinung nach wäre das interessant.
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Gerdi
antwortete am 18.03.07 (12:55):
nasti, sorry, daß die "menschenverachtende Gerdi" (wie ich eben lesen konnte) Dir hier antwortet:
früher hat das, was Du ansprichst, hl (Heidi) sehr schön dirigiert. Sie eröffnete immer wieder Threads mit dem Titel "Eigene Gedichte" oder "Eigene Texte" -, und in diese Threads durften nur Werke "aus eigener Feder" gesetzt werden.
Wie wär's - falls hl das hier nicht liest und wieder einspringt -, wenn Du einen solchen Thread eröffnetest?
Fände ich auch gut :-)
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nasti
antwortete am 19.03.07 (11:46):
Hallo Gerdi,
bin kein organisatorische Typ, außerdem wegen meine schwache Deutsch wage mich dazu nicht. So live lehne ich alle Funktionen und alle damit verbundene Arbeit und Verantwortungten ab, macht mir kein Spaß. Lasse ich die andere arbeiten.
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kropka
antwortete am 19.03.07 (11:58):
Gerdi,
Ich weiß zwar nicht wer dich... und warum du Gerdi eine "menschenverachtende Gerdi" (wie ich eben lesen konnte)" sein solltest/genannt wurdest .. aberrr erkläre du mir bitte diese deine Sch-Stil-Übung polnisch-deutsch - Gerdi antwortete am 16.03.07 (18:00). Was ist "polnisch" und was "gerdisch"??? Übrigens: dein Gedicht vom 16.03.07 (18:27) große Klasse!! Elfenbein, danke für Hacke!
Axel Hacke lese ich sehr gerne, seit gestern das neue von Hacke/Sowa: "Der weiße Neger Wumbaba kehrt zurück" "Herrlich! Zum Lesen, Vorlesen und Tränen Lachen." (Berliner Zeitung) http://www2.txt.de/cgi-bin/WebObjects/TXTSVKunstmann
http://www.br-online.de/bayern3/comedy/axel-hacke/artikel/index/
Internet-Tipp: http://www.axelhacke.de/
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Gerdi
antwortete am 19.03.07 (15:34):
Hallo kropka, na ja, das mit dem "polnisch-deutsch" ist nicht so ganz ernst zu nehmen - und dennoch aus bitterem Ernst entstanden:
ich wollte nicht wieder jemandem "menschenverachtend" auf die Füße treten, indem der Eindruck entstehen könnte, mein dort formuliertes gebrochenes Radebrechen soll die hier teilnehmenden woanders Geborenen (insbesondere Ungarn und Tschechien) nachäffen und kränken.
Das Traurige ist nur: auch wenn man sich jedes Wort genau überlegt, wird es von manchen dann doch mißdeutet oder als fragwürdig bezeichnet. Und so hat man inzwischen schon erhebliche Bedenken, gelegentlich sogar noch ein "Eigen-Produkt" einzustellen.
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Gerdi
antwortete am 19.03.07 (15:38):
nasti, ich habe es - entgegen guter Vorsätze - nun doch noch einmal gewagt, einen Thread zu eröffnen, in den wir Eigenes schreiben können. Siehe Link.
Internet-Tipp: http://www.seniorentreff.de/diskussion/threads4/thread1554.php
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