THEMA: Was begeistert uns eigentlich so an der Silvesterknallerei?.
Bisher 14 Antworten.
Arno_Gebauer
begann die Diskussion am 01.01.07 (10:46) :
Hallo, Forumsbeteiligte,
die Silvesterknallerei ist vorbei und die Reste liegen verteilt in den Gärten, auf den Straßen und Plätzen. Mir ist es ein Rätsel, warum die Silvesterknallerei mit soviel Hingabe und Ausdauer durchgeführt wird. Ich selbst hasse Lärm. Wo liegt die Ursache?
Viele Grüße Arno
pilli
antwortete am 01.01.07 (11:27):
ein gutes "neues" Arno
verbunden mit dem wunsch, zukünftig bissel weniger datt "wir" bzw. das "uns" zu nutzen? danke!
ich "hasse" lärm nicht :-) sondern mag es eher leiser und "verteilt" ist wenig im gärtchen...
drei angebrannte raketen und en paar papierschnitzel habe ich heute morgen aufgehoben...
eine gute gymnastik für die gelenke, während der kaffee kochte.
hautnah habe ich es knallen gesehen und gehört; aber es war nicht "ausdauernd" sondern dauerte gerade mal 20min.
erlebt und gesehen habe ich bei den jungen und alten nachbarn fröhliche lebensfreude...die guten wünsche flogen von zaun zu zaun und von fenster zu fenster, derweil die raketen den himmel über uns in bunte farben tauchten.
nun Arno :-)
vielleicht liegt die ursache darin begründet, dass auch das neue jahr nur gast ist...in 364 tagen wird es sich verabschieden und einen gast begrüssen manche leutz halt freudig und bissel laut? :-)
da ich den vorteil habe, hinter einer gut isolierten und lärmdämmenden glaswand nach draussen zu schauen, habe ich während eines telefonates einfach die glastüre geschlossen und leise war es!
ob dir diese stöpsel fü die ohren zukünftig hilfe leisten könnten, den lärm besser zu ertragen?
:-)
Karl
antwortete am 01.01.07 (13:14):
Für uns war die Silvesterknallerei der Nachbarschaft deshalb Stress hoch 3, weil unser Ludwig Hundt (Berner Sennhund) Panikattacken bekommt und wenn wir nicht immer auf Tuchfühlung sind, alle Tische und Fensterbänke leerräumt. Seltsamerweise versucht er immer nach oben zu entkommen. Als junger Hund ist neben ihm vor zwei Jahren in der Wiese einmal eine verfrühte Silvesterrakete aus der Nachbarschaft eingeschlagen und explodiert. Das Pfeifen und den Knall hat er wohl noch immer im Ohr. Zuletzt (gegen 11 Uhr) haben wir uns gestern in einen möblierten Kellerraum (Gästezimmer) verzogen. Das (von den Nachbarn abgewandte) Kellerfenster mit Kissen ausgepolster, die Türe mit Decken schallschluckend gestaltet, den Fernseher laut gestellt und trotzdem habe ich alle Kraft und meine Frau viel gutes Zureden bis etwa 1 Uhr 30 benötigt, um Ludwig zu beruhigen. Einige der "Einschläge" waren auch für uns direkt als Vibrationen des Fußbodens zu spüren.
Dieses "ganze Theater" fand statt, obwohl wir auf Anraten der Tierärztin Ludwig beginnend um 19 Uhr Sedativa ins Futter gemischt hatten. Diese wirken heute Morgen. Der arme Hund lag bis eben völlig apathisch rum, ist aber soeben wenigstens mal in den Garten gewankt und hat sogar die Rückkehr alleine geschafft.
Wenn ich mir vorstelle, wie verschreckt gestern nicht nur unser Hund, sondern auch andere Haus- und Wildtiere waren, dann kann ich dieser Knallerei, die ursprünglich der Vertreibung böser Geister galt, so gar keine Freude mehr abgewinnen.
Wir haben uns fest vorgenommen, uns nächstes Jahr irgendwo in den Bergen auf einen Einsiedlerhof einzumieten, denn ein Bauer wird kaum seine eigenen Tiere so verschrecken und Ruhe halten.
bongoline
antwortete am 01.01.07 (16:38):
Karl,
bei uns ist es leider so, daß die Gäste bereits ab Weihnachten ihre Raketen abschiessen und das zieht sich bis Dreikönig, wenn die große Abreisewelle beginnt.
Mein Bongo hat gezittert wie Espenlaub und sein Zufluchtsort war die Badewanne :-))) Das Bad ist der einzige innenliegende Raum und in der Zeit haben wir das Bad halt geteilt, untertags hab ich dort Rechte gehabt und des Nachts er.
Aber leider ist es mit Sylvester bei uns nicht getan, so alle 2 Wochen mal findet irgend eine Veranstaltung statt, zu deren Abschluss dann ein Feuerwerk abgebrannt wird. Ich bin da schon durch die Hölle gegangen und ich darf gar nicht laut sagen, was ich da manchem an den Hals gewünscht habe.
Wegen dem Einödbergbauernhof, da mach dir keine allzu großen Illussionen, diese Weihnachtsdomizile haben auch viele andere schon entdeckt, weil so urig.
hugo1
antwortete am 01.01.07 (18:19):
da hätte ich einen Vorschlag für Hundehalter. Hier an der Küste gibt es einige Fischerdörfer mit jeder Menge Reedtdachhäusern. Einige Kommunen sollen sogar Totalverbote für diese Knallerei ausgesprochen haben. So las ich gestern in der OZ u.a. Folgendes: Nahe reetgedeckter Häuser darf nicht geballert werden Bad Doberan Seitens des Amtes Doberan-Land wird auf ein Verbot des Abbrennens von Feuerwerkskörpern der Klasse II, das sind Raketen, Feuertöpfe, Knallkörper oder Schwärmer) am 31. Dezember und 1. Januar in einem Umkreis von 180 Metern von reetgedeckten Häusern aufmerksam gemacht. Verstöße können mit einer Geldbuße in Höhe von bis zu 5000 Euro geahndet werden. Pyrotechnische Gegenstände dürfen auch in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern sowie Kinder- und Seniorenheimen nicht gezündet werden. An den übrigen Tagen des Jahres ist das Abbrennen von Feuerwerkskörpern ohnehin verboten. Zumeist sind dies auch tolle Urlaubsregionen mit großzügigem Hundeauslauf Strandspaziergangsmöglichkeiten usw. Vielleicht sollte man sowas mal speziell andenken und einplanen.
Karl
antwortete am 01.01.07 (21:16):
Danke Hugo,
das wäre doch schon mal ein guter Vorschlag. Silvesterurlaub in Bad Doberan. Vielleicht organisieren wir ein Treffen der Hundefreunde im Seniorentreff?
nasti
antwortete am 02.01.07 (14:57):
Mich störrt die knallerei nicht. Eher gefiel mir, die Menschen zeigen deutlich das Sie noch exisiteren, und mit Hoffnungen gehen ins neue Jahr. In Köln war das ganz gewaltig, am ende liefen wir durch Domplatz, wir waren mit die jugendlichen direkt mit Knallern beworfen von jede Seite, hatte ich gar kein Ansgt, errinerte mich das ganze an 2-ten Weltkrieg, merhmals flüchteten wir und waren wir beschossen damals. Was man in junge Jahre erlernt, profitiert jetzt davon. :O)))) Wir waren die wirklich nur einzelne ältere Leute zwischen tausende jugendlichen, an Rheinufer waren die Garten Cafes voll, sah so aus wie ein Sommerfest. Nur die Heizkörper zeigten, das es Winter ist. Ich fühlte die zusammengehörigkeit mit unsere jugendliche Zeitgenossen, möchte ich nicht verzichten darauf was die neue Zeiten noch bieten, wer weiss wie lange können wir es noch genießen? Wir haben PC-s, Handy-s, und warum nicht das tun teillweise was auch die jugendlichen, wenn das Spass macht? Mein Freund erlebte ernste mal in Leben Silvester in Freie in Köln, es gefiel Ihm ohne Programm das Restaurant auswählen, und danach wieder spazieren und setzen in Garten Cafes, einfach die Freiheit ohne festen Program. Hundertausende Menschen warteten an Feuerwerk an Rheinufer, war wirklich großartig.
angelottchen
antwortete am 02.01.07 (20:39):
ach wenn es ein richtig schönes, gepflegtes Feuerwerk ist - das hat schon was! All die AAAHHHHHHHHHH!s und OOOOOOOOOOHHHHHs! - und über einem ein bunter Sternenregen. Was ich nervig finde, sind die Ballereien mit Knallfröschen, möglichst noch im Briefkasten oder ähnliche Scherze..
Hier ein Feuerwerksgedicht in "missingsch" ================ Feuerwerk Von Dr. Alfred Lau
Es zischt und bumst und prasselt, Pardauzt und feift und knallt, Wie bei e Römerhordens Im Teutoburger Wald. Es streit mit große Sterne In gelb und rot und grien, Und zwischendurch Raketens Mit helle Zagels zieh'n. Se schießen durche Gegend Und platzen oben auf, Begeistert steht de Menschheit Und kickt von unten rauf. Es socken de Pupillen Erregt am Himmel rum, Das Herzche kloppt im Busen, Und keiner kickt sich um. Dem Schnurgel inne Lifte, Beklemmt dem Portmanneeh, So stehn se wie e Mauer, Und gielen inne Heeh. Und mancher freit sich doppelt, Es schuchert ihm de Haut, Und zwischendurch im Diestern Da knillt er seine Braut. So stehn se aufem Humpel Gekeilt und eingezwängt, Bis daß de Funkens spritzen Und bis der Schäckert sengt. Denn brillen "Huch" de Frauen Und hoppsen nache Seit, Und trampeln andre Menschen De Hiehneraugen breit. Und wer dem Schmerz erlitten, Der schobbt sich seinem Zeh, Und einer gnurrt und brisselt Und sucht nach seine Pängsneeh. Ich hab mir unterdessen Am Busen angelehnt Von eine runde Dame, Wo das all scheint gewehnt. Da stehe gut geborgen Und weich und sicher ich, Da bleibt mir warm der Puckel, Da trifft der Wind mir nich. Da kann ich freelich kicken, Bestimmt, da halt ich aus, Und wenn zu End' der Krempel, Denn renn ich schnell nach Haus.
Wie kann man sich über sowas schönes wie ein tolles Feuerwerk ärgern? Wir sind extra in unseren Berg gegangen um das Feuerwerk bis in die Vogesen sehen zu können. Auch ich kaufe Raketen,nicht viele aber schöne!Und ich lasse mir da auch kein schlechtes Gewissen einreden weil ich das mache.