Zur Seniorentreff Homepage
Google
Web  ST 

Aktuell Grußkarten ChatsPartnersucheFreundeKleinanzeigenLesenReisen ShopHilfe


Vorlesefunktion alles vorlesen | Anmeldung | Jüngste Antwort | E-Mail-Benachrichtigung | Politik & Gesellschaft   nächstes Forum

THEMA:   Gehhört die Prügelstrafe zu den Familienwerten?.

 Bisher 42 Antworten.

dutchweepee begann die Diskussion am 13.03.07 (18:24) :

in neuseeland wird zur zeit ein gesetz diskutiert, das zukünftig das schlagen von kindern unter strafe stellen soll.

dieses gesetz hat viele gegner. zum beispiel fundamentalistische christen, die gegen die kampagne sturm laufen.

zitat: "Religiöse Gruppen schalteten Anzeigen, Prediger wetterten gegen die Zerstörung der Familienwerte. Eine kirchliche Schule bat die Eltern ihrer Zöglinge um deren Zustimmung für den weiteren Einsatz des Rohrstocks, obwohl die Prügelstrafe an Schulen seit Jahrzehnten abgeschafft ist."

zählt das schlagen von kindern zu den familienWERTEN?

.

Internet-Tipp: http://kurzlink.seniorentreff.de/VcZD768pa


Vorlesefunktion  Elfenbein antwortete am 13.03.07 (18:47):

... wollte nicht einer wie du - vor kurzem gerade - die Wiedereinführung der "Prügelstrafe" bedenken?

(Hattest du da an deine eigene, unchristliche Jugend gedacht...?)

Vielleicht kann man sie ab dem 60. Geburtstag wieder einführen; und du kannst dich dann ja noch vorbereiten und nach Südafrika absetzen, wg. der Hundis.
(Oder waren die von der Ex...?)

*fg*


Vorlesefunktion  dutchweepee antwortete am 13.03.07 (18:55):

@elfenbein - du weisst genau, daß ich das als scherz im zusammenhang mit dem unsäglichen FROOP-werbespot geschrieben habe. ich habe seit meinem 12ten lebensjahr kein kind mehr geschlagen.

gerade bei DIR würde mich interessieren, wie du zu christlichen familienwerten, wie die prügelstrafe stehst.


Vorlesefunktion  plautus antwortete am 13.03.07 (18:57):

hallo freunde.
prügeln erzeugt untertanen, die sich vor den herren fürchten. für brave christen ist die furcht des herren aller weisheit anfang!
sonst noch was??????


Vorlesefunktion  Karl antwortete am 13.03.07 (20:52):

Die Abschaffung der Prügelstrafe ist m. E. ein wichtiger Schritt in eine humanere Zukunft.


Vorlesefunktion  Marina antwortete am 13.03.07 (21:08):

Die Prügelstrafe ist bei uns längst abgeschafft.

Internet-Tipp: http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6rperstrafe


Vorlesefunktion  Medea. antwortete am 14.03.07 (07:07):

Abgeschafft seit dem Jahre 2000 ja, da hat der Gesetzgeber eindeutig entschieden, bis das aber zu allen Eltern vorgedrungen ist, wird leider noch eine lange Zeit vergehen. Geprügelt wird wohl meistens im nichtöffentlichen Raum, d.h. in den Wohnungen - da sind dann auch die Nachbarn aufgerufen, bei häufig schreienden und verletzten Kindern aufzumerken und die Behörden einzuschalten. Es wird aber nicht nur in christlichen Häusern geprügelt, das ist in anderen Religionen, wie ich durch viele Berichte weiß, immer noch eine der bevorzugten "Erziehungsmethoden".
Prügel gehören geächtet, damit das greifen kann, sollte in ständigen öffentlichen Diskussionen dafür das Bewustsein geschärft werden.


Vorlesefunktion  pilli antwortete am 14.03.07 (07:57):

gedanklich geprügelt wird auch in den foren; las ich doch erschreckt von "dem einen schlag, der nicht schaden kann"!

ich selbst mag schon die formulierung "Erziehung" nicht und widerspreche heftig, wenn jemand mich auf meine "Erziehung" anspricht :-)

erziehen = ziehen? womöglich an den haaren?

erziehen = machtanspruch dokumentieren?

erziehen = meine vorstellung, wie ein kind "zu parieren zu hat", auch gegen den willen des kindes machtvoll mit strafen oder gar prügel durchsetzen zu wollen?

:-(

kinder haben rechte und dazu gehört, gewaltfrei aufwachsen zu dürfen; sie dürfen respekt von den eltern erwarten, körperlich unversehrt sich zu entwickeln!


Vorlesefunktion  schorsch antwortete am 14.03.07 (09:22):

Scheue Frage: Gilt eigentlich die Abschaffung der "Prügelstrafe" nur von oben nach unten = von Eltern zum Kind? Oder auch von unten nach oben = vom Kind zu den Eltern?

Oder anders gefragt: Darf ein Kind seine Eltern ungestraft schlagen?


Vorlesefunktion  schorsch antwortete am 14.03.07 (09:22):

Das Gleich gilt natürlich auch für das Verhältnis zwischen Schülern und Lehrern.


Vorlesefunktion  hema antwortete am 14.03.07 (09:59):

Gehhört die Prügelstrafe zu den Familienwerten?.

Eher nicht.
Aber eine verantwortungsvolle und etwas konsequentere Erziehung würde manchen Kindern gut tun.

Sie testen immer aus was geht und was nicht geht.


Vorlesefunktion  sammy07 antwortete am 14.03.07 (11:32):

Zitat pilli:"gedanklich geprügelt wird auch in den foren; las ich doch erschreckt von "dem einen schlag, der nicht schaden kann"!"
...muss ausgerechnet diejenige sagen die mit ihrer "Wortakrobatik" manche "Verletzungen" anderen zufügt....
..dagegen beipflichten kann ich voll und ganz;..JEDER Mensch muss das Recht haben, gewaltfrei aufwachsen zu können,beinhaltet gleichzeitig aber auch RECHTE und PFLICHTEN zu haben, damit z.B. in einer Familie bzw. Gesellschaft ein respektvolles MITEINANDER möglich ist.


Vorlesefunktion  darklady antwortete am 15.03.07 (03:06):

Prügeln als Wert bezeichen zu wollen hat schon was makaberes.
Zum Glück besteht in Deutschland die Möglichkeit, schlagende Eltern anzuzeigen.
Aber an der Einsicht fehlt es tatsächlich noch.
"Ein Klapps kann nicht schaden" und "Wir sind trotzdem groß geworden" scheint regelrecht in die Gehirne eingebrannt zu sein.Ich hoffe einfach dass von Generation zu Generation weniger geschlagen wird und die Aufklärung fruchtet.


Vorlesefunktion  eleonore antwortete am 15.03.07 (08:17):

man machte von 2-3 jahren in münchen einen test.
in ein erdgeschoss wohnung, in ein stark frequentierte fußgänger bereich liess man ein tonband laufen.
fenster waren offen, gardinen aber vorgezogen.
zu hören war: geschrei, kinderweinen, schläge und erneute gebrüll und kinderwimmern.

über 80% der passanten ging vorbei, ohne mit den wimpern zu zucken.
einige blieben stehen, hörten kurz zu, zuckten mit den schultern und gingen weiter.

ganze 4!!!!!! leute meinten, man sollte den polizei holen.

ich denke, es hat sich seitdem nicht viel geändert.


Vorlesefunktion  schorsch antwortete am 15.03.07 (11:01):

sammy07, könnten wir uns darauf einigen, dass "gewaltfrei aufwachsen" nicht nur heisst, dass keine Erwachsenen Kinder schlagen dürfen, sondern auch umgekehrt?


Vorlesefunktion  sammy07 antwortete am 15.03.07 (11:49):

sicherlich schorsch, denn nichts anderes habe ich geschrieben....ich schrieb von "Rechten und Pflichten"...das gilt m.E. für JUNG und ALT..:-))
...leider erlebt man in der heutigen Gesellschaft immer mehr ein Ungleichgewicht hin zu den "RECHTEN", dagegen werden die "PFLICHTEN" zunehmend ignoriert.


Vorlesefunktion  wuli antwortete am 16.03.07 (21:38):

Auch wenn hier viele anderer Meinung sind, ich schließe mich hema an:
"Aber eine verantwortungsvolle und etwas konsequentere Erziehung würde manchen Kindern gut tun".
Die "etwas konsequentere Erziehung" sehe ich auch mittels Ohrfeige bzw. ein Klapps aufm Hintern! Der mittelalterliche Rohrstock sei auf jeden Fall total verurteilt!
Die Kinder testen immer aus was geht und was nicht geht! Lässt du alles ohne direkte Reaktion verlaufen, dann hast du verspielt. Kinder tanzen dir dann von Natur aus aufm Kopf herum und machen was sie wollen.
Hab mit meinen beiden Jungs mal darüber gesprochen, sie stimmen mir heute noch zu. Doch wir stellten gemeinsam fest, daß es nie übertrieben war und dazu noch, mit 12 wars vorbei. Ab dann genügten nur noch Worte der Überzeugung.


Vorlesefunktion  dutchweepee antwortete am 17.03.07 (01:00):

@wuli

kein mensch möchte den "klaps auf den hintern" abschaffen. da sind wir uns hier wohl einig?

aber der rohrstock gehört ins museum!

wenn ein dreijähriger auf die fahrbahn laufen will, bekommt er nen klaps auf den poo. der schreck ist sowieso grösser als der schmerz. einem so kleinen kind braucht man keine vorträge halten, wie gefährlich die autos sein können.

aber ein kind nach strich und faden zu verprügeln ist eine andere sache. dagegen muss rigoros vorgegangen werden - auch mit anzeigen in der nachbarschaft.


Vorlesefunktion  pilli antwortete am 17.03.07 (06:45):

schläge...wohin auch immer... bedeuten demütigung!

kleine kinder demütigen zu müssen, wie krank muss ein mensch sein?

:-(


Vorlesefunktion  eleonore antwortete am 17.03.07 (07:01):

Die "etwas konsequentere Erziehung" sehe ich auch mittels Ohrfeige bzw. ein Klapps aufm Hintern! (zitat)

ich lese diesen satz mit entsetzen.
kinder sind eigenständige wesen.
das sie ihre grenzen austesten, ist sebstverständlich.
jede ohrfeige ist eins zuviel.
man kann mit kinder schon früh reden, und vernünftig erklären, was geht, oder auch nicht.
ohne klapse und ohrfeigen.


Vorlesefunktion  wuli antwortete am 17.03.07 (11:32):

Liebe eleonore, bei mir sind es Erlebnisse des Lebens, die mich so eingestellt haben.
Ich erinnere mich noch gut an ein Debakel in einer Strassenbahn. Ein Kind benahm sich unmöglich, so daß ein direkt betroffner älterer Herr die Mutter aufforderte etwas dagegen zu tun. Seine Hosen waren schon arg verschmutzt! Sie redete und redete mit ihrem Kind, doch ohne Erfolg. Auf seinen Hinweis es doch energischer zutun, kam die Antwort von wegen "antiautoritärer Erziehung"! Die Sache erregte bei den umher Stehenden nicht wenig Aufmerksamkeit. Ergebnis des Ganzen, bevor selbiger Herr ausstieg spuckte er die Frau einfach an und meinte dazu, er sei wohl auch so erzogen worden :-)! Der Beifall war auf seiner Seite!!!


Vorlesefunktion  schorsch antwortete am 17.03.07 (12:51):

Mein Schwager ist Linienbus-Chauffeur und kommt so mit etwelchen Charakteren in Berührung. Einmal beobachtete er im Rückspiegel, wie die Kinder einer jungen Mutter den Behälter, wo man die Billette entsorgen kann, weg rissen und im hinteren Teil des Bus verstreuten. Als die Mutter mit ihren Kindern ausstieg, stellte mein Schwager den Motor ab, ging mit dem vordersten Papierkübelchen nach draussen und leerte die Papierschnitzel in die Einkaufstasche der jungen Mutter. Auch hier waren die Lacher der dies beobachtenden Szene zugunsten des Buschauffers. Die Mutter schrie herum, sie werde ihn anzeigen. Aber es passierte nichts.


Vorlesefunktion  dutchweepee antwortete am 17.03.07 (13:12):

eine ohrfeige ist in der tat demütigend - dazu hab ich mich noch nie hinreissen lassen und wurde auch nie so geschlagen. jedoch ist bei extrem- und gefahrensituationen - zum beispiel beim spielen auf der strasse - ein klaps auf den poo angebracht.allein um deutlich zu machen, daß eine grenze überschritten wurde.

ein kind zu "verdreschen" ist tatsächlich krank PILLI.

.


Vorlesefunktion  pilli antwortete am 17.03.07 (14:56):

lieber dutchie :-)

ich möchte versuchen, so gut ich es vermag, aufmerksam zu machen auf vieles, das die altvorderen nur meinen "gut gemacht" zu haben und die seelischen und körperlichen schäden, die kinder...ihre kinder...dadurch erlitten haben mögen.

wenn sie sich der einsicht und der verantwortung nicht stellen, den schaden, den sie "erziehend" angerichtet und weitergeben haben, wieder gut zu machen an der nächsten generation, wird sich die meinung, schläge helfen macht zu zeigen, weiter fortsetzen.

jede generation, die macht durch schläge gespürt hat, hat an diesen "Vorbildern" gelernt, weiter zu schlagen um macht zu erhalten... zuhause wird es ja beispielgebend vorgeführt?

also suchen sie sich nun in gleicher weise schwächere, diese demütigenden handlungen zu rächen.

und manche ollen sitzen derweil pupsend im lehnstuhl, klopfen sich selbstgerecht auf die schulter und räsonieren über die agression an schulen...geht's noch?

es ist notwendig, verbal grenzen aufzuzeigen und das beginnt schon sehr früh und wird in den meisten fällen gut verstanden; aber dazu braucht es geduld und viel liebe zum kind.

wie gefährlich eine autoritäre und mit schlägen vorgenommene "erziehung"...welch m.e. widerliches wort... ist, die den "Kadavergehorsam" nach aussen präsentiert, hat doch die vergangenheit gezeigt?

"Der Kadavergehorsam, als äusserste Form solcher "Erziehung" schafft den Massenmenschen, der in früh anerzogenem blinden Gehorsam zu allem fähig ist, was ihm befohlen wird."
(zitiert aus Fritz Rieman/ Grundformen der Angst S. 142 ff.)

ich bin der meinung, es hat heute für menschen mit neigungen zum sadismus entsprechend viele möglichkeiten, diesem trieb zu folgen...sollten wirklich schmale kinderrücken dazu dienen, sich auszutoben?

"nur ein schlag" lautet es oft und das ergebnis:

ein geplatztes trommelfell!

wir hören, sehen und lesen von säuglingen, die, nur weil sie nicht still waren, als die eltern es wünschten, mit dem kopf gegen die wand geschlagen werden...immer wieder...

so lange bis das kind still war; für immer!

kinder, die sterben mussten, nachdem sie körperlich gezüchtigt wurden, weil ihr geschundener körper und die verletzten organe nicht mehr lebensfähig waren; dazu brauchte es eine zeit des leidens...alleine den schlagwütigen eltern ausgesetzt ohne hoffnung auf hilfe, weil der nachbar vielleicht auch der meinung ist:

"ein schlag kann nicht schaden" ?

wer es nicht versteht, verbal autorität zu zeigen und grenzen zu weisen ohne zu schlagen und sich dem respekt, den kinder von uns erwarten dürfen, widersetzt, handelt unmenschlich!


Vorlesefunktion  dutchweepee antwortete am 17.03.07 (15:55):

@pilli - ich verstehe dich doch - bei mir rennst du offene türen ein! alles aufwärts ab einer ohrfeige ist wahnsinn!

...aber ich gebe lieber einem dreijährigen nen klaps auf den poooo, wenn er auf die strasse rennt, als daß ich ihn später vonnem SUV abkratzen muss.


Vorlesefunktion  sammy07 antwortete am 17.03.07 (17:48):

...grundsätzlich stimme ich der "pilli" ja zu, nur in der Konsequenz wird es sich leider wohl in vielen Fällen nicht immer verwirklichen lassen, denn dafür sind die Fälle innerhalb eines Lebens zu vielseitig, die Kinder in ihrer Wesensart sehr unterschiedlich und die täglichen Anforderungen an die Erziehenden vielschichtig.
Erst wenn dieses Thema..., welches beileibe immer aktueller wird,aber eben aus verschiedenen Gründen,....differenzierter behandelt werden würde...,ja, dann ließe sich bestimmt mehr erreichen.....!!!
...und nicht mit solchen Worten wie "unmenschlich", sicherlich eine große Bevölkerungszahl diskreditieren...
...übrigens, eine Seele wird oft mehr verletzt durch WORTE und BLICKE bzw. WORTLOSIGKEIT, als ein kleiner Klaps.


Vorlesefunktion  pilli antwortete am 17.03.07 (20:15):

sammy

ich bin bereit, im austausch der worte: "wenig menschlich" anzubieten?

und dass es eine "grosse" zahl derjenigen hat, die, selbst geschlagen wurden und dennoch den "einen schlag" nach wie vor mit dem nonsense argument rechtfertigen:

"was mir nicht geschadet hat, wird anderen auch nicht schaden"

weiß ich wohl und da möchte ich schon feststellen dürfen, wie wenig menschlichkeit und verantwortung gezeigt werden; kinder haben nur selten anwälte!

"Raus aus der Gewaltspirale" so lautet auch die Kampagne des Kinderschutzbundes und ich möchte aus dem u.a. link dazu zitieren:

...

"Von Arne Birkenstock und Michael Voges

Gewalterfahrungen werden von Generation zu Generation weitergegeben: Wer als Kind geschlagen wurde, neigt später dazu, seine eigenen Kinder auch zu schlagen. Dieses Thema haben Studenten der Ruhrakademie in Schwerte für einen Kinospot aufgegriffen, der für die Arbeit des Deutschen Kinderschutzbundes werben soll. Die Studenten arbeiteten dabei ehrenamtlich und unter professioneller Anleitung von Grimme-Preis-Träger Andreas Rogenhagen.

Dass Gewalt „vererbt“ wird, bestätigt Friedhelm Güthoff. Der Geschäftsführer des Kinderschutzbundes in Nordrhein-Westfalen kennt viele Beispiele aus der Praxis: „Die Auswirkungen einer Prügelstrafe sind vielfältig. Da gibt es ganz unterschiedliche Reaktionen: Kinder ducken sich weg, haben Angst und können sich nicht selbstbewusst in dieser Welt darstellen. Die Gefahr ist groß, dass die Kinder, die heute geschlagen werden, auch selber ihre Kinder schlagen werden. Deshalb müssen wir hier von einem Erbe sprechen können, das dringend beseitigt werden muss.“

Seit sechs Jahren haben Kinder in Deutschland einen gesetzlichen Anspruch auf eine gewaltfreie Erziehung. Mit dem „Gesetz zur Ächtung der Gewalt in der Erziehung“ reagierte die Politik auf die Gewaltspirale. Ziel war es nicht, Eltern zu kriminalisieren, sondern klar und deutlich zu vermitteln, dass Prügelstrafen ein völlig falsches Erziehungsmittel sind. In Paragraph 1631, Absatz 2, des bürgerlichen Gesetzbuches heißt es seitdem: „Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig.“..."

...

Internet-Tipp: http://www.wdr.de/tv/service/familie/inhalt/20060920/b_1.phtml


Vorlesefunktion  hugo1 antwortete am 17.03.07 (20:27):

komische Vorstellung für mich:
,,also sucht dutch nun (weil er in der eigenen Kindheit die Macht durch Schläge gespürt hat) in gleicher Weise kleine Kinder/Schwächere, diese demütigenden Handlungen zu rächen,,,,

pilli, na klar ist uns Allen wohl hier, das Du gegen Prügelorgien schreibst, aber musste das von sooooweit herholen?

,,es ist eben nicht Schade um jeden Schlag der daneben ging, wie man auch mal lesen konnte und solche Vorstellungen wie: Herr Vater, ich danke Ihnen für den mir soeben mittels 20 Stockhieben verabreichten Erziehungsaufwand, findet man heutzutage nur noch komisch und unzeitgemäß obwohl das nicht mal 100 Jahre her sind. *g*


Vorlesefunktion  schorsch antwortete am 18.03.07 (09:22):

Wie dutch unterscheide ich zwischen "Prügelstrafe" und einem Klaps als Ersatz für die Schmerzen, die ein Kind beim unbedachten Rennen auf die Strasse erleiden muss. Will es nämlich nächstes Mal auf die Strasse rennen, kommt in das kleine Hirn die Erinnerung: "Stopp; hinaus rennen = Klaps". Die Erinnerung an den mahnend erhobenen Zeigefinger in der gleichen Situation geht schneller verloren: ist mir ja nix passiert!.


Vorlesefunktion  wuli antwortete am 18.03.07 (09:38):

Zur Ergänzung des ganzen, aus meiner Sicht, der Sicht eines Hausmeisters, auch so mancher Erwachsene hätte in der einen oder anderen Situation ein "Klaps" verdient!


Vorlesefunktion  mart antwortete am 18.03.07 (09:47):

Ich denke, man sollte unterscheiden zwischen dem
"hätte verdient" - also einem Rachegedanken und dem
"wie kann erwünschtes Verhalten erreicht werden bzw. unerwünschtes Verhalten verhindert werden.

So wie in der Rechtfertigung für Strafgesetzgebung sollte aber der Rachegedanke "hat verdient" in der Kindererziehung keine Rolle spielen.

Also dann das zweite:
Hier hängt es allerdings von den Zielvorstellungen und Einstellungen der "Erzieher" ab.
Was jemand als vorbildliches Ermöglichen der Kreativität und als erwünschte Nichtautoritätshörigkeit ansehen, ist für einen anderen bereits jenseits von Gut und Böse.


Vorlesefunktion  dutchweepee antwortete am 19.03.07 (02:22):

@mart ... du gehts zu "intellektuell" an die sache ran. wenn mein kind auf die strasse läuft, zerr ich es zurück und es bekommt nen klaps - damit verletze ich keine persönlichkeitsrechte, weil ich ihn vor zukünfigem schaden bewahre.

kein kind kann mit dem begriff "NEIN" etwas anfangen - kinder testen grenzen aus. der klaps auf den poo setzt eine stopp-marke - und die ist zum beispiel an der bordsteinkante wichtig.

ich will mich auch hier nicht verteidigen. denn es gibt einen grossen unterschied, zwischen dem klaps als warnung und der prügelstrafe.

.


Vorlesefunktion  eleonore antwortete am 19.03.07 (05:46):

kinder verstehen einen*nein* sehr genau.
nur leiden kinder des öfteren an einen zeitweiligen taubheit.:o))


Vorlesefunktion  schorsch antwortete am 19.03.07 (09:13):

Tipp für antiautoritäre Erziehung: Man lässt das Kind auf die Fahrbahn laufen, klaubt es nachher auf und sagt zum Flachkind mit erhobenem Zeigefinger: Siehst du, nur aus eigener Erfahrung wirst du es lernen.....


Vorlesefunktion  eleonore antwortete am 19.03.07 (09:54):

@schorsch,

mit verlaub, diese kommentar ist nicht witzig.


Vorlesefunktion  pilli antwortete am 19.03.07 (10:54):

dutchie :-)

nachdem du dich nun mehrfach mit dem "einen" argument (strassenverkehr)gemeldet hast, meine ich, :-) es ist an der zeit dich daran zu erinnern, es hat nicht nur eine gefährliche situation, es hat deren viele!

wieviele schläge meinst du, verteilen zu wollen?

da wären die folgenden situationen, die ich mehrfach, nur während weniger stunden, mit einer zweijährigen erlebe, die begierig ist alles (!) zu erforschen, zu tasten, zu schmecken, zu begreifen und das sehr zu meiner freude; zeigt es doch ihre bereitschaft lernen und verstehen zu wollen:

- sie schleppt ihren kinderstuhl von schrank zu schrank, türen öffnen zu können, mehl und zucker zu streuen, aber nicht in eine schüssel, wie sie es beobachtet hat, sondern erstmal nur auf den boden und dazu braucht sie nur wenige minuten!

anschreien und schlagen, weil sie ja vom stuhl fallen könnte?

sie möchte die katze streicheln und klettert vom stuhl auf den katzenbaum bis hoch zur obersten etage und von da, weil es sich gerade anbietet, blitzschnell auf den kleiderschrank, während ich nur mal eben die balkontüre zum lüften öffne. da hockt sie nun und ist stolz, so viel erreicht zu haben, während mir vor schreck bald datt herz stehen bleibt, sie könnte jetzt runterfallen, bevor ich die leiter holen und sie nach unten tragen kann.

anschreien und schlagen?

- sie zieht sich jacke und mütze an, nimmt den puppenwagen, öffnet die haustüre und möchte, den puppenwagen voraus, die treppe runtergehen, zigfach hat sie das zuvor bei uns beobachtet und meinte, es jetzt alleine zu können!

anschreien und schlagen, weil der sturz auf der treppe droht?

ich könnte noch einiges vom gefährlichen tun nennen und am ende der fünf stunden läge da ein kind, das mehrfach geschlagen wurde; immer nur mit einem schlag pro erlebter gefährlicher situation.

superkreativ sind die kleinen und oft wird vieles probiert, ob es nicht auch anders funzt; wieder schlagen?

bei gefunden lösungen, "verbotenes" zu umgehen, damit es ihnen gelingt; wieder schlagen?

nö dutchie, :-)

da hat es andere hilfen als da wären, verschlüsse an schränken anzubringen und dem kind zu erklären, warum dieses und jenes gefährlich ist. dazu hat es kleine erfundene geschichten, wie die von Max, der vom stuhl auf den tisch klettert um die lampe zu erkunden und sich böze verletzt.

geduld und fürsorge ist gefragt und wennz wirklich mal schwierig wird, dann hat es die "Aus-Zeit"! :-) schon die erwähnung:

"wenn du mich nicht verstehen möchtest, bekommst du eine *Aus-Zeit*, dich alleine und ungestört besinnen zu dürfen" reicht aus, verbotenes tun zu verhindern oder vereinbarte regeln einzuhalten. ich erwarte rücksicht, auch vom kind auf meine belange; aber das muss ich auch entsprechend vermitteln und ich meine, schläge sind dazu nicht geeignet;

auch nicht einer!


Vorlesefunktion  Marina antwortete am 19.03.07 (10:59):

Seltsam, dass niemand von den hier Schreibenden auf die Idee kommt, dass man ein Kind von der Fahrbahn zurückziehen kann, statt ihm eine zu knallen. Von einer Ohrfeige ist es noch lange nicht von der Fahrbahn weg.
Und traurig, dasss man über die Prügelstrafe überhaupt diskutieren muss. Es sollte so selbstverständlich sein, dass sie kein pädagogisches Mittel ist, dass sich jede Diskussion darüber eigentlich erübrigen sollte. Wobei ich zugebe, dass es jedem passieren kann, dass einem die Nerven durchgehen und man so etwas dann doch tut, auch mir ist das passiert. Aber zumindest sollte man dann wisssen, dass es nicht richtig war und ein schlechtes Gewissen haben. So etwas als pädagogisches Mittel überhaupt in Erwägung zu ziehen, ist mir unbegreiflich. Schlimm genug, dass man immer wieder von totgeprügelten Kindern lesen muss.


Vorlesefunktion  Marina antwortete am 19.03.07 (11:01):

Das "niemand" nehme ich zurück, Pilli schreibt genau das, was wichtig ist. Und Eleonore hat sich ja auch anders geäußert.


Vorlesefunktion  rolf antwortete am 19.03.07 (14:10):

Ich unterscheide zwischen Klapps (auf den Po) und Schlag und als Steigerung Ohrfeige.
Der Klapps tut nicht weh, er unterstreicht die zugehörigen Handlungen und Worte.
Ein Schlag schmerzt, ein Ohrfeige demütigt zusätzlich.
Mir ist früher auch schon Mal "die Hand ausgerutscht", ich habe aber im Nachhinein immer festgestellt, daß ich damit nureinen Erziehungfehler eingestanden habe.


Vorlesefunktion  mart antwortete am 19.03.07 (16:33):

dutchweepee, du meintest meine Ansichten von 18.03.07 seien zu theoretisch.

Sie waren vor allem eine Erwiderung auf die Meinung "Sie hätten das verdient."

Mir fehlt keineswegs die praktische Erfahrung. Mit Zwillingen und einem Kind, das etwas über 1 Jahr älter war, kann ich genügend praktische Erfahrung vorweisen.

Über das eine Mal, wo ich dem Älteren eine ordentliche Ohrfeige gab, habe ich berichtet - ich bereue es noch heute - es war simpel ein Ausfluß meiner Überforderung.
Ansonsten kann ich versichern, es geht auch ohne Ohrfeigen und Klapse (von Prügeln brauchen wir doch nicht zu reden - ich meine, daß hier keiner dieser oder ähnlichen Methoden das Wort redet).

Das wesentlichste Prinzip war:
(Ähnlich wie Hundeerziehung, ich erwarte natürlich hier enorme Proteste - aber auch diese geht ohne Rohrstock.)

Es gibt nur sehr wenige ausdrückliche Verbote - diese werden aber konsequentest überwacht.

Was echt gefährlich ist, wird weitestgehend entschärft - als ich mit drei Kindern im Hochstuhl beim Tisch saß und die Turnerei mir zu gefährlich und nicht mehr beherrschbar erschien, übersiedelte ich für einige Zeit auf ein Matrazenlager auf dem Boden. Verschlüsse für elektr. Dosen, Schrankverschlüsse, Kantenschützer, diverse Tür- und ander Absperrgitter......

Wo es möglich war, habe ich gezielt die Folgen vor mißachteten "Warnungen "demonstriert.

(Wiederholte) Erklärungen, die über den Horizont des Kindes hinausgehen, sind kontraproduktiv - ich kenne Kinder, die das Bemühen der Eltern ein Verbot zu erklären, bis zum Gehtnichtmehr ausgenutzt haben.

Das Ideal eines aufgeräumten, gepflegten und immer präsentierbaren Haushalts habe ich nie besessen und wenn ich es gehabt hätte, hätte ich es schnell ad acta gelegt. Gute Nerven, Ausdauer, Geduld, Freude an den Kindern und ihrer Entwicklung, ....

Das Verwechseln von einer (weitgehend) gewaltfreien Erziehung mit der "antiautoritären Erziehung" und den auf der Nase herumtanzenden Kindern ist aber fatal. (Aber da müßte man auf O`Neil und seine Kinder eingehen)

Mein Resumee aus den vielen Beobachtungen mit anderen Kindern ist:
Am schlechtesten wirkt sich die Unkonsequenz aus - einmal wird etwas verboten - dann wieder toleriert - dann mit Geschrei oder Ohrfeigen reagiert - dann wird wieder weggesehen, weil Mama und Papa zu müde etc.


Vorlesefunktion  mart antwortete am 19.03.07 (17:02):

dann in Erwiderung dieses Arguments:

"...aber ich gebe lieber einem dreijährigen nen klaps auf den poooo, wenn er auf die strasse rennt, als daß ich ihn später vonnem SUV abkratzen muss."

Ein Dreijähriger gehört an einer Autostraße an der Hand geführt.


Vorlesefunktion  mart antwortete am 19.03.07 (18:22):

Natürlich wird das Vorgelebte von Kindern und Jugendlichen (zum großen Teil) unbewußt übernommen. Daher ist oft zu hörende Argument "Mir hat es auch nicht geschadet" sehr dumm. Kinder, die geschlagen werden, lernen diese "Lösungs"strategie kennen und werden als Erwachsene, wenn sie sich in Konflikten befinden, viel eher bereit sein ebenfalls Gewalt anzuwenden.

Bei meinen Kindern (besonders dem Ältesten) wurde im Kindergarten" bemängelt, daß er sich beim Kindergerangel "abnormal" verhalte, weil er nicht zurückschlägt - er meinte daraufhin "aber man schlägt doch nicht" - Daraufhin mein Horror, daß er somit als einer, der nur immer einsteckt, aber nicht austeilt, schlechte Karten besitzt -
meine Lösungsstrategie: Taekwondo - alle meine Kinder erreichten den braunen Gürtel, dann wollten sie nicht mehr, - hat sich sehr positiv ausgewirkt (auch bei der Tochter)


Vorlesefunktion  Flo antwortete am 15.05.08 (20:37):

Jedes Kind, das geschlagen wird, sieht die Feigheit, Schwäche und innerliche Selbstmissachtung des Schlagenden.



  zurück nach oben Zum Anfang nach oben       Politik & Gesellschaft   nächstes Forum      Vorlesefunktion alles vorlesen

Zum "Antworten" oder "Thema eröffnen", geben Sie Ihren Loginnamen und Ihr Passwort an

Sie müssen für die klassischen Diskussionsforen registriert sein!
Wenn Sie noch kein Passwort haben, können Sie sich hier anmelden!
Loginname
Passwort




E-Mail-Benachrichtigung bestellen/abbestellen

zum Thema: Gehhört die Prügelstrafe zu den Familienwerten?

Ich möchte Antworten zu diesem Thema per E-Mail zugeschickt bekommen.

Ich möchte keine E-Mail mehr zu diesem Thema erhalten.



E-Mail-Adresse


Hol dir die kostenlose Visitenkarte im Seniorentreff