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THEMA:   gesteinigt und erschossen.

 Bisher 70 Antworten.

hema begann die Diskussion am 19.03.07 (17:30) :

Drei PakistanerInnen wegen Ehebruchs gesteinigt und erschossen

Zwei Männer und eine Frau im Norden unter Beteiligung von Hunderten hingerichtet - Offiziell gibt es die vollzogene Steinigung im Land nicht. Hunderte Menschen bewarfen die Männer und die Frau im Freien mit Steinen, bevor Verwandte der beschuldigten Männer die Verurteilten erschossen", sagte ein Augenzeuge.
Ehebruch ist ein Verbrechen im hauptsächlich muslimischen Pakistan. Das Vergehen kann nach islamischem Recht mit Steinigung bis zum Tod bestraft werden. Offiziell wurde die Strafe noch nie verhängt. In abgelegenen halbautonomen Stammesgebieten entscheiden allerdings häufig nicht die offiziellen Behörden über solche Angelegenheiten, sondern Jirgas oder Ältestenräte. Hunderte Menschen werden jedes Jahr in Pakistan getötet, weil sie beschuldigt werden, DIE EHRE IHRER FAMILIEN (Hema: welche Ehre haben diese Familien, dass sie zu Moerdern werden)verletzt zu haben. Solche Morde passieren hauptsächlich in abgelegenen, ländlichen Gemeinden.
Khyber ist eine der sieben halbautonomen Stammesregionen im Nordwesten des Landes entlang der Grenze zu Afghanistan. Die BewohnerInnen gehören zum Stamm der Paschtunen und sind erzkonservativ. (Reuters)

****************************************************

Mich würde interessieren was der Hintergrund für so eine Tat ist. Ist es purer Egoismus? Besitzdenken der übelsten Art? Falsches Ehrgefühl?
Erschreckend: alle tun mit!

http://diestandard.at/?url=/?ressort=gewaltanfrauen


Vorlesefunktion  schorsch antwortete am 19.03.07 (17:32):

Finsteres Mittelalter eben....

....aber sie glauben im Namen Gottes zu handeln!


Vorlesefunktion  hema antwortete am 19.03.07 (17:33):

2. Beispiel - DIE EHRE DER MUSLIME

Indien: Kopfgeld auf Autorin ausgesetzt

Radikale Muslimgruppe fordert Tötung der aus Bangladesch stammenden Schriftstellerin Taslima Nasreen
Lucknow - Eine radikale indische Muslimgruppe hat eine Belohnung von 500.000 Rupien (rund 8.500 Euro) für die Tötung der aus Bangladesch stammenden Schriftstellerin Taslima Nasreen ausgesetzt. Nasreen habe die Ehre der Muslime mit ihren Werken herabgewürdigt, sie solle getötet und geköpft werden, erklärte der Präsident des All India Ibtehad Councils, Taqi Raza Khan, am Samstag.


Vorlesefunktion  hema antwortete am 19.03.07 (17:34):

Gott hat gesagt: Du sollst nicht toeten!


Vorlesefunktion  hema antwortete am 19.03.07 (17:49):

Österreichische Muslime kritisieren "Fehlurteil" in Saudi-Arabien
19-jähriges Vergewaltigungsopfer zu 90 Peitschenhieben verurteilt
Wien - Die "Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen" distanziert sich scharf von der Verurteilung eines 19-jährigen Vergewaltigungsopfers zu 90 Peitschenhieben durch ein Gericht in Saudi-Arabien.

"Fehlurteil" In einem Schreiben an die saudische Botschaft in Österreich und an den saudischen König Abdullah stellte die "Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen" fest, "dass uns für ein solches Fehlurteil jedes Verständnis fehlt".
"Wir können es als Muslime nicht nachvollziehen, dass die Richter der Stadt Katif ein 19-jähriges Vergewaltigungsopfer zu 90 Peitschenhieben verurteilten ... Diese Frau braucht nach der schrecklichen Vergewaltigungserfahrung dringend therapeutischen Beistand von einem kompetenten Expertenteam, zu welchem unbedingt einfühlsame Frauen gehören müssten. Mit einem solchen Fehlurteil wird zusätzlich zur psychischen und physischen Quälerei der Frau ihr und der Gesellschaft der Eindruck vermittelt, selbst an der Vergewaltigung schuld zu sein. Dagegen ist Vergewaltigung ein Verbrechen seitens des Täters und nie des Opfers (...) wir bitten Sie auch zu bedenken, wie das Image unserer Religion unter Meldungen leidet, wenn Frauen in ihren elementaren Rechten und in ihrer Würde scheinbar religiös legitimiert verletzt werden", heißt es in dem Schreiben. (APA/red)

Noch immer: http://diestandard.at/?url=/?ressort=gewaltanfrauen


Vorlesefunktion  mart antwortete am 19.03.07 (18:02):

bravo!


Vorlesefunktion  hugo1 antwortete am 19.03.07 (19:04):

hema, was beeindruckt dich dermaßen an diesem schauderhaftem Verhalten dieser irregeleiteten Menschen und was schlussfolgerst Du daraus, ? ich kann das nicht erkennen.

Für mich sind diese schlimmen Begebenheiten ein Zeichen von Rückständigkeit.
Der Mensch an sich neigt sehr schnell zur Gewaltbereitschaft und Grausamkeit. Je mehr der Staat zulässt und je weniger er solchem Verhalten Einhalt gebietet desto verantwortlicher ist natürlich auch das System, der Staat, die Regierung, aber auch das gesamte Volk.

Nur diese wissen nichts von Ihrer Verantwortung, da es für Sie "Das Normale, Gängige, Üblich, Althergebrachte" ist, was für uns beide hier das Abscheuliche, Unvorstellbare ist.

Und dabei sind wir DENEN nur einige wenige Jahrzehnte voraus.
(wenn ich mal von Grausamkeiten US-Amerikanischer Militärs im Ausland absehe)

Was in Deutschland noch vor Kurzem passierte (Holocaust)oder in den USA (1935 in Tampa: Joseph Shoemaker, ein Sozialist und Arbeiterorganisator, wurde ausgepeitscht, kastriert und dann geteert und gefedert. Er erlag seinen Verletzungen.)
gebietet es mir solche schlimmen Begebenheiten zwar zu verdammen, zu kritisieren und alles zu unterstützen damit sowas schnell nachlässt oder, besser noch, gänzlich aufhört.

Aber ich werde mich hüten, ständig mit dem ausgestrecktem Zeigefinger auf diese Menschen zu zeigen und schon gar nicht unsere eigene Nase aus dem Spiel zu lassen, soviel besser sind wir nicht. Und als Vorbild ist unsere Vergangenheit schon gar nicht zu gebrauchen.

Was wir uns hier gegenseitig aufschreiben ist geeignet uns selber aufzuregen, zu informieren, zu schütteln vor Grausen usw. aber es hilft den gesteinigten Opfern vor Ort nicht.

Wir können nur hoffen und einwirken das unsere Soldaten im Ausland stets korrekt, human und menschlich agieren um die Menschen dort zum Nachdenken anregen ob sich eine Lebensweise und Auffassung wie die der Germans nicht nachahmen lässt.oder, noch besser, wir tauschen unsere Soldaten schnellstens gegen Bauarbeiter und Ingenieure aus.


Vorlesefunktion  gerald antwortete am 19.03.07 (20:57):

Nunja, wegen einmal Fremd-Pennens gleich mittels Stein-Weit-Zielwurfs ins Jenseits befördert zu werden, ist sicher nicht die feine Art im zwischenmenschlichen Umgang bezüglich dieses weltweit verbreiteten Fänomens. Gar keine Frage. Aaaaaber - wenn ich weiß, dass die mir im Fall des Entdeckung in einem Anfall von inquisitatorischer Geilheit die Rübe zermatschen werden, dann treffe ich doch Vorkehrungen, dieses irgendwie zu vermeiden. Also mache ich das so geheim, dass eine Aufdeckung hundertpro unmöglich ist, oder aber, wenn dies partout nicht möglich sein sollte, sollte ich versuchen, die Triebe in den Griff zu bekommen. Wobei die zweite Variante die wohl schmerzhaftere ist, in Anbetracht der Alternative mit dem Stein im Kopp aber immer noch die ertragbarere.
Im übrigen erinnert mich das an die immer wieder hochkommende Diskussion über die innerdeutsche Mauer, und die Argumentation derer, die meinten sagen zu müssen, dass die erschossenen Mauerflüchtlinge ja vorher wussten, auf was sie sich mit ihrer Flucht einlassen, und dass sie bei Entdeckung ihres unbotmäßigen Freiheitsdranges eventuell ein frühzeitiges Rendevouz mit ihrem Schöpfer haben könnten. Alles eine Frage der jeweiligen Gesetze, deren Sinn und deren Einhaltung.


Vorlesefunktion  plautus antwortete am 19.03.07 (21:05):

hallo freunde
es ist einfach grauenhaft, was religion und tradition in den köpfen menschenähnlicher kreaturen anzurichten vermag.
und allzuweit weg davon sind auch wir ,,aufgeklärten,, westeuropäer nicht.
es gibt auch bei uns primitivlinge, die sich sowas hier wünschen
mich beschleicht ein unendliches grauen, mag nicht mehr vor die tür gehn
in trauer----plautus


Vorlesefunktion  hema antwortete am 19.03.07 (22:44):

higo1 schreibt:

<hema, was beeindruckt dich dermaßen an diesem schauderhaftem Verhalten dieser irregeleiteten Menschen und was schlussfolgerst Du daraus, ? ich kann das nicht erkennen.>

Beeindrucken tut mich das sicher nicht. Ich bin aber sehr, sehr traurig, dass sowas geschehen darf und ich moechte nicht aufhoeren wieder und wieder darueber zu reden und darauf hin zu weisen, dass kein Mensch das Recht hat so zu urteilen und so zu handeln.

Deshalb freue ich mich, dass es die "Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen" gibt, die so grausame Urteile als Fehlurteile hinstellen.

Das Umdenken muß in DEN KOEPFEN beginnen. Deshalb duerfen wir nicht aufhoeren darueber zu reden.


Vorlesefunktion  hema antwortete am 19.03.07 (23:08):

Entschuldige hugo1
Ich habe deinen Namen falsch geschrieben.


Vorlesefunktion  Felix antwortete am 20.03.07 (01:13):

Zu was alles Gläubigkeit führen kann. Aus eigenen Ueberlegungen würde doch kein normaler Mensch auf solche Gedanken kommen!


Vorlesefunktion  eleonore antwortete am 20.03.07 (08:13):

ich weiss nicht, was diese ganze aufregung soll.

dass in gottes namen, und in auslegung nach lust und laune, unterschiedliche religions wegweiser, gemordet wird, ist doch nichts neues.
dass wir christen es nicht mehr tun, ist noch lange keine persil schein, uns aufzuregen.

das christentum hat sich auch nicht lumpen lassen, was todesdtrafen angeht, und die hinrichtungen hatten bei uns genauso *volksfest* karakter.

meistens wurden nur die frauen bestraft.
noch bis ende der 60er jahre war bundesdeutsche wirklichkeit, dass ehebruch bis zu 6 monaten gefängnis bestraft werden konnte.

*Am 9. Mai 1969 berät der Deutsche Bundestag in Bonn über ein neues Strafrecht. Zur Diskussion steht unter anderen der Paragraph 172, der noch aus dem Strafgesetz von 1871 stammt. Darin wir der Ehebruch behandelt. Ein Verhalten, das der CDU-Abgeordnete Hans Würmeling als "sozial schädlich" bewertet: "Wer die Strafbarkeit des Ehebruchs aufhebt, hält wohl nachträglich die immerhin 1.365 Bestrafungen wegen Ehebruchs in den Jahren 58 bis 66 nicht für richtig." Justizminister Horst Ehmke (SPD) entgegnet: "Die Frage ist, ob die Vorschrift zur Strafbarkeit des Ehebruchs zur Intaktheit der Ehe beiträgt." Das Aufbegehren der 68er-Generation mit Flower Power, Sexrevolte ("Wer zweimal mit der selben pennt, gehört schon zum Establishment!") und Oswalt Kolles Aufklärungsfilme zeigen Wirkung: Der Antrag des Abgeordneten Würmeling, den Ehebruch als Straftatbestand im Gesetzbuch zu belassen, wird vom Parlament abgelehnt.*

um richtig zu verstehen: ich bin pazifistin, und halte nichts von der biblische *auge um auge, zahn um zahn*.

und dass die hardcore muftis unbelehrbar sind, sich in jeder scheiss einmischen mit ein koran wedelnd, nach lust und laune interpretiert, dürfte nichts neues sein.
aber ed gibt immer wieder gute schlagzeilen, für yellow press und sonstige schmuddelblätter´und sendungen.
wobei es nicht heissen soll, das mir diese frau nicht leid tut.


Vorlesefunktion  schorsch antwortete am 20.03.07 (08:16):

....und in der Schweiz hatten noch mehrere Kantone in den Siebzigerjahren das Konkubinatsverbot!


Vorlesefunktion  hema antwortete am 20.03.07 (10:09):

Auch in Österreich gab es einen Passus für Ehebruch im Strafgesetz bis in die 70er Jahre.

Ich finde Ehebruch auch falsch. Wo keine Treue ist, da geht die Liebe und das Zusammengehörigkeitsgefühl verloren. Man sieht es ja an den vielen Scheidungen. Treulose machen sich selber das Leben schwer. Sie verlernen das Lieben, weil nur noch der Sex wichtig ist.
Ich lernte so einen Mann kennen! Er mußte auf das verzichten, was er liebte.

Trotzdem kann es nicht sein, dass Menschen Mensnchen deswegen steinigen. Aber wir sind ja so schnell damit da "Steine auf andere zu werfen", denn die Guten und Braven sind ja immer wir und jene Männer, die soviel wert auf "ihre Ehre" legen!

Jesus half der Ehebrecherin: "Wer ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein," und sie gingen weg und zur Ehebrecherin sagte er: "Geh hin und sündige nicht mehr!"


Vorlesefunktion  Ursula_J antwortete am 20.03.07 (10:37):

"Ich finde Ehebruch auch falsch. Wo keine Treue ist, da geht die Liebe und das Zusammengehörigkeitsgefühl verloren. Man sieht es ja an den vielen Scheidungen. Treulose machen sich selber das Leben schwer. Sie verlernen das Lieben, weil nur noch der Sex wichtig ist.
Ich lernte so einen Mann kennen! Er mußte auf das verzichten, was er liebte."

Wo keine Treue ist, ist keine Liebe kann ich nicht nachvollziehen.
Der Mensch ist von der Natur aus nicht monogam. Wenn er es wäre, würde es nicht so viele "Fremdgänge" geben.


Vorlesefunktion  eleonore antwortete am 20.03.07 (11:49):

Der Mensch ist von der Natur aus nicht monogam. Wenn er es wäre, würde es nicht so viele "Fremdgänge" geben.

und nicht zu vergessen, puffs.

monogamie ist uns aufgezwungen worden, von irgend popen.
jede frau hält heute noch ausschau nach den *stärksten* männchen, und jede mann möchte seine gene so weit streuen wie es nur geht.


Vorlesefunktion  hema antwortete am 20.03.07 (16:40):

Ist das noch animalisch?

Aber selbst im Tierreich gibt es Paerchen, die sich ein Leben lang treu sind und bei den Menschen gibt es das auch. Da sind es sogar sehr viele, die sich ein Leben lang treu sind!


Vorlesefunktion  eleonore antwortete am 21.03.07 (06:58):

menschen können auch gedanklich fremdgehen.


Vorlesefunktion  bongoline antwortete am 21.03.07 (09:35):

Nur weil ein Paar nach außen hin vermittelt, es kann uns nichts trennen, muss nicht unbedingt im stillen Kämmerlein die Treue regieren.

Als Außenstehender kann man immer nur das beurteilen, was uns das Gegenüber vermitteln will. Um Insiderkenntnisse zu erlangen, bekommt man keine Chance.

Rühmliche Ausnahmen gibt es immer.


Vorlesefunktion  hema antwortete am 21.03.07 (10:13):

@ eleonore

Aber auch da fehlt die wahre Liebe!

@ bongoline

Den Schein wahren ist auch nicht das, was die Menschen glücklich macht.


Vorlesefunktion  hema antwortete am 21.03.07 (10:18):

Um zum Thema zurück zu kommen:

schorsch am 19.03.07 (17:32) Du hast recht!

Finsteres Mittelalter eben....
....aber sie glauben im Namen Gottes zu handeln!

Im Namen des Islam

"Dann haben sie ihm die Kehle durchgeschnitten"
ROM/KABUL. "In diesen 15 Tagen Gefangenschaft bin ich um 15 Jahre gealtert." So beschrieb der von den Taliban entführte italienische Journalist seine Geiselhaft in Afghanistan. Er musste auch bei einer Enthauptung zusehen.

"Der Taliban-Kommandant sprach im Namen des Islam das Todesurteil.

http://www.nachrichten.at/home/530199

*******************************************************

Das sind keine Menschen! Da laufen leibhaftige Teufel (es gibt sie anscheinend doch) herum, die sich noch dazu auf Gott berufen!
Aber Gott ist die Liebe - nicht der Hass.


Vorlesefunktion  hugo1 antwortete am 21.03.07 (10:54):

ja hema Das sind keine Menschen! Da laufen leibhaftige Teufel,,
und ?? was glaubst Du, denkst Du, wer Dafür die Hauptschuld trägt das dies so gekommen ist, das es täglich immer mehr solche "Teufel" gibt, das sie Zulauf haben in einem Maße das andere Religionsfanatiker sich neidisch die Augen ausschauen?

Hätte Busch z.B. eine Politik gemacht, die den Irakern ihr Erdöl, ihr Leben und ihre Chance auf bessere Lebensbedingungen erhalten hätte, er hätte für alle Zeiten als positiver weitblickender, andächtig und frenetisch gefeierter Staatsmann in die Annalen der arabischen Welt eingehen können.

Aber so wie sich die Amis bewegen (die Axt im Walde ist ein milder Ausdruck dafür) sorgen sie für ungeheuren Zulauf zu diesen "Teufeln"

Hema, ich sah damals im US-Fernsehen tagelang die eindrucksvollen Bilder immer und immer wieder wurden sie auf allen Kanälen dort gezeigt, wie groß die Freude der Iraker war, mit welcher Begeisterung da ein Iraker mit dem Vorschlaghammer auf den Beton-Sockel einer Saddamstatue einschlug.
Heute sagt dieser Mann: "Ich bedauere zutiefst, dass ich damals die Statue gestürzt habe. Die Amerikaner sind schlimmer als die Diktatur. Jeder Tag ist schlechter als der vorige Tag."
jetzt sehne er sich nach der Zeit unter Saddam. "Lieber der Teufel, den Du kennst, als der, den Du nicht kennst.

Wir können Freund und Feind nicht mehr unterscheiden. Die Situation wird immer gefährlicher. Eine Besserung ist nicht in Sicht, die Menschen sind arm, und die Preise schießen in die Höhe.
Saddam war wie Stalin. Aber es stellt sich heraus, dass die Besatzung noch schlimmer ist", so al-Jubouri in einer TV-Dokumentation

Der Oberteufel Busch lässt tagtäglich tausende neue Teufel produzieren, es wird Zeit das dieses Steinigen und Erschießen endet. Jedes Haus welches zerbombt wird, jede Mauer die auf ein Kind, eine Frau, einen Menschen fällt ist Steinigung pur.

Internet-Tipp: http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,472473,00.html


Vorlesefunktion  mart antwortete am 21.03.07 (12:26):

Schau, schau - welche Wendung die Diskussion nimmt

Zuerst wird über Ehebruch und Monogamie philosophiert und nun wird sogar bei diesem Thema wieder der Oberteufel Busch aus dem Schlagwortkatalog gezogen - und flugs ist der Kreis geschlossen, wobei das grundlegende Thema, die Rechtfertigung von grausamsten Urteilen mit den Worten eines Gottes aus dem Auge verloren geht und die Nichtvereinbarkeit von Koran und Menschenrechten aus dem Auge verloren wird.

Wobei diese göttlichen Worte ja so wunderbar mit dem Machterhalt, den Machtgelüsten und den perversen Gedanken einer patriachalischen Gesellschaft zusammenpassen.

Aber nicht nur in fernen, rückständigen Ländern wird auf der Grundlage von Gottes Worten und der kulturellen Tradition geurteilt, nein, auch in deutschen Landern ist bereits die Sharia im Vorrücken. Wie anders soll ein Urteil begründet werden, daß sich eine Deutsche marokkanischer Herkunft vom Mann schlagen lassen muß, weil das so im Koran steht?


Vorlesefunktion  BarbaraH antwortete am 21.03.07 (12:30):

hema, hugo hat es schon gesagt.

Leg einmal Deine islamfeindliche Brille beiseite und schau auf die Ursache all dieses Mordens. Dann müsstest auch Du klar und deutlich jemanden erkennen der vorgibt, als Christ direkt von Gott beauftragt worden zu sein. Es müssten inzwischen um die eine Million Tote und ein Vielfaches an Verstümmelten auf sein Konto gehen, wenn man die Opfer seiner Kriege auf allen Seiten berücksichtigt.

Zu den Opfern von Steinigungen etc. zum -zigten Mal:
Diese Taten lassen sich nicht mit dem Koran begründen. Vielmehr basieren sie auf ein Rechtsbewusstsein von archaisch patriarchal geführten Gemeinschaften.


Vorlesefunktion  uki antwortete am 21.03.07 (13:06):

@: Zu den Opfern von Steinigungen etc. zum -zigten Mal:
Diese Taten lassen sich nicht mit dem Koran begründen. Vielmehr basieren sie auf ein Rechtsbewusstsein von archaisch patriarchal geführten Gemeinschaften.
--------------------------
Sehr gut, nur sag das doch mal den fundamentalistischen Muslimen.

Fanatismus birgt in jeder Religion Gefahren.

Niemand sollte sich mit Kriegen, Morden und Gewalt jeglicher Art auf seinen Glauben berufen können.


Vorlesefunktion  Marina antwortete am 21.03.07 (13:39):

Zur "Nichtvereinbarkeit von Koran und Menschenrechten": Wenn man die Texte von christlicher Bibel und jüdischer Tora nimmt, gibt es genauso eine Nichtvereinbarkeit von Texten und Menschenrechten. Bei uns gibt es eben inzwischen eine historisch-kritische Hermeneutik, d. h., dass die in Bibel und Tora zu lesenden menschenrechtsverletzenden Grausamkeiten nicht mehr wörtlich genommen, sondern aus ihrer Entstehungszeit heraus verstanden und interpretiert werden. Diese Art der Interpretation ist im Islam erst langsam am Entstehen. Es gibt inzwischen immer mehr kritische Islamgelehrte und Reformbestrebungen innerhalb des Islams. Deshalb kann man sicher nicht generell von der "Nichtvereinbarkeit von Koran und Menschenrechten" sprechen. Es kommt immer auf die Umsetzung an, z. B. ob ein muslimischer Staat die Scharia eingeführt hat oder nicht. In der Türkei beispielsweise gibt es nicht die Scharia, und wenn dort mit dem Islam argumentiert wird bei Ehrenmorden oder anderen Verbrechen, ist es eine Schutzbehauptung der Täter, die die Religion für ihre eigenen Interessen instrumentalisieren.
Ich stelle einen Link ein, der mehrere Artikel darüber enthält. Wer Interesse hat, kann sie ja mal lesen. Sie sind auf alle Fälle geeignet, Pauschalisierungen zu entkräften.

Internet-Tipp: http://www.qantara.de/webcom/show_article.php/_c-578/i.html


Vorlesefunktion  BarbaraH antwortete am 21.03.07 (15:26):

>>Sehr gut, nur sag das doch mal den fundamentalistischen Muslimen.
Fanatismus birgt in jeder Religion Gefahren.<< (uki)

Fundamentalistische und/oder fanatische Muslime sind Antimuslime.
Fundamentalistische und/oder fanatische Christen sind Antichristen.


Vorlesefunktion  mart antwortete am 21.03.07 (16:01):

Danke Marina für diesen Link, der eine Reihe interessanter Denker vorstellt - Warum wird nur auf keiner! der von Muslimen betriebenen Internetseiten auf den einen oder anderen Bezug genommen?

Allerdings ist es notwendig, auch bei den hier vorgestellten 9 Muslimen genauer nachzufragen:

Z.B. Fethullah Gülen
"Man muß die Stellen im Justiz- und Innenministerium, die man in seine Hand bekommen hat, erweitern. Diese Einheiten sind unsere Garantie für die Zukunft. Die Gemeindemitglieder sollten sich jedoch nicht mit Ämteren wie zum Beispiel Richter oder Landrat begnügen, sondern sollen versuchen die oberen Organe des Staates zu erreichen. Ohne euch bemerkbar zu machen müß ihr immer weiter vorangehen und die entscheidenden Stellen des Systems entdecken. Ihr dürft in einem gewissen Grad mit den politischen Machthabern und mit dem Menschen die hundertprozentig gegen uns sind, nicht in einen offenen Dialog eintreten, aber ihr dürft sie auch nicht bekämpfen. Wenn sich unsere Freunde zu früh zu erkennen geben, wird die Welt ihre Köpfe zerquetschen und die Muslime werden dann ähnliches erleben wie in Algerien. Die Welt hat große Angst vor der islamischen Entwicklung. Diejenigen von uns, die sich in diesem Dienst befinden, müssen sich so wie ein Diplomat verhalten, als ob sie die ganze Welt regieren würden, und zwar so lange, bis ihr diese Macht erreicht habt, die ihr dann auch in der Lage seid mit eigenen Kräften aufzfüllen, bis ihr im Rahmen des türkischen Staatsaufbaus die Macht in sämtlichen Verfassungsorganen zu eurer Front gezogen habt."

Aber es gibt auch andere:


Vorlesefunktion  mart antwortete am 21.03.07 (16:03):

ZB.
..."Es ist an uns, dem Stigma der Intoleranz und der Gewalt zu entkommen. Die Werte der modernen Welt heißen Bildung, Verständnis, Toleranz und Koexistenz. Der Koran spendet uns diese Gaben seit mehr als 1400 Jahren. Aber wir haben den Koran nie studiert, und wenn wir ihn doch studiert haben, dann in der Absicht, unsere sektiererischen Schlachten gegeneinander zu schlagen. Wir haben unsere sektiererischen Dogmen in den Mittelpunkt gerückt, statt uns die Ethik des Korans zu Eigen zu machen. Die Folge dieser sektiererischen Dogmen war komplette Intoleranz gegenüber anderen Menschen, und nach wie vor lassen wir es an ernsthaften Bemühungen fehlen, diesen Fehler zu überwinden.
Wir müssen uns ernsthaft darum bemühen, die Ethik des Korans in den Mittelpunkt zu rücken und diese Dogmen beiseite zu schieben. Das verlangt gewaltigen Mut und große Wahrheitsliebe. Doch wenn wir zu diesem Einsatz nicht bereit sind, kann alles Mögliche aus uns werden – nur keine religiösen Menschen. Von einem Mumin (einem wahrhaft Gläubigen) wird erwartet, dass er ein neuer Mensch ist, ein Muster an Tugend und Moral. Wir müssen uns wieder dem Koran zuwenden und weit ernsthafter als bisher über die in ihm enthaltenen moralischen Lehren reflektieren. Akzeptanz in der Welt erreichen wir nicht durch unsere Dogmen, sondern durch die Ethik des Korans. Die Moslems müssen sich entscheiden – Verträglichkeit oder Engstirnigkeit und intolerantes Sektierertum? Die Welt wird uns nicht nach unseren Dogmen beurteilen, sondern nach unserer Moral und unserer Ethik."

(Aus: Secular Perspective, 16. – 28. Februar 2006)

Dr. Ashgar Ali Engineer ist Gründer und Direkor des Centre for the Study of Society and Secularism in Mumbai, einem langjährigen Partner der Heinrich-Böll-Stiftung in Indien.


Vorlesefunktion  mart antwortete am 21.03.07 (16:10):

In der „Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam“ 1990, unterschrieben, die als allgemeine Richtlinie
für Mitgliedsstaaten auf dem Gebiet der Menschenrechte dienen soll, wird immer wieder betont, dass das Schari’atsrecht über den Menschenrechten steht, z. B. „Alle Rechte und Freiheiten, die in dieser Erklärung vereinbart wurden, unterstehen der islamischen
Schari’a.“ „Die islamische Schari’a ist die einzige
zuständige Quelle für die Auslegung oder Klärung jedes einzelnen Artikels dieser Erklärung.“

Und damit komme ich zu der wirklich primitiven Frage zurück, wieso ein deutsches Gericht entscheiden kann/darf, daß sich eine moslemische Frau, deutsche Staatsbürgerin, von ihrem Mann (von der Polizei dokumentiert) schlagen und mit dem Tod bedrohen lassen muß -
weil es so im Koran steht, war die Begründung.

Das heißt für mich, die islamische Interpretation der Menschenrechte beginnt auch in Deutschland Fuß zu fassen.


Vorlesefunktion  hugo1 antwortete am 21.03.07 (16:41):

mart, was treibt uns, immer und immer wieder zuallererst auf das -nach unserer Meinung- Unrecht zu zeigen, was Andere weltweit tun ?

Sicher werden da Menschenrechte (nach unserer Vorstellung) mit Füßen getreten, werden Menschen gequält, gezüchtigt für Vergehen die bei uns nicht mal ein Achselzucken hervorrufen würden.

Warum ergreifen wir (damit meine ich die westlich Welt) nicht jede sich bietende Möglichkeit dies zu ändern ?

Warum integrieren wir nicht spontan die Türkei in die EU mit all unseren "vorbildlichen, hervorragenden, humanen, menschwürdigen Gesetzen, Verordnungen Bestimmungen, denen Die sich dann unterzuordnen hätte?

Warum nutzen die Amis nicht ihre militärische Übermacht um in Afghanistan und dem Irak ein friedliches System zu installieren, einen Lebenstandard dort aufzubauen der die Massen begeistern muss von der Überlegenheit westlicher Kultur,,??

Nein, das Gegenteil wird getan. Das Schlimmste was man sich vorstellen kann, das Erniedrigen, das Beleidigen, das Ausbeuten das Diskriminieren der Bevölkerung steht augenscheinlich für die dortigen Menschen im Mittelpunkt amerikanischer Bemühungen.(zumindest wird es denen so vorkommen wenn sie die alltäglichen Geschehnisse miterleben müssen)

Die Möglichkeiten einer Vorreiterrolle unsere anscheinend ach so vorbildlichen Gesellschaftsordnung wird damit kläglichst vertan, aber wir lassen keine dazu passende Nachricht aus, unsere Abscheu vor dortigen Verhältnissen anzuprangern und mit Fingern in weite Ferne zu zeigen.


Vorlesefunktion  Marina antwortete am 21.03.07 (16:54):

@Mart, du schreibst:
"Und damit komme ich zu der wirklich primitiven Frage zurück, wieso ein deutsches Gericht entscheiden kann/darf, daß sich eine moslemische Frau, deutsche Staatsbürgerin, von ihrem Mann (von der Polizei dokumentiert) schlagen und mit dem Tod bedrohen lassen muß"

Das ist natürlich ein Unding, aber ich bin fest davon überzeuigt, dass es ein Einzelfall bleiben wird. Die Einführung der Scharia in unsere Rechtsprechung ist mit Sicherheit nicht zu befürchten, da kannst du Gift drauf nehmen. Bereits jetzt sind Konsequenzen gezogen worden, s. Artikel im Link:
"Richterin für befangen erklärt
Das Frankfurter Amtsgericht hat eine Richterin in einem Scheidungsverfahren für befangen erklärt, weil sie mit Bezug auf den Koran eine vorzeitige Scheidung abgelehnt hatte. Das hat ein Sprecher des Gerichts am Mittwoch bestätigt."

Genaueres hier nachlesbar:

Internet-Tipp: http://www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/lokalnachrichten/aktuell/?em_cnt=1099864


Vorlesefunktion  Marina antwortete am 21.03.07 (16:56):

Einen interessanten Kommentar dazu gibt es auch in der FR:

"Scharia am Main
Prügeln per Gerichtsbeschluss
VON PETER MICHALZIK

Über die Stellung der Frau im Islam ist viel gesagt worden. Wie frauenfeindlich der Koran wirklich ist, wissen wir deswegen immer noch nicht. Aber es soll ja sogar islamische Gelehrte geben, die durchaus unterschiedlicher Auffassung sind, wie das Wüstenbuch aus dem siebten nachchristlichen Jahrhundert in diesen Fragen auszulegen ist. Am Ende wird es auch bei dieser Ausgabe des göttlichen Wortes wie bei verwandten Problemstellungen sein: Der Text bedarf der Interpretation, dann muss eine Entscheidung für das eine oder andere Verständnis getroffen werden.

Eine Richterin am Frankfurter Amtsgericht hat sich nun für die allerwörtlichste und rigideste Leseweise entschieden. In Sure 4, 34 des Koran wird der Mann dazu aufgerufen, unbotmäßige Ehepartnerinnen körperlich zu züchtigen. An anderen Stellen widerspricht der Koran dieser Auffassung zwar, die Frankfurter Richterin zieht aber genau diesen Passus heran, um einer deutschen Frau, die dem marokkanischen Kulturkreis entstamme, wie sie ausführt, die vorzeitige Ehescheidung von einem Mann zu versagen, der von der Prügelstrafe die gleiche Auffassung hat wie die, die unsere Richterin für maßgeblich zu halten scheint."

Weiteres im Link:

Internet-Tipp: http://www.fr-online.de/in_und_ausland/kultur_und_medien/feuilleton/?em_cnt=1099095


Vorlesefunktion  mart antwortete am 21.03.07 (17:02):

Nun, ich betrachte das Geschehene als Versuchsballon -
wie ich bereits berichtete, wurde in Kanada mit sehr großer Mühe und Engagement die Errichtung von Shariagerichten für Familienrecht (und dieser hier zitierte Fall ist eine Familienrechtsangelegenheit)verhindert.

Es ist auch interessant, daß bereits im Jänner der Antrag auf Befangenheit der Richterin gestellt wurde, aber erst jetzt (durch das an die Öffentlichkeitgehen der Anwältin ?) eine rasche Entscheidung getroffen wurde.


Ich denke auch an die Zukunft (die mich nicht mehr betreffen wird), wo in der EU eine islamische Mehrheit sein wird, wenn sich die gegenwärtige Entwicklung fortsetzt - keine Panikmache, sondern Realität.

Ich möchte nicht, daß meine Enkelkinder sich mit den Wohltaten des Korans auseinandersetzen müssen.


Vorlesefunktion  schorsch antwortete am 21.03.07 (17:40):

Schon gewusst?: In Israel gelten immer noch jene Gesetze, die es einem Mann gestatten, seiner Frau die Scheidung zu verweigern - auf ewig! Es gibt in Israel Tausende von Frauen, die seit 10 Jahren und mehr daran gehindert werden, sich mit einem anderen Mann zu verbinden. Die Gerichte bestehen noch immer bis zu 90 % aus orthodoxen Juden.


Vorlesefunktion  Felix antwortete am 21.03.07 (17:41):

Ich brauche nicht erst den Koran, um Hinweise auf Menschenrechtsverletzungen nachzuweisen. Die "heilige" Bibel birgt genügend Zündstoff.
Ich greife nur das Beispiel "Menschenopfer" als Gehorsams- oder Glaubensbeweis heraus.
Schon als Kind hat mich die grausame Geschichte mit Abraham und seinem Sohn Isaak zutiefst erschüttert.
Da soll der Vater seinen Sohn ofern ... nur um zu beweisen, dass er seinem Gott blind gehorcht. Und er hätte diese Schandtat auch getan, wenn Gott nicht im letzten Moment eingelenkt hätte.
Was muss das für ein Gott sein? Was muss das für ein unmenschlicher Glaube sein?
Nicht besser ist die Geschichte mit Jesus, der als Sohn Gottes den Kreuzestod erleiden soll, um angeblich die Menschheit zu erlösen. Wovon? Von der Ursünde oder sonst so einem theologischen Schwachsinn?
Eine bluttriefende Vorstellung ... grausame Gottesvorstellungen, die an die Menschenopfer der Mayakulturen erinnert.
Das Kreuz als abscheuliches Marterinstrument wird sogar millionenfach als Symbol dieses sonderbaren Glaubens heute noch überall mit Stolz gezeigt und kultisch verwertet!
Das gibt wahrlich zu denken .... viele praktizieren dies ohne einen Gedanken daran zu verschwenden .... !
Das war immer schon so .... AMEN!


Vorlesefunktion  schorsch antwortete am 21.03.07 (17:43):

Link dazu:

http://www.nif.ch/pages_de/projekte.html

Internet-Tipp: http://www.nif.ch/pages_de/projekte.html


Vorlesefunktion  mart antwortete am 21.03.07 (18:53):

Auf deinen Einwand, Felix, über Ungeheuerlichkeiten in der Bibel brauche ich nicht weiter einzugehen - ich denke, wir sind uns hier bis auf wenige einig und gehen damit auch mit den Vertretern der christlichen Religionen in Europa konform, daß die Bibel nicht das unveränderliche göttliche Wort darstellt und einer Interpretation bedarf.
Das Vorrücken von Bibelwörtlichnehmer wie z.B. die Baptisten ist m. Meinung nach mit Recht genau zu beobachten.

Schorsch:
Die Einführung der Zivilehe ist in Israel seit langem ein Streitpunkt. Der Staat vermeidet hier jede Einmischung in die komplizierten Ehegesetze der verschiedenen Religionen: Den anerkannten Religionen wird völlige Hoheit in standesamtlichen Fragen wie Ehe und Begräbnissen belassen. Die von den Geistlichen der verschiedenen Religionsgemeinschaften vorgenommenen Eheschliessungen werden vom Staat anerkannt.
Das bedeutet natürlich eine unerhörte Machtfülle für die Vertreter der diversen Religionen.
Auf der Strecke bleiben diejenigen Paare mit versch. Bekenntnissen und diejenigen, die sich eben nicht den Gesetzen einer Glaubensgemeinschaft beugen wollen.

Sicherlich ein schwerer Fehler, daß in Israel der Religionsfreiheit ein derartig gr. Spielraum gegeben wird.


Vorlesefunktion  BarbaraH antwortete am 21.03.07 (20:00):

>>Und damit komme ich zu der wirklich primitiven Frage zurück, wieso ein deutsches Gericht entscheiden kann/darf, daß sich eine moslemische Frau, deutsche Staatsbürgerin, von ihrem Mann (von der Polizei dokumentiert) schlagen und mit dem Tod bedrohen lassen muß -
weil es so im Koran steht, war die Begründung.<< (mart)

mart, nach dem was ich gelesen habe, ist Deine Aussage falsch. Die Richterin hat dem Mann nicht erlaubt, seine Frau weiter zu schlagen und mit dem Tod zu bedrohen.

In der Frankfurter Rundschau heißt es:
>>Die Amtsrichterin soll in dem Verfahren gesagt haben, dass für Muslime eine körperliche Züchtigung keine unzumutbare Härte sei. Die vorzeitige Scheidung vor Ablauf des Trennungsjahres sei durch Schläge nicht zu rechtfertigen.

Zuvor hatte die Richterin nach Angaben des Pressesprechers Bernhard Olp (Vizepräsident des Frankfurter Amtsgerichtes) bereits in einem Verfahren nach dem Gewaltschutzgesetz der aus Marokko stammenden Deutschen entschieden: Für sechs Monate wurde dem Mann verboten, die Wohnung zu betreten. Diese Entscheidung wurde im Januar 2007 von der gleichen Richterin verlängert. Laut Olp sei die Richterin davon ausgegangen, nach dieser Regelung sei kein Härtefall mehr gegeben. Dieser wäre für einen vorzeitigen Entscheid über die Scheidung aber notwendig gewesen.<<

Quelle: FR online vom 21.03.07
Richterin für befangen erklärt

Internet-Tipp: http://www.fr-online.de/top_news/?em_cnt=1099864


Vorlesefunktion  hema antwortete am 21.03.07 (21:14):

hugo1 21.03.07 (10:54):

Ich widerspreche dir mit keinem einzigen Wort!

BarbaraH 21.03.07 (12:30):

Ich bin nicht Islam feindlich. Ich berede nur manche Geschehnisse und Traditionen, die ich nicht für richtig befinde und die schon gar nicht mit dem Willen Gottes zu vereinbaren sind. Z.B. eine Steinigung und einen Selbstmordanschlag der andere Menschen tötet.

Du schreibst: ...Vielmehr basieren sie auf ein Rechtsbewusstsein von archaisch patriarchal geführten Gemeinschaften...

Deshalb sind sie auch nicht richtig!


Vorlesefunktion  mart antwortete am 21.03.07 (21:15):

Lt. Begründung der Richterin:

"Die Ausübung des Züchtigungsrechts begründet keine unzumutbare Härte gemäß Paragraf 1565 BGB“

„Für diesen Kulturkreis ist es nicht unüblich, dass der Mann gegenüber der Frau ein Züchtigungsrecht ausübt. Hiermit musste die in Deutschland geborene Antragstellerin rechnen, als sie den in Marokko aufgewachsenen Antragsgegner geheiratet hat.“

Du hast vollkommen recht, Barbara, meine Aussage was falsch, die Richterin hat dem Mann nicht erlaubt, seine Frau weiter zu schlagen und mit dem Tod zu bedrohen.


Vorlesefunktion  eleonore antwortete am 22.03.07 (07:37):

es ist doch ein immerwährendes spiel.

wir christen schauen voll misstrauen auf alle, die eine andere religion und gott huldigen.
anbetracht dessen, finden wir in jeden suppe einen haar.
dass die entscheidung diese, inzwischen suspendierte richterin, mit verlaub blöd und scheisse ist, steht ausser frage.

wir interpretieren mit feuereifer unsere bibel, die juden ihren thora und moslems ihren koran.
die moslems rufen zu heiliegen krieg gegen uns auf, und hetzten gegen *ungläubige*

aber sind wir soviel besser???
prädigen von nächstenliebe, von wange hinhalten, und in taschen viele gehen die messer auf, wenn sie einen kopftuch sehen, oder irgend mufti.

irgendwo ist in laufe der evolution bei uns menschen was gründlich schiefgegangen.


Vorlesefunktion  mart antwortete am 22.03.07 (08:07):

Tatsächlich n u r ein Spiel?

WIR Christen?

WIR interpretieren mit Feuereifer?

Wir predigen von Nächstenliebe?

WIR predigen von Wangehinhalten?
--------------------------------------------

WIR sind soviel besser - geht es tatsächlich um die Ehre besser zu sein?

Aber eine Gesetzgebung, die nicht vermeintlichen göttlichen Anweisungen folgen muß, ist tatsächlich besser und entspricht eher dem humanistischen Ziel der "Gleichheit".


Vorlesefunktion  eleonore antwortete am 22.03.07 (08:25):

@mart,

wieso alles aus den zusammenhang reissen?


Vorlesefunktion  mart antwortete am 22.03.07 (08:39):

Wieso ist da etwas aus dem Zusammenhang gerissen?

Du sprichst von einem immerwährenden Spiel - ich bezweife, daß der Ausdruck "Spiel" zutreffend ist.

Du vereinnahmst alle mit dem Wort "Wir". - Ich schlage vor, du sprichst von "Ich" oder von "einigen oder vielen Christen".

Du stellst die Frage, ob WIR soviel besser seien - das steht aber hier nicht zu Diskussion -

Du solltest zur Kenntnis nehmen, daß in versch. Staaten der Welt, nicht nur in Kanada, sondern zuletzt sehr extrem in Schweden und in Australien Vorstöße gemacht wurden, ein staatliches Sonderrecht für Muslime einzuführen - (aber natürlich nicht von DEN Muslimen, viele von ihnen bedanken sich für diesen Bärendienst)


Vorlesefunktion  mart antwortete am 22.03.07 (08:54):

Aus dem richterlichen Spruch:

"wonach die Ehre des Mannes, einfach ausgedrückt an die Keuschheit der Frau gebunden ist, d.h. im Grunde genommen für einen islamisch erzogenen Mann, das Leben einer Frau nach westlichen Kulturregeln bereits einen Tatbestand der Ehrverletzung erfüllt."


Vorlesefunktion  Wolfgang antwortete am 22.03.07 (09:25):

Aus dem Zusammenhang Gerissenes ist schwer oder gar nicht zu beurteilen. Wie lautet denn der ungekuerzte Satz? Und wo kann man das nachlesen?


Vorlesefunktion  BarbaraH antwortete am 22.03.07 (10:23):

Wenn es nur mart wäre, die aus dem Zusammenhang zitiert und damit den Sachverhalt verdreht, ginge es ja noch. Leider ist jedoch die Presse ist voll davon. Muslim-Bashing ist eben in.

Ein Versuch zur Klärung:
Um die Scheidung einer Ehe zu vollziehen, muss vor der Scheidung ein Trennungsjahr eingehalten werden. Nur in ausgesprochenen Härtefällen sieht das Gesetz einen Verzicht auf dieses Trennungsjahr vor.

Diesen Härtefall wollte die Anwältin der scheidungswilligen Frau geltend machen mit der Begründung, der Ehemann habe seine Frau mehrfach geschlagen. Die Richterin sah darin keinen besonderen Härtefall und argumentierte:
"Für diesen Kulturkreis ist es nicht unüblich, dass der Mann gegenüber der Frau ein Züchtigungsrecht ausübt. Hiermit musste die in Deutschland geborene Antragstellerin rechnen, als sie den in Marokko aufgewachsenen Antragsgegner geheiratet hat."

Wichtig ist, dass die Richterin bereits im Mai letzten Jahres einem Antrag der Frau auf Gewaltschutz stattgegeben hatte, d.h. der Mann musste aus der Familienwohnung ausziehen und durfte sich ihr nicht mehr nähern. Dieser Gewaltschutz wurde nach einem halben Jahr verlängert bis zum Ablauf des Trennungsjahres im Mai d.Jrs.

Für mich ist das Verhalten der Richterin nachvollziehbar. Sie handelte nach geltenden deutschen Gesetzen, indem sie der Frau Gewaltschutz gewährte, sprach dem Ehemann also keinesfalls ein Züchtigungsrecht zu. Sie lehnte lediglich die Aufhebung der Einhaltung eines Trennungsjahres ab, das jedes scheidungswillige Paar in Deutschland vollziehen muss.


Vorlesefunktion  hema antwortete am 22.03.07 (10:24):

mart schrieb:
...WIR sind soviel besser - geht es tatsächlich um die Ehre besser zu sein?...

Es geht NICHT um die EHRE BESSER ZU SEIN.
Es ginge/geht darum BESSER ZU HANDELN!


****************************************************+

...."wonach die Ehre des Mannes, einfach ausgedrückt an die Keuschheit der Frau gebunden ist"

So wollen es die Maener und quaelen damit die Frauen ein Leben lang!

Ich antworte darauf: "Mann was hab ich mit dir zu schaffen? Mit deiner Denkweise lebe ich lieber ohne dich, damit MEINE EHRE GEWAHRT BLEIBE!"


Vorlesefunktion  hema antwortete am 22.03.07 (10:25):

Psalm 23

Der Herr ist mein Hirte.
Nichts wird mir mangeln!


Vorlesefunktion  hema antwortete am 22.03.07 (10:28):

Noch etwas zur Ehre.

Liebe ist von Eltern und Männern bei den muslimischen Zwangsehen von KEINER NOTWENDIGKEIT!

Das Leben der Frau also "nichts wert"!
Sie hat zu dienen und zu gehorchen - bis ihre Seele gestorben ist.

Moege Gott es aendern. Ich bitte darum!


Vorlesefunktion  Wolfgang antwortete am 22.03.07 (11:14):

Mit Verlaub, hema, Du schreibst grossen Bullshit. Deine Beitraege sind von keinerlei Sachkenntnis getruebt. Dafuer sind sie durchsetzt von froemmelnder evangelikaler Eiferei. So aehnlich agieren Deine Gegenstuecke - die eifernden Islamisten. Du kannst ihnen die Hand reichen.


Vorlesefunktion  dutchweepee antwortete am 22.03.07 (11:23):

Die Ideologie, die solche Steinigungen ermöglicht, wurde auch von den beiden christlichen Amtskirchen bis heute nicht widerrufen. Von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt, verlangt die Katholische Kirche auch heute zB. die Anerkennung des Alten Testaments als „unaufhebbarer Teil der Heiligen Schrift“, in denen viele Tötungsaufrufe enthalten sind.

Dort wird verlangt, dass sittliche Verfehlungen wie z. B. Ehebruch mit der Todesstrafe zu ahnden sind (3. Mose 20, 10). Ebenso brutal sei in anderen Fällen sittlicher Vergehen zu verfahren - insbesondere auch bei Ungehorsam gegen das Wort eines Priesters.


Vorlesefunktion  hema antwortete am 22.03.07 (11:36):

@ Wolfgang

Meine Denkweise lasse ich mir von dir nicht nehmen.

Soeben hast du mich gesteinigt!


Vorlesefunktion  hema antwortete am 22.03.07 (11:38):

@ duchtweepee

Das AT ist in dieser Sache laengst ueberholt.
Noch einmal:
Jesus sagt: "Wer ohne Suende ist, der werfe den ersten Stein!"


Vorlesefunktion  dutchweepee antwortete am 22.03.07 (11:42):

@hema -- es ist dem klerus absolut egal, was DU glaubst. wenn dieser machtapparat heute noch machen könnte was er wollte, so wäre er keinen deut besser als die mittelalterlichen imame in pakistan.


Vorlesefunktion  mart antwortete am 22.03.07 (12:27):

hema,
entschuldige, daß ich mich hier einmische. Die Beurteilung von Wolfgang über "Bullshit" ist wie so oft persönlich beleidigend und nicht argumentativ, aber auch ich meine, daß du dich dabei sachlich vertan hast.


Vorlesefunktion  mart antwortete am 22.03.07 (14:44):

Sehe gerade, Barbara, daß ich deiner scharfen Bewertung nicht entgehe:

<<Wenn es nur mart wäre, die aus dem Zusammenhang zitiert und damit den Sachverhalt verdreht, ginge es ja noch. Leider ist jedoch die Presse ist voll davon. Muslim-Bashing ist eben in.<<

Ja, so ist es eben, die Welt ist eben böse .... der Lohn für die Verfolgten wird im Jenseits umso größer sein.

Habe ich nicht schon einmal gesagt, daß es für mich eine Ehre ist, hier unter den Rassisten und Muslimbashern eingereiht zu werden?


Vorlesefunktion  Felix antwortete am 22.03.07 (15:53):

Mir ist es völlig gleichgültig woher die heute noch zahlreichen sexistischen Ungerechtigkeiten kommen.
Ob es in der jüdischen Tradition liegt oder an der patriarchalischen Denkweise im Nahen Osten und bei den Arabern. Auch die Nicht-Zulassung von Priesterinnen ist sexistisch.
Solange noch viele Menschen von ihren religiösen Lehren abhängig bleiben, wird sich da kaum viel ändern.
Es gibt keine rationalen Gründe, weshalb das Geschlecht zu anderem Recht führen sollen.
Aber besonders schlimm wird es, wenn es keine religionsunabhängige Rechtsprechung mehr geben würde.
DESHALB WEHRET DEN ANFÄNGEN!


Vorlesefunktion  Marina antwortete am 22.03.07 (16:21):

Barbara schreibt am 22.03.07 (10:23): „Für mich ist das Verhalten der Richterin nachvollziehbar. Sie handelte nach geltenden deutschen Gesetzen“

Das ist nicht nur pervers, sondern auch falsch. Sie urteilte eben nicht nach deutschen Gesetzen. In Deutschland gibt es keine Scharia, die auf religiösem Recht basiert, sondern eine Trennung zwischen Staat und Religion .Ein Verständnis für solch ein Fehlurteil hat nichts mehr mit Toleranz zu tun. Dann müsste man auch Ehrenmorde und Mädchenbeschneidungen (die grausamste Folter, die an kleinen Mächen möglich ist) gut heißen, weil sie Teil einer anderen (Un)kultur sind.

Auszug aus einem Artikel der FR von PETER MICHALZIK:
[. . . ]
Zunächst aber geht es darum, die Richterin daran zu erinnern, dass sie an einem deutschen Gericht als Richterin nicht wegen ihrer einschlägigen Kenntnisse des Koran arbeiten kann, sondern weil sie ihre Zeit an der Uni hoffentlich mit dem Studium von Grundgesetz, Bürgerlichem Gesetzbuch, deutschem Straf- und Familienrecht verbracht hat. Die sind in Fragen der körperlichen Züchtigung nach unserer - zugegebenermaßen nicht universitär abgestützten Meinung - recht eindeutig.
„Dass gnadenlos exekutierter Kulturrelativismus und liebgewonnene Einfühlungsreflexe wie bei der political correctness zu absurden Ergebnissen führen und den schönen Begriff der Toleranz zu dem Ring machen, an dem wir uns wie Tanzbären durch die Manege der groteskesten Selbstverrenkungen führen lassen, bleibt nach wie vor gewöhnungsbedürftig. Am Ende geht die Gefahr nicht von bombenlegenden Opernbesuchern und prügelnden Ehemännern aus, sondern von uns selbst.“

Dem stimme ich zu, bei aller Toleranz und Appellen zu gegenseitiger Akzeptanz. Da, wo Menschenrechte in eklatantester Weise verletzt werden, muss es ein Ende der Toleranz geben. Und zwar vor allem im Sinne der betroffenen Frauen. Ein Verständnis für ein solches Urteil ist ein Schlag ins Gesicht des Opfers, das auf diese Weise mit anderen Maßstäben gemessen wird als deutschstämmige Frauen.
Und das wiederum läuft genau auf das Gegenteil von Toleranz hinaus, nämlich auf Rassismus pur.

Internet-Tipp: http://www.fr-online.de/in_und_ausland/kultur_und_medien/feuilleton/?em_cnt=1099095


Vorlesefunktion  Medea. antwortete am 22.03.07 (16:23):

Danke Felix,
das ist ein klares Wort!


"Dort wird verlangt, dass sittliche Verfehlungen wie z. B. Ehebruch mit der Todesstrafe zu ahnden sind (3. Mose 20, 10). Ebenso brutal sei in anderen Fällen sittlicher Vergehen zu verfahren - insbesondere auch bei Ungehorsam gegen das Wort eines Priesters." (Durchweepee)


Mit dem Unterschied, daß in unserer heutigen westlichen Gesellschaft wohl kaum das Alte Testament herangezogen wird, um Todesurteile zu fällen - zudem können Altes und Neues Testament bzw. die gesamte Bibel in Einzelteilen oder auch ihrer Gesamtheit kritisiert werden .... -
d a s ist aber mit dem sogenannten Heiligen Buch Koran nicht nur straf-, sondern leider auch todeswürdig in vielen islamischen Ländern.
Woher kommt bloß diese Scheuklappenmentalität vieler hier Diskutierenden? Da werden die Durchblicker versucht mundtot zu machen mit Prädikaten wie Muslimbusher oder Rassist oder, oder, oder
Koppschüttel.


Vorlesefunktion  dutchweepee antwortete am 22.03.07 (16:52):

@medea --- GENAU DAS hab ich doch versucht zu sagen am 22.03.07 (11:42).

das verwerfliche ist die verknüpfung zwischen staat und kirche. das christentum ist nicht einen jota moderner als der islam, nur hat es zum glück in europa keinerlei rechtsgewalt mehr.

p.s.: es ist falsch die unterschiede zwischen den religionen herauszustreichen, wie es gerne die priester ALLER religionen machen, anstatt das verbindende herauszustellen.

.


Vorlesefunktion  dutchweepee antwortete am 22.03.07 (17:02):

der prozess der "domestizierung" des christentums hat in europa viele jahrhunderte gedauert und tausende menschenleben gefordert.

heute können sich christen freiheitlich zurücklehnen, ihre bürgerrechte geniessen und trotzdem am sonntag zu ihrem mittelalterlichen gott beten.

das ist auch okey solange die bibel nicht zum gesetzbuch erklärt wird, dann wäre unsere gesellschaft genauso arm dran, wie die zum teil mittelalterlichen arabischen rechtssysteme.


Vorlesefunktion  BarbaraH antwortete am 22.03.07 (17:40):

Schade, Marina, dass offenbar auch Du meinen heutigen Beitrag von 10.23 Uhr mit Schaum vor dem Mund gelesen hast....

Hier wird so getan, als habe sich die Richterin gegen eine Trennung ausgesprochen. Dabei hat sie der Frau sogar Gewaltschutz gewährt, d.h. der Mann musste aus der Familienwohnung ausziehen und durfte sich ihr nicht mehr nähern.

Hier geht es lediglich um die Einhaltung des Trennungsjahres, das jedem scheidungswilligen Paar auferlegt wird.

Wo liegt denn eigentlich der Unterschied, ob die Ehe sechs oder zwölf Monate nach Auszug des Mannes geschieden wird? Die Frau argumentiert, die Ehre ihres Mannes wäre nicht mehr in Gefahr, wenn die Scheidung vollzogen wäre. Das ist ihre Annahme. Sicher ist das nicht...


Vorlesefunktion  mart antwortete am 22.03.07 (17:52):

<<der prozess der "domestizierung" des christentums hat in europa viele jahrhunderte gedauert und tausende menschenleben gefordert.<< (dutchweepee)


Zur Illustration dieses Punktes: "Das vergessene Gebot" Ein Buch des Juristen Günther Rudolf

"....Und er geht noch weiter und stellt die Frage, ob die Bibel nicht eine verfassungswidrige und jugendgefährdende Schrift für die Schule sei? In der Tat kann niemand behaupten, dass das "Buch der Bücher" harmonisch auf unser Grundgesetz oder die Menschenrechtskonventionen abgestimmt ist.
Seine Forderung nach einer Entschuldigung der beiden christlichen Kirchen gegenüber den Frauen - rundet das Buch in seiner konsequent geführten Beweisführung mit ebenso konsequenten Forderungen ab.
Abschließende Bewertung: Der Autor gehört offensichtlich zu der seltenen Spezies der Freigeister; Menschen, die sich nicht beirren oder einschüchtern lassen.

http://www.autoren-heute.de/h/Sachbuch/Gebot.html

Hier sind Leseproben zu finden:

Internet-Tipp: http://www.guenther-rudolf.de/leseprobe.htm


Vorlesefunktion  hema antwortete am 22.03.07 (17:57):

@ Wolfgang und mart

Ich weiß nicht so recht über welcen Satz ihr euch so mokkiert?

Wenn es dieser Satz war,

dann denke ich da an eine indische Frau.
Eine Lehrerin, in einer Stadt aufgewachsen nahe der Stadt Jaiselmer. Dann haben die Eltern einen Ehemann ausgewählt und die arme Frau mußte zu ihm in die Wüste Thar ziehen, durft nicht mehr als Lehrerin arbeiten und fünf Männer paßten auf sie auf, dass sie "nichts falsch macht"!

Sie nimmt dieses Leben auf sich, damit ihre Eltern "glücklich" sind. Was sie will, darauf kommt es nicht an, sagte sie zum TV-Reporter als er sie danach fragte.

Könnt ihr mir sagen wie das eine Frau aushält?
Im Endefekt ist sie ein willenloses Wesen. Aber die Ehre der Familie ist gewahrt!

Ich bin durch die Wüste Tharr gefahren. Da gibt es nichts außer Sand und einige Kamelzüchter. Auch Esel laufen dort herum!


Vorlesefunktion  Marina antwortete am 22.03.07 (18:31):

Neuer, sehr differenzierter und kluger Kommentar in der Süddeutschen Zeitung von Heribert Prantl:

Auszüge:
"Toleranz bedeutet mitnichten, dass jeder machen kann, was er will. Toleranz heißt nicht Beliebigkeit, heißt nicht, dass man für alles Verständnis haben soll. Toleranz ist nichts Schrankenloses. Sie kann nur innerhalb klarer Grenzen existieren.
Diese Grenzen setzt in Deutschland das deutsche Recht, nicht ein Koran oder sonst ein heiliges Buch. Wenn diese Grenzen nicht geachtet werden, wird aus Wohltat Plage. Innerhalb dieser Grenzen gibt es natürlich Multikulturalität - und wer sagt, dass diese sich nicht mit Demokratie und Rechtsstaat vertrüge, der ist mindestens so töricht wie die Frankfurter Familienrichterin, die sich zur Begründung einer Rechtsansicht auf den Koran bezogen hat.
Schon die Rechtsansicht der Richterin war falsch; und der Koran hatte in ihrem Verfahren nichts zu suchen. Aber noch viel falscher ist ein Teil der Berichterstattung über den Fall: Die Richterin hat kein Urteil gefällt. Und sie hat mitnichten geduldet, dass der marokkanische Ehemann seine Frau prügelt. Sie hat auch nicht ein eheliches Züchtigungsrecht gebilligt. Das ist alles Unsinn.
[. . . ]
Es geht in dem „Skandalfall“ darum, ob es nun der Frau zumutbar ist, mit der Scheidung noch die wenigen Monate zuzuwarten, bis das nach dem Gesetz obligatorische Trennungsjahr abläuft.
Die Richterin hatte (im Rahmen des Antrags der Frau auf Prozesskostenhilfe für die Scheidung) die Ansicht vertreten, dies sei zumutbar - das allerdings mit dem törichten Hinweis darauf, dass die Eheleute aus einem anderen Kulturkreis stammten und es im Koran nun einmal ein Züchtigungsrecht gebe.
Das war eine unwürdige, eine obszöne Begründung, mit der die Richterin wohl davon ablenken wollte, dass sie zu bequem war, rasch ein Scheidungsurteil zu fällen, das sich ein paar Monate später quasi von selbst schreibt.
Sie ist deshalb zu Recht als befangen abgelehnt worden. Das heißt: Jetzt bearbeitet ein anderer Richter den Fall. Das heißt: Der justizinterne Korrektur-Mechanismus funktioniert. Für Hysterie gibt es keinen Anlass. Wer nun einen „Koran-Alarm“ auslöst und behauptet, die Justiz sei islamhörig, der betreibt Hetze.
Natürlich gibt es falsche Urteile, auch im Zusammenhang mit der Bestrafung muslimischer Täter. Wenn ein sogenannter Ehrenmord zu milde bestraft worden sein sollte, muss das in nächster Instanz genauso korrigiert werden, wie zu milde Urteile gegen deutsche Rechtsradikale."

Internet-Tipp: http://www.sueddeutsche.de/deutschland/artikel/884/106778/


Vorlesefunktion  eleonore antwortete am 22.03.07 (18:42):

na ja, um esel zu sehen, muss man nicht in wüste fahren.


Vorlesefunktion  BarbaraH antwortete am 22.03.07 (19:10):

>>Neuer, sehr differenzierter und kluger Kommentar in der Süddeutschen Zeitung von Heribert Prantl<< (Marina)

Da stimme ich voll mit Dir überein, Marina. Endlich einmal ein sachlicher Beitrag über das "Wie und warum aus einem juristischen Pups Hysterie wird".

Quelle des Zitats: sueddeutsche.de vom 22.03.2007
Koran-Alarm in Deutschland
Kommentar von Heribert Prantl

Internet-Tipp: http://www.sueddeutsche.de/deutschland/artikel/884/106778/


Vorlesefunktion  Marina antwortete am 22.03.07 (19:24):

Ja Barbara, er stimmt zwar in einigen Punkten mit dir überein, aber dein Verständnis für die Richterin und deine Aussage, dass die Richterin nach deutschem Gesetz gehandelt hat, teilt er ganz und gar nicht. So wie er argumentiert, sehe ich es auch.



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