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Politik & Gesellschaft
THEMA: Eine Frage der Ehre?.
Bisher 44 Antworten.
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Wolfgang
begann die Diskussion am 22.03.07 (09:55) :
Ehre ist ein verhaltenssteuerndes Instrument. In modernen Industriegesellschaften wurde dieses Instrument ausgesondert. Jedenfalls dachten die meisten, dass es ausgesondert sei. Ueber die Hintertuer der Migration kommt dieses Instrument aber gerade wieder rein. Denn viele MigrantInnen sind von vorindustriellen Gesellschaften und deren gesellschaftlichen Institutionen und Strukturen gepraegt und ticken anders, als die Mehrheitsgesellschaft tickt, in der sie sich jetzt bewegen.
Was tun? Den Weg der Gewalt gehen und einen Krieg der Kulturen fuehren? Oder einen friedlichen Weg einschlagen? Das Ticken der Mehrheitsgesellschaft mit Polizei + Justiz durchsetzen? Oder Parallelgesellschaften mit Autonomie fuer die Anderstickenden zulassen? Viel tun, weil die Zeit angeblich davonlaeuft? Oder wenig bis gar nichts tun, weil die Zeit angeblich vieles richten wird? Was ist, wenn die alte Mehrheitsgesellschaft in wenigen Jahren (zumindest in den grossen Staedten) zur Minderheitsgesellschaft geworden ist? Gilt dann der Wille der neuen Mehrheit? Oder bleibt es bei der alten Machtverteilung?
Als Einstieg in die Diskussion schlage ich folgenden Aufsatz vor: Zur Verpflichtung der Ehre (von Elçin Kuerşat), http://www.dta-uni-hannover.de/publik/Ehre.htm
P.S.: Ich will die Fragen gleich fuer mich beantworten... Ich plaediere fuer Parallelgesellschaften mit Autonomie und dort, wo hinreichend viele MigrantInnen einer Couleur leben, fuer eine Parallelgesellschaft mit eigener Amts- und Unterrichtssprache (Beispiel Kanada, USA).
Internet-Tipp: http://www.dta-uni-hannover.de/publik/Ehre.htm
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hugo1
antwortete am 22.03.07 (10:18):
so richtig gut gefällt mir der Begriff Parallelgesellschaft nicht. Da geh ich davon aus, das sich Neubürger oder Sekten oder ähnliches verselbständigen. Da bleibt ein Anecken mit dem GG nicht aus.
Da kann es nur ein entweder oder geben, alles andere, also so ein wischi waschi, mal so und mal halbso,,geht nicht gut.
Wer das Gebär-, oder Zuwachsmonopol an sich reißt, wird bald auf demokratischer Basis über die hier üblichen Wahlgepflogenheiten die Regierung stellen, kann dann das GG zu seinen Gunsten ändern und schwupps sind die in der Minderheit, die das eigentlich gar nicht wollten.
Da bin ich doch schon eher dafür, das alle Zuwanderer beste Möglichkeiten zum integrieren bekommen. Das kann von mir aus demnächst auch auf europäischer Grundlage passieren.
Zwingend Kindergarten-, und Schulbesuch, zwingend erlernen der Sprache. Zwingendes Nutzen von Angeboten zum Erlernen allgemeinüblicher Umgangsformen, Gesetze, Verordnungen zum beherrschen das Alltagslebens. (das muten wir uns selber zu, zum Nutzen des Einzelnen und der Gesellschaft, also warum gönnen wir es nicht Allen?)
(nicht das ein Ex-Ausländer -z.B. der Mann sich umfassend schulen und bilden lässt und seine Frau zuhause mit den Kindern versauert ohne Kontakte und Bewegungsfreiheit,,,,
Vielleicht verstehst Du unter Parallelgesellschaft auch etwas anderes, darüber sollten wir uns erst verständigen ?
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Elfenbein
antwortete am 22.03.07 (10:18):
.. ergänzt als Tagesaktualität:
Deutsch muss als Nationalsprache in die Verfassung des Freistaats Bayern eingeschrieben werden!
Artikel 1 muss ergänzt werden um 1.(4):
"Die deutsche Hochsprache muss bildungspolitisch und polizei-amtlich durchgesetzt werden."
Internet-Tipp: http://www.verfassungen.de/de/by/bayern46.htm#11
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kagula
antwortete am 22.03.07 (10:33):
Parallelgesellschaften - Beispiel Kanada / USA! Warum so weit gehen? Um die Wende des vorigen Jahrhunderts, als im Westen Deutschlands das Industriezeitalter begann, hatten die rheinisch-westfälischen Einwohner schon einmal das Problem das innerhalb kurzer Zeit Menschen mit einer anderen Mentalität und Sprache ansässig wurden. Polen, Flamen, Italiener, Ostpreußen, Niederländer strömten in die wachsende Bergbau- und Stahlindustrie. Die ursprünglich, mehrheilich katholische Bevölkerung sah sich plötzlich in Massen auftretenden Protestanten gegenüber die auch zu Reibungen zwischen den Volksgruppen führte, erinnert sei an den Beginn der Konfessionsschulen und -kindergärten. Auch im rheinisch-westfälischen Industriegebiet gab es eine Sprachenvielfalt die sich bis in die dreißiger Jahre des vergangenen Jahrhunderts auswirkte - es war aber nie die Rede davon das die einheimsche Bevölkerung nun plötzlich polnisch oder flämisch lernen musste. Wenn deutsche Auswanderer (von denen es ja nun wieder eine Vielzahl gibt) nicht die Sprache ihres Gastlandes lernen wollen bleiben sie - schlicht gesagt - außen vor.
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hema
antwortete am 22.03.07 (10:38):
Also alles was da ueber Parallelgesellschaften und anderen Angeboten geschrieben ist, IST DOCH KEINE FRAGE DER EHRE!.
Die Frage der Ehre beginnt im KOPF und bezieht sich auf Moralvorstellungen, Sitten und Lebensgepflogenheiten. Sie hat auch mit Freiheit zu tun.
Es ist unmoralisch andere Menschen (Maenner wie Frauen) unter den eigenen Willen zu zwingen.
Und noch was: Meine Freiheit hoert dort auf, wo ich beginne anderen Menschen zu schaden!
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Elfenbein
antwortete am 22.03.07 (11:00):
"Wer das Gebär-, oder Zuwachsmonopol an sich reißt..." - eine "ehren"-hafte Hugo-Leistung!
Kein A u s l ä n d e r, dessen Zuzug, Aufenthalt, Arbeits- und Wohnmögichkeiten überwacht sind; ja, dessen Lebenschancen sogar zu bestimmten Zeiten und in bestimmten "Regionen" in diesem hochheilig christlichen Deutschland gefährdet sind - kann vermittels seiner Reproduktionsquote oder Sexualmoral zum deutschen Staatsbürger werden und somit wahlberechtiger Bürger.
- Was für Wahl-, äh: Wahnvorstellungen von Inländern! Da diskutiere ich nicht mehr mit.
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schorsch
antwortete am 22.03.07 (11:07):
Parallelgesellschaft = Ghetto?
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Wolfgang
antwortete am 22.03.07 (11:08):
Nein, Schorsch: Parallelgesellschaft = Parallelgesellschaft
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mart
antwortete am 22.03.07 (11:42):
Ehre - Ehrenfriedhof
"Die Ehre ist, objektiv, die Meinung anderer von unserem Wert und, subjektiv, unsere Furcht vor dieser Meinung.“– Arthur Schopenhauer
"O über die wilden, unbiegsamen Männer, die nur immer ihr stieres Auge auf das Gespenst der Ehre heften! Für alles andere Gefühl sich verhärten!" Gotthold Ephraim Lessing, (1729 - 1781), deutscher Schriftsteller, Kritiker und Philosoph der Aufklärung
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Medea.
antwortete am 22.03.07 (12:21):
"Mein Vater war ein dunkler Ehrenmann...."
(Faust in Goethe)
und
"Wir lassen uns nichts schenken Herr! Unsereins hat auch Ehre im Leib"
meint der Mohr im "Fiesko",
dazu
"Je kleiner die Zahl, je größeres Ehrenteil"
(König Heinrich V.")
In Parallelgesellschaften wird doch so viel von "Ehre" gefaselt - da wird wohl noch viel "ehrenhaftes" zu erwarten sein.
Luja soag i.
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dutchweepee
antwortete am 22.03.07 (12:32):
ich wundere mich, daß hier plötzlich über die "ehre" hergezogen wird. ich habe hier in holland kunden gefunden, bei denen es zur EHRE gehört, pünktlich zu zahlen. ich wollte, solche geschäftsleute gäbe es noch mehr in deutschland - vor allem im bankensektor.
p.s.: in der tat sind es vor allem arabische und türkische kunden, die sich die ehre geben, sogar noch vor dem liefertermin zu zahlen. daran können sich die europäer eine scheibe abschneiden.
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mart
antwortete am 22.03.07 (13:24):
Du hast recht, dutchweepee, jeder von uns hat eingestandermaßen oder unbewußt einen "Ehrenkodex". Solange dazu Höflichkeit, Rücksichtsnahme gegenüber anderen, Ehrlichkeit zählen, eine durchaus positive Eigenschaft. Allerdings kann man nicht die Augen davor verschließen, daß ein übersteigerter Ehrbegriff bis zum Ruin und zum Mord führen kann.
Da im Eingangsstatement für fuer Parallelgesellschaften mit Autonomie plädiert wurde, möchte ich einfach feststellen, daß es diese offensichtlich in Deutschland bereits gibt. Siehe Link
<<"In Deutschland wird mit zweierlei Maß gemessen" Seyran Ates, türkischstämmige Juristin und Frauenrechtlerin, behauptet: Gewalt ist im Islam akzeptiert. Die Muslime lebten zwar in Deutschland, aber in einer parallelen Gesellschaft - die von der Politik noch befördert würde.<<
Ein Interview von Thorsten Denkler
Internet-Tipp: http://www.sueddeutsche.de/,tt1m5/deutschland/artikel/798/106692/
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Medea.
antwortete am 22.03.07 (14:28):
Lieber dutch,
daß bei diesen ehrenwerten Gesellschaften eine angenehme Zahl-Ehre besteht, habe ich doch mit keinem Wort bestritten. Was ist aber noch "Eine Frage der Ehre?" Titel dieses threads.
Aus dem vorgenannten Link:
"Ates: Wir leben in zwei verschiedenen Gesellschaften. Auf der einen Seite die europäische, aufgeklärte, deutsche Gesellschaft. Zwangsheirat, sexuelle Aufklärung, Selbstbestimmung, das sind alles Themen, die in dieser Gesellschaft abgearbeitet wurden. Diese Entwicklung fehlt in der islamischen Gesellschaft.
sueddeutsche.de: Die meisten Muslime leben seit Jahren in Deutschland. Wie kann es sein, dass so viele von der Aufklärung völlig unbeeindruckt sind?
Ates: Wir müssen erst mal akzeptieren, dass es eine muslimische Parallelgesellschaft in Deutschland gibt. Das haben viele noch nicht begriffen. Ich sage einfach: Die Richterin hat Recht! Natürlich war ich auch erst erschrocken. Ich dachte erst, das ist doch menschenverachtend, zu sagen, du musst länger mit deinem gewalttätigen Mann zusammen bleiben, weil das Teil deiner Kultur ist.
sueddeutsche.de: Und dann?
Ates: Dann dachte ich: Im Grunde genommen hat sie nur das ausgesprochen, was in Deutschland längst Normalität ist, nämlich mit zweierlei Maß zu messen. Wie haben in vielen Lebensbereichen doppelte Standards. In der Schule können sich muslimische Mädchen vom Sport- und Schwimmunterricht, von Klassenfahrten befreien lassen. Polygamie unter Muslimen wird geduldet. Ehrenmord wird vor Gericht als Totschlag behandelt. Es ist haarsträubend, wenn jetzt Politiker sagen, solche Richtersprüche führten in ein Parallelgesellschaft. Wir sind doch längst mitten drin."
Auschnitte aus dem Interview
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Juan
antwortete am 22.03.07 (14:54):
@kagula
kagula antwortete am 22.03.07 (10:33):
im Moment nur ganz kurz gesagt, da meiner Ansicht nach hierzu einfach geantwortet werden kann. Sie übersehen, dass es sich bei diesen Zuwanderern nicht um Menschen eines komplett fremden Kulturkreises handelt. Es waren meistens Europäer christlicher Herkunft. Was Wolfgang anspricht, ist aber die Einwanderung Menschen aus völlig anderen Kulturen, Religionen mit einem für uns oft völlig fremden Ehrenkodex oder sogar einem Dogma
Hierzu eine Aussage kann ich jedenfalls jetzt noch nicht machen. Eines ist trotzdem für mich nicht die ideale Lösung. Eine Parallelgesellschaft.
Dazu las ich heute einen Fall in der Presse. Ich werde ihn später einmal zu Diskussion stellen, da er nicht direkt hierher gehört aber die möglichen Probleme einer Parallelgesellschaft aufzeigt.
Mfg Juan
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Juan
antwortete am 22.03.07 (15:01):
@kagula
kagula antwortete am 22.03.07 (10:33):
im Moment nur ganz kurz gesagt, da meiner Ansicht nach hierzu einfach geantwortet werden kann. Sie übersehen, dass es sich bei diesen Zuwanderern nicht um Menschen eines komplett fremden Kulturkreises handelt. Es waren meistens Europäer christlicher Herkunft. Was Wolfgang anspricht, ist aber die Einwanderung Menschen aus völlig anderen Kulturen, Religionen mit einem für uns oft völlig fremden Ehrenkodex oder sogar einem Dogma
Hierzu eine Aussage kann ich jedenfalls jetzt noch nicht machen. Eines ist trotzdem für mich nicht die ideale Lösung. Eine Parallelgesellschaft.
Dazu las ich heute einen Fall in der Presse. Ich werde ihn später einmal zu Diskussion stellen, da er nicht direkt hierher gehört aber die möglichen Probleme einer Parallelgesellschaft aufzeigt.
Mfg Juan
PS Gerade lese ich, dass dieses schon von mart angesprochen wurde. Es kann doch nicht angehen, dass bei uns mit zweierlei Recht geurteilt wird.
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Felix
antwortete am 22.03.07 (16:16):
Von der Psychologie und Soziologie herkommend habe ich mit dem unscharfen Begriff <Ehre> meine liebe Mühe. Vorallem in dunkeln Randzonen wie z.B. beim <Ehrenmord> oder <Ehrentod> stossen wir in ideologische Vorstellungen vor, die mich zum Schaudern bringen können. Vielleicht lässt sich das Thema auch auf einen übersehbaren Teilaspekt des Ehrbegriffs reduzieren.
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Marina
antwortete am 22.03.07 (17:07):
Eine Parallelgesellschaft womöglich mit der Scharia? Auch wenn es sie de facto bereits hier gibt, aber sie zu implementieren statt zu versuchen, die Integration zu fördern, würde auf ein Getto hinauslaufen, da hat Schorsch völlig recht. Wäre kontraproduktiv und ganz im Sinne der Rechten, die so eine Ausgrenzung auch gerne hätten. Es würde zu noch größerem Rassismus führen, als wir bereits schon haben. Was wir brauchen, sind mehr Begegnungen zwischen den Kulturen (wie es dieser Pfarrer in Köln gerade versucht), damit eine Verständigung möglich wird. Und Verständigung heißt nicht, Prügeleien, Ehrenmorde oder gar Mädchenbeschneidung zu akzeptieren und unbestraft zu lassen. Es muss nach deutschem Recht geurteilt werden, und zwar ohne Rücksicht auf die kulturelle Herkunft, vor allem im Sinne derer, die keine Fundamentalisten sind, und das sind die meisten. Alles andere bedeutet ein Messen mit zweierlei Maß und dient nicht der Integration, sondern der Ausgrenzung. Viele Migranten leiden immens unter den Fundis, und das sind vor allem die Mädchen und Frauen. Ihnen hilft man ganz bestimmt nicht mit der Forderung nach einer Parallelgesellschaft.
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dutchweepee
antwortete am 22.03.07 (17:13):
keinerlei religiöse regeln dürfen in das rechtssystem einfliessen. demnächst dürfen wohl inder auf dem marktplatz von halle ihre witwen (oder katholen ihre ketzer) verbrennen lassen?
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mart
antwortete am 22.03.07 (17:13):
Auch wenn es dich stören sollte nun aus der falschen Ecke Zustimmung zu bekommen, tue ich es trotzdem.
Ich finde du hast hier in jedem einzelnen Punkt recht.
Besonders der Satz <<Wäre kontraproduktiv und ganz im Sinne der Rechten, die so eine Ausgrenzung auch gerne hätten.<< sollte bedacht werden.
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hugo1
antwortete am 22.03.07 (17:22):
elfenbein, brauchst ja nicht mehr zu diskutieren (von Ehre schrieb ich in dem Zusammenhang wohlweislich nicht)aber bedenke und werte folgenden Satz: "
Die Sozialdemokraten erzielten ihr bestes Ergebnis in einem Wahllokal am Kottbusser Tor in Kreuzberg. Hier stimmten 52,6 Prozent für die SPD. In der Gegend wohnen viele türkischstämmige Wähler. Könnte es sein, dass sich für die SPD hier die Nominierung von Ahmet Iyidirli ausgezahlt hat? oder: Deutsche Kinder händeringend gesucht Seit Jahren schürt das Wort “Parallelgesellschaft” dumpfe Ausländerangst. Widerspiegeln soll es die nicht weg zu wischende und sichtbare Tatsache, dass sich Migranten - als Gastarbeiter, Asylbewerber oder Aussiedler in unser Land gekommen - in bestimmten Quartieren vermehrt konzentrieren. (Readers Edition)
Hier wird noch geschrieben: vermehrt konzentrieren und nicht, konzentriert vermehren,,,,,*g*
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BarbaraH
antwortete am 22.03.07 (18:10):
Aus dem von mart genannten Artikel in der Süddeutschen:
>>Ates: (...) Ich sage einfach: Die Richterin hat Recht! Natürlich war ich auch erst erschrocken. Ich dachte erst, das ist doch menschenverachtend, zu sagen, du musst länger mit deinem gewalttätigen Mann zusammen bleiben, weil das Teil deiner Kultur ist.<<
Leider behauptet auch Seyran Ates, türkischstämmige Juristin und Frauenrechtlerin, hier etwas Falsches. Die Richterin hat die Frau nicht gezwungen bei ihrem gewalttätigen Mann zu bleiben. Vielmehr hat sie ihr sogar Gewaltschutz gewährt, d.h. der Mann musste aus der Familienwohnung ausziehen und durfte sich ihr nicht mehr nähern.
Von vielen beanstandet wird, dass die Richterin nicht bereit war, einen Härtefall zu erkennen, wonach das Trennungsjahr vor der Ehescheidung entfallen könnte. Sie argumentierte, dass eheliche Gewalt zum Kulturkreis des Mannes gehörte, was Frau Ates in dem Artikel sogar freimütig bestätigt:
>>sueddeutsche.de: (...) Gibt es eine andere Gewaltkultur im Islam?
Seyran Ates: Das kann man ganz definitiv mit einem Ja beantworten. Gewalt als Züchtigungsmittel gegenüber Kindern und Frauen hat im muslimischen Milieu eine viel höhere Anerkennung als in der deutschen Gesellschaft.<<
Quelle des Zitats: sueddeutsche.de vom 22.03.07
Internet-Tipp: http://www.sueddeutsche.de/,tt1m5/deutschland/artikel/798/106692/
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Medea.
antwortete am 22.03.07 (18:34):
Marina, jeden Satz kann ich mit unterstreichen Deines postings von 17.07 Uhr - das sind genau die Punkte, warum ich mich hier so einbringe, mich engagiere, mir unfreundliche Kommentare einhandle. Für mich hat seit Jahren an erster Stelle der Wille zur Integration gestanden, die Schaffung der Möglichkeiten dazu, die Bringschuld von beiden Seiten. Deutschland hat im Laufe der Jahre sehr viel dafür getan und investiert, bekam für seine Bemühungen m.M.n. sehr wenig zurück. Diese entstandenen Parallelgesellschaften sind doch gewollt von ihren Bewohnern, auch das Beherrschen ganzer Stadtteile gehört zu einer Stratgie, die hier noch von viel zu vielen nicht erkannt oder wahrgenommen wird.
Langsam ernährt sich das Eichhörnchen .......
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eleonore
antwortete am 22.03.07 (18:41):
Erstmals nach dem skandalösen Koran-Beschluss hat sich die Richterin zu Wort gemeldet. Sie bedaure ihren Fehler, erklärte ein Frankfurter Gerichtssprecher. Und er verriet: Die Juristin leidet noch immer unter der Erinnerung an eine Schießerei vor zehn Jahren im Gericht.
Selbst mochte sich die Richterin nicht äußern. Sie sei "entsetzt über die Reaktion", die der Fall hervorgerufen habe, sagte der Pressesprecher des Frankfurter Amtsgerichts, Bernhard Olp, SPIEGEL ONLINE. Ihr sei die politische Tragweite und Sprengkraft ihrer Erklärung nicht bewusst gewesen. Keinesfalls, so Olp, habe sie aber mit ihrem Verweis auf religiöse Regeln diese auch billigen wollen: "Das war nie ihre Intention. Im Rückblick versteht sie es selber nicht." Kurzum: "Sie bedauert ihren Fehler."
Die Richterin, die inzwischen wegen Befangenheit von dem Fall abgezogen wurde, hatte in ihrer Ablehnung einer vorzeitigen Scheidung auf das Züchtigungsrecht im Koran Bezug genommen.
Aus ihrer Sicht sei aber mit dem Näherungsverbot für den Ehemann der Antragstellerin ausreichend Schutz geboten worden, erläuterte Olp weiter. Auch sei im ersten Antrag nicht das gegen den Ehemann laufende Ermittlungsverfahren erwähnt gewesen. Daher habe sie gegen eine vorzeitige Scheidung plädiert. "Hätte sie davon gewusst, hätte sie vielleicht anders entschieden."
Die Richterin hatte im Scheidungsverfahren gegen eine 26-jährige aus Marokko stammende Deutsche eine vorzeitige Scheidung unter Bezugnahme auf den Koran abgewiesen. Die 26-Jährige war von ihrem Mann geschlagen und mit dem Tod bedroht worden. Eine Scheidung noch vor Ablauf des Trennungsjahres schien für sie der einzige Ausweg, um dem Terror ihres Noch-Ehemannes zu entkommen.
ganze artikel, siehe link, incl. politiker und presse stimmen.
Internet-Tipp: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,473385,00.html
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Marina
antwortete am 22.03.07 (18:46):
Medea, wir stimmen trotzdem nur teilweise überein. Der Unterschied zwischen dir und mir ist der, dass ich den allergrößten Teil der hier lebenden Muslime nicht für Fundamentalisten, sondern für gut Integrierte halte, die unseren Rechtsstaat bejahen und das deutsche Recht achten. Was ich von dir bisher lesen konnte, waren immer Pauschalverurteilungen aller Muslime und ganz und gar nicht die Forderung nach Integration. "Multi-Kulti ist gescheitert", diesen Satz habe ich mehrfach von dir so oder so ähnlich gelesen. Und da bin ich ganz anderer Meinung. Man muss es ja nicht mit diesem ideologisch vorbelasteten Wort belegen, aber ein Zusammenleben zwischen den Kulturen ist möglich, das ist längst bewiesen. Der Ausgrenzung das Wort zu reden, wie du es in der Praxis immer und immer wieder tust, hilft keinem, denn wir müssen, ob wir wollen oder nicht, mit ihnen zusammenleben. Und da hilft eben mehr Toleranz und Akzeptanz, die ich nicht gleichsetze mit Akzeptanz von in manchen Fundi-Kreisen stattfindenden Menschenrechtsverletzungen. In dieser Hinsicht stimme ich mit dir und mart überein, aber längst nicht in jeder. Einen "Kampf der Kulturen", einhergehend mit pauschalen Diskriminierungen von Andersgläubigen, mache ich nicht mit. So leicht kriegt ihr mich nicht, auch wenn das jetzt so aussehen mag.
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Medea.
antwortete am 22.03.07 (19:00):
Das muß man sich mal auf der Zunge zergehen lassen:
(aus dem Schreiben der Richterin des Frankfurter Amtsgerichts an die verängstigte Ehefrau)
"Die Ausübung des Züchtigungsrechts begründet keine unzumutbare Härte gemäß Paragraph 1565 BGB".
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schorsch
antwortete am 22.03.07 (19:02):
Wenn diese Richterin unter ihren Erlebnissen leidet und aus diesem Grunde dieses nach meiner Meinung falsche Urteil fällte, sollte man mal untersuchen, welche weiteren solche Urteile sie in den letzten Jahren gefällt hat.
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hugo1
antwortete am 22.03.07 (19:09):
da kommt mir plötzlich die seltsame Idee, das Folgendes denkbar wäre. Ich ziehe als Deutscher in ein muselmanisches Land, heirate dort eine Einheimische und füge mich -soweit ich muss- den dortigen Gepflogenheiten. Meine eigenen bisherigen christlichen "Kulturkreiserfahrungen" verknüpfe ich mit dort Üblichem,
aber ich m u s s keine Zweit-, oder Drittfrau heiraten und meine Frau nicht prügeln, obwohl ich das dürfte.
Der Muselman der nach Deutschland kommt darf seine Frau nicht prügeln oder eine zweite Frau heiraten, obwohl er das eigentlich m ü s s t e ?
Da ist man ganz hin und her gerissen wie man die Ehre am Schlafittchen packen sol *g*
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BarbaraH
antwortete am 22.03.07 (19:12):
Endlich einmal ein sachlicher Beitrag über das "Wie und warum aus einem juristischen Pups Hysterie wird".
Quelle des Zitats: sueddeutsche.de vom 22.03.2007 Koran-Alarm in Deutschland Kommentar von Heribert Prantl
Internet-Tipp: http://www.sueddeutsche.de/deutschland/artikel/884/106778/
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kagula
antwortete am 22.03.07 (19:13):
@ Juan am 22..03,07 (14:54) "....mit einem uns uns völlig fremden Ehrenkodex oder sogar Dogma..." 1. Diese Migranten kamen / kommen doch wohl freiwillig in den deutschen Kulturraum und wussten ( ? ) das sie in einem für sie fremden Kulturkreis würden leben müssen. 2 Gehört zu der angesprochenen Parallelgesellschaft bzw. zu obigen Ehrenkodex das wir - die in diesem Kulturkreis Aufgewachsenen - künftig die "Ehrenmorde" an jungen Frauen, die Abweichler ihrer Kultur sind, tolerieren müssen? Ich finde das in dieser Diskussion einige gravierende Dinge nicht beachtet bzw. totgeschwiegen werden.
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Medea.
antwortete am 22.03.07 (19:34):
Nein Hugo, einfach so wahllos auf seine Ehefrau einzuprügeln, gestattet auch der Koran nicht. Das geht nach "Recht und Ordnung", da sind dann Gründe aufgeführt, wo es notwendigerweise sein darf, und da ganz besonders der der Widerspenstigkeit. Zuerst allerdings muß auch der gläubige Muselmane seine unbotmäßige Frau ermahnen, doch abzulassen von dem, was sie sich vorgenommen hat zu tun oder gar zu denken, da wird empfohlen, sie erst einmal im Hause zu belassen, sprich einzusperren, vielleicht wird sie dadurch gehorsam? Oder eine kleine Vergewaltigung gefällig zwecks besseren Parierens? Der Koran empfiehlt, seine Frau zu begehen wie einen Acker, ganz nach seinen Wünschen. Geschlagen werden darf eigentlich erst, wenn alles andere nichts nützt, schließlich hat der Ehemann es ja im Guten versucht. Und im vergangenen Jahr hat ein ich glaube französischer Imam ein Buch herausgegeben, w i e man eine Frau oder Tochter schlagen solle, damit möglichst wenig nach außen hin sichtbare Spuren entstehen. Das hat dann auch bei den europäischen Muslimen zu Unmut und Aufregung geführt - Aber letztendlich ist immer noch alles "Eine Frage der Ehre".
:-((
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gerald
antwortete am 22.03.07 (20:09):
kaluga: "2 Gehört zu der angesprochenen Parallelgesellschaft bzw. zu obigen Ehrenkodex das wir - die in diesem Kulturkreis Aufgewachsenen - künftig die "Ehrenmorde" an jungen Frauen, die Abweichler ihrer Kultur sind, tolerieren müssen?"
Aber natürlich, kaluga, so ist es vorgesehen. Und je eher unsere Gesellschaft dieses Faktum verinnerlicht hat, desto besser für sie. Um diesen Umdenkungsprozess zu beschleunigen, sollten künftig möglichst noch mehr Moscheen in Deutschland errichtet werden. Den perversen Fantasien sog. Kopftuchlehrerinnen aus NRW ("Steinigung von Ehebrechern geht schon o.k.") ist mit Toleranz zu begegnen. Sie werden schon ihre Gründe für derlei rigides Denken haben, auch wenn wir den tieferen Sinn nicht sofort zu erkennen imstande sind.
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mart
antwortete am 22.03.07 (21:48):
Die Vertreter der deutschen Muslimverbände äußern sich nun einhellig (soweit ich das überblicken kann), daß der Koran das Schlagen der Ehefrau verbietet.
Dann fehlt nur noch ein Aufschrei der Verbände über den Sager der Richterin in Beantwortung der Befangenheitsklage: "die Ehre des Mannes (erg. sei nach dem Koran) an die Keuschheit der Frau gebunden, das heißt im Grunde genommen für einen islamisch erzogenen Mann, dass das Leben einer Frau nach westlichen Kulturregeln bereits einen Tatbestand der Ehrverletzung erfüllt."
Ich mache das nun für die Vertreter der Islamverbände:
Eine Frau darf nach westlichen Kulturregeln leben ohne daß das Ehrgefühl des islamisch erzogenen Manns verletzt wird.
Dieser Unglücksrabenrichterin sei gedankt - nun ist sehr viel geklärt.
Internet-Tipp: http://www.taz.de/pt/2007/03/22/a0174.1/text
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Juan
antwortete am 22.03.07 (22:21):
@kagula antwortete am 22.03.07 (19:13):
Sie haben mich falsch verstanden. Ich bezog mich auf Ihr Beispiel von europäischen Migranten, welches Sie anführten. Selbstverständlich sind diese Menschen freiwillig hierhergekommen abgesehen solcher, die ihr Land auf Grund von Krieg, Unterdrückung oder auch wirtschaftlicher Not verlassen mussten. Diese Einwanderer unterliegen natürlich den gleichen Gesetzen wie jeder Deutscher. Daran gibt es nichts herumzudeuteln. Einfach gesagt, dieser Fauxpass sollte nicht hochgeschaukelt werden, wie es z. Zt. in den Medien und hier in diversen Foren offensichtlich der Fall ist. Die Scharia wird unser StGB sicher nicht ablösen.
In meinem Statment habe ich mich doch diesbezüglich klar ausgedrückt. Parallelgesellschaften wie von Wolfgang favorisiert, können zu den, wie der vorliegende Fall zeigt, Fehlinterpretationen aus einer falschen Toleranz führen.
MfG Juan
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hugo1
antwortete am 22.03.07 (22:58):
wenn unter Parallelgesellschaft das nebeneinander Gelten verschiedener Rechtsauffassungen und Regelungen mit unterschiedlicher Bewertungen verstanden wird, bin ich strikt dagegen.
Also, der Muselmane darf/soll/muß seine Frau schlagen, wenn von Ihr entsprechende Vorbedingungen erfüllt bzw. nicht erfüllt werden.
Der Christ darf seine Frau nicht schlagen, aber die Christin ihren Mann usw. wenn er mal wieder blau nachhause kommt und sich weigert mit in die Kirche zu gehen,,,
Der jüdische Metzgermeister darf Schächten, dem Deutschen ist das verboten,,,
Dem Türken wird Blutrache weniger angekreidet als einem Sachsen usw,,solche Unterschiede darf es niemals geben,,
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Wolfgang
antwortete am 24.03.07 (07:52):
Parallelgesellschaften sind gesellschaftliche Realitaet. Auch in Deutschland. Ideologen versuchen, diese Realitaet zu leugnen. Nicht nur dass sie damit politisch scheitern werden... Schlimmer ist, dass die Deutschtuemelnden (die sich gerne als Christen gerieren, obwohl sie in aller Regel gar keine sind) eine Gefahr sind fuer eine friedliche Entwicklung.
Unvernuenftig ist also das Bestreben der Deutschtuemelnden. Vernuenftig und den inneren Frieden foerdernd waere es, muslimischen Communities einen vom Staat garantierten Autonomiestatus zu geben. Das waeren keine Ghetto-Communities. Das waeren schnell wachsende und prosperierende Parallelgesellschaften.
Solche Gesellschaften werden in unseren grossen Staedten binnen weniger Jahrzehnte die Mehrheit der Bevoelkerung stellen werden.
Wer diese Menschen aber im Ghetto halten und weiter diskriminieren will, wie das die Deutschtuemelnden wollen, der wird bald die Fruechte des Zorns ernten.
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klaus
antwortete am 24.03.07 (09:45):
"Deutschtuemelnden (die sich gerne als Christen gerieren, obwohl sie in aller Regel gar keine sind) eine Gefahr sind fuer eine friedliche Entwicklung."
"Wolfgang" hat es mal wieder auf den Punkt gebracht. Schuld an der ganzen Misere sind- wer soll es sonst sein - die "Deutschtuemelnden", die die Ausländer in Ghettos zwingen wollen, sie diskriminieren wollen,ihnen die deutsche Sprache aufzwingen und letztendlich ihre Religion aufzwingen wollen. Damit wäre ja alles geklärt. Nicht die Ausländer( es sind beileibe nicht alle), die sich weigern, die Sprache Deutsch als "Amtssprache" anzuerkennen, um eine schnellere Integration zu erreichen, die u.a. für einen besseren Einstieg in die Arbeitswelt nötig wäre, sondern die "Deutschtuemelnden" sind der Hemmklotz. Ist Deutschland wirklich ein Land der "Deutschtuemelnden"? Ich glaube nicht. Bis vor wenigen Monaten haben wir uns doch kaum getraut, öffentlich das Wort Deutschland in den Mund zu nehmen, die Nationalhymne zu singen, von deutscher Kultur zu sprechen.Im Gegenteil - an der Tagesordnung waren solche Vorschläge, wie die Einführung eines moslemischen Feiertags anstelle eines christlichen oder das Singen der deutschen Hymne in türkischer Sprache .Die Ausländer ( speziell die Franzosen )haben uns dafür verspottet. "Deutschtuemelei" ist ja eine abwertende Bezeichnung für deutschen Nationalismus und übersteigerten Patriotismus. Ich glaube, das braucht sich gerade Deutschland HEUTE nicht mehr vorwerfen zu lassen. Die vergangene deutsche Geschichte hat gezeigt, welche Folgen der übersteigerte Nationalismus hat. Die wenigen "Altnationalisten" und "Neunationalisten" sind nicht mehr die prägenden Elemente der deutschen Kultur, auch wenn es manchmal so dargestellt wird. Sie sind auch keine wirkliche Gefahr mehr "für eine friedliche Entwicklung". Das bedeutet aber, dass gerade wir die Pflicht haben, die wenigen "Alt - und Neunazis" mit allen Mitteln zu bekämpfen.
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BarbaraH
antwortete am 24.03.07 (12:15):
Zur Erinnerung:
Artikel 4 Grundgesetz: [Glaubens-, Gewissens- und Bekenntnisfreiheit]
(1) Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.
(2) Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.
Internet-Tipp: http://www.datenschutz-berlin.de/recht/de/gg/
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Medea.
antwortete am 24.03.07 (14:09):
Als dieser Artikel 4 des Grundgesetzes geschaffen wurde, war weit und breit kein Gedanke daran, daß sechzig Jahre später der Islam sich zu einer Weltbedrohung entwickeln könnte. Schon längst gelte es zu klären, ob "Religion" überhaupt die zutreffende Bezeichnung für eine Geisteshaltung ist, die sich die Eroberung der gesamten Welt auf die grüne Fahne des Propheten geschrieben hat. Da werden wohl Religionswissenschaftler, Schriftgelehrte, Imame, Muftis, Bischöfe, Kardinäle, Patriarchen, Rabbiner und was sich sonst mit Religion befaßt, zusammenfinden müssen, um einen Klärungsversuch zu unternehmen.
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Wolfgang
antwortete am 24.03.07 (14:28):
[...]
Du jehss ding Brühtcher holle, su wie jeden Morje waatste an dä Thek. do löht ne Typ em Blaumann Sprüch aff, bei dänne et dir nur kotzschlääsch weed. Du denks: Nur russ he, wat ess bloss passiert, dat kein Sau reajiert? Wiesu's e janz Land am kusche, als wöhr et paralisiert?
Wie wöhr et wenn du dämm Blaumann jetz sähs, dat du Rassistesprüch janit verdrähs? Wenn du en vüür dä Lück blamiers, endämm du'n einfach oplaufe löhss? Un övverhaup: wemmer selver jet däät, wemmer die Zäng ens ussenander kräät? Wenn mir dä Arsch nit huh krieje, ess et eines Daachs zu spät.
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Quelle... Arsch huh, Zäng ussenander! (1992, Text: Wofgang Niedecken, Musik: Nick Nikitakis)
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Marina
antwortete am 24.03.07 (15:00):
"Weltbedrohung", "Eroberung der gesamten Welt"
Es ist nicht zu fassen. Das sind tatsächlich genau die gleichen Schlagworte, die man früher den Juden zugeschrieben hat. Rassistischer geht's wirklich nicht mehr.
Aus einem Brief "Wider die Islamophobie - Terror hat keine Religion Ein Brief des Jüdischen Kulturvereins Berlin e.V. und eine Ansprache des Vorsitzenden des Muslimrats München:
Zunehmend scheinen Antisemitismus und Islamophobie zwei Seiten jener Medaille zu sein, in die stereotypes Handeln und neues Unverständnis mit großen Lettern eingraviert sind. Es gibt keine rational nachvollziehbare Erklärung für die aktuelle Hysterie, die gezielt und ohne Rücksicht auf Verluste gegen Muslima und Muslime aller Länder, Sprachen, kultureller und sozialer Identitäten geschürt wird. Wer so zündelt, riskiert eine Feuerbrunst. Wir wollen das nicht! Was treibt Mächtige in der Politik, was veranlasst manche Medien zu einer Kampagne, an deren Ende es nur Verlierer geben wird? Was nährt das Zerrbild vom Nachbarn? [ . . . ] Wir erinnern daran, wann und wie aus religiöser oder ökonomischer Judenfeindschaft mörderischer Antisemitismus geworden ist. Das macht uns misstrauisch gegen jede selbstgefällige Polemik, die den Islam und mit ihm die gesamte muslimische Gemeinschaft zur verdeckt sprudelnden Quelle jenes brutalen extremistischen Terrors erklärt, der gerade auch gegen unser Volk gerichtet ist. Gegen diesen haben wir uns auch mit Muslimen verbündet. Jahrzehnte sind ohne ein erkennbares gesellschaftliches Interesse an anderen Lebenswelten verstrichen. Der Dialog im Neben- und Miteinander setzt wissenden und gespürten Respekt voraus [. . . ]"
Internet-Tipp: http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/themen/Rassismus/islamophobie.html
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dutchweepee
antwortete am 24.03.07 (22:43):
Et kütt vüür, dat ich mein, dat jet klirrt, dat sich irjendjet en mich verirrt, e Jeräusch, nit ens laut, manchmohl klirrt et vertraut, selden su, dat mer't direk durchschaut. Mer weed wach, rief die Aure un sieht, en 'nem Bild zwesche Brueghel un Bosch kei Minsch, dä öm Sirene jet jitt, weil Entwarnung nur half su vill koss. Et rüsch noh Kristallnaach.
En der Ruhe vüür'm Sturm, wat ess dat? Janz klammheimlich verlööß wer die Stadt. Honoratioren incognito haste vorbei, offiziell sinn die nit jähn dobei, wenn die Volksseele - allzeit bereit Richtung Siedepunkt wütet un schreit "Heil - Halali" un grenzenlos geil noh Vergeltung brüllt, zitternd vor Neid in der Kristallnaach.
Doch die alles wat anders ess stührt, die mem Strom schwemme, wie 't sich jehührt, für die Schwule Verbrecher sinn, Ausländer Aussatz sinn, bruchen wer, der se verführt. Un dann rettet kein Kavallerie, keine Zorro kömmert sich dodrömm. Dä piss höchstens e "Z" en der Schnie un fällt lallend vüür Lässigkeit öm: "Na un? - Kristallnaach!" Kristallnaach..........
© niedecken
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dutchweepee
antwortete am 24.03.07 (22:53):
KLARTEXT! *lach* (wobei mir der kölsche text besser gefällt)
Es kommt vor, daß ich meine, das etwas klirrt, daß sich irgendetwas in mich verirrt, ein Geräusch, nicht mal laut, manchmal klirrt es vertraut, selten so, daß man es direkt durchschaut. Man wird wach, reibt die Augen und sieht, in einem Bild zwischen Brueghel und Bosch keinen Menschen, der auf Sirenen etwas gibt, weil Entwarnung nur halb soviel kostet. Es riecht nach Kristallnacht.
In der Ruhe vor dem Surm, was ist das? Ganz heimlich verläßt jemand die Stadt. Honorationen incognito hasten vorbei, offiziell sind die nicht gerne dabei, wenn die Volksseele - allzeit bereit Richtung Siedepunkt wütet und schreit "Heil - Halali" und grenzenlos geil nach Vergeltung brüllt, zittern vor Neid in der Kristallnacht.
Doch die, die alles was anders ist stört, die mit dem Strom schwimmen, wie es sich gehört, für die Schwule Verbrecher sind, Ausländer Aussatz sind, brauchen jemanden, der sie verführt. Und dann rettet keine Kavallerie, kein Zorro kümmert sich darum. Der pisst höchstens ein "Z" in den Schnee und fällt lallend vor Lässigkeit um: "Na und? - Kristallnacht!" Kristallnacht......
© Niedecken 1982 <----- !!!!!!!!!!!!!
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pilli
antwortete am 24.03.07 (23:04):
übersetzung:
"Es kommt vor, dass ich meine, das etwas klirrt, das sich irgendwas in mich verirrt, ein Geräusch, nicht mal laut, manchmal klirrt es vertraut, selten so, das man es direkt durchschaut.
Man wird wach, reibt die Augen und sieht, in einem Bild zwischen Brueghel und Bosch keinen Menschen, der um Sirenen etwas gibt; weil die Entwarnung nur halb so viel kostet.
Es riecht nach Kristallnacht
In der Ruhe vor dem Sturm, was ist das? ganz klammheimlich verläßt jemand die Stadt.
Honorationen incognito hasten vorbei, offiziell sind die nicht gerne dabei, wenn die Volksseele - allzeit bereit Richtung Siedepunkt wütet und schreit.
"Heil - Halali"
und grenzenlos geil nach Vergeltung brüllt, zitternd vor Neid in der Kristallnacht.
Doch diejenigen, die alles, was anders ist, stört, die mit dem Strom schwimmen, wie es sich gehört, für die Schwule Verbrecher sind, Ausländer Aussatz sind, brauchen jemand, der sie verführt.
Und dann rettet keine Kavallerie, kein Zorro kümmert sich drum. Der pisst höchstens ein "Z" in den Schnee und fällt lallend vor Lässigkeit um:
"Na und? - Kristallnacht!" Kristallnacht..........
© niedecken
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pilli
antwortete am 24.03.07 (23:06):
warst fixer dutchie
:-)
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mart
antwortete am 25.03.07 (14:08):
Ich denke, es ist längst geklärt worden, daß "Religion" nicht die zutreffende Bezeichnung für die Geisteshaltung war, die sich der Eroberung der damals bekannten Welt auf die Kreuzfahne geschrieben hatte.
Wenn ich mir die zu lesenden Bücher, Pamphlete, Aufrufe, Videoclips der "Islamisten" und bestimmter Richtungen des politischen Islams vorstelle, frage ich mich auch, ob hier der Name "Religion" nicht ebenfalls mißbraucht wird. Vor allem, da sich ja sehr viele Muslime gegen den Mißbrauch und Umfunktionalisierung ihrer Religion verwehren.
Aber wie immer wurde hier mit voraussagbarer Gewißheit der richtige Weg gewählt um von dem doch peinlichen Diskussionsthema abzulenken.
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