Zur Seniorentreff Homepage
Google
Web  ST 

Aktuell Grußkarten ChatsPartnersucheFreundeKleinanzeigenLesenReisen ShopHilfe


Vorlesefunktion alles vorlesen | Anmeldung | Jüngste Antwort | E-Mail-Benachrichtigung | Politik & Gesellschaft   nächstes Forum

THEMA:   Das Ungleichgewicht.

 Bisher 19 Antworten.

Karl begann die Diskussion am 28.03.07 (09:29) :

Ich glaube kaum, dass man mir Neid vorwerfen kann. Ich erkenne es an, wenn jemand viel leistet und deshalb z. B. mehr verdient als ich. Gestern habe ich jedoch gestutzt, als ich lesen musste, dass Josef Ackermann, der Chef der Deutschen Bank, im Jahr 13,6 Millionen Euro verdient. Das sind 1,13 Millionen im Monat und 37 260.- Euro pro Tag und pro Stunde 1555.- Euro rund um die Uhr, auch nachts im Schlaf.

Bei diesem Verdienst kann es ja nicht mehr tatsächlich um die Befriedigung materieller Wünsche gehen, sondern diese Geldmengen sind nur noch ein Instrument zur Macht. Auf diese Weise triftet unsere Gesellschaft ab in eine pecuniäre Oligarchie, in der nicht mehr, wie in einer demokratischen Gesellschaft vorgesehen, jeder Mensch eine Stimme hat, sondern in der sich Stimmen erkauft werden können.

Für diejenigen, die glauben, die Entlohnung sei leistungsgemäß: Da Vermögen vererbt wird, zählt immer weniger diese individuelle Leistung, sondern oft nur der Zufall der Geburt.


Vorlesefunktion  Silhouette antwortete am 28.03.07 (10:17):

Zu diesem Themenkomplex passend gestern 2 Beiträge in Frontal 21:
Die Bahn vernachlässigt seit ein paar Jahren ihr Schienennetz, um Geld zu sparen und stattdessen den Gewinn (und nebenbei auch die Gehälter der Bosse) zu erhöhen. Es werden stufenweise Fahrpläne geändert, weil die Züge auf bestimmten Strecken wegen technischer Mängel langsam fahren müssen. Die Bahn will nämlich an die Börse, und dazu, und auch um die Firmenanteile=Aktien möglichst teuer zu verkaufen und dafür wieder möglichst viel Geld reinzubekommen, muss man vorher gute Gewinnsteigerungen vorweisen können. Gewinne macht man nicht, wenn man große Investitionen tätigen muss.

In Deutschland besteht im Vergleich zu den westeuropäischen Nachbarn die deutlichste direkte Abhängigkeit zwischen dem finanziellen Status der Familie und dem Ausbildungsstand/Schulniveau der Kinder. Die Schulen sind auch baulich in einem desolaten Zustand. Wer immer es bezahlen kann, schickt seine Kinder auf Privatschulen, deren Schülerzahl in 3 Jahren um 50 % gestiegen ist.

http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/1/0,1872,1001633,00.html


Vorlesefunktion  schorsch antwortete am 28.03.07 (10:58):

Anstelle von Ackermann schäme ich mich....


...nämlich auch ein Schweizer zu sein.


Vorlesefunktion  kreuzkampus antwortete am 28.03.07 (11:04):

Walt Disney war bei Erschaffung seiner Figur "Dagobert Duck" ein Visonär....Der Junge hatte auch alle miesen Eigenschaften der Ackermänner, ans Geld ist er auch nicht durch Arbeit gekommen und auf die, die nicht das "Glück" der reichen Geburt hatten, hat er auch nur arrogant herabgeblickt....


Vorlesefunktion  NIL antwortete am 28.03.07 (11:15):

Trotzdem hab ich meine Zweifel, ob ich als Nichtschweizer an der gleichen Stelle wie A. so eine Dotierung ablehnen würde.
Denn mit dem Essen kommt der Appetit.
Und wie ist das mit Billy, dem Gates?

Ich gestehe, dass ich über meinen Grossvater, der sich mal eine Immobilie vom Mund abgespart hatte, ohne eigenes Zutun etwas Geld bekommen habe, das mich verbunden mit meinem Beruf in eine Situation gebracht hat, die mir ein bequemes Leben ermöglicht(e).
Wo hört das auf?
Fliessende Grenzen?


Vorlesefunktion  hugo1 antwortete am 28.03.07 (11:46):

Nil, wo hört das auf?
Wenn mein Nachbar trotz Ganztages Job zusätzlich zum Amt muss und Anträge auf Wohngeld und Heizungsgeld stellen, dann nenne ich das sittenwirdrigen Lohn
Wenn die Ackermänner für einen Ganztagsjob das hundertfache bekommen dann nenne ich das ebenfalls sittenwidrig,,,,


Vorlesefunktion  Lars antwortete am 28.03.07 (11:50):

Bei uns ist das auch ein Thema!
Die 6 bestbezahlten Manager verdienen bei uns ca.85 €, der Manager Vasella von Novartis, allein knapp 30 Millionen Euro im Jahr!
Hoffendlich geben die das viele Geld auch aus, damit Arbeitsplätze erhalten werden oder neue geschaffen.

Die Zahlen wurden heute in den Zeitungen veröffendlicht.


Vorlesefunktion  Lars antwortete am 28.03.07 (11:51):

Sorry, 85 Millionen Euro!


Vorlesefunktion  Marina antwortete am 28.03.07 (12:33):

Mich wundert, dass das Wort "Neiddebatte" noch nicht gefallen ist. Sonst kommt es doch reflexartig, wenn man diese Sittenwidrigkeiten mal anprangert.
Zur Sache kann ich nur Karl zustimmen. Mehr fällt mir dazu nicht ein. :-)
Auch Bildung kann heute nur noch der/die erwerben, der das Glück hat, aus einem gut betuchten Elternhaus zu kommen (s. Studiengebühren).


Vorlesefunktion  dutchweepee antwortete am 28.03.07 (12:44):

in meinem webtipp gehts zu einer fotostrecke mit den reichsten leuten der welt. dagegen ist ackermann ne arme sau.

NIL es ist ganz gewiss nicht sittenwidrig, wenn sich deine familie über generationen einen gewissen wohlstand aufgebaut hat.

wenn jedoch ein einzelner mensch soviel geld besitzt, um sich einen kleinen staat zu kaufen, hört der spass auf.
zum glück müssen sich diese superreichen verstecken und verschanzen - das sage ich durchaus mit einer gewissen gehässigkeit.

Internet-Tipp: http://kurzlink.seniorentreff.de/FAaFZ05rt


Vorlesefunktion  jutta antwortete am 28.03.07 (19:12):

Ich bin ueberhaupt nicht neidisch,aber ich frag mich was MACHT man denn mit dem vielen Geld?
Haus ,Zweithaus,Daimler,Rolex ,Yacht aber dann?
Und was wirklich wichtig ist kann man sich doch sowieso nicht kaufen.Glück,Gesundheit, langes Leben,gutgeratene Kinder usw.
Kann sich einer vorstellen was man mit dem Geld macht?
Meine Fantasie ist da irgendwie zu Ende.-


Vorlesefunktion  hugo1 antwortete am 28.03.07 (19:55):

jutta, wenn so viel Geld auf einem einzigem privatem Konto zusammenströmt, dann wird es natürlich auf vielen, vielen anderen Konten und/oder beim Staat fehlen.

das ist schon sehr, schlimm. Furchtbar wird es jedoch wenn dieses viele Geld dazu benützt wird um damit weiteres Vermögen zusammen zu raffen.
Noch entsetzlicher, wenn Du Dir mal vorstellst was für ein unheimliches Machtpotential sich mit solchen Unsummen erreichen lässt.(solche Leute regieren zumeist auch noch ein Industrie-Imperium oder einen Konzern usw.)

Und am Schlimmsten wenn Du daran denkst das zur gleichen Zeit weltweit tagtäglich tausende Menschen an Unterernährung sterben, weil der auf der Erde vorhandene Reichtum auf immer weniger Menschen zusammenströmt.


Vorlesefunktion  schorsch antwortete am 28.03.07 (22:08):

Auch wenn ich mich noch so racker Mann,
werde ich wohl nie so ein Ackermann.
Doch statt wie dieser zu übertreiben,
werd arm doch ehrlich ich wohl bleiben ):-(


Vorlesefunktion  Wolfgang antwortete am 28.03.07 (23:22):

Spiegel Online - 28.03.2007
DIW-STUDIE: Einkommen stagnieren - nur die Reichen werden reicher
Deutliche Ergebnisse einer DIW-Studie: Die Einkommen der Otto-Normal-Verdiener stagnierten im vergangenen Jahrzehnt, die Reichen aber wurden immer reicher. Je mehr Geld jemand hatte, desto rasanter wuchs auch sein Einkommen. Und der Trend setzt sich fort.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,474560,00.html

Internet-Tipp: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,474560,00.html


Vorlesefunktion  Karl antwortete am 29.03.07 (18:18):

@ kreuzkampus,

ich würde einen ganz großen Unterschied zwischen einem Unternehmer, der seine eigene Idee vermarktet, und einem Manager machen, der die Ideen anderer verwaltet.

Ackermann ist ein Ideenverwalter mit der Macht, entscheidend bei dem Höherschrauben seines eigenen Gehalts mitzuwirken.

Wenn jemand mit einer guten Idee viel Geld verdient, gönne ich es ihm, ohne hinzuschauen. Solche Leute schaffen häufig auch für sehr viele andere Einkommen und sind insgesamt eine Bereicherung für die Gesellschaft.

Die Kleinschmidts und Ackermänner sahnen aber nur ab und verarmen die Gesellschaft hiermit. Sie verwalten einen Machtapparat, Siemens oder die deutsche Bank, gegründet von anderen, am Laufen gehalten von den vielen Tausend Mitarbeitern, nicht nur von den Chefs. Diese Chefs sind austauschbar, ihre Arbeit hat kein Alleinstellungsmerkmal, welches ihre exorbitanten Gehälter rechtfertigen könnte. Sie bestehlen die Belegschaft, entlassen Tausende, obwohl allein mit ihrem Gehalt ein ganzes Dorf leben könnte.


Vorlesefunktion  mart antwortete am 29.03.07 (18:38):

Vor allem sind sie ein schlechtes Vorbild - Die da oben machen es im Großen, da darf ich Winzling wohl auch im Kleinen absahnen.


Der soziale Frieden hängt meiner Meinung nach wesentlich davon ab, wie groß die Unterschiede zwischen Unten und Oben sind. Leistung muß sich in der Bezahlung ausdrücken, das stimmt - aber diese Dimensionen sind unmoralisch. Vor allem, da das Argument der Verantwortung wegfällt - alle diese Herren sind wohlabgesichert und durch vielfältige Seilschaften miteinander verknüpft - es wird ihnen auch beim größten Desaster, daß sie verschulden nur schwer ein Haar gekrümmt werden können.


Vorlesefunktion  hugo1 antwortete am 29.03.07 (21:23):

dazu passend konnte man gestern lesen:

(PR-inside.com 28.03.2007 20:20:01) -

Das Gehalt vom Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bahn, Hartmut
Mehdorn, hat sich im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt. Wie der
Bahnchef der «Bild»-Zeitung (Donnerstagausgabe) sagte, erhöhte es
sich auf 3,18 Millionen Euro. Davon sei allerdings nur ein Viertel
festes Entgelt. Die restlichen drei Viertel seien vom Erfolg
abhängig. Und die Bahn sei derzeit erfolgreich, betonte Mehdorn.

Wie abgehoben muss man sein um derartiges festzustellen und für wie blöd muss man die Menschen in Deutschland halten um weiter zu behaupten: "Die öffentlichen Mittel, die in den letzten zwölf Jahren in den Erhalt der Bahn geflossen sind (ca 36 Mrd €) müssten als Subventionen betrachtet werden, die in der Bilanz der Bahn nichts zu suchen hätten."
( aus einem Stern-Interwiev von Norbert Höfler und Jan Boris Winzenburg)

Ansonsten hätte er er nämlich noch monatlich Geld mit bringen müssen, wenn man seine Rechnung zu Grunde legt. Aber er bestätigt mal wieder die allseits bekannte These : Gewinne werden aufs private Konto umgeleitet und Verluste werden sozialisiert,,,,*g*


Vorlesefunktion  poldi antwortete am 30.03.07 (15:28):

lieber reich und gesund als arm und krank!
Ich erinnere mich, daß es vor Jahrzehnten in der damaligen UDSSR ein Gesetz gab, daß der Unterschied zwischen den höchsten (z. B. Manager) und den niedrigsten (Hilfsarbeiter) Einkommen den Faktor acht nicht übersteigen dürfe. Inwieweit dieses Gesetz eingehalten wurde, keine Ahnung. Nach Zusammebruch der UDSSR zählen russische Manager (Gas-Prom) zu den reichsten Männern der Welt!


Vorlesefunktion  Wolfgang antwortete am 31.03.07 (14:06):

Die Einkommen von fuer Lohn Arbeitenden sind in den vergangenen zwei Jahrzehnten erheblich langsamer gestiegen als die von Rentnern, Pensionaeren und Selbststaendigen. Noch schlechter schnitten nur die prekaeren Abgehaengten ab - diejenigen also, die von Sozialleistungen wie z. B. Sozialhilfe leben muessen.

Zwei meiner Quellen... Langzeitstudie des DIW Berlin + Einkommensentwicklung: Arbeitnehmer bleiben auf der Strecke, Spiegel Online, 31.03.2007


Vorlesefunktion  Wolfgang antwortete am 31.03.07 (14:10):

"Die 'oekonomische Elite', die oberen 0,001 Prozent der Einkommensbezieher erzielten sogar einen realen Einkommensanstieg um 35 Prozent. In dieser Gruppe von 650 Personen lag das durchschnittliche Markteinkommen 2001 bei 15 Millionen Euro. Die kleine Gruppe der 65 Superreichen konnte ihr Einkommen sogar um ueber 50 Prozent steigern, ihr Durchschnittseinkommen belief sich im Jahr 2001 auf knapp 50 Millionen Euro."

Quelle des Zitats... 'Reale Einkommenszuwaechse nur fuer Reiche. Neue Ergebnisse zur Entwicklung im obersten Einkommensbereich', Pressemitteilung des DIW Berlin vom 28.03.2007, http://www.diw.de/programme/jsp/presse.jsp?pcode=577

Internet-Tipp: http://www.diw.de/programme/jsp/presse.jsp?pcode=577



  zurück nach oben Zum Anfang nach oben       Politik & Gesellschaft   nächstes Forum      Vorlesefunktion alles vorlesen

Zum "Antworten" oder "Thema eröffnen", geben Sie Ihren Loginnamen und Ihr Passwort an

Sie müssen für die klassischen Diskussionsforen registriert sein!
Wenn Sie noch kein Passwort haben, können Sie sich hier anmelden!
Loginname
Passwort




E-Mail-Benachrichtigung bestellen/abbestellen

zum Thema: Das Ungleichgewicht

Ich möchte Antworten zu diesem Thema per E-Mail zugeschickt bekommen.

Ich möchte keine E-Mail mehr zu diesem Thema erhalten.



E-Mail-Adresse


Hol dir die kostenlose Visitenkarte im Seniorentreff