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Politik & Gesellschaft
THEMA: Körperverletzung – na und. (Zeitgeist?).
Bisher 11 Antworten.
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runner
begann die Diskussion am 13.07.07 (13:38) :
Der Einfachheit halber kopiere ich 2 Briefe hierher.
Mein Brief vom 2. Juli 2007:
‚Sparkasse … … … Sehr geehrte Damen und Herren, an der Seite des Sparkassengebäudes in..., ..., befindet sich eine Einwurf-Vorrichtung für Überweisungsformulare. Diese benutzte ich gegen 8.30 Uhr am Samstag, dem 30.6.07. Als ich mit der linken Hand am Einwurfschlitz nachtasten wollte, ob das Formular nicht etwa hängengeblieben wäre, schloß sich eine metallene Sicherung und klemmte zwei meiner Finger derart ein, daß ich sie nicht mehr herausziehen konnte. In der Vorstellung, dort zwei Tage und Nächte hängen zu müssen, bis Ihre Filiale am Montag wieder geöffnet werden würde, versuchte ich, mich durch Drehen und Quetschen meiner Finger und äußerst schmerzhaftem Reißen zu befreien, was mir nach einiger Zeit auch gelang. Dabei allerdings erlitt ich eine offene Nagelbett-Verletzung, Weichteil-Quetschungen sowie einen Teil-Sehnenabriß am Endgelenk des Mittelfingers.
Ich finde es völlig in Ordnung, daß die Daten Ihrer Kunden sorgfältig gesichert werden. Sofern Sie allerdings körperverletzende Geräte benutzen, sollten Sie vielleicht besser auf einem daneben hängenden Schild mit einem Text auf die Gefahren hinweisen, denen jemand ausgesetzt ist, der irgendwelche Manipulationen vornimmt.
Von Manipulationen illegaler Art allerdings möchte ich mich freisprechen. Ich bin es aus ..., ...gewohnt, am Einwurfschlitz nachtasten zu können, ob meine Formulare tatsächlich in den Kasten gefallen sind. (Das eingeworfene Formular war ein Überweisungsauftrag zugunsten der... .) Mit freundlichen Grüßen’ gez. Unterschrift --- Antwortschreiben vom 12.07.2007:
„Ihr Schreiben vom 02.07.2007 Sehr geehrt ..., aufgrund Ihrer Schilderung wurde der Vorgang zur weiteren Bearbeitung in den zuständigen Abteilungen bearbeitet, die zu folgender Stellungnahme gekommen sind. Die beiden von Ihnen erwähnten Briefkastenanlagen sind baulich bedingt unterschiedlicher Art. Zu den baulichen Angaben können wir uns in diesem Schreiben nicht äußern, wir bitten um Ihr Verständnis. Auch Ihr Hinweis einen Aufkleber zu installieren halten wir in der heutigen Zeit des Skimmings, zum Schutz unserer Kunden, für nicht praktikabel. Wir sehen hier keine Anhaltspunkte für eine irgendwie geartete Verkehrssicherungspflichtverletzung oder einer Fehlfunktion unserer Einrichtung.
Wir bedauern sehr, daß Sie sich Ihre Hand an der Manipulationssperre geklemmt haben. Mit freundlichen Grüßen Sparkasse ... Facility Management gez. Unterschrift
------------------------------------------- Was sagt man nun? ‚Ihr habt ja so recht, auch wenn es Euch an korrekten Formulierungen mangelt. Wie konnte ich nur so blöd sein! Aber in Zukunft wird mich mein schiefstehender Finger bestimmt vor so etwas bewahren.’
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hugo1
antwortete am 13.07.07 (23:49):
hallo runner,, hätteste Dir mal einen Anwalt in den USA genommen, der hätte die Bank vermutlich über 3 Millionen Dollar Schadenersatz verklagt weil die Gebrauchsanweisung diese Einwurfkastens nicht eindeutige Hinweise enthielt *g*
Da muss sogar die Mikrowelle und der Waschvollautomat mit einem Hinweis im Betriebshandbuch versehen das die Hauskatze darin nichts zu suchen hat.
Aber eigentlich haste auch Glück das dich die Bank nicht wegen versuchtem Formulareklau, unberechtigter Inhaltskontrolle usw. verklagt,,*g*
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runner
antwortete am 14.07.07 (07:50):
„Aber eigentlich haste auch Glück das dich die Bank nicht wegen versuchtem Formulareklau, unberechtigter Inhaltskontrolle usw. verklagt,,*g*“
Ja hugo1, daß sie mich würden drankriegen wollen, hatte ich bereits einkalkuliert. Deswegen bezeichnete ich ja auch das von mir eingeworfene Überweisungsformular genauer, damit es ihnen leichter sei nachzuprüfen, was ich da gemacht hatte.
Aber Du hast recht. Sie strotzen nur so vor Großzügigkeit, mir statt Anzeige ihr Mitleid mit meinem zerstörten Finger mitzuteilen. Ich bin ihnen wirklich dankbar. Da vergesse ich doch glatt die Verletzungen, die noch schwerer sind als anfangs erkennbar (Amputation des Fingerendgliedes nicht ausgeschlossen). Dennoch überlege ich, ob ich ihnen nun nicht noch einen ironischen Brief hinschicken soll, in dem ich diese „Dankbarkeit“ ausdrücke und ihnen wünsche, niemals in diesem Kasten irgendwelche Körperteile vorfinden zu müssen. Angenommen, ein Betrunkener pinkelt da einmal hinein ... (von solchen Vorgängen hat man doch schon gehört). - Soll ich? Aber wenn man so die gekünstelte Wichtigkeit und das schlechte Deutsch des Textes sieht, würden sie die Ironie doch nicht verstehen.
Ich frage mich, wenn der Einwurfschlitz knapp 1,5 cm breit und der Kasten 1 m tief ist: wie sollte man da einen hinuntergefallenen Wisch herausangeln können, um Datenklau zu betreiben? Und weshalb haben sie solche „Manipulationssperren“ nicht auch an allen anderen ihrer „Briefkästen“?
Darf man zu diesem Vorgang sagen: typisch deutsch?
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runner
antwortete am 14.07.07 (11:00):
Hallo hugo1, wie wäre es mit folgendem Brief?
>>> Freundlichen Dank für Ihre Anteilnahme an meinen Verletzungen, die ich mir durch Ihren gefährlichen „Briefkasten“ zugezogen habe. Sollte die mittlerweile nicht auszuschließende Amputation des Fingers oder von Abschnitten des Fingers notwendig sein, werden Sie wieder von der Angelegenheit hören. Sie können insoweit inzwischen schon einmal Ihre Rechtsabteilung informieren.
Ansonsten wünsche ich Ihnen von Herzen, daß Sie in diesem Kasten niemals irgendwelche Körperteile vorfinden müssen -, wenn etwa (man hört ja hin und wieder von so etwas) ein Betrunkener aus Unkenntnis oder als Schabernak dort sein kleines Geschäft verrichtet. Aber tragen Sie es dann halt einfach mit Humor. <<<
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kropka
antwortete am 14.07.07 (12:18):
Lieber runner, gestern hätte ich dir so geschrieben:
K ö s t l i c h . Damit will ich folgendes sagen: Selbstverständlich tust du, tut mir deine Hand sehr sehr leid und ich danke dir auch herzlichst für diese "Warnung", da ich eine vergleichbar ähnliche Gewohnheit habe, allerdings ist es nicht eine Sparkasse sondern ein Briefkasten der Bundespost bei uns im Dorf. Ich verhalte mich dir identisch, stecke allerdings meine ganze Hand rein (wenn schon denn schon) um feststellen zu können ob mein eingeworfener Brief sich tatsächlich tief im Briefkasten befindet und nicht vielleicht wo möglich in der Luft oder sonst wo seitlich hängt.. Dir möchte ich noch herzlichst gute Besserung wünschen und sage: Kopf hoch! Gruß kropka
'Die Vergangenheit kann uns nicht sagen, was wir tun, wohl aber, was wir lassen müssen.' (Ortega y Gasset)
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kropka
antwortete am 14.07.07 (12:36):
Heute runner, verlasse ich für dich meine Tochter am Frühstückstisch, (die ich die nächsten drei Monate nicht sehen werde!) und sage folgendes:
Ach runner, wenn ich so schreiben könnte wie du...
Hier meine Rat-Schläge: 1. niemals aufgeben, runner! 2. du hast recht und nicht hugo1 und schon gar nicht die Sparkasse, dann schon eher 'der Betrunkene'. Was du brauchst, wäre: a) ein ärztliches Attest, (zu spät?) b) einen guten Anwalt, c) eine Homepage oder mindestens einen blog.. (das hätte mich wahnsinnig gefreut!)
'Hilf dir selbst, sonst hilft dir keineR' - höre ich oft also muss was dran sein..?! Ja, 'typisch deutsch' darfst du sagen, ich aber nicht. Aber ich sage jetzt und das nur einmal: 'Perlen vor die Säue!, runner. Damit meine ich AUCH deine Idee mit dem neuen Brief an die Sparkasse. Dieser ist gar nicht so übel aber.. bitte behalte deine 'von Herzen Wünsche' für deine Freunde und auch deinen Anwalt zu erwähnen hast du leider vergessen...?
Jetzt werde ich schweigen, meine guten Wünsche bleiben aber bei dir. Herzlich kropka Denn 'Schweigen heißt: Nicht sagen, was man sagen kann. Und nur das ist die fruchtbare Stille. (Ortege y Gasset) :-)
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runner
antwortete am 14.07.07 (12:54):
"auch deinen Anwalt zu erwähnen hast du leider vergessen...?"
kropka, der versteckt sich doch in dem Satz "Sie können insoweit inzwischen schon einmal Ihre Rechtsabteilung informieren".
Aber sicher sind die zu doof, den Wink mit dem Gartenzaun zu kapieren. Daher werde ich mich besser in Ortegas "fruchtbare Stille" hüllen, haha, und hoffen, daß mir der Finger - egal in welcher Verformung - erhalten bleibt, auch wenn er jetzt so gefühllos ist wie die Sparkasse.
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kropka
antwortete am 14.07.07 (19:59):
runner,
Ich hoffe du hoffst wir hoffen.. wie wäre es mit einem neuen Thema bei K L & Kultur : 'Hoffnung muß sein!' ?!? Vielleicht kommt dann liebe lola auch wieder kurz zurück? ..
Und hugo1, denke ich, hat dir mit 'hallo chef' in Allgem.Themen geantwortet und über 500 Worte geschrieben!.. .. Nein, doch nicht, webmaster hat sich gemeldet. Sorry!
Dann ein schönes Wochenende allen und alles Gute deinem Finger wünscht kropka
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runner
antwortete am 15.07.07 (06:14):
Neues Thema eröffnen? Dafür, daß es nach ein paar Stunden nicht mehr als „neu“ deklariert ist, aber keine einzige Antwort aufweist?
Ach nein. Da vergeht selbst dem „tumben thoren“ seine Heiterkeit.
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Ursula_J
antwortete am 18.07.07 (14:32):
Hallo runner,
ist mir auch schon mal passiert. Bekam meine Finger nur mit Mühe und Not, aber etwas lädiert heraus.
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runner
antwortete am 18.07.07 (14:58):
Dieses ist nun die End-Fassung meines Briefes, der gleich in einen Postkasten ohne Manipulationssperre gesteckt wird:
Sehr geehrte Damen und Herren, Ihre Behauptung im Schreiben vom ....., ich hätte irgendwelche Schadenersatz-Ansprüche an Sie gestellt, ist eine befremdliche Unterstellung, die ich hiermit zurückweise.
Aber freundlichen Dank für Ihre Anteilnahme an meinen Verletzungen, die ich mir durch Ihren „harmlosen Briefkasten“ zugezogen habe, und Ihre Kulanz, mich nicht etwa zum Schadenersatz für eine möglicherweise beschädigte Manipulationssperre heranzuziehen.
Leider spielen Sie – vermutlich bewußt – den Vorfall herunter, wenn Sie von nur einer „Quetschung“ schreiben. Bisher jedenfalls zeigt sich an dem verletzten Finger noch keinerlei Tendenz zu einer restitutio ad integrum. Möglicherweise also werden Sie doch noch einmal von der Angelegenheit hören. Sie können insoweit bereits jetzt Ihre Rechtsabteilung vorwarnen. Nehmen Sie den Vorfall besser nicht so auf die leichte Schulter, falls es andere Vorkommnisse dieser Art geben wird. Angenommen, ich hätte mich nicht befreien können und zwei Tage und Nächte dort eingeklemmt verweilen müssen: ich brauche regelmäßig bestimmte Medikamente, und die trage ich zugegebenermaßen nicht ständig mit mir herum.
Ich werde jetzt sicherheitshalber das Geldinstitut wechseln.
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[Ansonsten wünsche ich Ihnen, daß Sie in diesem Kasten niemals irgendwelche Körperteile vorfinden müssen -, wenn etwa (man hört ja hin und wieder von so etwas) ein männlicher Betrunkener aus Unkenntnis oder als Schabernak dorthinein sein kleines Geschäft verrichtet. Aber tragen Sie es dann halt einfach mit Humor.
Ich hoffe für mich und für andere, daß nicht auch noch die Post und weitere Institutionen auf ähnlich gefährliche Ideen bezüglich ihrer Briefkästen kommen, wie sie den Datenschutz für ihre Kunden am besten sichern könnten. Was wohl die Bild-Zeitung zu so etwas kommentieren würde? So mancher Betroffene würde jedenfalls bestimmt versuchen, sich wenigstens von dort noch etwas Bares als Schmerzensgeld zu holen.]
Mit höflichen Grüßen
PS: Die beiden mir heute per Post überreichten Gutscheine für den Besuch einer Kakao-Stube reiche ich hiermit zurück. Ich habe noch keinen Fall-Bericht darüber finden können, daß ein massiv verletzter Finger heilt, wenn man ihn in Kakao badet.
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runner
antwortete am 18.07.07 (15:56):
Ist nicht zu fassen, Ursula. Da hoffe ich aber doch, daß bei Dir alles wieder ausgeheilt ist.
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