Ziel dieser Reform ist die Standardisierung der Abschlüsse in Europa und in den USA. Es soll leichter möglich werden, die Uni zu wechseln. M. E. ist aber Master und Magister das Gleiche. Bei uns in den Naturwissenschaften wird zur Zeit noch das Diplom vergeben, aber die Umstellung auf Bachelor und Master ist im Laufen. Der Master entspricht in etwa unserem bisherigen Diplom und wird nach vier Jahren Studium erworben, der Bachelor nach drei Jahren. Jedem Kurs und jeder Vorlesung werden Punkte zugeordnet. Wechselt jemand die Universität zählt das Punktekonto.
Gerdi
antwortete am 10.02.07 (00:24):
In der Philosophischen Fakultät ist die Bezeichnung "Magister" nicht neu: sie bedeutet "auf Lehramt".
Marina
antwortete am 12.02.07 (17:17):
Ich sehe das jetzt erst und möchte korrigieren: Der Magister-Abschluss bedeutet gerade nicht "auf Lehramt", auch wenn es so klingt, dazu benötigt man das Staatsexamen. Der Magisterabschluss berechtigt in den Geisteswissenschaften nur einen Einstieg in Berufe außerhalb des Lehramts wie z.B. im Hochschulwesen, Bibliothekswesen, Archiven etc. Aus Wikipedia: "Das Magisterstudium bereitet auf keinen bestimmten Beruf vor. Die Studenten haben jedoch durch die Wahl der Fächer die Möglichkeit, auf ein angestrebtes Einsatzgebiet hinzuarbeiten. Neben einer Tätigkeit im Hochschulwesen sowie in der Kultur ist ein Einsatz im Verlags- und Bibliothekswesen, im Freizeit- und Medienbereich sowie der Erwachsenen- und Weiterbildung möglich. Auch die Wirtschaft bietet im wachsendem Maße Einstiegschancen." Im übrigen wird inzwischen kaum noch ein Studiengang mit Magisterabschluss irgendwo angeboten, sondern auch bei den Geisteswissenschaften alles auf Bachelor und Masterabschluss umgestellt.
Elfenbein
antwortete am 13.02.07 (07:21):
Schönes Lehr-Beispiel für Bildung:
Weil der lateinische Begriff "magister a r t i u m" (M.A. - also Lehrer der Künste bzw. Wissenschaften) - als grundlegend humanistisch-universitärer Bildungsabschluss nicht mehr bekannt ist, wird der Bildungsgrad "Magister“ mit „Master" verwechselt. Und die „discipuli“ wissen nicht mehr, was was heißt.
Das hat das Englisch-Amerikanische als wirtschaftlich "natürlich" sinnvolle Weltsprache ermöglicht.
... hier zu lesen: eine fleißige Schülerin im Senioren-Stadium! Das Lateinische als Grundlage auch der Begriffe der Germanistik hat abgewirtschaftet, weil auch Professoren - und besonders geschäftige Bildungspolitiker, die von BWL-Instituten sich beraten lassen - nicht mehr über diese Grundlagen verfügen und sich global amerikanisieren wollen.
Das "Staatsexamen" (was auch für andere Staaten mal kurzfristig ein vorbildlicher, deutscher Anspruch war) hat sich verflüchtigt; sprachlich ist das kein Witz, sondern ein Verlust von sozial und gesellschaftlich verantworteter Orientierung.
Humanistischer "Orbis terrarum" wird somit zum Krieg des Kapitals und der Raketen gegen die "Bösen"; s. Bushs Offensiven per Lügen und Verbrechen als Pflicht seiner Gott-Erwähltheit.
Gerdi
antwortete am 13.02.07 (13:00):
"Der Magister-Abschluss bedeutet gerade nicht "auf Lehramt"." (Marina)
Sorry, dann hab' ich's mit der anderen Richtung bei phil. verwechselt :-(