THEMA: Autobosse setzen auf Zerstoerung des fuer Menschen guenstigen Klimas.
Bisher 12 Antworten.
Wolfgang
begann die Diskussion am 24.02.07 (18:38) :
Spiegel Online - 23.02.2007 VERFEHLTE SELBSTVERPFLICHTUNG: CO2-Ausstoss von Neuwagen kaum gesunken Nur marginal ist die durchschnittliche CO2-Emission von Neuwagen im letzten Jahr gesunken. Der Trend zu PS-staerkeren und schwereren Pkw laesst die Werte bei Dieselautos sogar ansteigen. Damit bleiben die Hersteller weit von ihren Zielmarken ihrer Selbstverpflichtung entfernt. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,468370,00.html
-- Merke: Der Klimaschutz ist viel zu wichtig, als ihn denen zu ueberlassen, die mit der Zerstoerung des fuer Menschen guenstigen Klimas viel Geld verdienen.
es werden in naher zukunft durch klima-veränderungen weitere millionen menschen sterben - "El Niño" ist nur das vorspiel. ich habe keinerlei illusionen, daß es bereits mein sohn wesentlich schwerer haben wird.
können wir wirklich alle unsere umweltsünden (jeder hat eine umweltleiche im keller) damit begründen, daß wir ja "keine andere wahl" hatten?
ein befreundeter zahnarzt trennt penibel seinen müll, kauft nur öko-zeuch und hat sein haus nach neuesten energie-standarts bauen lassen. in seiner garage stehen aber zwei dicke 7er BMW und eine ente ("kult") für die tochter.
als ich ihm sagte, daß er ne "umweltsau" sei, fiel er aus allen wolken, weil er doch sooooo viel geld für den "umweltkram" ausgibt. ich will nicht in die neiddebatte reindriften, aber wer einen tonnenschweren benzinfresser fährt, kann sich auch die mülltrennung sparen.
NIL
antwortete am 25.02.07 (09:27):
wir sind alle ähnlich wie dein Zahnarzt, nicht in allen Punkten konsequent. Genau das ist es, was das Klima belastet, nicht die Autobosse oder die Politiker. Die Dreckschleudern werden nicht nur gerne gekauft, sondern man fährt damit, nicht wenige, wie gesengt durch die Gegend. Und es ist ja so bequem, auf andere zu deuten, die Kraftwerksbetreiber, wir aber brauchen den vielen Strom, die Fluggesellschaften, wir aber fliegen gerne und möglichst billig, dadurch noch öfter.
Wer frei von Schuld sei, hebe den ersten Stein.
schorsch
antwortete am 25.02.07 (10:24):
SELBSTVERPFLICHTUNG heisst: Ihr könnt uns mal - wir machen was WIR wollen - haltet euch da gefälligst raus aus unseren Geschäften!
Die Autobosse unterliegen einem harten Wettbewerb und wollen in erster Linie viel Geld verdienen, mehr nicht. Wenn sich mit der Klimaverschlechterung Geld verdienen läßt, werden nicht nur die Autobosse alleine ihre Chance zu nutzen wissen, oder? Ist es nicht im kapitalistischen Wirtschaftssystem so, daß des einen Freud des anderen Leid ist?
Viele Grüße Arno
Wolfgang
antwortete am 25.02.07 (10:56):
"Ist es nicht im kapitalistischen Wirtschaftssystem so, dass des einen Freud des anderen Leid ist?" (Arno) - So ist es. Ich bevorzuge allerdings den Begriff 'vorherrschend industriell gepraegtes Wirtschaftssystem'. Denn was fuer den real existierenden Kapitalismus gilt, hat auch fuer den real existierenden Sozialismus gegolten.
Ich bleibe aber gerne beim Kapitalismus, weil der real existierende Sozialismus bekanntlich und erfreulicherweise ueber den Jordan gegangen ist... Produzenten und Konsumenten sind eine unheilige Allianz eingegangen. "Des einen Freud" uebersetze ich mit der Freude von Kapitalisten beim Einsacken eines Teils des Mehrwerts und mit der Freude von Lohnabhaengigen (so sie auf Wohlstanbdsinseln wie z.B. Deutschland eine ist leben), sich per unmaessigem Naturverbrauch ein komfortables Leben leisten zu koennen.
Wer ist in dem Spiel der Leidtragende? Die Umwelt ist es - der Teil der Natur, der fuer uns guenstig sein muss, wollen wir ueberleben.
Die alten Klassenkampfparolen von 'denen da oben' und von 'denen da unten' passen vielleicht, wenn es um Loehne oder Renten oder sonstige staatliche Alimentierungen geht; wenn es um die Zerstoerung des fuer Menschen (noch) guenstigen Klimas geht, sind sie nicht sehr hilfreich.
im Wettbewerb gibt es immer einen Leidtragenden! Jetzt ist es die Natur und später die Kapitalbesitzer, wenn die Natur vollkommen zerstört worden ist.
Wolfgang, beseitige den Wettbewerb und das Klimaproblem löst sich von alleine!
Viele Grüße Arno
Wolfgang
antwortete am 25.02.07 (11:15):
Da muss ich gar nichts tun, Arno. Ich denke, die Probleme, die die Menschen mit dem Klima kriegen, weil sie das fuer sie (noch) guenstige Klima zerstoeren (egal, ob als Produzent oder als Konsument), werden ziemlich schnell fuer eine Loesung sorgen. Nur: Ist das die einzige Problemloesung, fuer die das vernunftbegabte Wesen steht?
Du weißt selbst, daß die "Produzenten" über ihre vielen Verbände in unser Republik das Sagen haben. Die Politiker sind meistens nur Opportunisten und setzen die Ziele der Produzenten um. Die Konsumenten haben kaum die Möglichkeit, Einfluß auf die Klimaproblematik zu nehmen.
Deshalb passen die "alten Klassenkampfparolen von 'denen da oben' und von 'denen da unten' nicht nur, wenn es um Loehne oder Renten oder sonstige staatliche Alimentierungen geht, sondern auch wenn es um die Zerstoerung des fuer Menschen (noch) guenstigen Klimas geht!"
Viele Grüße Arno
schorsch
antwortete am 26.02.07 (10:16):
Ich denke, auch wenn ab heute kein einziges Auto mehr fahren, keine einzige Heizung mehr brennen und kein einziges Feuer mehr den Urwald zerstören würde, ist die Kettenreaktion bereits so weit fortgeschritten, dass sie uns unaufhaltsam in eine Klimakatastrophe führt....
Wolfgang
antwortete am 26.02.07 (10:42):
Die im IPCC versammelten Klimaforscher geben uns noch eine Frist bis 2020. Wenn bis dahin nicht unsere derzeitige umweltzerstoerende Produktion und Konsumtion beendet wird (vor allem das masslose Verbrennen von Kohle + Erdoel + Erdgas) und dafuer eine nachhaltige, umwelterhaltende Produktion und Konsumtion weltweit implementiert wird, ist die Klimakatastrophe nicht mehr zu verhindern, und Homo sapiens wird von der Erde verschwinden. Es spricht in der Tat nicht viel dafuer, dass dieses kleine Zeitfenster fuer die richtigen Massnahmen genutzt wird.
Bitte beachten: "Die Natur kennt keine Katastrophen, nur der Mensch kennt Katastrophen (sofern er sie ueberlebt)" - Quelle des Zitats... Fragment aus einer Erzaehlung (von Max Frisch)
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Selbstverpflichtungen der industrie und kommissionen in der politik werden im allgemeinen dazu benutzt nichts zu bzw. eine entscheidung langfristig zu vertagen. Man sollte allerdings die wirtschaftsbosse auch nicht unterschätzen. Wer wirtschaftlich überleben will muss sich veränderten bedingungen anpassen. Es wird sicher spannend sein zu beobachten wie schnell die automobilindustrie fahrzeuge auf den markt bringt welche die neuen grenzwerte einhalten.
Spiegel-online berichtet, dass die grossen energieerzeuger E.on und Vattenfall beabsichtigen massiv in windkraftanlagen zu investieren. Angeblich wurde bereist eine genehmigung für einen offshore-windpark beantragt. Hat man die zeichen der zeit erkannt?
hugo1
antwortete am 26.02.07 (17:59):
helmutfl solange es vom Staat keine Verbote oder Vorgaben gibt, erkennen solche Firmen niemals solche Zeichen der Zeit. Die erkennen NUR für sich den ökonomischen Trend der Zeit und springen auf den Zug mit auf.
Die würden sogar KKW,s Kohle KWs, Gas KWs, usw. über Nacht verschrotten wenn sich durch Wind-, Erdwärme-,Biomasse, Solar-, usw über Nacht mehr Gewinn machen ließe.
Ein ökologisches Gewissen würde ich bei denen eher nicht erkennen.*g*