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THEMA:   Blinde können wieder sehen (Retina Implant).

 Bisher 6 Antworten.

Karl begann die Diskussion am 16.03.07 (19:52) :

Schon gelesen? Ich finde, das klingt nach einem sehr guten Anfang. Das Cochlear Implant hat ja bereits die Taubstummheit fast vollständig in unseren Breiten beseitigt, da gehörlos geborene Kinder hiermit das Hören und damit auch das Sprechen erlernen.
Nun gibt es den Chip für Blinde. Vorerst ist diese Technik auf Personen beschränkt, die früher bereits einmal sehen konnten, aber wahrscheinlich wird bald hiermit auch einigen blind geborenen Kindern geholfen werden können.

Internet-Tipp: http://www.swr.de/nachrichten/bw/-/id=1622/nid=1622/did=2022206/1gx02lr/index.html


Vorlesefunktion  Gerdi antwortete am 17.03.07 (04:10):

‚welcome back’ :-) ...,

und gleich mit interessantem Beitrag für Senioren,
denn die Makula-Degeneration gilt als die häufigste Erblindungs-Ursache im Alter
(http://www.medizinauskunft.de/artikel/diagnose/krankheiten/14_09_makuladegeneration.php).


Falsch und somit mißverständlich formuliert ist allerdings dieser Satz:
„Andere Netzhauterkrankungen schädigen vor allem das Sehzentrum, die Makula.“
Denn das eigentliche „Seh-Zentrum“ befindet sich nicht am Augenhintergrund,
sondern im Occipitallappen des Großhirns.
Die „Makula“ (lutea) ist „nur“ die Stelle des schärfsten Sehens.

Trost: der swr ist halt kein wissenschaftliches Institut :-)


Vorlesefunktion  Gerdi antwortete am 17.03.07 (14:25):

Zur Wichtigkeit dieses Themas:
das Sehen in Zahlen.

„Der Mensch verbraucht 20 – 25 Prozent seiner Körperenergie für die Augen. Mehr als drei Viertel der Wahrnehmung unserer Umwelt erfolgt über den Sehnerv.“

Soeben gelesen im Niedersächsischen Ärzteblatt 3, 2007,
in einem Artikel von Dipl.Ing. Sybille Schrötke: „Lichtgestalt“.


Vorlesefunktion  mart antwortete am 17.03.07 (17:13):

Mit diesem Wert hat sich die Innenarchitektin aber ein bißchen vertan.


Vorlesefunktion  jolli antwortete am 17.03.07 (17:25):

Ich hatte am vergangenen Mittwoch in ARD Exklusiv den Filmbericht dazu gesehen. Zwei Blinde wurden filmisch begleitet vom Anfang der ersten Gespräche im Herbst 2005 bis nach den Operationen und Nachuntersuchungen Ende 2006.
Bei einem der beiden Patienten war die Chip-Implantation erfolglos. Nach Überarbeitung der Stromzufuhren konnte beim zweiten Patienten ein winziger Erfolg verbucht werden. Er konnte Lichtquellen wahrnehmen. Der Patient selbst sprach für sich von einem Riesenerfolg, denn das Erkennen von Lichtquellen hilft bei der Orientierung.

Aber um wieder mithilfe so eines Chips sehen zu können, wird es noch viele Jahre brauchen und viele Tests.
Der erste Schritt ist jedoch in die richtige Richtung getan worden. Ich wünsche für die vielen Betroffenen, dass es etwas schneller als vorausgesagt ein verbessertes Chip-Modell mit noch besseren Möglichkeiten geben wird.


Vorlesefunktion  Gerdi antwortete am 18.03.07 (05:12):

"mart antwortete am 17.03.07 (17:13):
Mit diesem Wert hat sich die Innenarchitektin aber ein bißchen vertan."

Sagt mir leider nichts.

Also:
sondern?


Vorlesefunktion  eleonore antwortete am 18.03.07 (06:25):

Netzhaut-Chip lässt Blinde wieder Lichtpunkte erkennen

Laut einer neuen Pilotstudie der Universitäts-Augenklinik Tübingen in Kooperation mit Retina Implant konnten zwei zuvor erblindeten Patienten Netzhaut-Implantate in Chip-Form vor einem Jahr erfolgreich in die menschliche Netzhaut eingepflanzt werden. Unter der Leitung von Eberhard Zrenner war es den Sehkranken nach der Behandlung wieder möglich Lichtpunkte zu sehen, deren Bewegung zu verfolgen sowie ein aus Lichtpunkten bestehendes Muster zu erkennen. Diese Behandlungstherapie lässt somit Hoffnung für Sehbehinderte aufkommen, deren Fotorezeptoren in Form von Zapfen und Stäbchen durch degenerative Erkrankungen wie Retinitis pigmentosa zerstört oder stark geschädigt wurden. Voraussichtliche Marktreife ist in zwei bis drei Jahren zum Preis von 25.000 bis 30.000 Euro zu erwarten.

Im Detail übernimmt das Implantat eine Überbrückungsfunktion der ehemals aktiven Zapfen und Stäbchen, wobei die auf die Netzhaut treffenden Lichtstrahlen mittels kleinster Fotosensoren, Verstärkern und Elektroden in elektrische Signale für die in der Netzhaut befindlichen Nervenzellen umgewandelt und somit aufbereitet werden. Über diese elektrischen Nervenimpulse erfolgt dann durch den Sehnerv die Weiterleitung der Sehinformationen zum Gehirn, wo letztlich Seheindrücke verarbeitet und in ihrer Entstehung hergestellt werden.

In seiner Gesamtheit besteht das winzige Implantat aus einem Silizium-Chip mit 1.500 Pixelfeldern, die mit je zwei Photozellen, einer Verstärkerschaltung und einer Stimulationselektrode verbunden sind. Weitere 16 Elektroden dienen im Notfall eines etwaigen Ausfallens der Pixelfelder und bieten über ein Stromkabel die zusätzliche Möglichkeit, eine extern elektrisch herbeigeführte Reizung sicherzustellen. Aktueller Stand der Entwicklung des Retina Implant-Projekts liegt derzeit in der Nervenzellenreizung über die 16 Zusatzelektronen. Alle 1.500 Stimulationselektroden wurden bislang noch nicht vollständig in Betrieb genommen. Zukünftig geplantes, jedoch noch weiterer intensiver Forschungs- und Testphasen bedürfendes Ziel des Projekts soll die Chip-Einpflanzung mit allen aktivierten 1.500 Pixelfeldern sein. Detailreichere Bilder bis zu einer Auflösung von 1.500 Pixeln würden somit möglich.

Internet-Tipp: http://www.uak.medizin.uni-tuebingen.de/index.html



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