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Wissenschaft & Technik
THEMA: Warum sind Menschen kitzelig?.
Bisher 6 Antworten.
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Arno_Gebauer
begann die Diskussion am 27.03.07 (21:14) :
Hallo,
so weit mir bekannt ist, ist Kitzeln ein Reiz zwischen bloßer Berührung und Schmerz und ist eigentlich unangenehm. Es gibt Körperstellen, die unterschiedlich auf Berührungen reagieren. Ich kann mich nicht selbst kitzeln, nur warum ist das so?
Viele Grüße Arno
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gerald
antwortete am 27.03.07 (22:01):
Das kann eigentlich nur an den Schuppen liegen, die, sofern sie einem reichlich von den Augen fallen, sich in verschiedener Dichte auf den reizempfindlichen Körperstellen ablagern, um dort unterschiedliche Kitzlichkeiten hervorzurufen. Aber mal im Ernst Arno: Das muss`n geiles Zeug sein, was Du dir da regelmäßig vor dem schreiben einwirfst... *ggg*
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dmz
antwortete am 27.03.07 (23:20):
Ich erweitere mal das Thema, indem ich es allgemein auf die Koerperberuehrung beziehe. Wenn ich mir beim Friseur Haare u Kopfhaut mit einer Antischuppentinktur massieren lasse, ist das fuer mich gefuehlsmaessig ein quasi 'beglueckendes' Erlebnis; - mache ich es selber zu Hause vor dem Spiegel mit den eigenen Haenden, ist das gefuehlsmaessig ueberhaupt kein vergleichbares Erlebnis. Warum ist das so ? - In beiden Faellen wird durch die Beruehrung eine physikalisch-codierte Information uebermittelt, die im Gehirn in eine Beurteilung umgewandelt wird. Eigentlich waere doch theoretisch zu erwarten, dass die Beurteilung u Bewertung in beiden Faellen zum gleichen Ergebnis fuehrt. Da das nicht der Fall ist, muss zu der physikalisch-sensorischen (Um)Deutung noch eine weitere Komponente kommen, die den Unterschied ausmacht: - es ist das Emotionale. Dieses wird in besonderem Masse bei Fremdberuehrung angesprochen, viel weniger jedoch bei Eigenberuehrung. Das Geheimnis duerfte in der unterschiedlichen Ausschuettung des Botenstoffes (Glueckshormon) liegen. - Metaphysisch liesse es sich auch so deuten: (1) Mein Koerper ist fuer potentielle Sinneswahrnehmung staendig in Erwartung. (2) Die Sinneswahrnehmung wird situationsbedingt registriert, umgedeutet u bewertet (3) Das Erlebnis fuehrt zu unterschiedlicher, angemessener Emotionalitaet - Wenn die Geschehnisse im Austausch zw dem Koeper(-inneren) u dem Umwelt(-aeusseren) stattfindet, wenn wir also unser transzendentes Wesen einbringen u erleben koennen, - unsere 'Wesens-Schale' nach aussen hin durchbrechen koennen, findet bei Fremdberuehrung das besondere Erlebnis statt. Fehlt das von aussen auf uns wirkende Bezugsobjekt, koennen wir uns nicht transzendent verhalten, quasi aus uns herausgehen. Beruehren wir uns also selber, findet diese (Wesens)Wanderung nicht statt; - der Vorgang bleibt auf uns selbst beschraenkt und zeitigt Emotionalitaet auf niedrigem Niveau. MfG/dmz.
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mart
antwortete am 28.03.07 (08:59):
:-)))
Das scheint dann auch der Unterschied zwischen Selbst- und Fremdbefriedigung zu sein.
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schorsch
antwortete am 28.03.07 (11:05):
Ich denke, dass man sich kratzt, wenn es einem kitzelt, stammt aus jener zeit, als wir noch Fell trugen. Wenn es dann darunter oder darin kitzelte, war bestimmt ein Blutsauger an der Arbeit.
Aber: Wie kommt der Name eines kleinen Zusatzteiles der Frau zu dem Namen, den ich hier nicht zu schreiben wage? ):-(
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Karl
antwortete am 29.03.07 (21:09):
Es ist sehr interessant, dass wir uns nicht selbst kitzeln können. Es ist also nicht allein die Reizung der Haut, die den Kitzel verursacht, sondern es muss hinzu kommen, dass wir selbst nicht die Verursacher dieses Reizes sind.
"Kitzeln" wir uns selbst, d. h. kratzen oder berühren wir unsere Haut in den Regionen, in denen uns andere kitzeln können, scheinen wir die Reizwahrnehmung durch dessen Antizipation aktiv zu unterdrücken. In der Verhaltensbiologie ist das als Reafferenzprinzip bekannt und hat auch etwas damit zu tun, dass wir Eigenbewegung anders wahrnehmen (nicht mit Haltungskorrektur beantworten) als Bewegung der Umwelt, auch wenn auf der Retina die gleichen Bildverschiebungen passieren.
Internet-Tipp: http://de.wikipedia.org/wiki/Reafferenzprinzip
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Karl
antwortete am 29.03.07 (21:16):
Um auf die Frage im Titel zu sprechen zu kommen "Warum sind Menschen kitzlig?" ergibt sich nach der Feststellung, dass man sich nicht selbst kitzeln kann, vielleicht schon eher eine Antwort. Ursprünglich hat es wohl sehr viel damit zu tun, Ungeziefer zu entdecken, welches über unsere Haut krabbelt. Dass wir auch die Reizung durch Artgenossen in Maßen genossen als positives Erlebnis empfinden können, ist wohl ursprünglich eher ein Nebeneffekt gewesen, der allerdings durch soziale Interaktion einen eigenen Selektionswert entwickelt haben könnte.
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