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Wissenschaft & Technik
THEMA: Eine Frage zum Spiegelbild.
Bisher 13 Antworten.
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Arno_Gebauer
begann die Diskussion am 10.04.07 (21:58) :
Hallo,
ich wundere mich immer wieder, warum im Spiegelbild die Seiten "links" und "rechts" vertauscht und "oben" und "unten" nicht vertauscht sind?
Viele Grüße Arno
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hugo1
antwortete am 10.04.07 (22:58):
arno, wie kommst Du darauf das links und rechts vertauscht sind ?
Anscheinend stellst Du Dir vor Du würdest selber aus dem Spiegel gucken und Dir gegenüberstehen
Schreib auf einen Zettel oben ein O, unten ein U, Links ein R und rechts ein L. Dann halte Ihn vor Deinen Bauch (mit den Buchstaben in Richtung Spiegel) und Du wirst sehen, die Seiten sind nicht vertauscht, sondern nur die Buchstaben seitlich gedreht. *g*
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dmz
antwortete am 11.04.07 (00:41):
@hugo Ich meine, Arno fragt zurecht. Wenn ich vor dem Spiegel stehe und ein Photo des Spiegelbildes mache, dieses anschliessend vergleiche mit einem Photo von mir in gleicher Stellung (-also von vorn), welches jemand anderes gemacht hat, werde ich feststellen, dass die beiden Bilder gegeneinander seitenverkehrt sind. Das Spiegelbild ist seitenverkehrt (rechte Seite ist links u umgekehrt). Erst wenn ich diese Spiegelbild (Photo) in einer Bildbearbeitungssoftware gespiegelt habe, sehe ich mich so wie ein (anderer) Betrachter mich sieht. ::: Oben bleibt natuerlich Oben, und Unten bleibt Unten, - wegen des optischen Strahlenganges (senkrecht zur Spiegelebene). Die Seiten verkehren sich deshalb, weil mir der Spiegel (Bildschirm) gegenuebersteht, der optische Strahlengang aber weiterhin senkrecht zur Spiegelebene erfolgt und sich nicht -seitengerecht- kreuzt. MfG/dmz.
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Giovanni
antwortete am 11.04.07 (04:02):
Alles ist relativ.
Wir stehen normalerweise aufrecht und bezeichnen das, was in Richtung Kopf ist, als ''oben'' und das, was in Richtung Füße ist, als ''unten''. Die Seiten bezeichnen wir als ''links'' (da wo das Herz ist) und ''rechts''. So weit, so gut.
Aufrecht vor einem Spiegel stehend scheinen oben und unten gleich zu bleiben und links und rechts vertauscht zu sein. Wenn man sich aber mal vor einem Spiegel auf die Seite legt und Jemand diese Situation fotografiert, wird man beim Vergleich der Bilder feststellen, dass oben (Kopf) und unten (Füße) vertauscht sind, jedoch links (Herzseite) und rechts gleich bleiben.
Ich behaupte mal Folgendes:
Ein Spiegel ''vertauscht'' weder oben mit unten noch links mit rechts, sondern vorne mit hinten:
Schaut man aufrecht stehend frontal in einen Spiegel, dann ist der Kopf auch im Spiegelbild oben und die Füße sind unten. Aber auch der linke Arm bleibt vom Betrachter aus gesehen(!) auf der linken und der rechte auf der rechten Seite. Das Gesicht im Spiegel zeigt dagegen aber in die entgegengesetzte Richtung, wie das des Betrachters, also von diesem aus gesehen nach hinten!
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Karl
antwortete am 11.04.07 (08:14):
Ich stimme dmz zu. Das Foto eines Spiegelbildes wird durch horizontales Flippen in das echte Bild transformiert (der Pickel ist wieder in der rechten Gesichtshälfte, nicht in der linken). Die Funktion des Spiegels wird durch den geraden Strahlengang und die Regel "Einfallswinkel = Ausfallswinkel" erklärt.
Interessant ist es übrigens in einer Bildbearbeitung rechte und linke Gesichtshälfte zu separieren, jeweils zu spiegeln und neu zu zwei Gesichtern (dem linken und dem rechten) zusammenzusetzen. Beide Gesichter unterscheiden sich deutlich (bei den meisten Menschen!).
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hugo1
antwortete am 11.04.07 (10:55):
Beide Gesichter unterscheiden sich deutlich (bei den meisten Menschen!).....und bei mir und vielen Anderen ist das linke Ohr größer als das rechte so daß bei karls Vorschlag mal ein langohriger und mal ein kurzohriger hugo zustandekommt.*g*
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Giovanni
antwortete am 11.04.07 (11:53):
@Karl:
Der Vergleich mit dem gespiegelten Foto hat nichts damit zu tun, dass wir links und rechts als vertauscht ansehen, oben und unten aber gleich zu bleiben scheinen.
Nachdem man das Foto eines Spiegelbildes horizontal flippt, entspricht es zwar wieder dem realen Anblick der fotografierten Person, aber das würde es auch, wenn man es vertikal flippt.
Dann steht das Bild zwar auf dem Kopf, aber das ist völlig korrekt, denn wir haben die Kamera ja beim Fotografieren horizontal (also um ihre vertikale Achse) von der Person zum Spiegelbild geschwenkt. Hätten wir die Kamera vertikal (also um ihre horizontale Achse geschwenkt, dann würde das vertikal geflippte Foto die korrekte Lage haben und das horizontal geflippte stünde auf dem Kopf.
Wie schon gesagt - alles ist relativ. Und noch mal - ein Spiegel vertauscht weder oben mit unten noch links mit rechts, sondern vorne mit hinten. Alles andere, was wir da hinein interpretieren entspringt lediglich unserem Mangel an Vorstellungskraft.
Wir gehen spontan davon aus, dass das, was wir im Spiegelbild sehen, dem realen Original entspricht, weil es diesem ja sehr ähnlich sieht. Wir sehen zunächst einen Menschen von vorne. Den Kopf und die Füße können wir auf Grund ihres grundverschiedenen Aussehens sofort korrekt zuordnen. Da unser Körper zu den Seiten nahezu symmetrisch aufgebaut ist, erkennen wir zunächst nicht, dass das Bild gespiegelt ist. Erst bei genauerer Betrachtung sind wir irritiert und schließen fälschlicherweise daraus, dass das Spiegelbild die Seiten vertauscht. Auf den Gedanken, dass gar nicht die Seiten, sondern vorne und hinten vertauscht sein könnten, kommen wir intuitiv dann gar nicht mehr.
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dmz
antwortete am 11.04.07 (12:47):
Ich habe mein Spiegelbild seiner Zeit photographiert und mit Photographien verglichen, die andere von mir gemacht hatten. Ich war erschrocken ueber die Diskrepanz, wie ich mich im Spiegel zu sehen gewohnt war, und wie ich offensichtlich anderen gegenueber erschien. Seitdem verzichte ich auf besondere Eitelkeit vor dem Spiegel :-)) ::: Es ist aber mit dem Spiegelbild auch im praktischen Berufsleben so eine Sache. Wir haben im Anlagenbau einmal Zulieferteile bekommen, die aus 24 Komponenten in gleicher Ausfuehrung bestanden, obwohl 12 davon in Rechts-Ausfuehrung, 12 davon in Links-Ausfuehrung - also spiegelbildlich - sein sollten, wie es auch unserer Konstruktionszeichnung zu entnehmen war. Der Unterlieferant hatte das in seiner Fertigung aber nicht beruecksichtigt. Der Schaden war finanziell u terminlich betraechtlich. MfG/dmz. - @Giovanni: Danke fuer die detailierten Zusatzinformationen.
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Medea.
antwortete am 11.04.07 (19:51):
Eine sehr interessante Angelegenheit - ich habe mich einmal vor Jahren vor einem Spiegel fotografiert und zu sehen war lediglich mein Körper mit einer Kamera vor dem Gesicht. ;-)
"Beide Gesichter unterscheiden sich deutlich (bei den meisten Menschen!).....und bei mir und vielen Anderen ist das linke Ohr größer als das rechte so daß bei karls Vorschlag mal ein langohriger und mal ein kurzohriger hugo zustandekommt.*g*" (Hugo)
Ja, aber dabei hast du leider noch den "schlitzohrigen" Hugo vergessen ...... ;-))
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mart
antwortete am 12.04.07 (22:05):
Nun, es gibt auch bei Molekülen diese Rechts/Linksangelegenheit. - Spiegelbildisomeren heißt es dort - also Moleküle, die haargenau so groß und zusammengesetzt sind bis auf die Kleinigkeit, daß sie so wie die Hände nur durch Zusammenklappen und nicht durch aufeinanderlegen zur Deckung bringen lassen.
Enorme Folgen dieses kleinen Unterschieds, können sein ... eine Form ist extrem giftig, die andere nicht; die eine kann verwertet werden, die andere nicht; die Aminosäuren als Bausteine der Eiweiße sind nach diesem Muster aufgebaut, sie können nur in der einen Form von Organismen verwertet werden, mit der anderen Form würden wir und jedes andere Lebewesen verhungern. die eine Milchsäure ist die "gute", die andere die "schlechte" (siehe Joghurt: rechts- und linksdrehende Milchsäure)...
Die Trennung dieser Spiegelbildmoleküle gehört zu den gr. und teuren Herausforderungen der organischen Chemie.
Übrigens sind die Spiegelbildmoleküle eines der stärksten Hinweise für eine gemeinsame Abstammung aller Lebewesen.
Internet-Tipp: http://de.wikipedia.org/wiki/Enantiomer
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Dietmar
antwortete am 13.04.07 (11:12):
Zur eingangs gestellten Frage siehe Skizze:
Internet-Tipp:
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Dietmar
antwortete am 13.04.07 (18:25):
Ein ergänztes Bild zur besseren Verdeutlichung:
Internet-Tipp:
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mart
antwortete am 13.04.07 (18:46):
Du hast hier die DArstellung des optischen Strahlengangs gebracht.
Aber zur einfachen Vorstellung ist auch dieses Bild gut geeignet:
Gegenstand und virtuelles Bild im Spiegel verhalten sich so, wie die rechte und die linke Hand - sie können nur durch Zusammenklappen an den Innenseiten zur Deckung gebracht werden und nicht durch Aufeinanderlegen.
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Hanna_neu
antwortete am 21.06.07 (15:38):
http://de.wikipedia.org/wiki/Spiegel
Hanna
Internet-Tipp: http://de.wikipedia.org/wiki/Spiegel
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