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THEMA:   Warum drehen sich die Uhrzeiger rechts herum?.

 Bisher 9 Antworten.

Arno_Gebauer begann die Diskussion am 01.05.07 (19:56) :

Hallo,

es ist eigentlich komisch. Auf der Südhalbkugel der Erde
ist alles anders herum. Warum drehen sich die Uhrzeiger
bei uns von links nach rechts?

Viele Grüße
Arno


Vorlesefunktion  Dietmar antwortete am 02.05.07 (09:50):

Auf Sylt ist alles anders. Da kann man auch Uhren kaufen, die gehen links herum und auch Korkenzieher, die muß man links herum in den Kork drehen :-)


Vorlesefunktion  Karl antwortete am 02.05.07 (21:01):

Hallo Arno,

ich würde sagen, der erste Macher einer Zeigeruhr hat die Richtung der Zeiger so gewählt, wie er es von dem Schatten einer Sonnenuhr gewohnt war - und er lebte eben hier auf der nördlichen Halbkugel.


Vorlesefunktion  hema antwortete am 03.05.07 (15:59):

Es ist doch logisch, dass die Zeit voran schreitet und nicht zurück.


Vorlesefunktion  Karl antwortete am 03.05.07 (22:33):

:-))

hema, es ist aber reine Konvention, dass dies durch eine Rechts- und nicht durch eine Linksdrehung des Zeigers angezeigt wird.

Ich finde, dieses Thema von arno, dass die meisten wahrscheinlich einfach als "blöd" abgetan haben, ist deshalb interessant, weil es den Finger auf ein Faktum legt, dass wir einfach nie hinterfragt haben. Deshalb gefällt mir das Thema sogar ;-), denn mir macht es Spass "Selbstverständlichkeiten" in Frage zu stellen.


Vorlesefunktion  hema antwortete am 04.05.07 (07:11):

Ich finde dieses Thema auch nicht blöd. Es lohnt sich immer etwas zu hinterfragen. Da kann ich sogar sehr pingelig sein, wie du sicher schon bemerkt hast.

Die Tatsache, dass die Sonnenuhr mit ihrem Schatten Vorgabe war, kommt ja auch nicht von ungefähr. Die Natur hat es so vorgegeben. Warum wohl?

Symbole sind für mich sehr wichtig. Sie kommen nie von ungefähr, sondern es steckt immer Wissen und Wahrheit dahinter. Vorwärts gehen muß die Menschheit (im Guten voranschreiten) - nicht zurück fallen in alte Zeiten.


Vorlesefunktion  mart antwortete am 04.05.07 (10:22):

Für ist die Frage aus dem Grund interessant, weil sie sehr früherworbene Denkgewohnheiten erhellen.

Was wäre gewesen, wenn die mechanischen Uhren auf der Südhalbkugel entwickelt worden wären - ich meine, sie gingen dann auf der ganzen Welt "entgegen" den uns vertrauten Uhrzeigersinn.

Ich habe lange nachgedacht und dann recherchiert wie das auf der Südhalbkugel mit Sonnenaufgang und Sonnenuntergang wäre:

<<...Mond- und Sonnenaufgang werden durch die Erddrehung verursacht und die ist für alle Orte der Welt gleich. Es gehen Sonne und Mond also immer im Osten auf und im Westen unter - von den Grenzfällen in Polnähe wie Mitternachtssonne einmal abgesehen.

Auf der Nordhalbkugel (Europa) sind gewohnt unseren Blick nach Süden zu richten, weil dort die Sonne ihren höchsten Stand hat.
Bei dieser Blickrichtung geht die Sonne immer "links" auf und wandert nach "rechts" wo sie dann unter geht.

Fahren wir weiter nach Süden, dann sehen wir die Sonne mittags für jeden Breitengrad den wir uns nach Süden bewegen um ein Grad höher am Himmel stehen - korrekt: weiter nördlich.

In der Nähe des Äquators können wir dann - immer noch den Blick nach Süden - die Sonne "links" (im Osten) aufgehen sehen, zu Mittag steht sie dann senkrecht über uns und abends geht sie "rechts" (im Westen) unter.

Wandern wir noch ein Stück weiter nach Süden, über den Äquator (Südafrika), dann steigt die Sonne noch "höher" (weiter nordwärts) und wir müssen - immer noch den Blick nach Süden - zu Mittag den Kopf in den Nacken legen um die Sonne zu sehen, weil sie denn bereits über den Zenit gewandert ist und uns zu Mittag auf den Hinterkopf scheint.

Weil das eine sehr unbequeme und unnatürliche Methode ist, Sonne und Mond zu betrachten, werden wir uns südlich des Äquators einfach andersherum hinstellen: Blick nach Norden. Damit ist die Sonne wieder in angenehmer Augenhöhe und wir beobachten nun daß die Sonne im Westen aufgeht (wie bisher natürlich auch), allerdings ist "Westen" bei dieser Blickrichtung RECHTS von uns.
Deshalb sehen wir Sonne, Mond und Gestirne "rechts" aufgehen, nach "links" wandern und dort untergehen.<< (Quelle: siehe Link)

Internet-Tipp: http://www.kapstadt.org/spezielles/kinderseiten/sonne_mond/


Vorlesefunktion  mart antwortete am 04.05.07 (10:25):

Und dann gibt es die "Bayrischen" Uhren, ein lustiger aber nicht dummer Gag: siehe Link

Internet-Tipp: http://www.chemie.uni-regensburg.de/Anorganische_Chemie/Brunner/uhr.htm


Vorlesefunktion  Dietmar antwortete am 04.05.07 (21:38):

Ein interessantes Thema zum Nachdenken. In der Mathematik und Physik muß man manchmal bestimmte Begriffe festlegen. Dies geschieht oft willkürlich oder ist historisch bedingt. Hier einige Beispiele:

In der Mathematik werden Winkel immer entgegen dem Uhrzeigersinn mit "+" also mit positivem Vorzeichen versehen. Winkel, die im Uhrzeigersinn gezählt werden, erhalten ein negatives Vorzeichen. Damit ist z.B ein Winkel von –90 Grad gleichzusetzen einem Winkel von +270 Grad, je nachdem wie herum gezählt wird, man erhält die gleiche Richtung.

Die Stromrichtung des elektrischen Stromes wurde irgendwann von "Plus" nach "Minus" festgelegt, heute weiß man, daß sich Elektronen als Träger der elektrischen Ladung vom Minuspol zum Pluspol bewegen. Trotzdem hat man diese Festlegung in der Elektrotechnik beibehalten.

Irgendwann wurde der geografische Nordpol auf unserer Erde festgelegt. Als nun der Kompaß erfunden wurde, bezeichnete man die blaue Spitze der Kompaßnadel, die nach Norden zeigt als Nordpol des Magneten, obwohl es doch eigentlich ein Südpol sein müßte, damit er vom geografischen Nordpol angezogen wird. Und nun? Was ist Was??

In der Schule lernen wir:
"Die Sonne geht im Osten auf und im Westen unter, mittags steht sie im Süden und nachts im Norden."
Dies gilt nur für die Nordhalbkugel der Erde. Auf der Südhalbkugel muß es heißen:
"Die Sonne geht im Osten auf und im Westen unter, mittags steht sie im Norden und nachts im Süden."
Stellt man einen Schattenstab (Gnomon) auf der Nordhalbkugel auf, dann wandert der Schatten vom Morgen zum Abend rechtsherum von links nach rechts, wie wir es von unserer Zeigeruhr gewohnt sind. Stellen wir den Schattenstab auf der Südhalbkugel auf, dann wandert der Schatten entgegen dem uns gewohnten Uhrzeigersinn von rechts nach links. Bei einer Sonnenuhr kann man also genau herausfinden, ob sie für die Nord– oder die Südhalbkugel gebaut wurde. Bei einer Sonnenuhr für die Südhalbkugel sind die Uhrzeiten "6 Uhr" und "18 Uhr" vertauscht. Damit ist von einem Fachmann mancher Betrug mit Antiquitäten aufgedeckt worden.

Und nun kann man noch auf das vorhergehende Diskussionsthema zurückkommen. Man kann sich leicht davon überzeugen, daß eine linksherum laufende Uhr das Spiegelbild einer rechtsherum laufenden Uhr ist. In der Mathematik wird das durch das Symmetriegesetz beschrieben, dessen Formeln sehr einfach sind:

x' = –x
y' = y

D.h. rechts und links oder rechtsrum und linksrum unterscheiden sich nur durch das Vorzeichen, das man willkürlich festlegen kann.


Vorlesefunktion  Spielmann antwortete am 08.11.08 (07:54):

Ich möchte das Thema gerne ausweiten um die Frage, warum die Tanzrichtung beim Gesellschaftstanz entgegengesetzt zum Uhrzeigersinn verläuft.
Mir scheint, das ist keine willkürliche Festlegung sondern irgendwie in uns Menschen selbst begründet. - Nicht umsonst wird man auch in Supermärkten vom Eingang fast immer entgegengesetzt zum Uhrzeigersinn geführt. Untersuchungen im Auftrag der Handelsorganisationen haben offenbar ergeben, daß diese Wegführung für den Verkaufserfolg ausschlaggebend ist.



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