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THEMA:   Ermunterungs-Pädagogik.

 Bisher 9 Antworten.

Felix begann die Diskussion am 24.01.07 (17:25) :

Nachdem wir mit der Diskussion über alternative Schulen die Montessori- und Steiner-Pädagogik gestreift haben, möchte ich einige grundsätzliche Gedanken zum pädagogischen Stil aufs Tapet bringen:

Jedem dürfte heute einleuchten, dass weder ein autoritärer, antiautoritärer, repressiver oder Laissez-faire Stil optimal ist.

Die Ermunterungs- oder Ermutigungs-Pädagogik dürfte meiner Meinung nach die beste Lösung sein.

Einige Voraussetzungen dazu sind zu beachten:
- Wichtig ist, das möglichst gute Kennen der Persönlichkeit.
- Ermunterung und Lob müssen ehrlich und aufrichtig gemeint sein und auch so verstanden werden können. Allgemeine Sprüche oder Übertreibungen wirken kontraproduktiv.
- Ohne Forderung und Motivation läuft nichts. Wer einfach Schwierigkeiten aus dem Weg räumt, erreicht nichts dabei!
- Das Erfogserlebnis soll die Hauptbelohnung sein.
- Belohnungen als Anreiz können oft erpresserisch wirken, wie das bei verwöhnten Kindern oft zu beobachten ist.
- Das Missachten von Spielregeln oder Verletzen von Anstandsregeln darf nicht einfach toleriert werden. Es muss dem Fehlbaren Gelegenheit geboten werden, sein Fehlverhalten einzusehen, zu korrigieren und die Sache, wenn möglich, wieder in Ordnung zu bringen.

Man sieht, dass bei dieser Pädagogik an den Erzieher recht schwierige Anforderungen gestellt werden.
Für Eltern stellt sich immer wieder die Frage, ob sie überhaupt genügend Zeit für diese anspruchsvolle Aufgabe aufwenden wollen und können.


Vorlesefunktion  Arno_Gebauer antwortete am 25.01.07 (08:46):

Hallo, Felix,

Deiner Themenbeschreibung kann ich nichts mehr hinzufügen.

Viele Grüße
Arno


Vorlesefunktion  mart antwortete am 25.01.07 (10:37):

Nachdem über diese Grundsätze weitgehend Einigung erzielt werden könnte, stellt sich vor allem die Frage der Umsetzung.

(Die Frage der Lehrziele wurden hier wohl absichtlich außer Acht gelassen.)


Vorlesefunktion  hugo1 antwortete am 25.01.07 (12:09):

Felix Du schreibst:"Für Eltern stellt sich immer wieder die Frage, ob sie überhaupt genügend Zeit,"
Ich glaube das dies mit der zunehmenden Beschäftigung der Eltern (sei es wegen mehr Beschäftigung generell oder weil mehr Zeit drauf geht um zum Familieneinkommen beizutragen) ähnliche Verhältnisse zu erwarten sind ,wie sie zu DDR Zeiten üblich waren.
Ich meine Kinderkrippen, Kindergärten, Ganztagsschulen und Horts, Gruppentätigkeit, Fachgemeinschaften usw.,,
auch andere Überschriften in meiner Zeitung der letzten Tage kommen mir sehr bekannt vor und deuten darauf hin:
-Kindertagesstätten werden billiger (Vorpommern)
-Projekttage für Schüler (erinnert an MMM)
-Die Diskussion um das Schulsystem (Schüler länger zusammen
lernen lassen)
leider lässt sich die ehemalige Schuldichte nicht mehr herstellen (jedes größere Dorf hatte zumindest 4 Klassen -Schule) Nun müssen die Kinder weite Wege packen, dafür haben größere Schulen mehr Möglichkeiten.
Generell scheinen sich neue/alte Trends durchzusetzen.
z.B. las ich gestern von Ehekrediten in Thüringen nach DDR-Art.
Also nicht nur Ermunterungs-Pädagogik sondern sogar Ermunterungs-Elternbereitschaft *g*


Vorlesefunktion  schorsch antwortete am 25.01.07 (12:28):

Ich fragte mich schon immer, wie denn ein Tier, z.B. ein Menschenaffe, seine Kinder erziehen kann, ohne von Psychologie die geringste Ahnung zu haben....


Vorlesefunktion  wanda antwortete am 25.01.07 (15:44):

Vor Jahren gab es mal einen Aufkleber, der da hieß:

Hast Du Dein Kind heute schon gelobt ?

Da fängt es an, und das wäre dann das Elternhaus.


Vorlesefunktion  Felix antwortete am 25.01.07 (17:42):

Hallo mart,

die Lehrziele oder besser Lernziele spielen bei der Diskussion um die Methode und den Stil eine eher untergeordnete Rolle.
Beim Kleinkind aber auch bei der Erwachsenenbildung ist die Ermunterung ein wichtiges Mittel, um Ziele zu erreichen.
Sogar ein Fahrlehrer erreicht mehr, wenn er seine Fahrschüler ermuntert statt entmutigt.


Vorlesefunktion  Felix antwortete am 25.01.07 (18:12):

Lieber Schorsch,

zu deiner interessanten Frage kann ich immerhin das beitragen, was Verhaltensforscher immer wieder bei Lernprozessen bei verschiedenen Primaten festgestellt haben.
Ranghohe Affen-Mütter ermuntern ihre Kleinkinder früher und lockerer zur Erforschung und Eroberung der Umwelt.
Sie lassen ihre Kleinen z.B. früher sich vom ständigen Körperkontakt zu trennen. So lernen diese auch früher das Klettern, die selbständige Nahrungsaufnahme, Erforschen der Umgebung, Kontakte mit andern Sippenmitgliedern etc.
Dadurch entwickeln diese Jungen eher ein selbstsicheres Auftreten und den Umgang mit den verschiedenen Techniken und dem sozialen Umwelt.
Dadurch haben sie auch alle Voraussetzungen um selbst eine höhere Stellung in der Hierarchie zu erlangen. Kommt doch ähnlich auch bei uns Menschen vor!
Wir wissen auch, dass die Art des Umgangs mit dem Kind bei Menschenaffen weitgehend von erlebten Vorbildern beeinflusst wird.
Bei höheren Primaten ist wie beim Menschen auch lange nicht alles angeboren und instinktiv, wie z.B. das Brutverhalten von Singvögeln.


Vorlesefunktion  siegfried46 antwortete am 26.01.07 (10:11):

Ermunterungs- oder Ermutigungs-Pädagogik bleibt wohl meistens Utopie oder Wunschtraum.
Ich habe den Eindruck, dass Schule eher demotiviert als motiviert. Wenn alles nach dem Leistungsprinzip benotet wird; wenn sogar im Sportunterricht Ballspiele benotet werden - dann vergeht jegliche Freude.
Wenn im Deutschunterricht Texte bis zum Erwürgen durchgekaut werden und jede Lautäusserung eines Schülers benotet wird - dann vergeht jegliche Begeisterung für Literatur.
Genauso wírd im Musik- und Kunstunterricht jede Motivation abgewürgt.
Im Mathematik-Unterricht wird gewaltsam Wissen vermittelt wird, das ein normaler Mensch in seinem späteren Leben nie jemals brauchen wird.


Vorlesefunktion  plautus antwortete am 23.03.07 (18:51):

hallo, freunde.
ermunterung zu eigenständigem handeln ist schlecht geeignet,gehorsame fabriknechte zu schaffen.
aber unsere untertanenfabriken und deren lehramtsinhaber haben ihre diesbezügliche tauglichkeit immer wieder bewiesen.
1914-1932 und zum schluss auch noch in stalingrad.
gott sei dank hab ich keine kinder oder enkel, die ich diesem system ausliefern muss
gruss, plautus



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