Gefühle können körperlich krank machen. Das gilt nicht nur für Stress oder Wut, die zu Magengeschwüren oder Hautkrankheiten führen können, sondern auch für so ruhige und leise Empfindungen wie Einsamkeit.
Chicago - Wissenschaftler vom Rush Alzheimer's Disease Center in Chicago haben insgesamt 823 Senioren über vier Jahre hinweg begleitet. In Fragebögen mussten die älteren Menschen beschreiben, wie einsam sie sich fühlten. Zudem testeten die Forscher um Robert S. Wilson das Denk-, Lern- und Erinnerungsvermögen der älteren Menschen und untersuchten sie auf erste Anzeichen von Demenzerkrankungen.
Wie einsam sich der Einzelne fühlte, stuften die Mediziner auf einer Skala von eins bis fünf ein. Fünf Punkte standen dabei für den höchsten Grad von Einsamkeit, die durchschnittliche Einsamkeit der Senioren lag bei 2,3 Punkten.
Während die Studie lief, die in der aktuellen Ausgabe der "Archives of General Psychiatry" vorgestellt wird, zeigten 76 der älteren Menschen Erscheinungen von Demenz, die auf eine Alzheimererkrankung hindeuteten.
Mit jedem Punkt mehr auf der Einsamkeitsskala erhöhte sich die Wahrscheinlichkeit, an Alzheimer zu erkranken, um 51 Prozent. Das bedeute, so die Forscher, dass für einen sehr einsamen Menschen (3,2 Punkte) das Risiko für Alzheimer mehr als doppelt so hoch ist wie für einen wenig einsamen Menschen (1,4 Punkte). "Menschen sind sehr soziale Geschöpfe", so Wilson. "Wir brauchen die Interaktion mit anderen, um gesund zu bleiben. Die Ergebnisse unserer Studie zeigen, dass Menschen, die sich über eine längere Zeit hinweg einsam fühlen, wesentlich anfälliger für die zerstörerische Wirkung altersbedingter Nervenschädigungen sind." Bei 90 Personen, die während der Studie gestorben waren, nahmen die Wissenschaftler eine Autopsie vor. Dadurch konnten sie nachweisen, dass Einsamkeit ein Risikofaktor für Alzheimer ist und nicht etwa ein erstes Anzeichen der Erkrankung.
Bereits im Mai vergangenen Jahres hatten Forscher vom gleichen Institut eine Studie in "Lancet Neurology" veröffentlicht, bei der sie 89 Senioren regelmäßig auf Demenzmerkmale hin testeten. Nachdem einige dieser älteren Menschen gestorben waren, untersuchten die Mediziner, in welchem Umfang das Gehirn die alzheimertypischen Proteinablagerungen aufwies.
Schon damals konnten sie zeigen, dass zwar die meisten älteren Menschen Ablagerungen im Gehirn aufwiesen. Bei den Personen, die häufig mit anderen Menschen zu tun hatten, hätten sich die Ablagerungen wesentlich weniger im täglichen Umgang bemerkbar gemacht. Je mehr und je intensiver der Kontakt zu Verwandten und Freunden war, desto schützender hätte dies auf Sprachvermögen und Arbeitsgedächtnis gewirkt. Mehr als eine Million Menschen leiden hierzulande an Demenzen, zwei Drittel von ihnen haben die Alzheimerkrankheit. "Sofern kein Durchbruch in Prävention oder Therapie gelingt", so die Deutsche Alzheimer Gesellschaft, "wird sich die Zahl der Krankheitsfälle bis 2040 verdoppeln."
Kenny
antwortete am 07.02.07 (13:59):
Hallo Nasti, ich möchte mich für deinen ausführlichen Bericht bedanken!
Beim letzten Satz kam mir in den Sinn, dass ich vielleicht von Alzheimer verschont werde, weil ich eine große Familie mein eigen nenne und auch Kontakte zu Nachbarn und Freunden pflege.
Dann kommt noch positiv hinzu, dass ich 2040 bestimmt nicht mehr unter den Lebenden weilen werde.
Alsheimer ist auch für die Angehörigen und Pfleger eine schreckliche Krankheit.
Mit fehlen auch an manchen Tagen profane Worte. Ich denke aber, dass das im Alter noch normal ist - oder? Ich mache 1 Stunde am Tag Gehirntraining und hoffe, dass es hilft.
Wer hat zu diesem Thema noch andere gute Vorschläge?
wanda
antwortete am 07.02.07 (18:35):
dass diese These stimmt, erlebe ich immer wieder - nasti, ganz liebe Grüße besonders an Dich. wanda
Olive
antwortete am 07.02.07 (19:39):
Nasti
genau das habe ich letzthin von einem Gerontologen im TV gehört: ein besseres Training als Kreuzworträtsel sei für das Gehirn der Kontakt zu den Mitmenschen..
nasti
antwortete am 07.02.07 (20:56):
Hallo Wanda!
Gerade heute dachte an Dich, wo bist du, so selten lese ich deine Beiträge, und wow, schöne grüsse. Auch ganz herzliche grüsse zurück
Nasti
nasti
antwortete am 08.02.07 (12:28):
Hi Kenny,
diesen Beitrag hat mir der jüngere Sohn geschickt. Meine Mutter bekam als 76 Jährige Demenz, starb Sie daran als 81 Jährige. Seitdem sind wir alle damit sehr beschäftigt. Sie war leider sehr einsam, es war unmöglich Sie nach De holen, keine Versicherung hatte Sie hier aufgenommen, privat bezahlen könnte ich auch nicht. Außerdem gerade in diese Zeiten war mein Man tödlich krank, und meine Söhne waren noch bei mir. Wir haben Sie sehr oft hier geholt, oder Sie besucht, Sie hat das sofort vergessen, und gerade damit war auch Ihre Einsamkeit noch mehr zum spüren. Sie wüsste nicht mal wo Sie sich momentan befindet, nur die Einsamkeit hatte Sie in Kopf. Obwohl Sie in sehr eleganten und neuen Altersheim untergebracht war, merkte Sie das überhaupt nicht. Es war unmöglich Sie alleine lassen nicht eine Minute, Sie verwechselte das Fenster mit die Türe, Tag mit Nacht, ein Horror, und sehr traurig. Wenn ich mal die Brille nicht finde, denke ich sofort: „Aha, es fängt schon auch bei mir an“, es ist leider erblich, und hat mit die Intelligenz gar nichts zu tun. Hatte ich so ein Stress in die Zeiten, dass ich vergessen habe was für Benzin sollte ich tanken. Dann ging ich sofort zum Arzt, hat mich geprüft, und gelacht, noch keine Anzeichen für Demenz. Und eine Beratung gegeben, wenn ich so Angst habe, sollte ich versuchen mit die linke Hand zeichnen, so wird sich ein neue Bahn in meinem Gehirn bauen. Ich habe das Glück, das meine Arbeit ist unabhängig von meiner Jahre, kann ich das weiter üben, auch wenn ich eine Rentnerin bin. Und ewig zwischen Menschen, ob das hilft?