THEMA: Tragen wir nicht auch außerhalb der Karnevalszeit Masken?.
Bisher 21 Antworten.
Arno_Gebauer
begann die Diskussion am 19.02.07 (18:48) :
Hallo, ST-Beteiligt,
wir stellen uns auf Menschen und Situationen ein. Jedesmal wechseln wir dabei unsere Maske. Gehört es nicht zu unserem Überlebensprinzip, Masken zu tragen?
Viele Grüße Arno
matti
antwortete am 19.02.07 (19:28):
'Jedesmal wechseln wir unsere Maske' (Arno)
Sicher gibt es hin und wieder noch eine Gelegenheiten wo ich mal eine Maske trage, generell habe ich mir das aber abgewöhnt. Ich stehe zum dem, was ich bin und was ich tue. Wer damit nicht umgehen kann, soll es mir sagen oder mir aus dem Weg gehen.
In meinem Alter denke ich mir das verdient zu haben. Freunde und Bekannte meinen ohnehin ich sei leicht zu händeln. Launen kenne ich nicht, nachtragend bin ich auch nur ganz, ganz selten (es lohnt sich nicht)und ich versuche das Leben positiv anzugehen, was auch meistens gelingt.
Ganz kleine Ausnahmen bestätigen die Regel:-)
Grüsse für einen schönen Abend von Matti
mart
antwortete am 19.02.07 (19:35):
Ich habe schon öfters versucht, einen Blick hinter deine Maske, Arno, zu werfen - bis jetzt ist mir das kaum gelungen.
Felix
antwortete am 19.02.07 (23:57):
Sicher verstecken sich Personen immer wieder hinter einer Maske. Das <WIR> in deiner Frage ist generalisierend und somit daneben!
dmz
antwortete am 20.02.07 (01:02):
<Gehört es nicht zu unserem Überlebensprinzip, Masken zu tragen?> - Das ist doch seit Kant gar keine Frage mehr; aber wohl doch eine immer wieder interessante Grundlage fuer die Betrachtung des menschlichen Wesens ( - aehnlich der Frage nach dem scheinbaren Freien Willen oder dem Deterministischen Prinzip). - Wenn nun aber bekannt ist, dass die Menschen so genannte Masken vor sich hertragen, hinter denen sie sich mehr oder weniger zu verstecken scheinen, ist die Frage nach dem Grunde angebracht. Da muss wohl etwas geschuetzt werden, weil es so verletzlich ist. Aber wie sind die Zusammenhaenge ? - Der Mensch steht als Objekt eines kosmischen Prinzips da, welches Hegel 'Dialektik' genannt hat und worunter der Dreiklang (1) Empfinden des Daseins (Kindsein), (2) Entwickeln des Selbstbewusstseins durch Selbstanschauung (>Entfremdung vom urspruenglichen Ich), (3) Erkennen des eigenen Ichs u Rueckehr zu sich selber (>Vervollkommnung des menschl Wesens an sich). Die virtuelle Grenze, die das werdende Individuum bei diesem psychischen Prozess ueberschreiten muss zum Zwecke der Selbsterkennung 'von aussen her', bleibt bestimmend fuer sein gesamtes Dasein und wird im Volksmund spaeter (begriffl.nicht ganz zutreffend) 'Maske' genannt, die einer vor sich herzutragen scheint u die im Laufe der Zeit situationsbedingt umgedeutet u an der Oberflaeche angepasst wird. - Das bedeutet einerseits, dass der Mensch grundsaetzlich ein transzendentes Wesen ist; er geht hinueber auf die 'andere Seite' zum Zwecke der Selbstanschauung und muss zurueckkehren koennen seiner Existenz wegen. Das Verhalten des Individuums beruecksichtigt daher immer - wenn auch nicht leicht erkennbar - den Schutz der persoenlichen Existenz, - etwa bei der Kontaktaufnahme zu anderen Personen. MfG/dmz.
Gerdi
antwortete am 20.02.07 (06:14):
"Jedesmal wechseln wir dabei unsere Maske" (A_G)
A_G outet sich. Bleibt dennoch wegen der vielen Masken schwer durchschaubar.
Claude
antwortete am 20.02.07 (08:45):
Klar tragen <WIR> Masken, hier und überall, das gehört zum Leben. Speziell im Internet, es bietet doch die besten Möglichkeiten dazu. ;.) Gruß Claude
schorsch
antwortete am 20.02.07 (09:17):
Fasnacht ist sogar die einzige Zeit, wo ich ohne Maske herumlaufe (;-)
plautus
antwortete am 20.02.07 (13:26):
maske tragen??? eher doch wohl rolle spielen, gewollt oder erzwungen. und manchmal gehört maske zur rolle. gruss plautus (gewesener theatermensch, weiss wovon er redet)
dmz
antwortete am 20.02.07 (17:01):
Ich habe ja oben bereits erwaehnt, dass der Begriff 'Maske' im psychischen Zusammenhang im Volksmund zwar gebraeuchlich ist, den Kern der Sache aber nur oberflaechlich andeutet. Das Stichwort 'Rolle' im letzten Beitrag erinnert mich an eine Aeusserung des frueher bekannten Schauspielers Gustav Knuth(selig), der einmal sinngemaess in einem Interview geantwortet hatte: - 'Ich bin deshalb ein anerkannt guter Schauspieler, weil ich gelernt habe, mein 'schizophrenes Talent' besonders zu betonen; wenn ich auf der Buehne stehe und zB den Hamlet spiele, dann bin auch der Hamlet u nicht mehr der Gustav Knuth.' - Die Menschen lernen alle, mehr oder weniger gute Schauspieler im alltaeglichen Leben zu sein. Das ist ein besonderes Talent unter vielen anderen: Emotion, Konzentration, Selbstdarstellung, Fantasie, Erfindungspotential, transzendentes Verhalten .... - Ich habe in diesem Zusammenhange mal die Aeusserung einer Psychologin gelesen, die salopp meinte: "Sind wir nicht alle ein bischen 'gaga'?" Und das war in Anerkennung der menschlichen Talente und der daraus entspringenden vielen Moeglichkeiten gemeint, eine erfolgreiche Lebensgestaltung zuwege zu bringen. MfG/dmz.
NIL
antwortete am 21.02.07 (16:42):
Will ich etwas erreichen, tarne ich mich durch gesteigerten Optimismus, ist mir was egal, bin ich ich, in diesem Falle 1 zu 1.
Natürlich hat jeder seine Maske gegenüber dem Finanzamt.
Felix
antwortete am 21.02.07 (20:04):
Zu diesem Thema kommt mir eine frühe Zeichnung von Paul Klee in den Sinn:
<Zwei Männer, einander in höherer Stellung vermutend, begegnen sich> 1903
Internet-Tipp:
Gerdi
antwortete am 22.02.07 (08:11):
" Tragen wir nicht auch außerhalb der Karnevalszeit Masken?"
Nach unserem 'carne vale' gibt's dann nur noch unsere Totenmasken.
chris
antwortete am 22.02.07 (14:00):
Fällt dir das Leben einmal schwer, probiere ein bisschen, einen Clown nachzumachen, der in seinem Herzen weint und dennoch lachend für ein Kind auf der Geige spielt, um so von den Tränen seines Herzens geheilt zu werden.
(Phil Bosmans)
Ich denke sogar, dass das Internet die Möglichkeit gibt, Rollen zu spielen, die es im realen Leben gar nicht gibt.
dmz: Die Menschen lernen alle, mehr oder weniger gute Schauspieler im alltaeglichen Leben zu sein.
Ich denke, diese Rolle spielen wir alle in unserer Familie, im Berufsleben und auch in unserer Freizeit.
eleisa
antwortete am 22.02.07 (16:03):
Unter einer „ Maske“ bleibt oft nicht viel Platz.....für ein Lächeln.:-(((
Claude
antwortete am 22.02.07 (16:09):
Unter einer „ Maske“ bleibt oft nicht viel Platz.....für ein Lächeln.:-(((
Braucht man das in diesem Fall ??? Claude
schorsch
antwortete am 22.02.07 (18:10):
Es soll Leute geben, bei denen, wenn sie eine Maske lüften, noch eine zweite erscheint....
schorsch
antwortete am 22.02.07 (18:12):
....und dann solls noch Leute geben, die tragen vorne und hinten eine Maske. Janus-Gesichter sollen die heissen.....
maggy
antwortete am 22.02.07 (20:23):
schorsch, Dich könnte ich mir gut mit Gentleman-Maske vorstellen :-)
Internet-Tipp:
pilli
antwortete am 22.02.07 (21:50):
wenn denn dann sich zu der maske noch ein ausgebeutelter Heiligenschein gesellt, wird es verzwickt, wenn sich teufel und engel paaren und betende hände wollüstig kanonen segnen!
:-)
Apfel
antwortete am 20.03.07 (17:51):
Hallo,
ja da stimme ich vollkommen zu, auch ausserhalb des Karnevals tragen viele Menschen "Masken".
nasti
antwortete am 20.03.07 (18:53):
Ich habe 2 Gruppenfotos.
An einem Foto steht unser ehemaliger Bürgermeister und wir, cca. 15 Leute, wir alle lachen überglücklich, sozusagen wir himmeln Ihm an.
Auf der 2-te Foto stand er wieder und wir auch, aber er hat sich schon abgedankt, war kein Bürgermeister. Unsere Gesichter bleiben entsprechend kalt ohne lachen.
Dann frage mich, warum deshalb haben wir an ernste Foto so glücklich gelacht? Haben wir von Ihm etwas erwartet, oder ist das so, unsere Masken sind schon zum unser Gesicht gewachsen? Ich studiere die Gesichter durch jedes Mal, mein Gesicht auch, und fiel mir ein: „Auch die Gorillas halten sich sehr angenehm wenn ein „Obergorilla“ erschien.