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THEMA:   Das Prinzip Kooperation.

 Bisher 7 Antworten.

nasti begann die Diskussion am 12.03.07 (12:06) :


Nicht Egoismus, sondern das Streben nach Gemeinschaft sei die Triebkraft der Evolution. Dies behauptet der Freiburger Neurobiologe, Psychiater und Facharzt für psychosomatische Krankheiten, Joachim Bauer

Gekürzt:
Warum scheint dann oft nicht Zusammenarbeit, sondern Aggression die Welt zu beherrschen?
Bauer: Abgesehen vom Kampf um Ressourcen, dient Aggression der Bewahrung der körperlichen Unversehrtheit und der Abwehr von Schmerz. Für Menschen gilt dies in besonderem Maße: Unser Gehirn reagiert nicht nur bei körperlichem Schmerz mit einer Aktivierung seiner Schmerzzentren, sondern auch dann, wenn wir aus der Gemeinschaft ausgeschlossen, also von anderen nicht beachtet oder gar gedemütigt werden. Dies ist der Grund, warum Menschen nicht nur dann aggressiv reagieren, wenn ihnen körperlicher Schmerz zugefügt wird, sondern auch, wenn sie ausgegrenzt werden.

Aggression ist demnach gar kein inneres Bedürfnis des Menschen?
Bauer: Nein. Wir haben keinerlei neurobiologische Daten darüber, dass Aggression etwas ist, zu dem Menschen primär motiviert sind oder nach dem wir von Natur aus streben. Alle neurobiologische Evidenz deutet darauf hin, dass unsere Grundmotivationen Zuwendung und Gemeinschaft sind. Trotzdem: Aggression ist enorm wichtig. Wir brauchen sie, um Bindungen zu erwerben und zu verteidigen. Um mich in eine Gemeinschaft einzubringen, benötige ich einen gewissen aggressiven Antrieb. Deshalb kommt es dort, wo die Ressource Zuwendung zu knapp gehalten wird, etwa in einer bestimmten Familie oder am Arbeitsplatz, zu einem Zuwachs an Aggression.

http://www.geo.de/GEO/natur/52549.html?p=2


Vorlesefunktion  NIL antwortete am 12.03.07 (13:46):

Geht es um den goldenen Mittelweg?, der so schwer zu finden ist.
Keiner will sich zum Trottel machen, aber trotzdem viele Menschen um sich scharen, die ihn schätzen.
Welch eine Herkulesaufgabe.


Vorlesefunktion  Olive antwortete am 12.03.07 (16:05):

Wie dieser Joachim Bauer sehe ich es auch, der Aggressionsbegriff ist weiter zu fassen als nur "bösartiger Angriff".
Aggression kann eine treibende Kraft sein, um etwas zu erreichen, zu verändern etc.
Das Problem ist: wenn ein Kind häufig oder fast ausschliesslich mit tätlicher oder verbaler Aggression in Berührung kommt, wird es später kaum in der Lage sein, seine eigenen Aggressionen in den Griff zu bekommen und sinnvoll einzusetzen.


Vorlesefunktion  Felix antwortete am 12.03.07 (16:19):

Es ist falsch die unterschiedlichen Motivationsarten sich gegenseitig ausschliessend darzustellen.
An einer andern Diskussion in diesem Forum, als es um Altruismus und Egoismus ging, versuchte ich verständlich zu machen, dass es sinnvoller wäre von einem sozialen und einem asozialen Egoismus zu sprechen.
Der Antrieb zu einer Handlung hat bei genauer Betrachtung immer eine egoistische Komponente.
- Wenn eine Mutter ins brennende Haus zurückgeht, um ihr Kind zu retten,
- wenn jemand den Opfertod als Martyrer auf sich nimmt,
- wenn eine Mutter Theresa ihr Leben und Handel scheinbar für Bedürftige einsetzt,
- wenn jemand durch eine heldenhafte Tat andere rettet
- etc.
... geht es nicht um eine altruistische Motivation, sondern um die Befriedigung eines eigenen Bedürfnisses ... allerdings hier mit einer für die Gesellschaft positiven Bilanz.
Auch rechnerisch hat sich dieses Verhalten bei der Selektion während der Evolution als Vorteil für die Art erwiesen.


Vorlesefunktion  Felix antwortete am 12.03.07 (17:05):

Beachte zu diesem Thema auch:

- <Reziproker Altruismus>
http://de.wikipedia.org/wiki/Reziproker_Altruismus

auch:
- <positiver Egoismus>
- <sozialer Egoismus>
- <Gruppenegoismus>

Internet-Tipp: http://de.wikipedia.org/wiki/Reziproker_Altruismus


Vorlesefunktion  dutchweepee antwortete am 12.03.07 (18:25):

@NIL

mir gefällt dein spruch: "Keiner will sich zum Trottel machen, aber trotzdem viele Menschen um sich scharen, die ihn schätzen."

wo sind all die brandts, wehners, schmidts und strauss´, die es früher einmal gab? heute wimmelt es im öffentlichen leben, von glattgebügelten "westerwellern" ohne format und chuzpe.

wer würde denn heute noch mit dem schuh auf den tisch dreschen, wie es einst chruschtschov in der UNO machte?


Vorlesefunktion  Olive antwortete am 12.03.07 (21:50):

@Felix

also einfacher gesagt, Lust-Unlust-Prinzip?


Vorlesefunktion  Felix antwortete am 13.03.07 (15:22):

Nein, Olive ...
mit Lust und Unlust umschreibt man den sozialen Egoismus kaum.
Es hat mit Lust wenig zu tun, wenn man sich aufopfert, um andere zu retten. Es hat eher mit der Befriedigung eines Bedürfnisses zu tun und dies muss nicht immer mit einer Lustempfindung gekoppelt sein.



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