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THEMA:   wertlose Alu Chips ! ?.

 Bisher 9 Antworten.

hugo1 begann die Diskussion am 29.04.07 (10:26) :

Gestern beim Einkauf: Die billigste Kartoffelsorte 1 € für ein Kilogramm.

Moment mal, überlege ich,,,1 Euro für ein Kg ?
Wie war das doch noch mal als wir diese DDR Mark in der Tasche hatten für Die es angeblich nix zu kaufen gab außer ein paar subventionierte Grundnahrungsmittel?

Also, die private Statistik bemüht und,,,,
30 Jahre lang kosteten die Einkellerungskartoffeln (der Sorten Capella, Ackersegen, Mira, Star usw,,,) immer und überall läppische 6 Mark der Sack a 50 Kilogramm.

,,ausnahmsweise kosteten einige Wochen im Jahr ein paar importierte Frühkartoffeln aus Ägypten oder Zypern etwas mehr.

Also für 12 Mark bekam ich 100 Kilogramm sortierte Speisekartoffeln.

Heute muss ich dafür 100 € hinlegen (200 DM) das entspräche 1000 Mark, also über das achtzigfache,,,

Für den Gegenwert eines Sacks Kartoffeln heutiger Preise konnten damals 25 Personen mit der Reichsbahn von Berlin nach Warschau und zurück fahren, heute müßten 24 Personen zuhause bleiben und ich würde nicht wieder zurückkommen.

So gesehen waren die DDR Pfennige ein Vielfaches der heutigen Cent,s wert und von Jahr zu Jahr wird der Euro wertloser, bezogen auf seinen eigenen Wert zu einem bestimmtem Zeitpunkt, aber besonders gegenüber der DDR Mark.
(natürlich gibt es auch Beispiele -besonders hochwertiger Gebrauchsgüter- mit besseren Relationen des Euro,)

Hat es in der DDR denn keine Inflationsrate gegeben? oder war die nur bei Luxusgütern üblich? obwohl auch die Fernseher,( weil sie ständigen Veränderungen unterlagen) ja ständig teurer wurden..?

Subventionen sind für den Bürger im Alltag etwas angenehmes. Der Staat, der damit Umverteilung organisiert, Mangel verwalten will, der Verschwendung entgegenwirken muss, bekommt aber die damit zunehmenden Probleme auf den Tisch.

Ob nun Brüssel sich aus den Guten und schlechten Seiten der Freien Marktwirtschaft und der Planwirtschaft ein Sammelsurium der Erkenntnisse für die weitere Reglementierungen zunutze machen wird?

Um die Kartoffelpreise hoch zu halten müssen jede Menge Einfuhrbestimmungen, Flächenstillegungsprämienverordnungen, Pflanzgutmaßnahmen, Knollengrößenrichtlinien,,,erarbeitet werden.

z.B. fand ich es toll, das gemeinschaftliche Klassen von Kartoffel-Basispflanzgut geschaffen. werden.

Darin heißt es u.a.:
Kartoffelpflanzgut kann in diese Klassen eingestuft werden, wenn bei der amtlichen Untersuchung nachgewiesen wurde, daß es die Voraussetzungen für die amtliche Zertifizierung als "Basispflanzgut" gemäß den Bestimmungen des Artikels 2 Absatz 1 Buchstabe A der Richtlinie 66/403/EWG sowie die in Absatz 2 genannten Anforderungen erfuellt.

Ist das nicht schön, erfreulich, beruhigend,,, für einen frisch gelernten Neu EU Bürger,,??

Aber daran denk ich demnächst sicher nicht, wenn die Kartoffeln mal wieder billiger werden sollten,,,da freu ich mich einfach,, oder ??


Vorlesefunktion  simba antwortete am 29.04.07 (10:45):

Auch in Österreich war vor dem Euro so ziemlich alles um einiges billiger - das hat jetzt nix mit der DDR zu tun :-)


Vorlesefunktion  hugo1 antwortete am 29.04.07 (17:21):

Simba, das in den nächsten 250 Jahren die allermeisten Produkte/ Dienstleistungen so pö a pö teurer werden, dazu braucht man wohl kein Prophet zu sein.

Ausnahmen wird es in der Datenübertragung und generell der Informationstechnik geben durch die Massenfertigung und Miniaturisierung usw...

Zum "Eurogefühl" haben wir schon allerhand Beweise und Vermutungen zusammengetragen. Nicht Alles ist durch den Euro teurer geworden, es wäre auch bei der DM so gekommen, aber einiges haben die "Zuständigen" (z.B. die hiesigen Dienstleister) mal so auf die Schnelle noch oben begradigt und angepasst,,,*g*


Vorlesefunktion  mart antwortete am 30.04.07 (11:42):

Hugo, welch seltsames Sammelsurium bietest denn du da an.

Nicht klar, daß es ausgesprochen günstig ist Festlegungen in Hinblick auf Saatgut, in dem Fall über den du dich mokierst, über Saatkartoffel, zu haben? Wenn man nichts davon versteht und sich nur ungenügend informiert - weil auch das Basiswissen fehlt - sollte man lieber vorsichtig sein.



Ebenso mit obskuren Preisvergleichen - wußte gar nicht, da in der DDR Frühkartoffeln importiert wurden:-)


Vorlesefunktion  hugo1 antwortete am 01.05.07 (08:55):

mart, in Sachen Kartoffeln, da kannte ich mich mal gut aus, hatte Jahre lang intensiv damit zu tun, und damit meine ich nicht die Bratkartoffeln, die Stampfkartoffeln oder die Kartoffelklöße dampfend auf dem Teller sondern alles was mit deren Anbau von der Saatbettvorbereitung, dem Pflanzen der Hege (Hacken, Striegeln, Düngen, Selektieren,,) der Ernte, der Lagerung usw. betraf.

Heute verstehe ich die Kartoffelwelt nich mehr so recht, besonders die Importrichtlinien, die Preisgestaltung die Sortenzulassungsquerelen,,,

z.B. ist der Sortenschutz für die Sorte Linda nach 30 Jahren abgelaufen. Nun müsste sie eigentlich Jeder anbauen können nach Lust und Liebe. Es sei denn der zugelassene Züchter nimmt sie selber vom Markt (verweigert die Zulassung) und genau das ist passiert und warum??

Nicht etwa, weil der Markt sich selber reguliert in Sachen Angebot und Nachfrage sondern weil durch die allgemeine Vermehrung nun ein Überangebot mit Preisverfall vermutet wird,,,

Also um die Verbraucher vor einem preiswertem Angebot besonders guter und beliebter Kartoffeln zu schützen, wird sie -Vom Markt genommen,,,so einfach funktioniert humankapitalisitischer Alltag, verstehe das wer will ich will es und kann es nicht gut heißen,,,

Auf die Idee mit den kuriosen Preisen und Wertverhältnissen kam ich beim Kauf der Kartoffeln letzte Woche als ich für ein Kilogramm ca 80 mal so viel bezahlen musste als zu DDR Zeiten üblich. (nach damaligem Umtauschkurs,,*g*)

Ein anderes Thema sind die gegenwärtigen Probleme in Sachen Gentechnik usw, aber damit hab ich mich zu DDR Zeiten logischerweise nicht befassen brauchen, das gabs da noch nicht,,*g*


Vorlesefunktion  mart antwortete am 01.05.07 (11:16):

Ich habe nicht deine profunden Kenntnisse des Kartoffelanbaus und der Kartoffelzucht. Aber ich sollte trotzdem deine Preisvergleiche nachvollziehen können, bin aber dazu außerstande, da du offensichtlich die Preise von aus fernen Ländern importierten Frühkartoffeln (wie unökologisch diese zu kaufen) mit Einlagerungs- bzw. Spätkartoffen vergleichst und diese Preise mit einer Fahrkarte der Eisenbahn vergleichst.

Du bringst nun das Problem um die Sorte "Linda" und das Kapitel "Sortenschutz". Dazu ein Link mit Pro- und Kontraargumenten:

Europlant verweist auf schlechte Erfahrungen mit anderen Sorten, bei denen nach Wegfall des Sortenschutzes minderwertige Qualität produziert worden sei. Ohne den Sortenschutz könnten Landwirte Linda unter kostengünstigeren, qualitätsmindernden Bedingungen produzieren. Die mit dem Sortennamen vom Verbraucher in Verbindung gebrachte hohe Qualität werde nicht mehr erfüllt. Zum anderen verlören die Anbauer, die die betroffene Sorte weiterhin in bester Qualität mit hohem Kostenaufwand produzierten, ihre wirtschaftliche Existenzgrundlage. Die Anhänger von Linda argumentieren, dass die Käufer von Linda schon immer besonders qualitätsbewusst seien, und deshalb die Qualität nicht am Namen, sondern an Qualitätsiegeln festmachen. Die Verbraucher hätten aus Erfahrungen mit anderen Sorten wie Bintje und Sieglinde gelernt.

Internet-Tipp: http://de.wikipedia.org/wiki/Linda_(Kartoffel)


Vorlesefunktion  mart antwortete am 01.05.07 (11:27):

Der Biolandbau Ellenberg, der sich für die Rettung der Sorte "Linda" stark macht, bietet letztjährige Speisekartoffeln zu Preisen von 1,50 bis 5,00 pro kg je nach Sorte an.

Über "Rettet die Linda" Aktion wird hier informiert.

http://www.kartoffelvielfalt.de/rettet_linda/index.php

Und warte ich mal ab, wie sich die Linda ohne entsprechende Saatgutzüchtung und -überwachung entwickelt - also in 20 Jahren oder so. Ob das dann noch dieselbe Sorte mit denselben Eigenschaften ist *g*. Aber eines Versuchs ist es sicherlich wert - und wenn auch nur um zu zeigen, daß Erhaltungszucht mehr ist als jeden Frühling, die Kartoffeln vom letzten Jahr in die Erde zu legen:-)

Internet-Tipp: http://www.kartoffelvielfalt.de/onlineshop/index.php


Vorlesefunktion  hugo1 antwortete am 01.05.07 (23:20):

ja mart, eigentlich ging es anfänglich um die DDR-Währung. Da meine Bekannten aus der früheren BRD stets behaupteten, die Ostmark wäre nix wert gewesen.

Das ist natürlich relativ richtig aber auch relativ falsch, je nach Standpunkt des Betrachters und je nachdem welchen Vergleich man her nimmt.

Bei Kartoffeln Kam ich mal wieder darauf zurück.

Nun weiß ich nicht ob Du Dir das vorstellen kannst, das ein Kilogramm davon, damals 12 Ostpfennige gekostet haben.
das wären nach heutigem Wert (grobe Umrechnung)
12 geteilt durch 5 (Wecheslkurs zum Westpfennig)entspricht 2,4 Pfennig.
Das wiederum grob geteilt durch den Cent = ca 1,2 Cent.

Also würden diese Kartoffeln heute 1,2 Cent kosten, aber ich muss 100 Cent bezahlen,,,

Daraus schließt der Milchmädchenrechner hugo: der DDR Pfennig war 80 ig mal so viel wert wie heutzutage der Cent.

Aber das stimmt natürlich nur bei Kartoffeln und einigen anderen Dingen das täglichen Bedarfs und dabei stimmen die Gegen-Argumente das diese ja subventioniert waren, nicht so richtig, denn die Bauern bekamen tatsächlich nicht mehr als diese 6 Mark pro Zentner..

Ja, ja mart,,das ist schon eine Wissenschaft mit der Wissenschaft und da machen Sortenprobleme keine Ausnahme,,*g*

http://lumma.de/eintrag.php?id=1173

oder http://www1.ndr.de/ratgeber/gesundheit/ges12.html

Internet-Tipp: http://www1.ndr.de/ratgeber/gesundheit/ges12.html


Vorlesefunktion  kropka antwortete am 04.05.07 (16:45):

für Hugo1 und Hugo von Ringelnatz und kropka ;-) :

Jetzt schlägt deine schlimmste Stunde,
Du Ungleichrunde,
Du Ausgekochte, du Zeitgeschälte,
Du Vielgequälte,
Du Gipfel meines Entzückens.
Jetzt kommt der Moment des
Zerdrückens
Mit der Gabel! -- Sei stark!
Ich will auch Butter und Salz und Quark
Oder Kümmel, auch Leberwurst in dich
stampfen.
Musst nicht so ängstlich dampfen.
Ich möchte dich doch noch einmal erfreun.
Soll ich Schnittlauch über dich streun?
Oder ist dir nach Hering zumut?
Du bist so ein rührend junges Blut. --
Deshalb schmeckst du besonders gut.
Wenn das auch egoistisch klingt,
So tröste dich damit, du wundervolle
Pellka, dass du eine Edelknolle
Warst, und dass dich ein Kenner
verschlingt.

Ringelnatz, Joachim (1883-1934)
Abschiedsworte an Pellka
http://www.garten-literatur.de/Leselaube/abc/obst_gemuese.htm

und..
DAS ist für liebe Hema und auch für mich selbst :-)

Meine Vorstellung vom Himmel ist eine riesige gebackene Kartoffel und jemand, mit dem ich sie teilen kann.
(Ophra Winfrey, Talkmasterin)

Internet-Tipp: http://www.kartoffel-land.de/seiten/start.html?prosa/prosa_spruch.html


Vorlesefunktion  kropka antwortete am 04.05.07 (16:52):

Mart will ich auch nicht vergessen! Ein Lied für liebe Mart :-)

Kartoffellied

Pasteten hin, Pasteten her,
was kümmern uns Pasteten?
Die Kumme hier ist auch nicht leer
und schmeckt so gut als bonne chere
von Fröschen und von Kröten.

Und viel Pastet und Leckerbrot
verdirbt nur Blut und Magen.
Die Köche kochen lauter Not,
sie kochen uns viel eher tot;
Ihr Herren, laßt Euch sagen!

Schön rötlich die Kartoffeln sind
und weiß wie Alabaster!
Sie däun sich lieblich und geschwind
und sind für Mann und Frau und Kind
ein rechtes Magenpflaster.

Claudius, Matthias (1740-1815)

http://www.garten-literatur.de/

Internet-Tipp: http://www.garten-literatur.de/Leselaube/abc/obst_gemuese.htm



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