THEMA: Tierhalter sind nicht unbedingt gesunder !.
Bisher 13 Antworten.
Arno_Gebauer
begann die Diskussion am 28.12.06 (18:18):
Hallo, Forumsbeteiligte,
entgegen der verbreiteten Meinung, daß ein vierbeiniger Freund fit hält, empfinden sich Tierhalter häufiger sogar als weniger gesund. Finnische Forscher um Ansa Ojanlatva und Leena K. Koivusilta von der Universität Turku (http://www.utu.fi/en/) haben festgestellt, daß diese Haustierhalter unter vielen Problemen leiden: Erhöhter Blutdruck, Magengeschwüre, Ischias, Migräne, Depressionen und Panikattacken, erhöhtem Body-Mass-Index! Die Medizinerinnen hatten die Daten von mehr als 21.000 Teilnehmern an einer großen finnischen Langzeitstudie untersucht. Weiter stellten sie fest, daß bei Leuten mit niedrigem Lebensstandard und schlechter Bildung sehr viel häufiger Haustiere gehalten werden!
und was willst Du uns nun damit sagen, Arno? Viel wichtiger ist doch, dass die Tiere dabei nicht unbedingt ungesünder werden :-)
fráglichauch, ob die selben Leute die gleichen Beschwerden und Krankheiten nicht auch ohne die Tiere hätten, vielleicht sogar noch schlimmer.
Sorry aber Dein hanebüchener Feldzug gegen Tierhalter hier im Forum wird langsam zum Running Gag :-)
Marina
antwortete am 28.12.06 (18:37):
Hallo Arno, was machen eigentlich Deine Graugänse? Leben sie noch? Und wie geht es Dir mit ihrer Haltung? Leidest Du unter erhöhtem Blutdruck, Magengeschwüren, Ischias, Migräne,Depressionen und Panikattacken, erhöhtem Body-Mass-Index? :-)
mart
antwortete am 28.12.06 (18:39):
Eine schöne Zusammenfassung ---- auf daß hier die Fetzen fliegen, lieber Arno!
Einen winzigen Punkt hast du allerdings ausgelassen:
"...Es handelt sich bei diesen Befunden allerdings um statistische Korrelationen, nicht zwangsläufig um Kausalzusammenhänge. So könnten auch dritte, ganz andere Faktoren sowohl für das erhöhte Haustieraufkommen als auch für die schlechtere Gesundheit bei bestimmten Bevölkerungsgruppen verantwortlich sein. Koivusilta schlägt selbst einen zentralen Faktor vor, die soziodemografische Situation eines Menschen. "Männliches Geschlecht, geringer Bildungsstand, keine Paarbeziehung und niedriger sozialer Status" seien charakteristisch für schlechte Gesundheit in epidemiologischer Perspektive allgemein - und könnten auch einen großen Teil der Verbindung von Haustier-Besitz und schlechter Gesundheit erklären, schreibt sie."
Auf gut deutsch heißt das, die Babys werden nicht unbedingt vom Storch gebracht, auch wenn es eine Korrelation zwischen der Geburtenzahl und der Zahl der anwesenden Störche gibt.
so, nun hab ich den ganzen Artikel gelesen und stelle fest , dass Dein Eng´lisch entweder sehr schlecht sein muss bzw Du schlecht übersetzt hast oder aber Du hast den Artikel nicht richtig verinnerlicht / verstanden oder beides? :-)
Conclusion: Pet ownership was very lightly associated with poor health in the general working-aged population when using several health and disease indicators. Pet owners had a slightly higher BMI than the rest, which indicates that people having a pet (particularly a dog) could use some exercise. A great challenge is awaiting public health workers in making a combined exercise and nutrition program for the kind of middle-aged population group that has established itself in life, has a low level of basic education, and owns the most pets, particularly living in rural locations. Investigation of effects generated by pet ownership is at the good but early beginning, and it is now important to establish studies with representative population based databases in order to test hypotheses involving effects of pet ownership and various health related dimensions within population groups that are composed of different kinds of background characteristics.
Man beachte Beschreibungen wie "slightly higher" ud "very lightly" und ganz besonders auch den letzten Absatz und seine Aussage ..
Mann Arno, putz mal die Brille!
mart
antwortete am 28.12.06 (19:07):
Damit wäre wohl alles gesagt -
Leute mit niedrigem Lebensstandard hätten mehr Haustiere, schreibst du, Arno.
Sollens doch nach Thailand fliegen.
Die Leute mit niedrigem Lebensstandard hätten geringere Bildung
Na, so eine Neuigkeit.
Und der Mensch, der sich nur mehr schwer bewegen kann, hat eine Katze oder gar einen Wellensittich.
Da ist natürlich die Katze oder der Wellensittich am Gesundheitszustand schuld.
*gg*
Karl
antwortete am 28.12.06 (20:47):
@ arno,
ich kenne die Situation in Finnland nicht, weiß z. B. nicht wieviele Obdachlose es dort gibt.
In Freiburgs Innenstadt gibt es viele Punks, die haben viele Hunde und gesund schauen sie auch nicht aus. Frage, was ist nun die Ursache dafür, die Hunde, das Bier, das Leben auf der Straße oder die schlechte Krankenversicherung?
Die Hunde geben ihnen Wärme und Zuneigung. Ich glaube kaum, dass sie die Ursache für ihre Krankheiten sind. Es ist schon so wie Mart schreibt, wir müssen kausale Ursachen und bloße Korrelationen unterscheiden. Es soll tatsächlich in jenen Orten, über die viele Störche fliegen mehr Geburten geben.
Ich jedenfalls lebe mit Hund gut und vor allem gern. Er mindert meinen Bildungsstand durch lange Spaziergänge, in denen ich nicht im ST lesen kann, nur mäßig, aber mit dem Pocketweb kann ja selbst hier bald Abhilfe geschaffen werden ;-)
ich habe in der Themenbeschreibung in etwa das wiedergegeben, was ich die Tage im WDR5 beim Abwaschen gehört habe. Ich habe niemand persönlich angesprochen. Und außerdem muß sich niemand über 60 Jahre dafür rechtfertigen, wenn die Ergebnisse einer Studie anders als erhofft ausgefallen sind. Da auf meinem Grundstück seit über dreißig Jahren ein Grauganspärchen lebt, stört es mich nicht im geringsten, wenn finnische Forscher feststellen, daß ich zu den Leuten zähle, die einen niedrigen Lebensstandard leben und eine schlechte Bildung haben. Ich kann damit gut weiterleben.
Viele Grüße Arno
mart
antwortete am 28.12.06 (22:01):
...."stört es mich nicht im geringsten, wenn finnische Forscher feststellen, daß ich zu den Leuten zähle, die einen niedrigen Lebensstandard leben und eine schlechte Bildung haben."
Glaubst du tatsächlich, daß du diese Aussage schlußfolgern darfst?
Dann fehlt es allerdings gröber!
Marina
antwortete am 28.12.06 (23:10):
Jetzt bin ich aber erleichtert, dass Deine Graugänse noch leben, Arno. Ich dachte schon, die wären Deinem hohen Lebensstandard und Deiner Bildung zum Opfer gefallen. :-)
angelottchen
antwortete am 29.12.06 (13:00):
böse marina ! -)))
bemerkenswert an der finnischen Studie auch die Feststellung, dass "die meisten Tiere von Leuten gehalten werden, die in der Landwirtschaft arbeiten". Wer hätte das gedacht.
nasti
antwortete am 29.12.06 (13:19):
ich habe in Berlin so viele Obdachlose gesehen mit Hunde, das ich wirklich angewidert war. Die Hunde haben eine Funktion beim betteln helfen. Ich finde es grausam, die Tierschützer sollten die Hunde von solche besoffene Typen wegnehmen. Und die Hunde waren verdammt traurig dabei.
Tabaiba
antwortete am 02.01.07 (14:56):
Ich denke nicht, dass meine Katzen daran Schuld sind, dass ich eine Hüftgelenkarthrose habe :-). Hundehaltung kommt für mich als Berufstätige nicht infrage und so lebe ich eben mit Mann und 3 Stubentigern glücklich und zufrieden. wie heißt es doch so schön: "Jedem Tierchen sein Plaisirchen."
Es findet sich immer ein Grund, warum man an dieser oder jener Krankheit leidet, mal ist es die Umwelt und jetzt müssen eben die Tiere herhalten.
Ursula
antwortete am 03.01.07 (11:41):
Hallo Arno,
es ist eine (traurige) Tatsache, dass Obdachlose und andere in sozial schwachen Verhältnissen lebende Menschen kränker sind als wohlhabende. Das hat aber nichts damit zu tun, ob sie ein Haustier haben oder nicht! Die Schlussfolgerung aus der zitierten finnischen Studie, dass (sozial schwache) Tierhalter häufiger - ausgerechnet ! - unter Bluthochdruck, Übergewicht, Depressionen, Ischias, Magengeschwüren etc. leiden als Menschen ohne Haustier ist nach meiner Ansicht abwegig; das Gegenteil dürfte wohl eher stimmen!
Übrigens ist 2002 eine britische Studie zu dem Ergebnis gekommen, dass Schulkinder mit Haustieren wesentlich seltener wegen Krankheit im Unterricht fehlen als Kinder, die zuhause kein Haustier haben. Passend zu dieser Beobachtung ergab die immunologische Untersuchung des Speichels Hinweise dafür, dass die Kinder mit Haustier über ein stärkeres Immunsystem verfügen und deshalb seltener krank sind.