navallo
begann die Diskussion am 02.01.07 (18:27):
Wenn Hundehalter angesichts einer sich um den Verstand böllernden Nation ihrem vor Panik wahnsinnigen Vierbeiner beistehen möchten, gehören Zusprechen, Abliebeln und Ausharren beim Hund zu den Kardinalfehlern. Besser ist, durch eigenes Verhalten Gefahrlosigkeit zu demonstrieren. (Zum Beispiel machen abschleckende, weinende Mütter ihrem Kind den Arztbesuch ja auch nicht gerade leichter.) Ist der Hund im Begriff, Hausrat, Personen oder sich selbst zu zerlegen, würde ich ihn vorübergehend anbinden und äußerlich (!) unbeeindruckt zur Tagesordnung übergehen, auf keinen Fall aber trösten.
Begründung: Das enge Zusammenrotten des Rudels (= Familie) einschließlich des Leittieres und das gemeinsame Ausharren in einem "Fluchtversteck" bestätigen den Hund in seiner Mutmaßung einer extremen Gefahrenlage. Im Vertrauen auf Herrchens Unfehlbarkeit wird er alle Jahre wieder den gleichen Schwachsinn abspulen - auch um seine Meutegenossen vor der anrollenden "Gefahr" zu warnen. Nichts und niemand und schon gar nicht liebevolles Streicheln (= Belohnung) wird ihn abbringen, selbst wenn die Knallerei durch dickste Mauern abgemildert ist.
Vorbeugungs- und Behandlungsmöglichkeiten bestehen in einer rechtzeitigen Gewöhnung durch Verknüpfen von Explosionen mit angenehmen Vorgängen wie Fressen, Spielen, Arbeiten, lieben-Besuch-begrüßen, Herankommen ...
Mögliches Vorgehen:
1. Variante Man besorge sich einen Tonträger mit Knallereignissen (DVD mit Feuerwerk, eigene Aufnahme...). Die Wiedergabe muß auch den Hochtonbereich abdecken, sonst würde der Hund schon beim ersten Anspielen keinerlei Reaktion zeigen. Man beginnt vorsichtig (sehr leise, entfernt im Nachbarraum) vor oder während der alltäglichen Futtergabe das Gerät einzuschalten. Zu rasches Vorgehen ist kontraproduktiv.. Vorteile: a) Lautstärke regelbar, b) Training im gewohnten Umfeld, c) Hilfspersonen entbehrlich, d) Kosten halten sich in Grenzen
2. Variante An Stelle des Tonträgers tritt eine Start- oder Schreckschußpistole (Jagdausstatter, Sportartikel). Solche werden für die Ausbildung zum Begleit- oder Schutzhund benutzt. Von Nachteil ist, daß die Übungssituation an zeitliche, räumliche und gesetzliche Voraussetzungen gebunden ist. Die Kontinuität der sich steigernden Übungen ist schwer zu gewährleisten. Die Lautstärke ist ausschließlich über die Entfernung regulierbar (Hilfsperson). Bei extrem schreckhaften Hunden empfiehlt sich zunächst einmalige Schußabgabe in 500 m Entfernung (verbunden mit Latscherei) während Futtergabe oder bei Spielbeginn. Weiteres Problem: Hörschädigung bei Mensch (Lärmschutzkappen?) und Tier (ausreichender Abstand?) möglich. (Alljährliche Hörschäden infolge Silvesterknallerei - z. Teil bleibend - werden deutschlandweit auf 30 000 geschätzt.)
3. Variante, vorbeugend (fast ausschließlich Jagdhundwelpen). Beginn ab etwa 8. Woche mit Schußabgabe in größerer Entfernung bei Fütterung. Die Gefahr besteht auch hier wieder in der Lärmschädigung durch zu geringen Abstand. Die Jäger haben dann zwar schußfeste, aber hörgeschädigte Hunde :-))
4. Variante Medikamentöse Ruhigstellung. Nachteile: Ist nur bei vorhersehbaren Ereignissen anwendbar, nicht jedoch beim zufällig platzenden Autoreifen. Die Wahl des Medikaments (früher nahmen wir Propaphenin) ist erfahrungsabhängig und muß zeit- sowie situationsgerecht (kein Tiefschlaf) erfolgen. Man ist auf Tierarzt angewiesen.
5. Variante Verreisen über Silvester in eine "ruhige" Gegend wie MekPom. Pech, wenn dann gerade in der Nähe eine Jagd stattfinden sollte. Jagdveranstaltungen werden sehr gern auf die Zeit um den Jahreswechsel angesetzt. Schonzeiten beginnen für viele Tierarten erst ab 15. Januar. Gestörte Hunde reagieren auch schon, wenn die Knallerei in weiter Ferne abläuft und vom Menschen kaum wahrgenommen wird.
Wer kennt weitere Varianten?
Karl
antwortete am 02.01.07 (18:58):
Lieber Navallo,
na, dann haben wir einiges falsch gemacht, allerdings glaube ich kaum, dass unser Verhalten die Panik des Hundes verstärkt hat. Ich persönlich halte weiterhin Variante 5 für die beste, allerdings werden wir uns nun auch nach den Jagdzeiten erkundigen ;-))
Du gestehst uns wahrscheinlich zu, dass es zwischen Hunden große Wesensunterschiede gibt. Der Vorgänger von Ludwig hatte kein traumatisches Kindheitserlebnis mit einem Knallkörper und war sein lebenlang von der Knallerei unbeeindruckt.
Karl
antwortete am 02.01.07 (19:06):
Der Bezug des Textes von Navallo dürfte meine Schilderung unseres Silvesterabends in folgendem Thread sein:
Wunderbare Abhandlung, navallo und auch bestens in der Theorie umsetzbar.
Aber was z.b. würdest Du sagen im Falle meines Hundes: absolut schußfest, auch überhaupt kein Problem, wenn z.b. bei der Fronleichnamsprozession wie bei uns üblich bei jedem Altar Böller abgeschossen werden und der Hund zeigt keine Reaktion und dann ist er ein Häufchen Elend, wenn es sich um Raketen handelt. Und das war nicht nur bei meinem letzten Hund der Fall, sondern alle meine Hunde haben gleich reagiert, im Gegensatz zu den Katzen, die neugierig das Feuerwerksspektakel verfolgt haben.
Ich habe mich natürlich auch mit einem Hundeführer darüber unterhaltung und bekam eine ganz logische Erklärung. Dieses Zischen, mit dem die Rakete ab geht, muß eine für Hundeohren dermaßen unangenehme Frequenz haben, daß Panik entsteht. Im Gegensatz zum Böller oder zum Gewehr (mein erster Hund war ein Langhaardackel und Vollgebrauchshund) kommt der Knall sofort und kurz.
Jedenfalls, ich kann nur für mich sprechen, meine Hunde haben automatisch in einem innenliegenden Raum Zuflucht gesucht, mein letzter eben, wie schon beschrieben, im Bad in der Badewanne :-), die Raumtüre wurde geschlossen und wenn die Feuerwerkswütigen ihr Pulver verschossen hatten und Ruhe eingekehrt ist, dann wurde die Türe wieder aufgemacht und der Hund konnte sich uns nach seinem Gutdünken nähern.
Und passend für die theoretische Abhandlung gibt es eine nette Episode: Der Kinderarzt meines Sohnes ist ein Jahr vor der Geburt meines Sohnes Vater geworden. Anläßlich einer Situation habe ich ihn angerufen und um Rat gefragt, weil ich nicht mehr weiter wußte. Ich bekam zur Antwort: Hättest Du mich das vor 4 Jahren gefragt, dann hätte ich ganz klar eine Diagnose gestellt, dir ein entsprechendes Medikament verschrieben und alles wäre klar gewesen. Seit ich selbst Vater bin, frag mich nicht, wie oft ich mit meinem medizinischen Wissen Kopf stehe und da muß ich halt auch einfach durch.
hugo1
antwortete am 02.01.07 (20:30):
1. Variante ist wohl die erfolgversprechendste Man besorge sich einen Tonträger mit Knallereignissen (DVD mit Feuerwerk,,,, das betreibt man einige Dutzend male und der Hund ist so taub wie unser junges Volk nach 10 Jahren fleißgstem Discobesuch. Nee das ist Teierquälerei. Ich denke auch das Knall nicht gleich Knall ist. Die Hunde der hiesigen Jäger sind ganz wild aufs Knallen, Der Förster braucht nur den Hut aufzusetzen nach der Flinte zu greifen und es ist wie in einem Tollhaus so springen diese "Viecher" voller Vorfreude und Fröhlichkeit,,** anbei ein Link, auf der HP können die Jagdtermine auf der Linken Spalte abgerufen werden, auch Direktkontakte sind möglich
danke, navallo - ja das ist ein leider sehr beliebter Fehler, den jeder Hundebesitzer irgendwann mal macht :-) Ich habe mir angewöhnt, von den Ängsten meiner Hunde bei Gewitter, Feuerwerk, usw. sowieso nur sehr wenig Notiz zu nehmen, auch wenn es zB zum Tierarzt geht und der eine meiner Hunde schon losbrüllt, bevor der TA ihn überhaupt nur angesprochen hat. Je weniger man darauf eingeht und je normaler man sich verhält, umso weniger ist es für den Hund dann irgendwann interessant - Herrchen und Frauchen nehmen ja doch keine Notiz von mir!
Aber wie gesagt .. auch ich habe so einen Kandidaten :-) Die anderen 2 sind da eher sehr cool und gelassen und ich denke, die 5 uralten Chihuahuas, die ich quasi geerbt habe, interessieren sich eh nur noch fürs Futter und Schmusestunde :-)
Dorella
antwortete am 02.01.07 (22:46):
Ich habe zwar keinen Hund, aber einen Kater. Er ist ab Beginn bis zum Ende der Knallerei eineinhalb Stunden lang mit dem Bauch über den Boden,geduckt von einem Versteck zum nächsten gelaufen. Er war im Schrank und hinter dem Sofa und unter der Küchenzeile in der hintersten Ecke.Da half auch kein noch so gut gemeinter Zuspruch.Er hatte einfach pure Angst. So reagiert er auch bei Gewitter und wenn Hagel auf die Dachfenster prasselt, also bei allen ungewöhnlich lauten Geräuschen. Vielleicht, navallo und angelottchen, erklärt ihr mir mal, was ich falsch mache und wie ich dem Kater die Angst vor lauten Geräuschen nehmen kann. Ich weiß allerdings nichts über seine ersten 5 Lebensjahre und ob er da traumatisiert wurde.
Gudrun_D
antwortete am 03.01.07 (08:17):
Meine Katzen hatten alle einen Horror vor der Sivesterknallerei,die ja zudem noch mit für Tierohren schmerzhaften Heul-und Pfeiftönen verbunden ist! Gewitterdonner war ihnen auch nicht so geheuer,aber in ihre Körbchen gekuschelt,haben sie das überstanden. etwas Leberwurst ums Mäulchen geschmiert und ihre kleine Welt war in Ordnung.
Meine Setter waren bis auf den letzten alle schuss-und "donner"fest. Rembrandt,den letzten IrishSetter holte ich,als er 10 Monate alt war aus unverantwortlicher Haltung zu mir. Er war,seit er von Mutter und Geschwistern getrennt wurde,nur sich selber überlassen und an einer viel zu kurzen Leine an einer Gartenhütte angebunden. Er war ein wunderschöner Riesenkerl und es war zum Erbramen,zu erleben,wovor er alles Angst hatte! Nun,meine alte Anke hatte schnell erkannt,dass mit dem jungen Hund was nicht stimmte und "Mutterpflichten"=Erziehung übernommen. Bei Gewitter oder Knallerei kuschelten sie in einem Korb und nur anfänglich musste ich den jungen Hund etwas beruhigend streicheln,oder "gaaaaaaanz ruhig" und "braaaaav" sagen!
Alles wurde gut und "Herr Rembrandt" ein richtiger Draufgänger,der sich vor nichts mehr fürchtete.
Und mein Troll schaut mich beim ersten Knaller fragend an, hört dann von mir nur: is alles gut, und er rollt sich auf seiner Decke zusammen und pennt!
Aber wehe,es klopft jemand an der Tür!! Das ist ein Geräusch,da MUSS er reagieren;-)
wanda
antwortete am 03.01.07 (09:19):
endlich mal ein Wort, natürlich muss der Hundehalter Vorbild sein, was denn sonst. Wahrscheinlich hatten auch meine Hunde Angst, aber an meiner Seite waren sie ruhig.
Karl
antwortete am 03.01.07 (09:38):
Also, Vorbild waren wir auch für unseren Hund, denn Angst haben wir natürlich keine gezeigt. Ich persönlich bin davon überzeugt, dass beruhigendes Zureden eher geholfen als geschadet hat und ich bin nicht davon überzeugt, dass demonstratives Alleinelassen und eventuelles Anketten, was wir ja normal auch nicht tun, dem Hund die Panik genommen hätte.
Bei allem Respekt für Navallos Hundekenntnisse, wir behandeln unseren Hund eben wie ein Familienmitglied und bisher, so glaube ich, mit sehr gutem Erfolg. Die Ursachen für die Panik bei der Silvesterknallerei sind nicht in unserem Verhalten zu suchen. Hier wird Ursache und Wirkung verwechselt.
schorsch
antwortete am 03.01.07 (11:32):
Eine CD mit lauter Musik laufen lassen. Am besten eine, auf der im Hintergrund schon Knallerei zu hören ist. Die CD schon einige Tage vor der eigentlichen Knallerei laufen lassen, damit das Tier sich daran gewöhnt.
Natürlich nützen alle guten Vorschläge den Tieren im Wald rein gar nix....
sammy07
antwortete am 03.01.07 (11:47):
Natürlich muß man differenzieren,denn bei allen Kreaturen spielen doch auch die Erbanlagen eine große Rolle, zum Einen die vorgegeben domestizierten Arten mit all ihren extremen Ausuferungen in vielen Jahrzehnten(Degeneration),zum Anderen die sich im Laufe der Zeit ergebenen "Vermenschlichungen" (degenerierende Haustiere). Gerade in der Hundeausbildung habe ich oft erlebt, dass die nicht reinrassigen (Bastarde)Hunde in mancher Hinsicht unaufffälliger und zudem wesensstärker waren. Im fortgeschrittenem Alter läßt sich fast bei keinem Hund "Schussfestigkeit" mehr (bzw. sehr schwer) "herstellen".
ullika
antwortete am 03.01.07 (11:52):
Mein Riesenschnauzer hatte auch panische Angst, sobald die Knallerei anfing. Nur durch Streicheln und beruhigendes Zureden konnten wir ihm seine Angst ein wenig nehmen. Ich kann auch nicht nachvollziehen, warum für diese eine halbe Stunde im Jahr solch drastische Maßnahmen ergriffen werden sollen.
Gudrun_D
antwortete am 03.01.07 (12:25):
Ein Hund,der zur Jagd tauglich sein soll, MUSS schussfest sein!
Aber, ein Hund,der als "Familienmitglied" lebt, sollte auch entsprechend beruhigt,bzw. entsprechend "getröstet" werden!
Und,da hilft Nähe und streícheln sehr viel!
Ich hatte oft Hunde von Freunden über Sylvester bei mir,weil diese unbeschwert feiern wollten und wussten: bei mir waren ihre Tiere gut betreut!
Anbinden ist m.E. das Schlimmste,was man einem Vierbeiner antun kann,weil die natürliche Fluchtmöglickeit unmöglich gemacht wird!
bongoline
antwortete am 03.01.07 (14:00):
@ Gudrun_D
..... Anbinden ist m.E. das Schlimmste,was man einem Vierbeiner antun kann,weil die natürliche Fluchtmöglickeit unmöglich gemacht wird! .....
Ganz genauso ist es, aber wie ich schon geschrieben habe, in der Theorie läßt sich ja so vieles durchspielen.
Jagdhund und schussfest - auch wie ich geschrieben habe, mein Dackel hatte die Prüfung zum Vollgebrauchshund, also Jagd und das Stellen im Fuchs-Dachsbau und trotzdem, Feuerwerk war für ihn schlimm.
angelottchen
antwortete am 03.01.07 (16:21):
Es kommt sicher immer darauf an, wie ein Hund oder eine Katze vom welpenalter an geprägt wird - wenn sie mit vielen Geräuschen und aussergewöhnlichen Situationen schon als Jungtier in Berührung kamen und ihnen dies durch ihre Menschen als "normal" oder "positiv" vermittel wurde, dann werden die Tiere auch entsprechend wesensfest sein.
Jagdhunde werden für die Ausbildung zur Schussfestigkeit tatsächlich auch angebunden - aber das ist noch der harmloseste Teil der teilweise harten Ausbildung ..
Bei Katzen spielt Gewitter - genau wie bei zB sehr langhaarigen Hunden - noch eine andere Rolle: Karl oder ein/e andere/e Pysiker/in kann das sicher noch besser erklären: Aber durch die elektromagnetischen Teilchen in der Luft vor einem Gewitter lädt sich das Katzen- oder Hundefell eletrisch auf und das Knistern und die kleinen Blitzchen, die dann entstehen, wenn das Tier sich bewegt und sich quasi "entlädt" piesacken die Tiere. Deshalb flüchten Katzen instinktiv zB gerne in die trockene Badewanne oder ins Waschbecken vor einem gewitter - da passiert ihnen das nicht. Bei meinem grossen Hund fiel mir das damals auf, als ich im Büro 4 Monitore nebeneinander stehen hatte und er sich dort nicht vorbeitraute - bis ich einmal beobachtete, wie kleine blaue Funken durch sein langes weisses Fell flogen und ihm die Haare zu Berge standen bzw an den Monitoren klebten.
bongoline
antwortete am 03.01.07 (16:30):
Danke angelottchen,
das ist eine für mich plausible Erklärung und ich bin Dir dafür dankbar. Meine Tiere waren allesamt langhaarig und der freiwillige Besuch der Badewanne ist somit auch geklärt :-)
wanda
antwortete am 03.01.07 (18:37):
mit einem Golden Retriever habe ich vor 20 Jahren die Jagdhundprüfung gemacht - die Hunde wurden nie angebunden, auch nicht zur Schußfestigkeitsprüfung. Alle anderen Hunde die wir hatten waren Dackel und Schäferhunde. Ein Schäferhund schaffte die Schutzhundprüfung nicht, weil er beim Schuß die Ohren anlegte. Mein ältester Sohn ging mit dem Hund zur Ausbildung - es ist vielleicht für Euch hier nicht verständlich, aber wir hatten damals wenig Geld. Und für einen Schutzhund war die Hundesteuer sehr viel preiswerter, das war der Grund - es kann sogar sein, dass Schutzhunde total steuerfrei waren. Varianten speziell zu Silvester kenne ich nicht. Da ich seit zehn Jahren keine Hunde mehr habe und so auffälliges Verhalten, wie es hier geschildert wird nicht kenne, könnte es natürlich auch sein, dass Silvester früher nicht so laut war. Wir hatten ja auch Pferde und es war einfach so, dass die Tiere uns als Leittiere sahen - wie der Herr - so's Gescherr - sagt ein schlesisches Sprichwort. Da, wo wir Ruhe bewahrten, konnten wir diese in wohl übertragen. Eine andere Erklärung dafür habe ich nicht. Einer meiner Schäferhunde zeigte uns schon bei relativ gutem Wetter ein Gewitter an, davor hatte er Angst und er wich dann nicht von mir.
mart
antwortete am 03.01.07 (21:41):
Über die individuellen Unterschiede hinaus gibt es auch Rasseneigentümlichkeiten.
Mein Hund gehört zu einer Rasse, die als extrem geräuschempfindlich gilt, und so verhält er sich auch. Als Fernmelder für Nachbars Jalousien geeignet bzw. als Meteorologe, der den Donner eines fernen Gewitters auch bei strahlender Sonne durch sein Verhalten anzeigt.
Von Reaktionen auf Lawinensprengungen, Lawinenabgängen und all den anderen Knallereien rede ich einmal gar nicht. Ich kann mir nicht vorstellen, daß auch ein äußerst sensibler Hundeflüsterer hier "Schußfestigkeit" als Eigenschaft erreicht hätte bzw. sie heute noch antrainieren könnte.
navallo
antwortete am 04.01.07 (18:45):
Wer mit einem kleineren Hund Silvester nur für sehr kurze Zeit zurechtkommen und keine Prüfungsvorschriften erfüllen muß, benötigt keine „Schußfestigkeit“. Auch bei größeren Hunden erfordert vorübergehendes angstvolles Verkriechen nicht unbedingt rigoroses Gegensteuern. Solange liebevolles Zusprechen zu einer Beruhigung führt, so ist dagegen nichts einzuwenden.
Bei Extremen aber darf man über Reaktionsmöglichkeiten nachdenken. Deine Schilderung, Karl, hat mich zwar auf den Gedanken gebracht, dazu etwas zu schreiben, aber ich kann beileibe nicht aus der Ferne beurteilen, ob ihr wirklich Fehler gemacht habt, zumal bei Ludwigs Vorgeschichte. Keinesfalls verwechsle ich Ursache und Wirkung. Ich vertrete lediglich die Ansicht, daß das Verhalten des Hundeführers das Verhalten des Hundes beeinflußt. Die Schlußfolgerungen, die beide daraus ziehen, müssen nicht identisch sein. Das mag Mißverständnisse fördern. Im Wissen, daß dieses Problem häufiger auftritt, habe ich meine Anmerkungen nicht unmittelbar an deinen Beitrag angeschlossen, sondern diesen eigenen Thread eröffnet. Ich kenne abnormes Durchdrehen nicht nur von anderen, sondern auch von einem meiner Hunde. Den Fehler, mich seiner Not zu intensiv zugewandt zu haben, habe ich vor langer Zeit selbst gemacht. Ihm war als Junghund ein „Kanonenschlag" zwischen die Füße geworfen worden. Danach mutierte er Silvester zum zitternden Elend mit unberechenbaren Panikreaktionen. Das begann unmittelbar nach den Weihnachtsfeiertagen und steigerte sich zum Höhepunkt am Jahreswechsel, um erst zum 2. Januar hin wieder aufzuhören. Es beschränkte sich nicht auf ängstliches Verkriechen. Er sprang wie irrsinnig durch die Zimmer, alles was da stand umreißend, und büxte einmal für Stunden aus. Gegen sich nähernde Familienmitglieder bleckte er knurrend die Zähne, schnappte mit angelegten Ohren und gesträubtem Nackenhaar in die Luft. Streicheln und beruhigendes Zureden blieben wirkungslos. Die Knallerei war oft so weit entfernt, daß wir Menschen sie kaum registrierten. Bei der Frage „Warum?" habe ich begriffen, daß meine Tröstungsbemühungen nicht gerade hilfreich waren. Er setzte er seine Jammerpanik auch fort, weil er meine vorhandene verzweifelnde Hilflosigkeit als Gefahr fehldeutete.
Die Notwendigkeit, einen Hund an die Leine zu nehmen und ihn eine gewisse Zeit, wie ich geschrieben habe "anzubinden" bedeutet nicht, ihn "angekettet" im finsteren Verließ zurückzulassen. Der Hund befindet sich in meiner Nähe. Ich leine ihn mit Rücksicht auf Gäste auch beim Kneipenbesuch an, oder wenn Handwerker kommen, die sich fürchten, oder wenn mir unterwegs Spaziergänger begegnen. Und mein "zum Alltag übergehen" heißt nicht wegzulaufen, sondern üblicher Beschäftigung wie Schreibtischarbeit nachzugehen. Es gibt eine Reihe weiterer Situationen, bei denen es angebracht ist, hundliches Aufmerksamkeitsheischen zu ignorieren. Wenn der Hund beispielsweise als Spielaufforderung anhaltend nervig bellt, sieht er sogar Beschimpfen als Zuwendung an – und bellt weiter. Besser ist, man dreht sich desinteressiert um und geht weg.
@Gudrun_D Deine Schilderung, einen erfahrenen schußfesten Setter einem ängstlichen Junghund beizugesellen, , finde ich großartig. Diese Variante 6 war mir neu. Danke. Daß Anbinden das Schlimmste sei, was man einem Vierbeiner antun kann, hast du vielleicht fälschlich mit der Vorstellung von Aussetzung verknüpft? Auf das Werkzeug Leine kann kein Ausbilder verzichten. Dem unangeleinten Hund eine Fluchtmöglichkeit zu ermöglichen, löst keines der Probleme, sondern schafft neue (Weglaufen).
Karl
antwortete am 05.01.07 (09:02):
@ Navallo,
danke für die ausführliche Stellungnahme. Ich denke, wir können uns verständigen. Es ist mir ein Anliegen noch hinzuzufügen, dass wir nicht den Fehler machen sollten, davon auszugehen, dass wir Menschen komplexe Gebilde mit weitverzweigtem Seelenleben seien, Hunde dagegen nur Pawlowsche Reflexmaschinen, bei denen sozusagen keine Initiative von innen komme, die nicht andressiert sei.
Auch Hunde haben ein komplexes Innenleben, der seelische (gefühlsmässige) Bereich gilt dem unseren sogar als sehr ähnlich (Koevolution). Damit können Schlüsselerlebnisse als Auslöser von Verhaltensstörungen natürlich weder bei uns noch beim Hund in jedem Fall wegdiskutiert werden, aber es bedeutet auch, dass jedes Individuum anders ist. Solche äußeren Anlässe sind nicht hinreichend für eine Erklärung, sie treffen auf Prädispositionen, die sich individuell unterscheiden. Der eine reagiert so, der andere anders auf den identischen Reiz. Das bedeutet auch, dass sich die optimalen Maßnahmen zur Bewältigung einer Problemsituation individuell unterscheiden können.
Ich erinnere mich an ein Streitgespräch mit einem Zoologen beim Frühstück vor der Eröffnung einer Tagung der Deutschen Zoologen, bei dem mein Gesprächspartner eine meine Erzählungen über unseren Ersthund Bärry mit dem Argument in Zweifel zog, dass habe Frau XY aber eindeutig zeigen können, dass Hunde dazu nicht in der Lage seien. Diese Frau hatte ein wissenschaftlich kluges Buch über "ihren" Hund geschrieben. Ich antwortete darauf, dass ihre Aussagen sicherlich für "ihren" Hund zutreffen mögen, aber eine Verallgemeinerung sei nicht angebracht. Man stelle sich vor, ich werde von einem Außerirdischen gekidnapped und als "Mensch" analysiert. Schrecklich, was für eine eingeschränkte Vorstellung von dem Gefühlsleben, der Intelligenzleistung und vor allem der handwerklichen Fähigkeiten der Spezies Mensch sich dann in deren Lehrbüchern festsetzen würde ;-))
Gudrun_D
antwortete am 05.01.07 (09:22):
Navallo
wir haben uns offensichtlich missverstanden!
Deine Angaben über Hundehaltung und-erziehung kann ich vorbehaltlos annehmen! Ich denke sogar,dass Du die grössere Erfahrung hast!
Weit über 40 Jahre habe ich nun grosse Hunde entweder von der Mutter weg gross-und erzogen oder aus schlechter Haltung geholt, ausserdem viele Hunde 3-4 Wochen jeweils von Bekannten,die Urlaub machten,betreut.
Auch ich habe in entsprechenden Situationen schon mal am Lagerplatz den eigenen oder Pflegehund angeleint. Ausserdem aber darauf geachtet,das die kleinen krabbelnden Menschlein,die zu Besuch waren,nicht in die Reichweite des Hundes kommen konnten. Es wäre ein Leichtes gewesen,den Hund in einem anderen Raum des Hauses während des Besuches unterzubringen-aber,er sollte sich nicht ausgegrenzt fühlen.
So war es dann später möglich -unter Aufsicht!- dass der eigene Hund auf seiner Decke liegen blieb,ohne zwischen den spielenden kleinen Kindern rum zu laufen.
Mit den grösseren Enkeln haben natürlich meine Hunde spielen können!
Ich habe vermutlich das von Dir erwähnte Anleinen dahingehend missverstanden,dass grundsätzlich ein ängstlicher Hund angeleint werden sollte.
Ach,ja,da muss ich doch noch etwas erzählen: Ihr wisst ja,dass ich meinen Schäferhund aus dem Tierheim geholt habe vor 4 Jahren. Selbstverständlich war die 1. Zeit von meiner Seite aus sehr wachsam-wusste ich doch nicht,was er erlebt hatte und wie er bei manchen Erlebnissen reagieren würde. Nur 1 war von Anfang an oberstes Gebot: er durfte nicht auf Couch oder Bett und bekommt absolut nichts vom Tisch. Hat er schnell kapiert,wenn auch schweren Herzens. Ich fütter ihn vorher und dann legt er sich ab. Einzige Ausnahme,wenn ich Weintrauben,Äpfel oder Bananen esse.......... er bleibt zwar auf seiner Decke,schaut mich aber mit so einem herzerweichenden Blick an,reibt mit der Pfote über die schwarze Nase,schaut wieder zu mir hin,als ob er sagen wollte: isst du das wirklich alleine?!?
Nun,ich habe "gelernt" und ein kurzes Pfuiiiii lässt ihn sich den Kopf abwendend wieder hinlegen. Er stöhnt herzzerreissend ob der Ungerechtigkeit dieser Welt-und,wenn ich dann lachen muss,sitzt er schwupps wieder mit dem bettelnden Ausdruck auf seiner Matte. Dann aber genügt ein "böser" Blick und es ist geklärt,wer nicht mehr betteln darf.
Natürlich bekommt er später in seinem Napf an seiner Futterstelle seinen täglichen Apfel. Und dann holt er ihn,legt ihn vor meine Füsse und wenn ich spielerisch sage:is ja meiner,legt er seinen Kopf darauf,wartet aber,dass ich danach greife! Wenn sich das einige Male wiederholt hat,tappt er mit dem Appel in der Schnüss auf seine Decke und verputzt ihn.
Fast könnte man denken,er wolle mir zeigen,dass ER ja nicht so ist,und mir seinen Appel anbietet;-))
wanda
antwortete am 05.01.07 (09:24):
hier sind so viel Fachleute - da will ich nur noch schnell sagen, dass ich meine Hunde nie großartig verwöhnt habe, außer Streicheleinheiten bekamen sie auch zu hören - stell dich nicht so an - mach keinen Hermann - und ein Indianer kennt keinen Schmerz. Den Wortlaut verstanden sie sich nicht, aber das, was gemeint war, schon.
Die ersten vier Jahre im ST habe ich hier nicht lesen können, so schwer ist es keinen Hund zu haben, bezw. die Erinnerung wieder aufleben zu lassen. Nun merke ich für mich, dass das langsam besser wird, denn sonst könnte ich hier nicht schreiben.
Nun noch ein weiterer guter Ratschlag in Bezug auf Angst bei Hunden vor der Sylvesterknallerei. Ich habe früher Pudel gezüchtet und weiß von der Angst bei der Sylvester-Knallerei ein Lied zu singen. Seit 13 Jahren züchte ich Cavalier-King-Charles-Spaniels, die ausschließlich in Haus und Garten großgezogen werden. Sobald die Welpen 3 Wochen alt sind, kommen sie in meine 40 qm große Küche, wo sie mit allen im Haus anfallenden Geräuschen ohne Rücksicht auf die "kleine Meute" vertraut gemacht werden. Ab der vierten Woche füttere ich sie 1 mal am Tage in der Hunde-Ausstellungs-Box in meinem Auto. Wenn sie sich so richtig gierig aufs Fressen stürzen, klappe ich mehrere Male die hintere Wagentüre mit Schwung zu. Die Welpen sind Krach gewohnt und ich habe noch nie einen Hund verkauft, der Angst und Panik bei irgendwelchen Knallerein hatte. Krach muß für die Hunde als alltägliche Selbstverständlichkeit empfunden werden. Da ist natürlich auch ein übermäßiges Bedauern und außergewöhnliches Verhalten des Menschen - sprich Rudelführers - völlig fehl am Platze. Falls meine Hunde mal einige Stunden alleine bleiben, oder einige Tage in eine andere Familie (Sohn) ausquartiert werden müssen, weil Frauchen ins Krankenhaus muß, wäre ich schlecht beraten, mich wortreich von den Hunden zu verabschieden. Leider muß ich von anderen Hundebesitzern immer wieder diese überschwenglichen Verabschiedungen mit ansehen und auch miterleben, wie sehr die Hunde darunter leiden. Hunde (4) und Kinder (4) kann man auch zu Leidern erziehen und bei beiden Spezies ist viel Liebe und Fingerspitzen-Gefühl das Allerwichtigste.
Karl
antwortete am 06.01.07 (19:16):
@ Kenny,
" viel Liebe und Fingerspitzen-Gefühl das Allerwichtigste." Na, dann knall mal die Wagentür.
Gerdi
antwortete am 07.01.07 (06:32):
Wer weiß, was für eine Wagentür sie hat, wenn sie sie mit den Fingerspitzen zuknallen kann ... :-( Ist ja auch egal, wenn bei dieser Knallerei vielleicht sogar einmal ein Hundeschwänzchen daran glauben muß.
Jedenfalls würde ich mir nicht unbedingt einen ihrer tauben Hunde kaufen.
rolf
antwortete am 07.01.07 (12:32):
Wer lesen kann, ist klar im Vorteil, Gerdi.
navallo
antwortete am 07.01.07 (20:05):
Na Karl, da wirst du ja vom Kollegen Zoologen einige mitleidige Blicke kassiert haben. Ich weiß, wie papiergläubige Alleswisser mit überlegen hingeworfenen Killerphrasen solche Berichte vom Tisch wischen.
Was die von dir angeführte menschennahe Gefühlswelt angeht, da stehen auf der einen Seite Fähigkeiten zu Trauer und Freude, Freundschaft und Wut, Erinnerungs- und Lernvermögen, Neugier, Hang zur Geselligkeit, Kommunikationsfähigkeiten, Launen, Mitleid, Kooperations- und Hilfsbereitschaft usw. Viele Hunde sind sogar an den Fußsohlen genau so kitzelig, wie es Menschen sein können (ausprobieren!). Auf der anderen Seite steht eine faszinierende Welt an Sinnesleistungen, die wir Menschen allenfalls erahnen können, obwohl Zoll, Polizei, Drogenfahndung, Rettungsdienste oder Jagdwesen weidlich Nutzen daraus ziehen. Diese „andere Welt“ bewirkt auch, daß äußere Reize von Hunden anders beurteilt werden. Hierfür müssen wir ihnen Zeit und Raum geben. Ich rufe meinen Hund nicht gleich ab, wenn er gerade schnuppernd das Terrain erkundet. Ebensowenig wie wir die diffizile Bedeutung vom Hund gewahrter Gerüche wirklich begreifen, wird dieser – weil er es nicht braucht – z. B. unsere Beziehung zum Geld verstehen. Aus solchen Fakten zu schlußfolgern, daß Hunde als bloß instinktgesteuerte „Pawlowsche Reflexmaschinen“ uns weit unterlegen seien, können nur ignorante, selbstherrliche Sprücheklopfer. Ich habe aber den Eindruck, daß deren Bestand zunehmend gefährdet ist.
Klar ist, daß Hunde, die wie ein Familienmitglied (mit eingeschränkten Rechten) gehalten werden, menschliche Sprache zu einem sehr hohen Prozentsatz verstehen lernen. Dagegen werden Hunde in Zwingerhaltung (= Isolationsknast) immer nur einen auf ein paar abgehackte Kommandos eingeschränkten Wortschatz erwerben. Oft werden diese noch nicht mal stubenrein. Es gibt wie beim Menschen die Schlauen und Doofen, die Vornehmen und die Flegel, die Faulen und die Fleißigen, die Schlafmützen und die Aufgeweckten, die Verbrecher und die Friedfertigen.
In Hundebüchern erben sich manche unrichtigen Behauptungen wie böse Krankheiten fort. Eine davon lautet, das Hörvermögen (Hörschwelle) vom Hund sei um den Faktor X besser als das des Menschen. Würde das zutreffen, so müßte er ständig seine eigenen Körpergeräusche (Muskelaktivitäten, Darmgeräusche, Blutströmung, knackende Gelenke ...) mithören. Um diese für den eigenen Fortbestand bedeutungslosen Laute auszublenden, liegen jedoch die Hörschwellen (die Schallintensität, mit der ein Ton gerade eben wahrgenommen wird) bei allen Säugetieren sehr nahe beieinander. Sie differieren jedoch hinsichtlich des Tonhöhen-Unterscheidungsvermögens (Geräuschzusammensetzung) und des Tonhöhen-Empfindlichkeitsbereiches (welche Töne am besten wahrgenommen werden). Daher können Hunde Frauchens noch unsichtbar anrollendes Auto sehr wohl von einem anderen gleichen Typs unterscheiden. Sie hören zudem uns nicht mehr wahrnehmbare sehr hohe Töne (Ultraschall). Das macht sie für Silvesterraketen und von Fernsehgeräten abgestrahlten Ultraschall empfindlicher. Die Hoffnung, mit Galtonpfeifen (Ultraschallpfeifen) eine Möglichkeit zu „lautlosen“ Signalen in der Hundeausbildung auftun zu können, kann man sich weitgehend abschminken. Die Reichweite ist zu gering.
wanda
antwortete am 09.01.07 (07:55):
M.E. ist kenny hier völlig falsch verstanden worden. Die Hundeausstellungsbox wird hinten im Kofferraum sein. Wenn die Wagentür zugeschlagen wird, kann also niemals ein Schwänzchen dazwischen sein. kenny gibt den Welpen zu Fressen, diese stürzen sich darauf und genießen das. In dieses Lustgefühl hinein wird das Schlagen der Tür gegeben, das Geräusch wird versucht ins Lustempfinden einzubauen. Das ist psychologisch zu sehen. Und das ist das, was unter Fingerspitzengefühl verstanden werden muss. Die Geräusche die unumgänglich sind, wenn man in unserer Welt bestehen will, werden so eingeführt, dass sie recht angenehm erscheinen. Wenn ein Mensch ganz versunken ist in einen Sonnenaufgang, dann wird er den Schuß, den er hört, nicht gleich auf einen Mord beziehen. Ich hoffe, dass das so nachvollzogen werden kann.
sammy07
antwortete am 09.01.07 (08:38):
..ich staune mal wieder, wie hier wieder mal missverstanden wird...es wurde doch schon hinlänglich beschrieben...wie unterschiedlich nun mal jede Kreatur sein kann und wie beim Menschen..ein Teil davon Erbanlage und ein weiterer Teil Anerziehung (Erlebtes)davon ist.Ich weiß zwar nicht was "navallo" mit zu geringer Reichweite meint, aber ich habe bei meinem Diensthund hervorragend mit der UNTERTONPFEIFE erfolgreich arbeiten können.Außerdem war es bei dem gleichen Hund eine wahre Freude im Kofferraum mitzufahren,jeder "selbsternannte" Tierfreund würde wahrscheinlich den Kopf schütteln.Kann daher "Kennys" Ausführungen in Punkto "Gewöhnung" beipflichten. Man führe sich nur mal vor Augen...was einem Blindenhund in der Stadt alles widerfährt....:-))
Kenny
antwortete am 09.01.07 (11:21):
Hallo Gerdi, zu deiner Kenntnisnahme, wie ich meine Hunde "in die Familien" bringe! Ich lade - wenn die Welpen 6 Wochen alt sind - die gesamte Sippe in mein Haus ein und in den 2-3 Stunden, in denen mein "Hunde-Besuch" da ist, guck ich genau hin. Am Besten lernt man die Familien beim gemeinsamen Essen kennen. Danach entscheide ich, ob und welchen Welpen ich in diese Familie gebe, da ich doch meine Hunde am Besten kenne. Cavaliere sind hochsensible Geschöpfe, die man nicht einfach so verkauft. Deine Wortspielereien sind ja sehr amüsant, doch hier völlig fehl am Platze. Ich nehme mir die Freiheit, das sagen zu dürfen und freue mich, dass ich inzwischen meine Sensibilitäts-Maßnahmen kommender Umweltgeräusche hier im Forum als richtig bestätigt bekommen habe. Nur, damit keiner auf falsche Gedanken kommt: Ich gebe meine Welpen zwischen der 8. bis 12. Woche, gut präpariert fürs künftige Leben, ab.
Gerdi
antwortete am 09.01.07 (11:44):
Kenny, wo hätte ich etwas geschrieben, daß Du Deine Hunde gedankenlos und viel zu früh weggibst???
Bleib' 'mal bei Vorgegebenem, bitte!
Kenny
antwortete am 09.01.07 (12:31):
Hallo Gerdi,
ich möchte diese Privat-Diskussion mal gut sein lassen, da ich annehme, dass wir Zwei nie auf "einen Nenner" kommen werden. Die Fragestellung ging um die Schussfestigkeit bezogen auf die Silvester-Knallerei, die übrigens meinen kleinen Hunden nichts ausmacht. Sie spazierten im Garten rum in Erwartung der runterfallenden ausgebrannten Raketen. Es könnte ja mal etwas Fressbares dabei sein (Ich lasse sie zu Silvester aber auch nicht alleine)
Gerdi
antwortete am 09.01.07 (12:34):
"Wenn ein Mensch ganz versunken ist in einen Sonnenaufgang, dann wird er den Schuß, den er hört, nicht gleich auf einen Mord beziehen. Ich hoffe, dass das so nachvollzogen werden kann." (wanda)
Ich kann das leider nicht nachvollziehen. Gerade in der Versunkenheit in einen solch schönen Anblick wäre das Hören eines Schusses, als wenn einen eine (Fliegeralarm-)Sirene aus einem angenehmen Traum in eine bedrohliche Wirklichkeit holt.
Gerdi
antwortete am 10.01.07 (05:49):
"Die Fragestellung ging um die Schussfestigkeit bezogen auf die Silvester-Knallerei"
Richtig, Kenny!
Was hat dann das damit zu tun, mir per persönlicher Anrede dezidiert mitzuteilen, wie Du Deine 'Hunde in die Familien' bringst?? ("Kenny antwortete am 09.01.07 (11:21):")
Ich hatte Dir keinen Grund dazu gegeben!
Wenn Du der Allgemeinheit also etwas aus Deinem Zuchtbetrieb mitteilen möchtest, dann laß' die Anrede an Personen weg, die Dich gar nicht gefragt haben. Denen wird mit so einer Verfahrensweise doch nur wieder etwas Unfreundliches unterstellt.
Im Übrigen finde ich es gut, daß navallo das Wort 'Schußfestigkeit' in Anführungszeichen gesetzt hat. "Schußfeste Hunde abzugeben" - wie würde sich das anhören :-((