Manchmal hat man niemanden, mit dem man sich über das Schicksal eines Tieres – nicht des eigenen – unterhalten kann. Also ab ins Forum und die Fragezeichen dort plaziert.
Es ist nichts Ungewöhnliches, und es ist auch gar nichts daran auszusetzen, daß Homepages von Tierheimen überfüllt sind mit Bitten um Spenden.
Doch nun dieses: auf einer Seite eines (deutschen) Tierheims sieht man das Foto eines mittelgroßen Hundemischlings, der einem gleich sympathisch ist. Daneben eine Schilderung seines bisher elenden Schicksals und seiner dadurch erworbenen, sehr schmerzhaften Krankheiten an Gelenken und Wirbelsäule. Dann heißt es, daß man den Hund operieren lassen und nach Schmerzbefreiung in einem Reha-Zentrum wieder mobilisieren lassen möchte. Kostenpunkt: fast 2000 €. 'Wir bitten um finanzielle Hilfe.'
Ich habe sofort gemailt, mich an den Kosten beteiligen zu wollen, hätte mich aber vorab gern mit ihrem Tierarzt (telefonisch) über die Art der erwähnten Rücken-OP und deren Chancen für den Hund unterhalten. Gehört habe ich nichts.
Hierhin setze ich nun meine Fragezeichen. War mein Wunsch, Näheres zu erfahren, eine Unverschämtheit, so daß man verärgert auf meine paar € verzichtet? Soll ich mich entschuldigen und versichern, eine Überweisung auf das dort angegebene Konto vorzunehmen, auch ohne Näheres zu wissen? ???
pilli
antwortete am 23.01.07 (18:08):
und warum fehlt ein link zu der vor dir genannten seite?
so klingt es für mich einer geflickschusterten schilderung ähnlich und nur ins "blaue" zu überlegen, scheint mir wenig hilfreich zu sein.
:-)
Gudrun_D
antwortete am 24.01.07 (06:18):
Na,Gerdi, Du bist ja ein Herzchen! Hast Du schon mal in ein Tierheim oder eine Tierarztpraxis geschaut?
Glaubst Du allen Ernstes,die hätten dort Zeit,um unzählige Fragen zu beantworten?!
Aus Erfahrung weiss ich,wie teuer Behandlungen ,Operationen und Reha-Massnahmen bei Tieren sind.
Dass diese nur ausgeführt werden,wenn sie Erfolg versprechen,ist selbstverständlich!
Einem Tierheim Geld zu spenden,ist in jedem Fall sinnvoll!
Veterinäre,die ein Tierheim betreuen,machen das zusätzlich zu ihrer Praxis!
Gerdi
antwortete am 24.01.07 (07:48):
Gudrun, ich kann mich demnach bedenkenlos auf Seriosität verlassen, wenn ich einen Kosten-Anteil überweise?
Nur weshalb posten sie gleich innerhalb einer solchen Anzeige ihre Mail-Adresse, wenn sie keine Zeit zu einer Korrespondenz mit potentiellen Spendern haben?
pilli, Du müßtest mein Mißtrauen gegenüber dem "Verwendungs-Zweck" aus meinem Text gelesen haben.
Durch öffentliche Angabe der URL könnte der Tatbestand "übler Nachrede" (i.S. des StGB) eintreten -, ob mein Mißtrauen nun berechtigt wäre oder nicht.
Wenn Du - wie oft bei meinen Texten - wieder einmal eine "story" vermutest ..., bitte sehr!
Mir geht es bei diesem Thema weniger um das betreffende Tierheim als um die Frage: ist man als Spender von Geld berechtigt, Nachweise über die Verwendung zu verlangen?
Wenn nicht: wo ist die Garantie, daß Geld (ob in einem Tierheim oder einer anderen privaten Institution) dem angegebenen Zweck tatsächlich zugeführt wird?
Gerdi
antwortete am 24.01.07 (08:21):
Und noch etwas: Es geht hier ja nicht um eine 1-Euro-Münze, die ich einem Clochard in die Mütze lege.
Mir geht es um Spenden-Summen höheren Wertes für einen „besonderen Fall“.
Da möchte ich eben wissen, ob die Tierheim-Seite mit dem Bild des netten Hundes nicht nur eine gelungene Werbe-Seite für eine allgemeine Bitte um Spenden ist – oder ob ich tatsächlich für einen einzelnen Hund spende: nämlich für diesen abgebildeten, dem ich evtl. auch in Zukunft weiterhelfen würde.
Und schreibt nicht, ich solle hinfahren und ihn mir ansehen. Ich leugne ja nicht seine Existenz. Aber ob er so krank ist wie geschildert, würde ich ihm wohl nicht ansehen können.
ullika
antwortete am 24.01.07 (09:35):
Ich finde es legal, sich konkret zu erkundigen, denn in der Regel werden von Tierheimen ganz allgemein, ohne Angabe des Verwendungszwecks, Spenden oder Patenschaften erbeten. Gerade in letzter Zeit hört man häufiger von Spenden-Missbrauch. Ich unterstütze einen Katzenschutzbund, von dem ich vor etwas mehr als einem Jahr einen Kater bekommen habe. Ich habe zweimal Kosten übernommen und unaufgefordert per Mail die TA-Rechnung, obwohl ich das nie verlangt habe, erhalten.
Kenny
antwortete am 24.01.07 (12:05):
Hallo Gerdi, ich denke, dass du richtig handelst, wenn du Genaueres wissen möchtest. Die Vermutung, dass es diesen zu operierenden Hund gar nicht gibt, liegt nahe. Ich hätte einen anderen Vorschlag: gehe ins Tierheim deiner Heimatstadt, gucke dir alle dort untergebrachten Tiere an und frage die Tierheim-Leitung, für welches Tier sie eine Spende brauchen können. Solltest du dann noch mißtrauisch sein, hättest du die Möglichkeit der Kontrolle, ob dein Geld zweckgebunden ausgegeben worden ist. Das die Tierärzte nun überhaupt keine Zeit haben, einem potenziellen Spender Auskunft zu geben, wage ich zu bezweifeln. Mein Tierarzt würde es sicher gerne tun, obwohl er Tag und Nacht im Einsatz ist! Gruß Kenny
Gerdi
antwortete am 24.01.07 (13:00):
Danke, ullika :-)
Und auch danke, Kenny, für Deine Antwort :-)
Nur handelt es sich halt leider nicht um das Tierheim hier bei uns :-( Ich müßte eine kleine Reise antreten.
Kenny
antwortete am 25.01.07 (09:15):
Hallo Gerdi, Ist es nicht ganz egal, welchem Hund deine Spende zukommt. Im Tierheim sind ALLE Hunde NOTLEIDEND Wegen der Kontrolle halte ich meinen Vorschlag für eine gute Alternative Gruß Kenny
Gerdi
antwortete am 25.01.07 (09:46):
"Im Tierheim sind ALLE Hunde NOTLEIDEND"
Da hast Du natürlich recht, Kenny, aber in d i e s e m Zusammenhang spende ich ja an unser ortsansässiges Tierheim.
Es kam halt so über mich - als ich das ansprechende Foto des oben genannten Hundes sah -, für diesen Hund evtl. eine Patenschaft zu übernehmen. Ich hatte nicht vor, dem betreffenden Tierheim zu helfen, möglicherweise über eine fingierte Anzeige die Kassen für Renovierungs-Notwendigkeiten (ist nur ein Beispiel) aufzufüllen. D a s kann ich hier vor Ort tun. Ich bin ja schließlich kein Krösus - und hab' außerdem noch eigene Tiere zu versorgen.
sammy07
antwortete am 25.01.07 (14:55):
ja Gerdi, Sicherheiten wirst du wahrscheinlich soo nicht bekommen, auch nicht bei einer Antwort per Mail. Da hilft dann nur, wenn es sich nun mal nicht um eine "nullachtfünfzehnspende" handelt, sich über die Seriösität zu erkundigen. Ansonsten "Gefühlwallungen" für diesen Hund versuchen zu unterdrücken und sich einer anderen "bedauernswerten Kreatur" vor Ort zuwenden und hier mit "Herz und Verstand" GUTES tun.:-))
Gerdi
antwortete am 25.01.07 (15:14):
Recht hast Du, sammy07, sooo wird es bei mir auch ablaufen.
Aber g a r k e i n e Mail ist mir schon ein schlechtes Zeichen - bei der Geldnot in allen Tierheimen ....
Claude
antwortete am 25.01.07 (15:33):
Nun man kann ja auch zu dem örtlichen Tierheim Verbindung aufnehmen und in einen Tierschutzverein eintreten. (ich habe das gemacht) Ein Bild von diesem Tierheim kann man sich machen indem man auch einmal hingeht, nicht nur zum Tag der offenen Türe sondern auch sonst unter dem Jahr. Man kann auch sporadisch mithelfen da lernt man die Menschen die dort arbeiten besser kennen und kann auch die Arbeit gut einschätzen welche sie leisten besser einschätzen. Mit der Mitgliedschaft entsteht allerdings auch di pflicht eines Mindestbeitragsm in meinem Fall 25€ im Jahr, das ist für viel zu bezahlen denke ich einmal, man kann aber nach belieben auch mehr bezahlen und auch von der Steuer absetzen. Freundlicher Gruß Claude
Tabaiba
antwortete am 29.01.07 (11:33):
@Gerdi War mein Wunsch, Näheres zu erfahren, eine Unverschämtheit, so daß man verärgert auf meine paar € verzichtet? Soll ich mich entschuldigen und versichern, eine Überweisung auf das dort angegebene Konto vorzunehmen, auch ohne Näheres zu wissen? ???
Ich finde daran nichts außergewöhnliches, auch wenn die Tierheime überlastet sind, ist es wohl nicht zuviel verlangt eine Information zu bekommen, was mit der Spende tatsächlich geschieht.
Gerdi
antwortete am 29.01.07 (13:09):
Ja, Tabaiba, so denke ich auch.
Und nun mache ich mir halt so meine Gedanken, was die dort tatsächlich über diese Anzeige "haben wollen". Eine Antwort - es ist Wochen her - ist jedenfalls nie gekommen.