THEMA: Kein Platz mehr für überzählige Zootiere in der Wildnis !.
Bisher 12 Antworten.
Arno_Gebauer
begann die Diskussion am 09.02.07 (09:29):
Hallo, ST-Beteiligte,
mittlerweile sind Zootiere professionell gehaltene Haustiere. Bei guter Pflege gelingt die Nachzucht immer besser. Ein weltweiter Zootierhandel ist bereits Tagesgeschäft. Seltene nachgezüchtete Tierarten können wegen des immer knapper werdenden Biotops und der zunehmenden Weltbevölkerung nicht mehr ausgewildert werden. Diese Zootiere werden geschlachtet und verfüttert.
Was haltet Ihr von dieser Praxis?
Viele Grüße Arno
mart
antwortete am 09.02.07 (10:22):
Man sollte den fleischfressenden Tieren die Vorzüge des Vegetarismus beibringen!
Kenny
antwortete am 09.02.07 (19:00):
Hallo, Arno-Gebauer,
Bitte zähle mir doch einige Alternativen auf, bevor ich in die Debatte einsteige!
Ruth
antwortete am 10.02.07 (11:09):
Das Auswildern von (seit Generationen) im Zoo oder Zuchtbetrieben gehaltenen, dort geborenen Wildtieren ist nahezu unmöglich, Vögel und einige Säuger ausgenommen, für die eigene Stationen geschaffen wurden, die schon aus finanziellen Gründen in der Minderzahl bleiben müssen. Dass der Lebensraum der Tiere immer eingeengter, zerstückelt und vernichtet wird, ist bekannt. So sehr auch mich anfänglich erschreckte, dass Tiere, die nicht anderweitig untergebracht werden können (überwiegend männliche) getötet und verfüttert werden, so folgte dem doch die Überlegung: Was sonst? Antwort fand ich keine. Alternativen auch nicht.
Tabaiba
antwortete am 10.02.07 (16:02):
Wie heißt es in der Natur: "Fressen und gefressen werden."
Es ist traurig, dass den Tieren der Lebensraum genommen wurde, aber warum dann unsinnige Nachzüchtungen, wenn diese nur der Verfütterung dienen?? Hast Du auch darauf eine Antwort Arno_G?
Kenny
antwortete am 10.02.07 (18:43):
Weshalb soll es den Tieren im Zoo anders ergehen als den "Nutztieren" Rind, Schwein, Pferd, Schaf, Gänse, Enten und Kaninchen. Das sind die Tiere, die in Europa nur zum Verzehr gezüchtet werden.
Von Hunden und Katzen, hoffentlich NUR in außereuropäischen Ländern, will ich gar nicht sprechen!)
Wo ist da der Unterschied, ob man Löwen & Co Rindfleisch vom Schlachthof oder Fleisch von einem Tier aus dem Zoo gibt.
1. Die Konsequenz wäre, kein Fleisch von Schlachttieren zu essen
2. Die Tiergärten und Zoos abzuschaffen.
3. Ein Verbot der Haustierhaltung. Hunde und Katzen sind leider keine Allesfesser!
Ich hoffe, dass ihr noch andere Alternativen zur Debatte beitragen werdet!
Ich esse übrigens aus diesen Gründen kein Fleisch von Schlachttieren. Bei meinen Hunden bin ich leider nicht so konsequent. Wenig ist hier doch immer noch besser als gar nichts!
Von welcher Warte man an die Frage auch herangeht. Es ist immer traurig.
Und nun könnt ihr alle über mich herfallen! Ich ziehe mir schon mal mein dickes Fell über! :-((
Ruth
antwortete am 11.02.07 (13:15):
Kenny, warum sollte man über die herfallen? Stimmt ja, was Du sagst, man wird nur empfindlich, weil es sich bei Zoo- und Tiergartentieren in den meisten Fällen um Raritäten handelt. Und wenn man diese Institutionen abschafft, wissen dann unsere Urenkel noch wie ein Elefant oder Gürteltier aussieht? Man kann lachen, aber ich stehe persönlich vor einem kleinen Problem dieser Art. Meine Streicher-Enten (Hausrasse) brüteten ohne mich zu fragen und bekamen einen Sohn und zwei Töchter. Nun attackiert der Junge den Alten - und niemand will ihn haben (außer zum Schlachten). Das kommt natürlich nicht in Frage. ABer irgendwas muss ich mir doch noch einfallen lassen. ?
Kenny
antwortete am 11.02.07 (16:28):
Hallo Ruth,
da ist guter Rat teuer!
Ich kann verstehen, dass du deinen kleinen Hacker nicht geschlachtet wissen willst.
Mir ging es vor 40 Jahren ähnlich bei den Kaninchen meiner Kinder.
Da stand ich plötzlich vor einem Stall voller Riesen.
Als der Kaninchen-Stall nur so wackelte von der Rammelei, habe ich alle Tiere - verdammt ungern - in die Geflügel-Schlachterei gebracht.
Als die Tiere in einer kleinen Kiste zu den anderen Schlachttieren aufgestapelt in die Ecke gestellt wurden, habe ich mir geschworen, den Kindern nie wieder zu erlauben, unkastrierte Tiere zu halten.
Mir dreht sich heute, nach 40 Jahren, noch der Magen um, wenn ich daran denke.
Ich kann dir keinen anderen Rat geben, als die beiden "Streiterpel" kastrieren zu lassen.
Evtl. werden sie dann friedlicher.
Sprich mal mit deinem Tierarzt, ob du auch noch etwas anderes machen kannst.
Ruth
antwortete am 11.02.07 (16:46):
Ein Gedanke, der es wert ist, weitergesponnen zu werden. Nur: was sagen dann meine Entenweiber, die nicht nur passive Liebende sind?? Und wenn ich meine kastrierten Katzen so betrachte, kommen mir weitere Zweifel. Zwei Kater lassen keine Gelegenheit aus, sich in die Wolle zu kriegen - sind beide kastriert.
Ich werde jetzt sämtliche mir bekannten Geflügelhalter abklappern und schaun, ob einer den Johnny brauchen kann. Wird natürlich nicht einfach, weil das ja alles Rassezüchtr sind - und keiner Streicherenten hat. Aber die Dummen haben ja immer Glück. Und da mein ich den Johnny - nicht dass Du auf andere Gedanken kommst!
Und schon sind wir mal wieder vom Arno-Thema weg. Das war nicht beabsichtigt. Ehrenwort.
gky
antwortete am 13.02.07 (06:49):
Hallo Arno,
es ist schon erstaunlich, zu welchen Themen Du uns hier im Forum Fragen stellst. Ich kann nicht glauben, daß Dich jedes dieser Themen selbst interessiert.
In diesen Zooserien, die jeden Tag bei uns im TV laufen, kann man gut beobachten, daß die Tierpfleger versuchen, ihre Tiere dadurch zu beschäftigen, daß sie ihnen z.B. das Futter schwer zugänglich verstecken, oder auch nur den Raubkatzen einen Ball zum Spielen geben. Ich habe oft das Gefühl, daß Du unser Tierpfleger bist, und wir Deine Zootiere.
Aber um hier beim Thema zu bleiben, ich meine, alle Tiere, die in einem Zoo nicht artgerecht gehalten werden können, gehören in ihre natürliche Umgebung und nicht in einen Zoo. Der weltweite Tiertransport ist nichts anderes als legale Tierquälerei! Und in den Zoos leiden die Tiere oft an Krankheiten, trotz sorgsamer Pflege, die sie in ihrer natürlichen Umgebung nicht hätten. Die Tierärzte in den Zoos sind vielbeschäftigt. Und es ist doch wirklich auch nicht nötig, relativ kleinen Tieren mit einer dicken Kanüle Chips unter die Haut zu spritzen. Wahrscheinlich wird mit diesen Chips aber viel Geld verdient.
Ich stelle mir einen Zoo vor, in dem nur einheimische Tiere gehalten werden, die auch von Kindern mal gestreichelt werden können. Und wo die Kinder den liebevollen Umgang mit den Tieren lernen können.
Und um große und wilde Tiere zu zeigen, stelle ich mir eine Art von Kino vor, mit einer 180° Riesenleinwand, auf der Tierfilme so gezeigt werden,wie sie in ihrer natürlichen Umgebung leben. So, daß man das Gefühl hat, mitten unter ihnen zu sitzen. So etwas habe ich schon vor über 15 Jahren in Amerika gesehen, auf einer Messe. Inzwischen hat die Technik noch weitere Fortschritte gemacht, und man könnte z. B. bei einem Löwenfilm, auch deren typischen Geruch verbreiten. Mitten unter Elefanten, Affen oder anderen wilden Tieren zu sitzen, sie zu hören und zu riechen, ich bin sicher, das wäre ein wirklich schönes Tiererlebnis. Vielleicht noch in 3D-Technik.
Und wenn ich jetzt nach Eurer Meinung dazu frage, dann aus ehrlichem Interesse heraus, und nicht, um Euch zu beschäftigen.
MfG
Kenny
antwortete am 13.02.07 (08:48):
Hallo gky, das hieße aber doch, zuerst einmal alle in Zoos aufgewachsenen Tiere, die sich nicht mehr auswildern lassen, zu töten. Man könnte natürlich auch 60 Jahre lang zweigleisig "fahren", bis dann die allerletzte Schildkröte eines natürlichen Todes gestorben ist. Vielleicht ließen sich die langlebigen Tiere, Papageien, Schildkröten usw. (usw. schreibe ich, weil mir im Moment kein weiteres Tier, was älter als 50 Jahre alt wird, in den Sinn kommt!) aber auch auswildern.
Wieder die berechtigte Frage: Wer will das bezahlen!
im Pflanzenbereich gibt es bereits große Samenbanken, um die Gene von alten Kulturpflanzen der Nachwelt erhalten zu können. Ich denke, daß wir auch auf dem tierischen Bereich solche Samenbanken einrichten sollten, zumal das genetische Potential in der Haustierzucht immer mehr verarmt. Heute besamt ein bereits vor vielen Jahren geschlachteter Bulle seine Urenkel-Generation.
Viele Grüße Arno
Kenny
antwortete am 16.02.07 (11:50):
Hallo Arno, ich lese erst jetzt deinen letzten Beitrag.
Bitte sage mir, was denn eine Samenbank - im Hinblick auf die Verfütterung von überzähligen Zootieren - bringen würde. Das Einfrieren (Wer soll das bezahlen?) des Samens würde das Problem in kommenden (Ur)-Zeiten doch nicht ändern - oder?