Mittsommer in Schweden - Idyllische Natur und fröhliche Feste
Juni ist die schönste Zeit, um eines der größten Länder Europas zu besuchen:
Die Tage sind warm, die Nächte wundersam hell und die vielen Seen herrlich erfrischend!
Die Sonne scheint, als sei es später Nachmittag, dabei ist es längst schon Nacht.
An den Küsten und den Seen sitzen Menschen nun beisammen und beobachten, wie die
Sonne ganz langsam tiefer sinkt, wie sie schließlich, mitten in der Nacht, ihre letzten
Strahlen übers Wasser sendet - um nur 2 Stunden später im Osten wieder aufzusteigen.
Das ist Mittsommer - die bezauberndste Nacht im ganzen Jahr.
Ingarö, eine von vielen Schäreninseln

Dichte Bewaldung mit Blick auf ursprüngliche Felsen

Geschliffene Felsen, Reste von eiszeitlichen Erosionen

Auch hier gut zu erkennen, alle sind rund geschliffen
Der Eingang zum Schloß Drottningholm, seit 1982
Wohnsitz der königlichen Familie
Eine grosse Wasserfontaine schmückt den Garten
des Schlosses
Schloss Drottningholm wurde als erstes schwedisches
Kulturdenkmal in die Liste der UNESCO aufgenommen
Wasserkaskaden im Schlossgarten - ein Geschenk
der Bürger an den König

...und hier geht es weiter...
Wie die Schweden wohnen und was sie sich gönnen:

Bad, WC, Sauna und Küche. Seit in amerikanischen Filmen die Frau im Sprudelbad liegt, und der Mann
am Herd in den Töpfen rührt, sind Badezimmer und Küche zu schwedischen Statussymbolen erster
Ordnung geworden.

Dafür ist keine Hypothek zu teuer, das soll richtig kosten, frei nach dem Motto: je höher die Schulden,
desto freundlicher der Bankmann. Für Bad, WC, Sauna und Küche greift der Schwede gern tief in die
Tasche. Es bleibt dann zwar kaum noch Geld übrig, um den Kühlschrank zu füllen. Aber das kümmert
ihn wenig. Er sagt sich: wenn ich schon bis zum Hals im Kreditsumpf stecke, muss wenigstens nach
außen hin alles glänzen.

Hausbesitz ist Lebensstil. Was wäre eine spiegelfreie Glasveranda ohne passenden Pool?
Ist ein Leben ohne Weinkeller vorstellbar? Natürlich nicht.

Unter der Königsloge die Sakristei. Die Kirche würde zur Blütezeit
der Hanse 1571 gegründet
Bedeutende Kirchenfenster, deren 100 jähriges gerade gefeiert wurde.
St. Gertrud ist eine lutherische Kirche, sie ist der schwedischen unterstellt ist.

Die Kanzel ein besonderer Hingucker für alle Gäste und
Touristen. Entsprechend groß ist der tägliche Ansturm.

Der große Altar war schwer aufzunehmen, die Lichtverhältnisse
waren nicht optimal, da auch die Kerzen nicht brannten.
Klick hier zu einem virtuellen Rundgang durch die schöne Kirche in der Altstadt Gambla Stan
Diese Besichtigung lohnt sich ganz besonders, gehört sie doch zum Standartprogramm fast aller Besucher
Grosse Fähren verbinden Schweden mit anderen Ländern
des Nordens, wie z.B. Finnland

Kleinere Schiffe sind in den Schären unterwegs, von Insel
zu Insel von denen es über 100.000 gibt

Viele Schweden besitzen ein Sommerhaus, aus Holz gebaut
und falun-rot gestrichen. Sehr komfortabel, es fehlt an nichts.

Eine alte Holzhütte, im Winter für die Einlagerung eines
kleinen Bootes und der Gerätschaften.
Die Riddarholmskirche auf der kleinen Insel Riddarsholmen
Stockholm ist von Wasser umgeben und bietet einmalige
Sehenswürdigkeiten. Die abendliche Sonne taucht alles in weiches Licht.

Ein Spaziergang quer durch die Stadt ist ein unbedingtes Muss

Durch die Lage am Wasser gibt es viele Brücken und
schöne Aus- und Ansichten
Stadtansicht mit Schloss und Reichtstag im Hintergrund
Eine bunte Häuserzeile an einem grossen Platz in der
Innenstadt gelegen
Die Stadt von einem Turm aufgenommen. Erst hier läßt sich
genau erkennen, von wie viel Wasser die Stadt umgeben ist.
Noch einmal Stockholm von oben im Sonnenuntergang

Das Beste kommt zum Schluss, wie immer. Ein wenig Geduld beim Lesen ist gefragt, also keine Eile, es lohnt sich!

Die Schweden und der Alkohol:

Die Deutschen trinken keinen Schnaps - nur ein Schnäpschen. Und den auch nur zur Verdauung,
also aus gesundheitlichen Gründen. Bravo! Alle anderen trinken Schnaps, um sich zu berauschen, Pfui!
Die Schweden trinken den Wodka aus Schnapsgläsern, die Finnen aus Wassergläsern, die Balten aus
der Flasche, die Polen aus Vasen und die Russen aus der Badewanne.

Bleiben wir in Schweden. Hier sind die Menschen frei, selbständig und gleichberechtigt. Sie dürfen tun
und lassen, was sie wollen. Sie dürfen in der Woche arbeiten und am Wochenende ausspannen. Das
schwedische Wochenende beginnt am Freitag nach 13 Uhr. Ab diesem Zeitpunkt ist der berufstätige
Schwede nicht mehr zuverlässig am Arbeitsplatz erreichbar. Die 40-Stunden-Woche in diesem Land
darf man nämlich nicht so eng sehen. Irgendwann muss man einkaufen gehen und dieses „irgendwann"
fällt fast immer auf den Freitagnachmittag. Geschäftsleiter, Abteilungsleiter und Divisionschefs sowie
sämtliche Projektleiter legen keine wichtigen Konferenzen auf einen Freitag nach 13 Uhr, Niemand
würde kommen.

Alle stehen in der nächsten Filiale des staatlichen Vertriebsmonopols für Alkohol namens „Systembolaget"
und halten kleine Papierzettel mit einer Nummer in der Hand, Das muss man erlebt haben, Die sonst
so ruhigen Schweden gehen im überfüllten Schnapsladen energisch auf einen Ausgabeautomaten zu und
reißen sich ihren Platz in der Warteschlange ab. Danach schnellt der Blick nach oben auf die Anzeigetafel:
226. Auf dem Zettel steht 346. Also stehen noch 120 Kunden vor einem. Schön, dann hat man genügend Zeit,
sich die Auslagen näher anzuschauen. Alle Getränke stehen sorgfältig verschlossen hinter dickem Sekuritglas.

Man wandert stumm vorbei an Wein-, Sekt- und Biervitrinen und registriert Namen und Nummern.
Spirituosen sind nicht ausgestellt, die kennt jeder Schwede auswendig und kann ihre Namen fehlerfrei
aussprechen. Problematischer sind die französischen Erzeugnisse. Sie haben oft Namen, die sich keiner
merken und niemand aussprechen kann. Und könnte man sie aussprechen, würde das Bedienpersonal
nichts verstehen, denn Französisch liegt den Schweden nicht. Eine Sprache, die zu 50% aus Nasal-Lauten
besteht, bereitet den Schweden Probleme, weil sie beim Sprechen nur den Mund, nicht aber die Nase benutzen,
Deshalb bestellen sie, wenn sie endlich an der Reihe sind, ungefähr so: „Rotwein, bitte, drei Flaschen 5283,
zwei 2812 und eine 2811."

Es wäre unvorstellbar und beinahe snobistisch, wenn man akzentfrei drei Flaschen „Couvent des Jacobins,
Bourgogne Rouge, drei Cuvee des Abrigans, Fitou und eine Chateau Mont-Redon" ordern würde. Das tut man
nicht. Es gehört zum guten Ton, so zu sprechen, dass man verstanden wird. Deshalb, liebe Franzosen: sprecht
eure Muttersprache im schwedischen Weinladen

Einer der schönsten Biernamen erlebt eine ähnliche Behandlung. Wenn Sie als Feinschmecker das
tschechische Pilsner mit dem deutschen Namen „Urquell" am Ladentisch völlig korrekt als „Urkwäll" bestellen,
wird man Sie berichtigen: "Ach, Sie meinen Urkel" Hierzu sollte man wissen, dass in den schwedischen
Donald Duck-Geschichten das Wort „Urk!" immer dann auftaucht, wenn die drei Neffen angewidert vor ihrem
Spinat sitzen. Dem entsprechend hat man eben einen Kasten „Würgel!" bestellt. Da kann einem schon die Luft
wegbleiben.

Das Problern mit dem Alkoholeinkauf löst man heute mehr und mehr durch Selbstbedienungsläden, wo man
nach der Einkaufsrunde die Produkte an der Kasse stumm auf das Band stellt, und die mörderische Endsumme
abwartet; „762 Kronen! Kasse?" Sechs Flaschen Wein für rund 80 Eure. Teure Steuer. Aber was meint die Dame
mit Kasse? Ja, natürlich, das hier ist eine Kasse, aber warum fragt sie das? Weil sie wissen möchte, wie viel
Tragetüten (Schwedisch: bärkasse, kasse) hinzukommen. Die kosten nämlich 1 Krone pro Stück und werden
extra berechnet! Inklusive 25 % Mehrwertsteuer.

Das schwedische Vertriebsmonopol „Systernbolaget" heisst wörtlich übersetzt „Systemgesellschaft".
Die Übersetzung ist zugleich ihre ehrlichste Erklärung. Es geht um Systematik. Der Staat hat sich mit seinem
kontrollierten Vertrieb eine Quelle sprudelnder Einkünfte direkt in die Staatskasse aufgebaut. Hier wird also
systematisch abgezockt, was der Staat natürlich anders formuliert.

Er ist in erster Linie an der Gesundheit des Volkes interessiert. Tatsächlich war das schwedische Volk
bis in die 1950er Jahre strebend bemüht, systematisch die letzten funktionierenden Gehirnzellen in
Spirituosen zu ertränken. Das Sauf-System des Volkes wurde mit dem Zuteilungs- und Abzockungs-
System des Staates beantwortet. Dort, wo beide Systeme sich trafen, entstand das Systembolagel.
Weil dem schwedischen Staat aber die Einnahmen von nur 9 Millionen Mitbürgern nicht genügen, produziert
und vertreibt er fleißig ein Nervengift, das sich zum größten Exporterzeugnis der schwedischen Wirtschaft
entwickelt hat: Absolut Vodka. Durch dieses edle Getränk in der edlen Verpackung mit dem edlen Preis
ist Wodka zum Statusgetränk der gehobenen Schichten geworden.

Mit diesem genialen Schachzug ist der schwedische Staat endgültig vom schützenden Vater zum
erbarmungslosen Geschäftemacher mutiert. Was hat das mit Volksgesundheit zu tun?

Wenn die Schweden wirklich an der Gesundheit der Menschheit interessiert sind, dürfen sie keinen
Absolut Vodka auf den Markt bringen. Dann müssen sie Wasser vertreiben. Das kann bei der steigenden
Nachfrage ebenfalls ausgezeichnete Gewinner einbringen.

Diese hübsche Geschichte ist von Thomas Stüve aus seinem Büchlein: Absolut Schweden




Mein Gastgeber in der weissen Alba mit Stola in der St. Gertrudenkirche

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© Idee und Gestaltung Ellen Kluge