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1)  im Jahr 2006
      Denkspur: dritte Lyriksammlung von Hartmut Brie
Buchbesprechung aus der Badischen Zeitung vom 2. November 2006

Im Labyrinth der Sprache
Denkspur: dritte Lyriksammlung von Hartmut Brie
MÜLLHEIM (fl). Der neue Gedichtband von Hartmut Brie ist da. "Denkspur" lautet der Titel der dritten Lyriksammlung des Müllheimer Autors und Sprachwissenschaftlers.

Bries lyrische Spuren beginnen in Afrika, und "Afrikanische Masken" heißt das erste Gedicht. Es ist ein Brückenschlag zu den Illustrationen: Eindrucksvolle Fotos von afrikanischen Masken und Fetischen. Der Autor hat mehr als ein Jahrzehnt auf dem Schwarzen Kontinent verbracht — als Leiter von Alphabetisierungskampagnen.

Sein Weitblick und seine Distanz sprechen eine beunruhigende, aber auch faszinierende Sprache. Aus der Vogelperspektive nimmt er die gesellschaftlichen Konflikte und Scheinkonflikte deutscher Machart aufs Korn. In kühnen Klangbildern zwingt er den Leser zum Nachdenken, hält ihm den Spiegel vor. Wenn Brie humorvolle Töne anschlägt, dann bleibt einem das Lachen manchmal im Hals stecken. Öfter entlockt er dem Leser aber auch ein Schmunzeln.

Der Zugang zu Bries Lyrik gelingt vielleicht deshalb zu direkt, weil sie weltnah ist und voller Emotionen steckt, auch wenn letztere sich hinter einer gewissen Kühle verbergen. Verborgener Zorn ist da auszumachen, ein Kopfschütteln, oft ein zynischer Blick. Und immer wieder ein ganz intimer Einblick in die innerste Gedankenwelt. Von Spannungsherden, Vorurteilsschranken und Parteienlandschaften ist da die Rede. Sperriges wird sprachlich gesprengt und neu zusammengesetzt. "Ein kräftiger Trotz" ist immer spürbar — eine Gedichtüberschrift, die auch roter Faden für das Ganze sein könnte. "Wäre da nicht" die tiefere Denkspur, auf welcher der Autor den Leser ins Labyrinth der Sprache lockt, wo es sich aber gut und gerne verweilen lässt.

"Denkspur" von Hartmut Brie ist erschienen im Wiesenburg Verlag und im Fachhandel erhältlich zum Preis von 17,50 Euro. Weitere Informationen unter www.gedichte-brie.de
ISBN 3-939518-16-6

Eingetragen von KFF ( Email: kff at aktivnetz.de , HomePage: http://www.seniorentreff.de/amazon_im_st.html )
am 4. 11. 2006 um 15:24

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Stichworte: lyrik  gedichte  hartmut brie 

2)  im Jahr 2005
      Fit für die zweite Lebenshälfte, Infos, Ideen und Tipps für die Zeit nach dem Beruf
Heute möchte ich euch mit einem Werk von Hubert Hein bekannt machen, das ein wenig den Rahmen meiner bisherigen Vorstellungen sprengt ...
Eigentlich zählt es zu den Fachbüchern (der Buchreihe Existentielle Grundfragen/Lebensgestaltung), aber darüber hinaus ... bitte unbedingt weiter lesen ... spricht es nicht nur "Senioren und solche die es werden wollen" unmittelbar an, sondern ich
verspreche dem Leser zudem Spannung von der ersten bis zur letzten Seite …

Zunächst einmal macht das Buch nachdenklich … Ausgehend vom Prozess der enormen Veränderungen unserer Gesellschaft, in der der ältere Anteil der Bevölkerung immer größer wird, der entsprechenden wirtschaftlichen und sozialpolitischen Situation und dem Problemfall "Immer früher in Rente oder Altersarbeitslosigkeit?", stellt der Autor die Frage: "Was tun, wenn morgen ein anderes Leben beginnt?" Welche Konsequenzen ergeben sich für die weitere Lebensgestaltung, um Herbst und Winter unseres Lebens genau so zu planen mit allen Zielen, Wünschen, Träumen und vielleicht auch Visionen, die sich erfüllen lassen? Natürlich ist der verbleibende Lebensraum kürzen als in den vorangegangenen Lebensabschnitten, aber umso mehr lohnt es sich, jeden Tag bewusst zu leben und seine ganz eigenen Vorstellungen so angenehm und sinnvoll wie möglich zu realisieren.
Dieses Buch bietet eine außergewöhnlich reichhaltige Fülle an Informationen zu fast allen Lebensbereichen, gibt Antworten auf Lebensfragen dieses Lebensabschnittes, ergänzt durch leicht umsetzbare Tipps, humorvoll und ohne den Finger zu erheben formuliert ...
Themen wie Reisen, Erholung und Urlaub, Lebensstil, zwischenmenschliche Beziehungen, persönliche Lebensbalance, Hobbys und Lieblingsbeschäftigung (hier wird u.a. ganz liebevoll auf den Umgang mit dem Computer als Möglichkeit nicht nur zur Freizeitbeschäftigung, sondern vor allem zur Erweiterung des Lebensraums und des nie endenden Lernprozesses sowie der Schaffung von Erfolgserlebnissen eingegangen) sind aktuell.
Es gibt noch viel mehr interessante Schwerpunkte, mit denen sich der Autor für uns beschäftigt, aufzuzählen, z.B. die Bewältigung von Stress-Situationen und Lebenskrisen, Partnerschaft und Ehe, das Bewahren von Selbständigkeit und möglicher Unabhängigkeit, über Erben und Vererben, Testament, Erbvertrag, Schenkung mit allen persönlichen und rechtlichen Konsequenzen, Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung, Patientenverfügung, Pflegeversicherung u.v.m.
Alle Sachfragen werden dabei nicht nur für den Laien absolut verständlich erklärt, sondern darüber hinaus das Ausfüllen von amtlichen Formularen einbezogen und zuständige Amtsstellen genannt.

Besonders hat mir das "Lebenslineal" gefallen ...
Neugierig geworden?? Ja, das bleibt nicht aus, vor allem, da der Autor nicht bei seinen eigenen Erfahrungen und umfangreichen sehr gewissenhaft geführten Recherchen endet, sondern zu jedem Punkt auf weiterführende bzw. ergänzende Literatur, insbesondere aus dem Internet, verweist.

Besonders angenehm und entspannend habe ich es empfunden, dass jeder Hauptabschnitt mit passenden Versen und Weisheiten eingeleitet wird, schon über diese nachzudenken ist lohnenswert ...

Insgesamt ein mit viel Sachkenntnis sowie großer Liebe und Mühe geschriebenes Buch, das insbesondere für uns Senioren, aber auch für alle anderen interessierten Leser ganz sicherlich ein guter Begleiter in den reiferen Lebensjahren sein wird.



Eingetragen von Doerte Wehner ( Email: Doerte.Wehner@t-online.de , HomePage: http://www.seniorentreff.de/hp/wehner/ )
am 10. 3. 2005 um 23:19

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Stichworte: fit fuer die zweite lebenshaelfte  hubert hein  infos  ideen  tipps  senioren  zweite lebenshaelfte  sachbuch 

3)  im Jahr 2004
      Als Hitler meine Geige verspielte
Diesmal lernen wir Ragnar Tessloff kennen ...
inzwischen selbst erfolgreicher Verleger, Hochseesegler und Filmproduzent, mit dem Buch
Als Hitler meine Geige verspielte
Autobiographische Aufzeichnungen, die der Herausgeber Jürgen Kleindienst innerhalb der Reihe "Schicksale" vorstellt.
Wieder einmal geht es um den historischen Zeitabschnitt zwischen 1931 und 1945, die Schilderung einer ungewöhnlichen Jugend in einer ungewöhnlichen Zeit.
Die Söhne schenken Ragnar Tessloff einen ausgedienten Computer und bitten ihn, die Erzählungen aus seiner Jugend zu Papier zu bringen ... (nebenbei bemerkt, aus genau dem gleichen Grunde bin ich ebenfalls zu meinem PC-Hobby gekommen ;-) Vermerk von Dörte.)
Behutsam und dennoch ungeschminkt schildert der Autor seine persönlichen und intimen Erlebnisse.
Kreativität, musische Begabung, Homosexualität, Probleme in der Pubertät ... ein weites Spannungsfeld entwickelt sich. Fünf Jahre Kriegsmarine im Zweiten Weltkrieg und seine geliebte Geige, die eine geradezu schicksalhafte Rolle spielt, lassen ihn Menschen kennen lernen, die sein Leben beeinflussen ...

Ein Buch, das uns in eine Zeit eintauchen läßt, in der das Leben und Überleben unter Bedingungen erfolgten, die wir uns heute kaum noch vorstellen können. Der Autor versteht es, dem Leser diese Geschehnisse begreifbar zu machen, und er tut das mit feinem Humor, der dennoch die Schrecklichkeit dieser historischen Epoche nicht verheimlicht ...
Neugierig auf die einzelnen Erlebnisse, mag man das Buch gar nicht aus der Hand legen ... nichts ist so spannend, wie die Wirklichkeit ...
wenn sie gut erzählt wird ...

Eingetragen von Dörte Wehner ( Email: Doerte.Wehner@t-online.de , HomePage: http://http:/www.wehner-family.de )
am 29. 7. 2004 um 20:13

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Stichworte: als hitler meine geige verspielte  ragnar tessloff  schicksale  1931-1945  spannung autobiographie  zeitgeschichte  belletristik 

4)  im Jahr 2004
      Wagemutige Frauen
Heute möchte ich euch gern das neueste Werk des Autors erfolgreicher Biographien,
Dieter Wunderlich, präsentieren,
Dieses Buch, im Februar 2004 erschienen, ist sein viertes Werk (nach „Eigensinnige Frauen“, "Vernetzte Karrieren", "Göring und Goebbels", alle von mir im ST rezensiert) und als Fortsetzung des mit höchstem Lob bedachten Erstlings "Eigensinnigen Frauen" zu empfinden.

Im heute vorgestellten Werk porträtiert der Autor 16 Frauen aus fünf Jahrhunderten (geboren zwischen 1697 und 1972); die meisten sind dem Leser sicher nicht unbekannt, u.a. Caroline Neubert, Berta von Suttner, Margarete Steiff, Josephine Baker, Indira Ghandi oder Beate Uhse, um nur einige zu nennen. Aber auch die weniger populären Hauptpersonen (ich schäme mich fast zu sagen, dass ich einige nicht kannte) sind es aus meiner Sicht unbedingt wert, in den Kreis dieser Persönlichkeiten aufgenommen zu werden ...

Und wieder recherchierte und verfolgt Dieter Wunderlich mit äußerster Akribie, eindrucksvoll und anschaulich die unterschiedlichsten Lebensentwürfe wagemutiger Frauen, die kein Risiko scheuten und für ihre Zeit ungewohnte Wege gingen (Theaterleiterin, Ärztin, Ballonfahrerin, Frauenrechtlerin, Friedensnobelpreisträgerin, Unternehmensgründerin, Juristin, Bildhauerin, Orientreisende, Tänzerin, Flugpionierin, Revuestar, Premierministerin,
Gründerin eines Erotik-Konzerns, Dombaumeisterin, Stierkämpferin).

Der Leser lebt, liebt und leidet mit diesen Frauen, da es der Autor versteht, ihn mitten hinein zu ziehen in die jeweilige Zeit und ihre Begebenheiten, mit den Personen zu fühlen und sich schon fast mit ihnen zu identifizieren ...
Darunter leidet keinesfalls die Detailgenauigkeit, und man erhält so ganz nebenbei eine kleine Lehrstunde zeitgeschichtlicher Momente und Zusammenhänge.

Ich möchte keines der 16 Porträts kommentieren, jedes einzelne hat mich ungemein gefesselt, Spannung pur ...

Ein Buch, das man sowohl dem Genre Sachbuch als auch Belletristik zuordnen möchte und das in seiner Ausdruckskraft und wie es versteht den Lesestoff spannend zu vermitteln, nahtlos an die „Eigensinnigen Frauen“ anschließt.

Und um ehrlich zu sein, hätte ich gerne noch über weitere Frauen gelesen, die Leistungen vollbrachten, von denen man lange glaubte, sie seien Männern vorbehalten. Das ist absolut keine Kritik, sondern das Gegenteil …
Lieber Dieter Wunderlich, die Fans sind gespannt auf Fortsetzungen ...

Eingetragen von Doerte Wehner ( Email: Doerte.Wehner@t-online.de , HomePage: http://www.seniorentreff.de/hp/wehner/ )
am 16. 5. 2004 um 19:14

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Stichworte: stichworte: wagemutige frauen  dieter wunderlich  sachbuch  geschichte  belletristik  caroline neubert  berta von suttner  margarete steiff  josephine baker  indira ghandi  beate uhse  dorothea erxle 

5)  im Jahr 2004
      Das achte Opfer
Im März/Arpril 2004 ein Buch, das ich dem Multigenre gesellschaftskritische Belletristik, Krimi, Thriller ... zuordnen möchte,

Der 1954 in Quedlinburg geborene Autor besticht bereits mit Werken vorgenannten Genres auf den Bestsellerlisten (am bekanntesten sind wohl "Jung, blond, tot" bzw. "Der Finger Gottes").

Der atemberaubende Prolog des heute vorgestellten Werkes, skizziert die gesellschaftspolitische Grundproblematik. Von Carla aus Friedberg wird erzählt, einer zwölfjährigen braven Schülerin, die auf die schiefe Bahn gebracht wird. Mit fünfzehn ist sie alkoholsüchtig und heroinabhängig – eine Prostituierte – und dann ist sie tot …

Fünf Jahre später schickt ein Unbekannter der Frankfurter Kripo obskure Bibelzitate. Aber als zum gleichen Zeitpunkt auch ein abscheuliches Verbrechen verübt wird, glaubt Hauptkommissarin Durant nicht mehr an einen üblen Scherz ...
Übrigens werden wir so ganz nebenbei in die realistische Alltagswelt unserer Kriminalpolizei geführt (der Autor selbst bestätigt in einem Interview seine enge Zusammenarbeit bzw. umfangreiche Recherchen bei und mit der Frankfurter Polizei), und lernen Julia Durant, eine sympathische, nicht konfliktfreie Kommissarin kennen. (Achtung meine Herren, es ist deshalb noch lange kein Frauenroman!!!)
Das Morden geht weiter und trägt immer die selbe Handschrift: Die Opfer sind alle nackt und auf ihrer Stirn steht in blutigen Ziffern die Zahl 666.
Bei ihren Ermittlungen gerät die Polizei immer tiefer in einen Sumpf aus organisiertem Verbrechen, Korruption und Machtmissbrauch. Viel Prominenz aus Politik und Wirtschaft, auch ein Herr Minister sind dabei …

Dem Autor gelingt es meisterhaft, uns in menschliche Abgründe schauen zu lassen, ohne mahnend den Finger zu erheben … das Nachdenken überläßt er dem Leser …
Der fast gemütlich beginnende Roman, läßt bald das Blut in den Adern gefrieren …
Ein Muß für Fans raffinierten, psychologisch subtilen, mit kribbelnder Spannung agierenden Lesestoffs.

Eingetragen von Doerte Wehner ( Email: Doerte.Wehner@t-online.de , HomePage: http://www.seniorentreff.de/hp/wehner/ )
am 27. 3. 2004 um 12:58

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Stichworte: buch der monate maerz/april  das achte opfer  andreas franz  verbrechen  korruption  machtmissbrauch  belletristik  gesellschaftskritisch  krimi  thriller 

6)  im Jahr 2004
      Die Bank
Ein neu aufgelegter Bestseller von Bred Meltzer ist heute unser Buch des Monats.

„Ich liebe es, meine Leser in eine Welt zu entführen, in der sie niemals zuvor waren“, so ein Resümee des Autors, der uns mit Spannungsromanen verwöhnt, die – auf Grund hartnäckiger und tiefgreifender Recherchen – ein Garant für Erfolg sind.

Das heutige Buch ist sein Erstlingswerk, mit dem der gerade frischgebackene, arbeitslose Jurist sofort die Welt eroberte.

Niemand weiß von dem Geld auf dem verwaisten Konto. Der Besitzer ist tot, es gibt keine Erben. Und du bist der/die Einzige, der/die Zugriff darauf hat.
Könntest du widerstehen???

Der Held unseres Romans, Oliver Caruso, der eher dürftig bezahlte Mitarbeiter einer steinreichen Privatbank, stößt zufällig auf eine Möglichkeit, schnell ans große Geld zu kommen: auf dem Konto eines verstorbenen, erbenlosen Klienten liegen drei Millionen, die niemand vermissen wird.
Der Transfer scheint ein Kinderspiel, doch dann geraten die Dinge außer Kontrolle …
Mit Entsetzen erkennt Oliver, dass es Konkurrenten gibt, die für das Geld auch über Leichen gehen.

Spannung pur, ein Buch, das man nicht aus der Hand legen mag; temporeich und voller Action, ein faszinierender Blick hinter die Kulissen der Finanzwelt.




Eingetragen von Doerte Wehner ( Email: Doerte.Wehner@t-online.de , HomePage: http://www.seniorentreff.de/hp/wehner/ )
am 27. 1. 2004 um 22:21

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Stichworte: buch des monats februar 2004  die bank  bred meltzer  hochfinanz  geld ohne erben  action  spannungsroman  belletristik 

7)  im Jahr 2004
      Solange du da bist
Im Monat Januar 2004 als Jahresauftakt den Weltbestseller von Marc Levy.
Auch diesmal wieder ein etwas außergewöhnliches Genre, Fantasy, Lovestory, erschütternd-komische Geschichte … und doch eigentlich viel mehr …
Als Arthur, ein junger Architekt, abends nach einer wohltuende Dusche einem Geräusch in seinem Badschrank nachgeht, findet er dort eine ihm völlig unbekannte Frau.
Damit beginnt für den jungen Mann eine Geschichte, so verrückt, dass er sie selbst kaum glauben kann; die ihn anfangs schrecklich nervt, dann amüsiert, dann erschüttert, ihm schließlich aber eine grenzenlose schmerzliche Liebe bringt. Denn Lauren ist ein Phantom, sie ist die nur ihm allein sichtbare Gestalt einer jungen Frau, die nach einem schweren Autounfall seit Monaten im Koma liegt.
Und als Arthur eines Tages begreift, dass sie nur ihn hat, um vielleicht doch wieder ins Leben zurück zu kehren, nachdem die Ärzte ihren Körper aufgegeben haben, faßt er einen tollkühnen Entschluss …
Unaufhörlich in der Schwebe zwischen Komik und verhaltener Trauer, zwischen Witz und Poesie, realen Geschehnissen unseres persönlichen Alltags und wunderbar eingesetzten Worten voller Weisheit (die zur Nachdenklichkeit anregen), ist Marc Levys Roman eine wundervolle Lovestory unserer Zeit und ein Märchen aus einer unbekannten, bis heute von einem Mythos umgebenen Welt.

Eine leise Liebesgeschichte, ohne heftige Dramatik, und dennoch … spannend bis zur letzten Seite …
Nicht nur, dass dieses Buch in 28 Sprachen übersetzt zum Weltbestseller wurde, hat sich auch Steven Spielberg die Filmrechte gesichert, man darf gespannt sein …

„Morgen ist ein großes Geheimnis für jedermann, und dieses Geheimnis sollte Freude und Lust wecken, nicht Angst und Verweigerung.“





Eingetragen von Doerte Wehner ( Email: Doerte.Wehner@t-online.de , HomePage: http://www.seniorentreff.de/hp/wehner/ )
am 4. 1. 2004 um 0:47

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Stichworte: buch des monats januar 2004  solange du da bist  marc levy  weltbestseller  fantasy  lovestory  belletristik 

8)  im Jahr 2003
      Die Pyramide
Im Monat November ein spannender klassischer Krimi vom mit Bestsellerprädikaten verwöhnten Autor Henning Mankel.

Als unweit von Mossby, nahe der schwedischen Küste, ein Sportflugzeug abstürzt, sieht zunächst alles nach einem "normalen" Unfall aus. Seltsam ist allerdings, dass nirgends ein Flugzeug vermisst wird. Kommissar Kurt Wallender nimmt die Ermittlungen auf, die ihm viel Kopfzerbrechen verursachen werden. Denn kaum hat er damit begonnen, muss er sich bereits mit einem zweiten ungewöhnlichen Vorfall befassen: Zwei harmlose alte Damen, Besitzerinnen eines Kurzwarenladens, sind bei einem vorsätzlich gelegten Feuer ums Leben gekommen … oder war es nicht vielmehr eine Art Hinrichtung …
Gibt es einen Zusammenhang mit dem Mord an einem Drogendealer, der auf die gleiche Weise getötet wurde?
Und als ob das nicht genug wäre, wird Wallenders Vater während eines Ägyptenurlaubs verhaftet. Dem Kommissar bleibt nichts anderes übrig, als auch diesen „privaten“ Fall selbst in die Hand zu nehmen …

Gute Unterhaltung mit typischer Würze: Gesellschaftskritik und nordischer Weltschmerz. Spannend bis zur letzten Seite und zum Mitdenken auffordernd. So recht Literatur, die einen aus dem Grau des November-Alltags aufrüttelt ;-))

Übrigens, wer sich – hingekuschelt in ein warmes Eckchen – diese hervorragende Literatur lieber ins Ohr erzählen läßt, der „hörspielverlag“ (Dhv) hat eine CD in einer Hörspielbearbeitung von Moritz Wulf Lange, mit 72 Minuten Laufzeit, herausgebracht.
Sehr gut gemacht, dennoch läßt eine solche Vertonung m.E. zu wenig Spielraum für die eigene Phantasie.

Eingetragen von Doerte Wehner ( Email: Doerte.Wehner@t-online.de , HomePage: http://www.seniorentreff.de/hp/wehner/ )
am 1. 1. 2004 um 17:10

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Stichworte: buch des monats  november 2003    die pyramide   henning mankel  kommissar  kurt wallender    schweden   kriminalroman    hörspiel    gesellschaftskritik    belletristik  

9)  im Jahr 2003
      Der Schatten des Windes
Im Monat Dezember ein Bestseller von Carlos Ruiz Zafón und Leckerbissen besonderer Art.
So recht ein Buch zum Verschenken, wenn es vor Weihnachten nicht schon vergriffen ist. Nicht eigentlich ein Krimi und dennoch … Spannung pur …
Um es rechtzeitig vor dem Fest empfehlen zu können, greife ich ausnahmsweise auf eine Kurzbeschreibung zurück.
Als der 10jährige Daniel den geheimen "Friedhof der Vergessenen Bücher" betritt, ahnt er noch nicht, dass in diesem unwirklich scheinenden Labyrinth sein Leben eine drastische Wende nehmen wird.
Er darf sich ein Buch auswählen, für das er allein die Verantwortung trägt.
Der "Schatten des Windes" von einem gewissen Julián Carax, wird ihn nicht mehr loslassen.
Allein mit seinem Vater im grauen Barcelona der Nachkriegszeit, macht sich Daniel auf die Suche nach dem geheimnisvollen Autor des faszinierenden Buches.
Was als neugieriges Spiel beginnt, wird rasch zur Bedrohung, als ein Mann mit narbiger Ledermaske auftaucht, der hinter Daniels Buch-Exemplar her ist.
Das Unheimliche bekommt auf einmal beängstigend konkrete Gestalt.
Keiner weiß, ob der Autor noch lebt und warum jemand alle seine Bücher zu vernichten sucht.
Die Menschen, denen Daniel begegnet, auch die Frauen, in die er sich verliebt, scheinen nur Figuren in diesem großen Spiel zu sein. Und so stürzt er mitten in die abenteuerliche Handlung seines Lieblingsromans; es ist, als ob vergangene Geschichte sich in seinem Leben wiederhole, das von den Schatten furchtbarer Ereignisse verdunkelt zu werden droht …
Kraftvoll, intelligent und phantasievoll … meine Meinung in kürze; und wer die
des Joschka Fischer – belesener Literat – schätzt: "Sie werden alles liegen lassen und die Nacht durch lesen!"
Na ja, an den Feiertagen kann man sich das ja mal erlauben :-))




Eingetragen von Doerte Wehner ( Email: Doerte.Wehner@t-online.de , HomePage: http://www.seniorentreff.de/hp/wehner/ )
am 8. 12. 2003 um 2:39

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Stichworte: buch des monats dezember 2003  der schatten des windes  carlos ruiz zafon  daniel semperer  barcelona  franco-ära  friedhof der vergessenen bücher  belletristik  krimiroman 

10)  im Jahr 2003
      Halbstark und tüchtig, Jugend in Deutschland 1950-1960
Schon einige Male habe ich hier Bücher aus der Reihe „Zeitgut“, Herausgeber Jürgen Kleindienst, vorgestellt. Auch diesmal geht es um ein historisches Vermächtnis.


„Verzweifelt versuchte ich, mich gegen das Erwachsensein zu wehren ... . Fünfzehnjährige sollten "vernünftig" sein … und wie sie es waren … oder doch nicht immer?
Petticoat, Ballerinenschuhe, Ringelsöckchen und Hochwasserhosen, zum Entenpopo mit Pomade gestylte Frisuren der Jungens, ein Fahrrad mit Gangschaltung, bereits den Reichtum eines Mopeds, Pfadfinder auf Tour und die ersten Erlebnisse in anderen europäischen Ländern. Ein brennendes Aufklärungslokal der Nationalen Front – Ausnahmezustand in Leipzig – , aber auch Elvis "The King" als Vorbild.
Wichtig gerade die Berufsfindung, nicht immer gerade das, was einem am meisten Spaß macht und dennoch … sich durchzuboxen, oft gegen Vorurteile der „Alten“ die eigene Kraft zu entwickeln und zu spüren, machte tüchtig.

Mit Interesse und Freude findet man unter den Autoren der 48 kleinen Geschichten die das Leben schrieb, Bekannte, die auch in den Büchern „Gebrannte Kinder, Kindheit in Deutschland 1939-1945" (siehe mein Buch des Monats November 2002) und „Nachkriegskinder, Kindheit in Deutschland 1945-1950" (siehe mein Buch des Monats Juni 2002) ihre Erlebnisse niedergeschrieben hatten. Es war meine eigene Kindheit, die sich dort widerspiegelte und in dem heute vorliegenden Werk finde ich mich als Jugendlichen wieder.
Und wieder haben wir den verdienstvollen Recherchen Jürgen Kleindiensts und
der behutsamen redaktionellen Bearbeitung von Ingrid Hantke ein hervorragendes Dokument geschichtlicher Aufarbeitung eines historisch bedeutsamen Zeitabschnitts in der Entwicklung unseres Landes zu danken.

Und dabei werden wir uns gleichzeitig der durch politische Geschehnisse unterschiedlich geprägten Berichte von Zeitzeugen aus dem Ost- und dem Westteil unseres Heimatlandes bewusst, damals ein Land voller Brüche und Widersprüche. Fast zehn Millionen Menschen waren aus den ehemaligen Ostgebieten jenseits von Neiße und Oder geflüchtet oder vertrieben, weitere 2,8 Millionen strömten bis 1961 aus der DDR in den Westen.
Der Bevölkerungsdurchschnitt war jung, jünger als irgend wann einmal wieder in der
Nachkriegszeit. Und diese Jugend war lebenssüchtig und lebenstüchtig, eben „halbstark", wie sie von den Älteren ungerechtfertigter Weise oft abfällig tituliert wurde.
48 spannende Berichte und Geschichten der damals "Halbstarken", ihre Empfindungen und Erlebnisse, eingebunden in die gesellschaftlichen Ereignisse, beobachtet und analysiert fünfzig Jahre später.
Übrigens waren die "Halbstarken" in der Regel weder so schlimm noch so gefährlich, wie in dem gleichnamigen Film von 1956 (mit Horst Buchholz in der Hauptrolle). Dennoch … sowohl amüsiert, als auch nachdenklich, immer aber auch mit einem kleinen bisschen Wehmut habe ich dieses Buch in mich aufgenommen.
Eingetaucht in meine persönliche Vergangenheit, möchte ich diese Publikation nicht nur den Senioren unter uns in die Hand geben, sondern unbedingt vor allem meinen Kindern und Enkeln als spannendes Geschichtsdokument empfehlen.

Eingetragen von Doerte Wehner ( Email: Doerte.Wehner@t-online.de , HomePage: http://www.seniorentreff.de/hp/wehner/ )
am 30. 8. 2003 um 20:36

Eintrag bearbeiten durch Autor (Passwort erforderlich!). Keine Gewähr für Inhalte durch Seniorentreff!
Stichworte: buch des monats september 2003  halbstark und tüchtig  jugend in deutschland 1950-1960  jürgen kleindienst  zeitzeugen  zeitgut  biografie+geschichte  gesellschaftspolitik  belletristik 

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