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Vorlesefunktion den ganzen Text zum Thema vorlesen

THEMA:   (Un-) Sentimentale Geschichten (zum Mitmachen)

 24 Antwort(en).

runner begann die Diskussion am 25.07.07 (07:34) :

Was manchmal im Leben geschieht: umständehalber wechselt man seinen Lebensraum. Oder weil man es so will. Das aber seltener.
Jemand erzählte mir, er habe fortziehen müssen von einer Gegend, die ihm sehr am Herzen lag, an einen Ort, der auf ihn wie graues Manhattan wirkte. Da gab es freundliche Menschen, aber die Häuser waren Betonbauten, Massenquartiere. Da fehlten Farben, es fehlte Licht in den Straßen, es fehlten Bepflanzungen und Buntes. Und dieser Mensch bekam Fernweh -, quälerisch. Lastzüge – Trucks -, die irgendwo parkten oder an ihm vorbei dröhnten, wirkten auf ihn, als müsse er sie stoppen, um mit in die Ferne fahren zu können. Die pfeifenden Geräusche rasender Schnellzüge am Stadtrand schmerzten in seinen Ohren -, mehr noch in seiner Seele. Er fühlte die Zwänge, hier leben zu müssen, wie Ketten an seinen Füßen. Die Luft, die er einatmen mußte, hätte er am liebsten mit einem Filter gereinigt. Und nichts wünschte er sich mehr als Augengläser, die ihm etwas Wundervolles vorgaukeln könnten.

Eines Tages traf er auf einem Spaziergang – denn es trieb ihn deprimiert immer wieder hinaus aus der Stadt in die Felder und Wälder der Umgebung – einen Mann, der ihn aufmerksam ansah, ihn freundlich grüßte – und dann, mit Blick hinter ihm her, stehenblieb. ‚Warten Sie,’ rief er, ‚wenn es recht ist. Warten Sie einen Moment.’ Und beide vertieften sich, auf einer morschen Bank sitzend, in eine Begegnung, die bis in die Abendstunden dauerte. Der Fremde stellte keine Fragen. Er erzählte dem anderen lediglich von Imaginationen, die alles ersetzen können, wenn auch irreal, was man vermisse. Wundervolle Vorstellungswelt. Etwas, das jemandem zum Künstler machen kann -, zum Maler, zum Poeten, zum Liedermacher. Nach der Methode gefragt, sagte er: ‚Nein, nein -, du mußt es einfach nur wollen. Dein persönliches Talent wecken. Denn jeder hat es in sich -, oft unbewußt, oft ein ganzes Leben lang nicht hervorgeholt. Einfach versäumt. Und das muß eigentlich nicht sein.“ Dann stand er auf und ging fort.

In dem Zurückbleibenden breitete sich Ruhe aus. Neugier. Wunschdenken. Wollen.
Und auch er ging nun den Weg zurück. Plötzlich hoffnungsvoll. Seine Düsternis riß auf. Am Horizont seines Fühlens erschien ein heller Streifen: Heiterkeit. Er würde von nun an alles in diese Stadt hineindenken, was ihr fehlte: Farben, Licht, Musik. Und er würde die Veränderungen sehen und leben können: imaginativ-erlösend.


Vorlesefunktion  runner antwortete am 25.07.07 (12:45):

Habe soeben ein apartes Forum entdeckt und werde - zumindest eine Zeitlang - fremdgehen.

Ich grüße alle, die ich hier kennenlernen durfte, mit einem heiteren Lächeln und einer sentimentalen Träne im Auge.


Vorlesefunktion  uki antwortete am 25.07.07 (13:39):

So gehe denn fremd, wisch dir die Träne ab,
lächel weiter, ganz heiter,
Tränen sind was für´s Grab.


Vorlesefunktion  wanda antwortete am 25.07.07 (18:45):

runner, warum willst du uns hier verlassen - ich denke Du hast Ferien, da reicht die Zeit doch für mehrere Standbeine.
Glaub ja nicht, dass ich nur hier bin !!! Soll ich eine sentimentale Geschichte schreiben, von einem der runner hieß und uns einfach so, wirklich einfach so wegen einer Schnapsidee den Rücken kehrte ??? Oder von einem, der nicht in zwei foren leben kann ???
Wisch Dir die sentimentale Träne ob, heul richtig und ausgiebig und dann komm wieder, wir kennen uns doch noch gar nicht so richtig !!


Vorlesefunktion  nasti antwortete am 26.07.07 (11:43):

Die grüne Hölle

An Platensee fahrend habe ich ein Gefühl, die Vegetation dort ist wie in mein Geburstort, besser gesagt das Ort meiner Oma und Opa, wo ich hingebracht war sofort nach meinem Geburt. Warum, deshalb, darüber haben sich mehrere ganz wilde Getüschel in meinem Geburstadt breit gemacht, die Enkelkinder damaligen Quatsch Gesselschaft haben mir etwas jetzt vor 2 Jahren verraten. Meine Söhne verlangen das ich ein genetischen Test machen sollte, ich mache gar nichts! Mit einem Beweis wer ich bin werde ich keine andere Person,.
Das flachen Land in Platensee und die Vegetation bringen mich plötzlich in einem Zustand der hilfslosigkeit und ausgeliefertheit wie gewöhnlich die Kinder welcher sich nicht währen können, ich möchte Asfalt und Großstad sehen, dort kann mir nichts passieren, das grüne giftet meine Seele an, überall grün und giftige dünste von heißen grün und Schläge.
Mein Großvater hat mich verraten, er, der einzige Lebenspender verschwand für längere Zeit und kommt zurück wenn ich wieder zwischen tot und leben schwinge. Ich schleppe mich am Hof und sehe unendlich grosse und lange grüne Wiesen, seine Geige ruht bei der Brunnen an einem Stein, unser Hund Bobi, mein einziger Freund wacht auf die Geige, schliesslich möchte er abends bei Mondschein singen, wenn mein Opa spielt auf Geige.
Ich kann nicht verzeihen das mein Opa mich so lange verlasssen hattte! Ich nehme die Geige und schleudere ich an ein Stein, meine Oma wie eine Furie fiel über mich mit harte Schläge, es ist gut, es tut nicht weh, jetzt weiss ich höchstens warum bin ich geschlagen, mit einem Stein in Hand prügele ich zurück in Ihrem Gesicht bis aus Ihren nasen das Blut tropft, ich bin blond und blauäugige kliene 4 jährige wilde.
Und wieder nihmt mich Opa in Arme, rettet mich von der Schlägen, mein gutmutiger und verlogener Opa hat mir die ganze Welt versprochen und könnte sein Wort nie einmal halten. Er erschien oft weinend in meiner Träume, das grüne schlingt um seinen Beinen, alles ist in grün, eine grüne Hölle, das Rasenmähen war noch nicht erfunden damals, ich verstecke mich zwischen Sonnenblummen und das grüne umarmt mich mit seine Düfte, bin wie besoffene.
ich liebe mein Opa
er könnte sein Wort nicht halten, er verlies mich ewig, kein Man kann sein Wort halten, alle sind verlogen trotzdem muss ich mein Opa /Männer/ lieben, es bleibt mir gar nichts übrig.


Vorlesefunktion  wanda antwortete am 26.07.07 (18:43):

Volleyball
das hier ist eine Geschichte, die nicht sentimental ist, sondern eher traurig. Da aber traurig in der Nähe von sentimental steht, schreibe ich sie auf.
Am vorigen Wochendende besuchte ich ein Treffen auf der Herrmannshöhe in der Nähe von Travemünde. Viele Menschen aus ganz Deutschland und auch aus Österreich waren gekommen, um einander kennenzulernen. Das Wetter spielte mit, es war nicht zu warm, obwohl die Sonne schien. Man hatte den ganzen Tag Zeit miteinander zu reden und es wurde viel gesprochen. Dann hieß es, am Abend, also so gegen 19 Uhr treffen wir uns im Niendorfer Hafen, dort an der Aalräucherei. Ewiges Sitzen bekommt mir nicht, deshalb zogen ein Ehepaar und ich es vor, dorthin zu Fuß zu gehen.
Es war ein herrlicher Spaziergang, wir gingen praktisch dem Sonnenuntergang entgegen. Am Niendorfer Strand sahen wir dann den Notarztwagen, bezw. davor schon das blaue Blinklicht, dass uns signalisierte, dass irgendetwas geschehen sein musste. Bei mir löst das sofort ein mulmiges Gefühl aus, da es an Erlebtes erinnert. Ein Vater, ca. 45 Jahre alt, hatte mit seinen drei Kindern Volleyball gespielt und war dabei tot zusammengebrochen.
Ein Herzinfarkt, der sogenannte Sekundentod.

Wie gesagt, wir gingen dem Sonnenuntergang entgegen, der Tag neigte sich und ich, die ich mich so auf das Fischgericht gefreut hatte, konnte nichts mehr essen.


Vorlesefunktion  runner antwortete am 31.07.07 (07:38):

keineswegs heiter

Wenn du erst alt bist, ist derjenige Lebensabschnitt gekommen, in dem du für nichts mehr Zeit hast: das Renten-Alter. Und das bedeutet: du mußt dich an den Kassen der Einkaufszentren vordrängeln -, auch an den Schaltern von Sparkassen und Banken. Im Bürgeramt, wo Nummernzettel für die Reihenfolge der Bedienung zu ziehen sind, ist es nötig, einen Alters-Schwächeanfall vorzutäuschen, um in der Schlange der Wartenden nach vorn rücken zu dürfen. In Bahnen und Bussen hast du zu behaupten, einen Behinderten-Ausweis zu besitzen, um einen Sitzplatz zu erzwingen. Solltest du einen Besuch im Zoo planen, für den du dir die Zeit schwer abringen mußt, ist es angebracht, das Haar tagelang nicht zu waschen und dann zu verstrubbeln, eine Woche lang ins Sonnenstudio zu gehen und dir dort durch überlange Liegezeiten allerhand Falten ins Gesicht zu brennen – und dich dann möglichst noch auf eine Unterarm-Krücke zu stützen, um an der Zoo-Kasse nicht anstehen zu müssen und dann als „Person über 98 Jahre“ auch noch freien Eintritt zu haben.

Nun bedenke – ehe du eine senile Depression bekommst -, ob es dir – siehe oben – nicht allerhand Vorteile verschafft, vergreist zu sein. Tut es das? wc. Die Toleranzbreite der Massen solchen Personen gegenüber ist gering. Man fühlt sich durch die Alten des Staates unter Druck gesetzt. Also kürzt man die Renten, schränkt die Möglichkeit zu bestimmten medizinischen Versorgungsmaßnahmen ein, geizt mit dem Aufstellen von Ruhebänken in Parks und Stadtzentren, baut unbegehbare Rolltreppen in den Bahnhöfen, hält die Gehälter klein, damit nicht soviel in die Sozialkassen eingezahlt werden kann. Irgendwann – so hofft man – besinnen sich vielleicht die Rentner auf frühere Zeiten, wo diese Menschen für ein „sozialverträgliches Früh-Ableben“ sorgten.

"Un-Wort" des Jahres 1998. Tja, Ärzte (wie könnte es auch anders sein) -kammerpräsidenten wissen schon, was sie sagen.


Vorlesefunktion  kropka antwortete am 31.07.07 (10:12):

Runner,
derliebegott möge dir eine gute Gesundheit schenken (tut ER das? oder bist Du, ich, allein auch hier dafür zuständig?.. frage ich mich), damit Du ohne Sonnenstudio, ohne Krücken etc diesen 98 + 2 Jahre Alter zufrieden erreichst und uns mit solchen und auch anderen, etwas heiteren Geschichten, noch lange beschenkst. Ich danke dir nochmals für alles, für vieles und pass bitte gut auf Dich auf.
(Was schrieb mal Bert Brecht dazu?... In etwa so: .."Darum gebe ich auf mich acht, sehe auf meinen Weg und fürchte von jedem Regentropfen, daß er mich erschlagen könnte."). Runner, ich liebe viele Deine Gedanken, Deine Geschichten.
Jetzt ist aber Schluß und ich sage (demnächst) kein Wort mehr. ..Nur noch diese vier: Ich liebe das Leben! Gruß, bis dann.
Herzlich, Ewa kropka


Vorlesefunktion  runner antwortete am 31.07.07 (10:23):

"Ewa" ...,
der Name - so geschrieben - bewahrt Dich davor, daß Dich jemand für die Vertreibung des Menschseins aus dem Paradies verantwortlich machen könnte.

Glückwunsch!


Vorlesefunktion  runner antwortete am 06.08.07 (18:20):

* Das andere Rotkäppchen *

Es war einmal ein kleines Mädchen, das sich aufmachte, die Großmutter zu besuchen. Unterwegs pflückte es Blumen, um sie der Großmutter zu schenken. Kuchen und Wein hatte es nicht. Der Wein blieb dem Vater, und der Kuchen war eingefroren. Aber die Blumen dufteten und würden die Großmutter erfreuen.

Als das kleine Mädchen ankam, war die Großmutter tot. Sie lag still und weiß und ganz klein in ihrem Bett.
Das kleine Mädchen weinte sehr. Nun gab es niemanden mehr, der es lieb hatte.
„Warum ist sie nur so klein?“
„Weil sie jetzt ein Engel ist, und alle Engel sind Kinder,“ sagte eine Stimme neben dem kleinen Mädchen.
Das Mädchen erkannte den Wolf.
„Du hast sie nicht gefressen?“ fragte es.
„Nein,“ sagte der Wolf traurig. „Wir fressen Menschen nicht. Sie sagen es uns nur nach.“
„Das ist schade,“ bedauerte das kleine Mädchen den Wolf. „Ich würde gern bei Wölfen leben.“
„Dann nimm dein rotes Käppchen und komm mit mir.“
„Ich habe kein rotes Käppchen.“
„Nun, wenn du schon kein Käppchen in der Farbe der Liebe hast, dann doch sicher einen anderen Schutz.“
„Ich glaube, sie haben mich nicht beschützt. Der Wein war im Vater, und der Kuchen war eisig. Ich habe nur diese Blumen.“
„Sie sind sehr schön. Wir werden dir einen Kranz flechten. Nimm sie und komm zu uns.“
Da ging das kleine Mädchen mit dem Wolf zu den Wölfen.

Fortsetzung folgt


Vorlesefunktion  runner antwortete am 06.08.07 (18:21):

Unterwegs fragte es: „“Warum freßt ihr die Menschen nicht?“
„Weil wir sie fürchten. Wir leiden unter einer angeborenen Beiß-Hemmung. Sie legt uns den Zwang auf, uns fernzuhalten. Daher kennen wir die Menschen nicht, und oftmals fürchtet man sich vor dem Unbekannten.“
„Eigentlich bin ich da anders,“ meinte das kleine Mädchen. „Ich fürchte mich vor Dingen, die ich kenne.“
„Dann sind es böse Dinge,“ sagte der Wolf.
„Vater ist nur böse, wenn er den Wein trinkt.“
„Er ist böse, w e i l er den Wein trinkt.“
„Hast du auch Kinder?“ fragte das kleine Mädchen den Wolf.
„O ja,“ antwortete der Wolf stolz, „ich habe acht Kinder.“
„Und sind die alle immer bei Pflegemüttern?“
„Natürlich nicht. Sie leben mit ihrer Mutter und mir in derselben Wohnung.“
„Muß die Mutter nicht arbeiten gehen?“
„Erst, wenn die Kleinen größer sind. Dann geht sie aber nur einkaufen, damit alle genügend zum Essen haben.“
„Sind die Kinder dann allein?“
„Niemals. Wir haben Babysitter. Das sind die Mütter, deren Kinder noch ganz klein sind. Bei denen halten sich unsere Kinder einstweilen auf.“
„Trinkt ihr Väter auch Wein?“
„Nein. Denn das würde uns daran hindern, unseren Frauen Nahrung zu beschaffen, wenn sie sich mit den Kindern befassen -, und ihnen bei der Erziehung der Kinder zu helfen.“
„Bekommt bei euch auch immer zuerst der Vater das größte und beste Stück Fleisch?“
„O nein. Wir kennen keinen Futterneid. Bei uns bekommt jeder, auch wenn er nicht zur Familie gehört, den gleichen Anteil.“
„Ist es bei euch auch nicht so, daß nur das gilt, was der Vater sagt?“
„Nein. Wir haben keine Leit-Tiere. Wir sind glücklich darüber, irgendwie einsehen zu können, welche Handlung nötig ist.“
„Jeder kann das?“
„Jeder.“
„Auch die Kinder? Werden die nicht ständig bestraft?“
„Nein. Sie können tun und lassen, was sie wollen. Wird es mal zu aggressiv, entscheiden unsere Alpha-Tiere, ob die Kinder vielleicht zu wenig spielen.“
„Was sind Alpha-Tiere?“
„Sie sind keine Beherrschenden. Es sind die Weisesten. Die am besten wissen, wie wir uns schützen können.“
„Habt ihr auch Hunde?“
„Nein. Denn Hunde sind unsere früh gestorbenen Kinder. Ewig jung gebliebene Wolfskinder. Sie könnten den Menschen sonst nicht ertragen.“
„Und warum manchmal dieses Geheul?“
„Es ist sozusagen unser Telefon oder eine Art Rauchzeichen. Damit niemand verlorengeht.“
„Reißwolf, Fleischwolf, Wolfshunger ...“, murmelte das kleine Mädchen.
„Alles Irrtümer,“ beschwichtigte der Wolf. „Einer ihrer Philosophen soll gesagt haben, wir Wölfe verkörpern die egoistische Natur des Menschen. Sie kennen uns eben nicht.“
„Und Werwolf?“
„Die Verwandlung könnte einen unbewußten Wunsch ausdrücken, zu sein wie wir. Das Böse, das dabei herauskommt, ist vielleicht der Teufel, der sie davon abhalten will, allen Mitmenschen rote Käppchen aufzusetzen.“

„Es muß schön sein bei euch,“ seufzte das kleine Mädchen. „Hoffentlich kann ich nur recht lange bei euch bleiben.“
„Und wenn ich groß bin,“ fuhr es tapfer fort, „werde ich meinen Kindern diese roten Käppchen nähen – und ihnen meine wahre Geschichte vom guten Wolf erzählen.“

---------
... für alle, die Rotkäppchen mögen


Vorlesefunktion  nasti antwortete am 07.08.07 (09:30):

Hi Runner

Eine gute Zuhause haben ist ein Schicksal, und das erbt sich auch weiter.
Die Situationen aus der Kindheit kommen immer wieder zurück in eine andere Form,
vielleicht sucht das Kind in Menschen direkt die gewöhnten Situationen auf welcher es gelebt hatte. Es ist fatal, kann man NICHT entkommen.

Super geschrieben das Rotkäppchen, wahrscheinlich kannst du aus deiner Ärmel schüttern die Geschichte.
Hört sich besser an für die Kinder wie die eigentliche blutige Rottkäpchen Geschichte, einige Kinder bekommen dabei Angst.


Vorlesefunktion  runner antwortete am 07.08.07 (11:09):

nasti, diese Gesdhichte habe ich schon vor längerer Zeit einmal geschrieben.
Eigentlich gehört noch ein Ober-Titel dazu:

">> Homo hominem non lupus est << - von Unwahrheiten in Märchen"

Deutsch: der Mensch ist dem Menschen k e i n Wolf.
Wölfe sind anders als man allgemein behauptet. Das wird jedes Tierlexikon bestätigen.

Meinen Kindern wurden bewußt keine dieser oft so grausamen und (inhaltlich) unwahren Märchen vorgelesen.
Mein noch sehr kleiner Sohn hatte monatelang nächtliche schwere Ängste vor einem Wolf, der die Treppe hoch käme. Wir wunderten uns Stein und Bein, was er wohl je von einem (bösen) Wolf gehört haben könnte. Dann fragten wir die Haushälterin: sie hatte ihm das klassische "Rotkäppchen" vorgelesen.


Vorlesefunktion  kropka antwortete am 07.08.07 (12:17):

Schön Runner! Ein sehr sehr schönes Märchen. Danke.

Und ich dachte: Homo homini lupus est ?!?
Nein. Nicht doch.. Hier ein andere wahres Märchen. Auch Familie :-)

"
Angst vor Wölfen habe nur, wer sie nicht kennt, sagt Sabina

Lockruf des Wolfes
Von Thea Herold
Eine polnische Nacht mit viel Geheul, neun Leisetretern im Wald und klammen Zweifeln am Feuer
...
In dieser Nacht, es herrscht empfindliche Kühle, und es regnet, führen Magda und Maciek, Wildhüter aus dem nahen Dorf Dlusko, die Chefin der polnischen Wolfsforscher Sabina Nowak und ihre Begleiter durch das dichte Gestrüpp.Ganz leise treten. Bloß kein Wort. Es reicht schon das Holz, das unvermittelt unter den Sohlen kracht. Irgendwie hören sich nach Mitternacht alle Geräusche im Wald doppelt so laut an. Das Klacken der Autotür. Das Auseinanderfalten der Geländekarte auf der Motorhaube des Jeeps.
.....
Sabina Nowak will aufklären, den Menschen mit dem Wolf vertraut machen, denn man hat nur Angst vor etwas, das man nicht kennt. Dass der Wolf ein raubender, blutrünstiger Killer ist, hat ohnehin so nie gestimmt. Das waren Märchen und Legenden. Dank seines schlechten Rufes war Isegrim Mitte des letzten Jahrhunderts fast in ganz Europa ausgerottet. Erst langsam beginnt ein Image-Wechsel. Seit 1989 steht die bedrohte Tierart auf der Liste der Berner Konvention für schützenswerte Tiere.
"
...
Wer weiter lesen mag:
http://www.zeit.de/2001/49/Lockruf_des_Wolfes?page=all

http://www.wolf.most.org.pl./
http://www.wolf.most.org.pl./eng/index.html

Internet-Tipp: http://www.zeit.de/2001/49/Lockruf_des_Wolfes?page=all


Vorlesefunktion  runner antwortete am 07.08.07 (12:35):

"Homo homini lupus est" - der Mensch ist des Menschen Wolf

"Homo hominem lupus est" - der Mensch ist dem Menschen ein Wolf


... wird beides verwendet.

Danke für Deine "Wolf-Links".
Werde gleich dorthin stürzen.


Vorlesefunktion  kropka antwortete am 07.08.07 (22:00):

Ja runner, danke.
Ich sehe ein minimales Unterschied wie in polnischen. G/D.. Und ich erinnre mich: im Studienkolleg für Ausländische Studierende in FfM sagten wir uns (vor einer Ewigkeit) ein Gedichtchen vor: 'Deutsche Sprache - schwere Sprache! Einmal heißt die Katze Kater, einmal heißt die Katze Miau.'

Dann ciao und viel Freude Euch Allen :-))

http://www.wer-weiss-was.de/theme46/article1870145.html

Internet-Tipp: http://www.wer-weiss-was.de/theme46/article1870145.html


Vorlesefunktion  runner antwortete am 08.08.07 (05:55):

"... wird beides verwendet."

Klar, hast recht.
Da sind nicht nur grammatikalische Unterschiede (casus), sondern auch inhaltliche.
Über letztere denken aber leider viele beim Gebrauch dieser Formulierungen nicht nach. Es ist etwas anderes, ob ich "des Menschen" Wolf bin oder ob ich "dem Menschen" = 'für (hier im Sinne von 'gegen') den Menschen' ein Wolf bin.


Vorlesefunktion  wanda antwortete am 08.08.07 (18:29):

runner, wir hattem im Studium auch Literatur für Kinder und Jugendliche, die damalige Professorin (mit eine f) riet dringend dazu, Märchen zu erzählen. Der Wolf ist doch gar nicht der Wolf sondern steht stellvertretend für die Versuchung. Und wenn Du Dir die Märchen ansiehst, sie gehen immer gut aus. Und das ist das Wichtige daran. Unsere Frau Dr. .... ging sogar so weit, dass sie sagte, wer in der Kindheit Märchen gehabt hat, der erspart sich später jeden Psychiater.


Vorlesefunktion  runner antwortete am 09.08.07 (06:03):

"Der Wolf ist doch gar nicht der Wolf sondern steht stellvertretend für die Versuchung."

Das ist Erwachsenen-Gerede.
Wie sollen Kinder so etwas erkennen können.

Und auch wenn die Märchen "gut ausgehen": das Trauma oder der Schock, den sie vor ihrem "guten Ausgang" (den ich ebenfalls nicht unbedingt überall als solchen sehe) berichten, kann dann schon unauslöschlich sein. Siehe den Bericht oben über meinen Sohn. Er hätte d a m a l s vielleicht einen Psychiater gebraucht, aber nicht später, nur weil wir ihm keine Märchen vorgelesen hatten.

Im übrigen: "Märchen" haben wir erzählt. Eigene, selbst erdachte ..., ohne Grausamkeiten.


Vorlesefunktion  wanda antwortete am 09.08.07 (12:31):

runner, ich möchte doch keinen Streit und noch nicht einmal Rechthaberei. Heute ist die Märchenwelt umstritten und da danke ich der frühen Geburt, dass ich da keine Zweifel hatte. Diese Metaphern in den Märchen sollen angeblich - ich betone angeblich - doch im Unterbewußt sein der Kinder ankommen. Die Enkel, die, die noch klein sind, wünschen sich immer, dass ich von "früher" erzähle und manchmal heulen dann auch die Sirenen - das gefällt ihnen.


Vorlesefunktion  runner antwortete am 09.08.07 (12:38):

"manchmal heulen dann auch die Sirenen - das gefällt ihnen." von wanda

Es kann ihnen deshalb "gefallen", weil sie die Bedeutung von Sirenengeheul, als dieses ein Grauen war, nicht kennen.

Sehr wohl aber können sie beurteilen, wie sie sich fühlen würden, wenn ein Wolf ihre Oma fräße.


Vorlesefunktion  wanda antwortete am 10.08.07 (07:44):

bei den Sirenen vergaß ich zu sagen, dass wir natürlich auch "Entwarnung" anstimmen......


Vorlesefunktion  runner antwortete am 10.08.07 (07:53):

"bei den Sirenen vergaß ich zu sagen, dass wir natürlich auch "Entwarnung" anstimmen" von wanda


"... und treiben mit Entsetzen Scherz."


Vorlesefunktion  nasti antwortete am 10.08.07 (10:23):

Ich war nicht verschont als Kind von echten blutigen Geschichten, nicht von Geister und Gespenster Geschichte und echte Geister Geschehnissen, von Schlägen und allerlei, für wegen heute gehen in Knast die Eltern,
mir kann gar nichts schlimmeres mehr passieren, deswegen habe ich eine gute Laune meistens, Ängste kenne ich wie gar nicht, die Hölle war schon da.


Vorlesefunktion  runner antwortete am 10.08.07 (12:23):

"die Hölle war schon da" von nasti

Beneidenswert.