Archivübersicht
den ganzen Text zum Thema vorlesen
THEMA: Forum gemischter Gefühle
3 Antwort(en).
|
runner
begann die Diskussion am 10.08.07 (07:35) :
* sentimental * ---------------------
Wenn ich runne, denke ich. Was sonst nicht unbedingt immer der Fall ist. Manchmal ver-döse ich auch das Leben, versinke in Tagträume á la imaging und sehe Szenen von einer Wolke aus. Es kommt auch vor, daß ich Denken bewußt ausschalte, um Erlebtes nicht Traum werden zu lassen, nicht unbewußtes Weitergeschehen. Dann kann es vorkommen, daß man mich zum smilen auffordert, um sympathisch zu erscheinen. Aber Schein ist für mich nicht Sein.
Heute dachte ich an meine – schicksalsbedingt selten heitere – Mutter und an die Zeiten, als wir gemeinsam auf der Bühne standen und sie die „komische Alte“ spielte, die sie gar nicht war. Was schien dagegen die Rolle des jungen Liebhabers, in der man nur mit dem Dialekt nicht zurecht kam, den man laut Bühnen-Script sprechen sollte. Es gab noch Fotos aus der Presse: die Maskenbildnerin hatte aus meiner Mutter eine Identität geschaffen, wie man sie sich manchmal wünscht, wenn man die eigene verleugnen möchte. Aber immer hinterher, wenn man den Applaus des Publikums genossen hatte und den Heimweg antrat, der ein wenig bergauf führte, war man ja wieder man selbst. Da gibt es kein Entfliehen. Nun beherrschte uns die Müdigkeit. Nun eilten wir Morpheus entgegen. Morgen war wieder Theaterprobe -, morgen fand wieder eine Aufführung statt, bei der man die Menschen glauben machen soll, daß das, was sie sehen, Kunst sei. Und ist doch nur Theater. In dem meine traurige Mutter die Zuschauer zum Lachen bringt.
|
nasti
antwortete am 10.08.07 (10:02):
Hi Runner!
Noch nicht lange ist die Zeit her, wo ich als Karikaturistin und Porträtistin an die Öffentlichkeit gearbeitet hatte. Dort habe ich seltsame Kollegen getroffen /Messen, Jubiläen, Veranstaltungen, etc./. Der letzte an einer Münchner Messe war ein Harlekin, er breitete eine wirklich gute Laune überall, sein Pavillon befand sich neben meinem Pavillon. Er war genial bei der Unterhaltung mit seiner gemalten Maske in Gesicht. Am ende stand da bei der Abbauen Arbeit ohne Maske, und weinte echte Tränen, ich war fertig damit, ein weinenden jungen Man, ganz peinlich. Er erzählte über seine ewige Trauer, ein echter Mensch ist er nur auf der Bühne, dort lebt er. Nach dem Auftritt starb er innerlich. Und immer wenige Auftritte hat er, dieser Auftritt an messe finanzierte er selber damit kommt auf die Bühne. Habe gerade gesetern gehört das er ertrank in Griechenland. Ich denke das war Selbstmord.
Runner, warst du auch ein Schauspieler mit deiner Mutter zusammen? Wie ich sehe alle hier versammelten haben etwas mit Theater zu tun, nur ich nicht. Oder doch? Meine Arbeit an der Öffentlichkeit welcher ich bis heute sehr vermisse hat mich sehr Happy gemacht. Ich war damit süchtig, die Entwöhnung dauerte 2 Jahre. Wenn ich denke, ja, ich fahre jetzt irgendwo weit weg zum porträtieren, bei der Vorstellung zittere ich von Glück und Energien. Ich glaube werde ich das noch tun, ist mir egal was die Leute denken. Nach Cannes. Mein Kollege porträtiert dort, aber er ist halb so alt wie ich. :O))))
|
kropka
antwortete am 15.08.07 (11:15):
Ich runnte und runnte. Heute und gestern. Und vorgestern auch. Ich runne mein lebenslang. Warum eigentlich? Wo will ich hin? ... Wenn ich bloß dieses verdammte DENKEN ausschalten könnte, aber nein. Nie war es möglich. Nein, Flucht ist es nicht dieses "runnen"?! Ein Freund sagte: "Ein Tanz. Dein Tanz. Zu oft drehst du dich zurück, bleibst stehen. Ein Schritt nach rechts und dann zwei nach links. So kommst du NIE ans Ziel!" Ein Ziel? Wo las ich das: "Der Weg ist das Ziel"? Ich versuchte mich zu erinnern und runnte weiter. Gut tut es auf jeden Fall das Runnen. Stark fühle ich mich. Wow, wie stark! Und ich sehe so viel!: Diese herrlichen Wiesen ... ("Zwischen 1.05.– 31.10. betreten verboten!"). Die vielen Wälder ... ("Nur auf den erlaubten Pfaden bleiben!"). Die Tiere, die Vögel ... diese Vielfalt ... ("Alle Tiere sind gleich, nur manche sind gleicher als die andern.!"). Viele von ihnen saßen in winzig kleinen, die anderen in großen, palastähnlichen Käfigen. "Freiheit, Freiheit über alles, über alles in der Welt" ... sang ich. Früher war DAS am Wichtigsten. Und jetzt? ... Eine Insel? Sind wir nicht jetzt schon alle auf einer Insel, die ERDE heißt?.. Weiter, weiter, nur nicht stehen bleiben. Weg mit den komischen Gedanken! "In sich ruhen.."... las ich mal. Nein. Noch nicht. Bloß nicht jetzt. Keine Zeit. Zu wenig Zeit, und noch immer sooo viel vor ...
"Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" ... "InSearchOf"... (_Lost_Time) nannte ich mich früher. Lange ist es her. Noch bevor ich "kropka" hieß.
|
nasti
antwortete am 15.08.07 (12:09):
Huhu Kropka,
kannst du lange warten darauf dass du nicht „flüchten“ wirst, oder RUNNEN, es wird noch schlimmer wenn du fühlst das Leben ist immer kürzer, ich nenne das nicht „flüchten“ aber NOMADEN. Der Nomaden in mir muss ich ausleben, es geht nicht anders. Momentan habe ich eine Nomaden Diät, die ernste Diät welcher haut zu, ohne meine gewöhnte Zigaretten / 30 täglich/ habe ich eine menge abgenommen binnen 2 und halb Monaten, ich kann flieeeegen, bald passe ich in 40 Kleidergrößen rein, unglaubliiiiiiiiich liebe Kropka, schon lange komme ich von der 44 Kleidergröße nicht weg, und nur deswegen das ich versuchte so leben wie eine ansässige Bauerin. Jetzt habe ich die richtige Nomaden Diät, und freue mich wahnsinnig auf meine nächste Nomadisierungen, es fängt schon September wieder an, danach muss ich mal reinpassen in 38 Kleidergrößen. Habe ich die richtige Gruppe getroffen, die Gruppe geht mir Rücksäcke und Schlafsäcke nach Italien für 1 Monat, und werden hunderte von Kilometern wandern, dafür bin ich noch nie geeignet, mal sehen wie es so weiter geht. Wir gehen mit Freund auch September nach Italien, aber ins Hotel und für kürzere Zeit, er ist kein Nomade, eher das Gegenteil. :O)))))).
Grüsst
Nasti alias Azaelia Broadbelt of Buckland
|
|