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THEMA: Gröler und Rabauken
6 Antwort(en).
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emilwachkopp
begann die Diskussion am 18.12.07 (09:26) :
„Antreten zum Gewaltmarsch!!! Links um!!!” Das war unser Lehrer Gottlob Spieß, der so auf dem Schulhof herumgrölte, während wir, seine ihm ergebenen Untertanen, eine quadratische Kolonne bildeten. Und er brüllte die Worte so aus sich heraus, dass man sie gleich dreimal hörte. Einmal aus seinem Munde, einmal als Widerhall von den Wänden des riesigen Schulgebäudes, und einmal als Echo im eigenen Dassel. Das war als Bestrafung gedacht. Darum sollte es auch kein gewöhnlicher Ausflug werden – mit Ausruhen, Mettwurstbrot und heißer Schokolade – sondern ein Gewaltmarsch. Non Stop! Wir sollten so lange durch die Gegend latschen „bis ihr A-löcher auf den Brustwarzen kriecht.“ Na denn Prosit Neujahr! Sagten wir uns. Wofür wir diesmal bestraft werden sollten, das weiß ich heute nicht mehr und wusste es wahrscheinlich auch damals schon nicht. Als normaler Schüler hatte man doch ständig Dreck am Stecken. Mal hatte man dies, mal das auf dem Kerbholz. Stets war es irgendwas. Außer die Artigen. Die nicht so. Aber ich gehörte ehrer zur Gruppe der Rabauken. Als Notlösung, denn Rabauke im wahren Sinne des Wortes war ich streng genommen nicht. Nie war ich gewalttätig oder grölig. Schuss- oder andre Mordwaffen trug ich niemals in der Schule. Aber immer viel gemauschelt und gemogelt. Das hab ich. Und das wurde mir zur Last gelegt.
Wir waren recht gut getrimmt und hätten wahrscheinlich einen Monat lang herumlatschen können, ehe wir die Brustwarzen hätten in Anspruch nehmen müssen. Obwohl das vielleicht auch ehrer symbolisch gemeint war. Jedenfalls: Um den Prozess kurz zu machen, musste jeder Schüler einen Rucksack mitbringen, der randvoll mit Steinen gefüllt wurde. Bei meinem Rucksack war das aber gar nicht so einfach. D.h. eigentlich war es nicht mal mein Rucksack, sondern er gehörte meinem Miniteddybär Tapsi. Meinem Glücksbringer! Ich hatte mir den Rucksack bloß ausgeliehen. Der war allerdings so klein, dass bloß ein paar Kieselsteinen hineingepasst hätten. Solche Rücksäcke gildenten aber nicht. „Plunder unverzüglich abnehmen!!!“ grölte der Lehrer mich an und setzte mir einen riesigen Ersatzrucksack auf. Darauf wurde dieser mit Steinen gefüllt, dass ich erst mal nach unten hin absackte und wie fest geleimt am Boden liegen blieb. Da war nirgendwo mehr ein Hinkommen. Bis ans Ende meiner Tage wäre ich so liegen geblieben. Um den Gewaltmarsch nicht so lange aufschieben zu müssen, nahm man mir die Hälfte der Steine wieder ab, und gar noch drei dazu, weil ich immer noch ein büschen Abwärtstrend hatte.
„Antreten! Achtung!! Im Gleichschritt!!! Mir nach!!!!“ Endlich setzte sich der Zug, mit dem Lehrer an der Spitze, in Bewegung! Das stimmte uns froh, denn nun würden wir es bald hinter uns haben. Noch zehn Schritte, noch neun, noch acht … Noch ein Schritt und Herr Spieß rutschte aus, als befände er sich auf einer Eisfläche, und klatschte der Länge nach hin. „Abbruch!!!!!“ Wir trugen Herrn Spieß in das Lehrerzimmer und legten ihn behutsam auf die Couch. Er hatte sich einen Fuß verstaucht und musste nach dem Arzt rufen lassen, während wir für den Rest des Tages frei bekamen. So unterschiedlich kann das Schicksal uns Menschen behandeln. Gerecht ist das nicht, nach menschlichem Ermessen. Aber vielleicht ist es das in einem höheren, unergründlichen Sinne. Ich will es gern glauben, denn es gäbe diesem durch und durch trivialen, fast albernen Ereignis eine Weihe.
Es ist übrigens immer ein Rätsel verblieben, wer die Treppe vom Schulhof in die Freiheit mit grüner Seife beschmiert hatte. Ich weiß es nicht, sage mir aber, dass es ein schmieriger Typ gewesen sein musste. Vielleicht ein künftiger Automechaniker.
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kropka
antwortete am 19.12.07 (09:45):
Hallo lieber Emil, danke für deine vorweihnachtliche Neujahr Geschichte. Ein wenig hat sie mich wegen den vielen Steinen "erschüttet", dann wiederum klar ist es mir geworden warum du Wachkopp Emil heißt und nicht anders. Der "schmierige Typ", denke ich, wird viel oder hat schon viel im Leben erreicht ;-)
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kropka
antwortete am 19.12.07 (09:47):
Gestern schickte mir mein Lieblingsverlag ein schönes Familien Gedicht. Hier ist es und ... Dir und Deinen ein Frohes Fest ! ... wünscht herzlich kropka
Die Familie versteht sich von selbst. Die Kinder fuehlen sich der jungen die Eltern der aelteren Generation zugehoerig. Die Familie bewohnt Stadt und Land ihren genauen Wohnsitz kann man ermitteln. Eine Familie unterscheidet sich von der anderen man muss sie beim Namen nennen ....
Wer in der Familie das letzte Wort hat das haengt von den Umstaenden ab frueher hatte es meistens der Vater im Zuge zeitbedingter Veraenderungen hat es die Mutter mehr und mehr an sich gerissen. Einige Mitglieder der Familie haben Geschlechtsverkehr andere nicht oder vielleicht. Das liebste Fest ist der Familie das Weihnachtsfest die Familie ist vollzaehlig und isst gut man tauscht Geschenke und ist nett zueinander dass man nett zueinander ist haelt die Mutter fuer das schoenste Geschenk. ...
Die Familie lebt lieber im Sommer als im Winter in Kaelteperioden rueckt sie zusammen ist der Himmel blau faehrt sie ins Gruene. Sie ist gegen Kriegs- und Nachkriegszeiten und fuerchtet sich vor unehelichen Kindern. Die Familie hat die Ansicht dass vieles nicht stimmt ist aber im grossen und ganzen zufrieden.
Das Gedicht 'Die Familie' von Nicolas Born und weitere 877 gewitzte Gedichte aus 400 Jahren auf 944 Seiten finden Sie in: DIE KOMISCHEN DEUTSCHEN. 'Ein wirklich grosser Wurf, diese furiose Anthologie von Steffen Jacobs sollte in keinem Buecherregal fehlen.' (Fachleute von Das Gedicht). http://www.zweitausendeins.de/r.cfm?Nr=4024
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Karl
antwortete am 19.12.07 (13:52):
Hallo Emil,
habe soeben deine Geschichte gelesen. Irgendwie tut es mir um den Herrn Spieß nicht leid. Dir und allen Lesern hier wunderschöne Feiertage,
Karl
Internet-Tipp: http://community.seniorentreff.de
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emilwachkopp
antwortete am 20.12.07 (05:01):
Das ist auch wieder wahr! Morgen - oder spätestens in wenigen Tagen ist Weihnachten. Ich wünsche Euch darum allen ein frohes Weihnachtsfest und ein glückliches, im Notfall erträgliches neues Jahr.(Übertriebene Wünsche werden selten wahr.) Jetzt muss ich nur noch zusehen, dass ich selbst Weihnachten büschen feierlich begehe und nicht wieder vor dem Computer verträume.
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wanda
antwortete am 20.12.07 (08:22):
an alle Lieben hier - emil, ich hatte die vergangenen Tage nicht hier reingeguckt. Ausnahmsweise ist diese Geschichte wohl ziemlich war. Lebtest du im Internat ? Ach muss nicht eantwortet werden. Kropka, sehr sehr nüchtern, diese Familiengeschichte und etwas überholt. Wer fürchtet sich heute noch vor Kindern ??? unehelich gilt nicht - vorehelich klingt besser. :-))) allen schöne Weihnachten wünscht wanda
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plumpudding
antwortete am 20.12.07 (17:14):
hallo emil, habe mich riesig gefreut, dich mal wieder zu lesen und hoffe auf weitere geschichten im nächsten jahr, da ich eine grosse verehrerin von dir bin. wunderschönes weihnachten und pass auf bei dem rutsch ins neue jahr.
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